Kim Carrey:

Sternenschnee

Esoterische Studien einer Autobiographie

2. Erleuchtung, Teil E

 

 

Wie insbesondere STEINER dies ausführt, hat die jeweilige Ausrichtung unterschiedliche Folgen für den Menschen. Neben den bereits erwähnten christlichen Gemeinschaften gibt es insbesondere den Islam[1], welcher sich auf das Reich des Vaters bezieht. Nach Mohammed gibt es nur einen GOTT, nämlich Allah und sonst nichts, was neben Ihm ist – und es gibt Mohammed als dessen Propheten.

Mit dieser Lehre ist nun der Wille verbunden zum Beseitigen aller Freiheit für alle Zukunft. Nach STEINER impliziert die Vorstellung der Welt im Sinne des Vater-Gottes den Willen zum Determinismus. „Da kann der Mensch sich nicht selber finden, … nicht durchchristet werden, … nicht sein Menschtum in sich ergreifen. … Und für eine innerlich so starre, geschlossene Weltanschauung wird dann die äußere Menschengestalt zum Schein. Denn der Mensch wird erst Mensch dadurch, dass er sich selbst erfasst, indem er in sich den Christus lebendig macht. … Er wird nicht Mensch, wenn er zurückfällt in die Anschauung, die nur mit dem Vatergott rechnet“[2].

 

Dabei hatte der Islam durchaus eine bedeutsame Funktion in der Menschheitsentwicklung, insofern er um das Jahr 666 nach Chr. herum ein Gegengewicht bildete zu einer zu früh auf die Erde gekommenen Weisheit, wie sie damals von Widersachermächten[3] vorbereitet worden war. Diese Weisheit hätte zu einer verfrühten Alterung der Erde geführt. Durch die strenge Formung des Islam ist ein gesundes Gegengewicht zu dieser (widergöttlichen) Weisheit gebracht worden.

In den entsprechenden Regionen der Erde ist eine starke Gesetzgebung entwickelt worden, damit die dort lebenden Menschen sich nicht zu sehr an die Widersachermächte hingeben konnten. Deshalb gibt es die Gesetzgebung der Scharia[4], wie im >Flensburger Heft< ausgesagt[5].

„Diese strenge Formung ist jedoch nun vielfach zur Starrheit geworden und das ist heute das Problem“[6], lauten die Aussagen im >Flensburger Heft<. Nach anthroposophischer Auffassung muss nun der Islam nach Wegen suchen, auf denen sich der Mensch zur Freiheit hinentwickeln kann; denn bisher lässt der Islam genau diese persönliche Freiheit vermissen, die jedoch für die Entwicklung der Menschheit notwendig ist[7].

 

Der Vater-Gott steht als der große intuitive Geist hinter dem gesamten (physischen) Universum. Dieser Vater-Gott ist derselbe Geist, der sich in den menschlichen Handlungen ausdrückt. Weil Er so wenig bekannt ist, wird Er auch als der „unbekannte“ Gott bezeichnet.

Der Vater-Gott steht hinter allem, was der Mensch mit den Sinnen auf dem physischen Plan wahrnimmt. Alles physisch Vorhandene hat dieser Geist gemacht. „Hinter allem, was in der einen Form lebt, … steht also der Vatergeist. … Dadurch, dass wir das anschauen, verändern wir es nicht. Aber eine Veränderung geht vor, wenn wir handeln“[8]. Durch seine Handlungen bewirkt der Mensch mittelbar auch eine Veränderung der Grundkraft dessen, was dem Vater-Gott entspricht.

 

Eine m.E. sehr interessante Aussage von STEINER ist noch die folgende: Wer mittels der Intuitionen[9] großer Eingeweihter es erlangt, durch die physische Welt zu dem Vater-Gott emporzudringen, der kann sein Karma[10] überwinden[11]. Im Kapitel >Meditation< habe ich Darlegungen gemacht, die etwas ähnliches andeuten, was STEINER in dem zuvor zitierten Satz ausgesprochen hat. Es handelt sich dabei um Aussagen über einen Heiligen Gruß, der an die höchste Gottheit Selbst gerichtet ist. Jedenfalls soll durch diesen „Heiligen Code“ die unmittelbare Energie der Lichtmeister erfahren werden können. Der heilige Gruß „verknüpft alle Biorhythmen des Körpers mit den spirituellen Rhythmen des Überselbstkörpers, so dass alle Kreislaufsysteme in einem kosmischen Herzschlag laufen“[12].

Dies kann für den betreffenden Menschen zu einer Befreiung in das Lichtreich führen.

Die Höchste Gottheit Selbst wird bei HURTAK mit den vier Buchstaben JHWH (ausgesprochen Jod He Wod He) bezeichnet[13], welche sich durch Jehovah (= Jahve[14]) als dem Vater-Gott manifestiert[15].

 

Zur Überwindung des Karmas finden sich bei der >Prophetin Gabriele< Aussagen, die wunderbar wären, wenn Menschen dies vollbringen könnten. Es wird dort tatsächlich erwartet, dass die Seele im Menschen in der Kürze eines Materie-Lebens sämtliche Kräfte der Unendlichkeit, ihr göttliches Erbe, das von den Sünden überlagert ist, wieder erschließen soll. Bis zu seinem physischen Tode sollte der Mensch deshalb seine Seele weitgehend gereinigt haben[16]. Wiederholte Inkarnationen[17] sind im Prinzip nicht erwünscht, sondern werden als eine Notlösung angesehen, wenn der Mensch sein Ziel nicht erreicht hat.

Dazu ist unumgänglich notwendig, dass eine Seele ihre Sünden bereut, um Vergebung bittet (oder vergibt), sie wieder gut macht und das Sündhafte nicht mehr tut. Die selbst gesetzten Ursachen müssen bereinigt werden und dann kann eine Seele wieder Zugang zu Gott gewinnen. In der Tiefe ihrer Seele ist jedes gefallene Wesen immer auch göttlich geblieben, wodurch eine Gewähr für die Rückkehr gegeben ist, auch wenn diese noch so lange dauern sollte.

 

Gott gab den Menschen für ihre Umkehr einen unvorstellbar langen Zeitlauf von Milliarden von Jahren. In diesem Ablauf wirkt das Evolutionsgesetz, das Werden und Reifen bis hin zur Vollendung des Lebens. Hat ein Mensch wieder seine sog. „Vollreife[18] erlangt, dann hat er als wieder göttliches Wesen erneut sämtliche Kräfte der Unendlichkeit in sich erschlossen.

Für die Rückführung der Seele eines Menschen ist eine bestimmte Zeitspanne vorgesehen. Läuft dieser Zyklus aus, dann ist eine Rückführung des Menschen in der Materie nicht mehr möglich. Die Seele wird dann in feinstoffliche Bereiche geführt, wo es jedoch nicht mehr die rasche Umkehr durch Bewährung gibt. Dort heißt es: „Abtragung“, und das bedeutet, all das zu erleiden und zu durchleiden, was der Mensch anderen zugefügt hat.

 

Es gibt nun noch eine sehr missverständliche Aussage in theosophischer Literatur: Dort wird nämlich behauptet, dass „das“, „was“ die Christen anbeten, wenn sie im Vater-unser-Gebet[19] den „Vater im Himmel“ ansprechen, lediglich die eigene (individuelle) menschliche Monade[20] sein soll in deren Verhältnis zu dem Ego des Menschen[21].

An anderer Stelle wird jedoch die Monade als der „Sohn im Busen des Vaters“ bezeichnet[22].

Nach Aussagen von >Jesus, dem Christus Gottes< Selbst ist allerdings unter dem „Vater im Himmel“ der Vater-Mutter-Gott aller Wesen und Menschen zu verstehen[23], also das Höchste Wesen des gesamten Universums. Gott-Vater ist die vollkommene Manifestation des ewigen Schöpfergeistes, das lichtstärkste Geistwesen des Universums. „Daher wird Gott-Vater auch Vater Ur genant. Er wirkt in allen seinen Eigenschaften und Wesenheiten[24] in der Allgegenwart des Allgeistes. Er ist die absolute Manifestation des All-Geistes. Zusammen mit Christus, Seinem erstgeschauten und erstgeborenen Sohn, dem Mitregenten der Himmel, regiert Gott-Vater in absoluter Liebe die gesamte Unendlichkeit. Jedes reine Geistwesen der Himmel schaut Gott-Vater von Angesicht zu Angesicht“[25].

 

Ende des Kapitels Nr. 2. >Erleuchtung<.

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Bei HURTAK (S.524) finden sich jedoch Aussagen, die davon sprechen: „Die menschliche Evolution ist ein ´präkonditioniertes Experiment` in einer Welt der Zufallsrelativität. Ohne höher-evolutionäre Programmierung oder direkte Programmierung durch eine Überselbst-Intelligenz müsste das menschliche Bio-System in die Gesamtströmung der Magnetischen Felder zurückkehren, sobald das System zerfallen ist“. Und auch noch an einer weiteren Stelle (HURTAK/S.537) wird erwähnt, dass die einzelnen Universen aus Zufalls-Schöpfung herauswachsen. - Im Zusammenhang mit Weisheit, welche den Menschen von der Großen Weißen Bruderschaft gebracht worden ist, wird auch noch von HURTAK (S.264) dargelegt, dass unsere irdische Welt eine solche ist, in welcher das Bewusstsein durch unzählige zufällige und sinnlose Ereigniskollisionen stumpf gemacht worden ist, wobei die plötzlich entstandenen Ereigniskollisionen eine Zufalls-Relativität erschaffen haben.

Ich erwähne diese Aussagen über „Zufall“ im Verhältnis (oder Unterschied) zu dem sonst als eherne Gesetzmäßigkeit angesehenen karmischen Geschehen, wobei es jedoch sein kann, dass beides sich gegenseitig nicht ausschließt. Tatsächlich übersteigt der Sachverhalt mein Bewusstsein.

Auch gibt es in neueren esoterischen Darlegungen (z.B. bei KLEIN, bei SOLARA und bei HURTAK) Aussagen von gewährtem „karmischen Erlass“ für die ganze Menschheit und jeden einzelnen Menschen (siehe Text und FN bei >Aurisches Wesen<)

[11] STEINER/GA93a/S.136