Kim Carrey:
Sternenschnee (39)
Esoterische Studien einer Autobiographie
8. Überlastung, Teil C
BARDON erwähnt auch, dass eben die Magie (wie jede Wissenschaft) sowohl für gute, als auch für böse Zwecke angewendet werden kann[1]. Dies ist jedoch m.E. trotzdem ein Problem.
Sagte nicht der Christus: „Suchet zuerst das Königreich Gottes, alles andere wird euch hinzugeben werden!“? Danach würde ich mir vorstellen, dass jemandem bei entsprechender christlicher (göttlich-geistiger) Lebenshaltung tatsächlich alle - auch okkulten magischen - Fähigkeiten geschenkt werden würden und nicht, dass er sie sich auf diese Weise erwirbt, wie dies bei BARDON, aber auch bei STEINER angesprochen wird.
Tatsächlich gibt es auch bei HURTAK Darlegungen, die meine Vorstellung bestätigen würden, insofern einem Menschen bei einem bestimmten Reifegrad und entsprechender göttlicher Gnade die „Gaben des Heiligen Geistes“ und paranormale Fähigkeiten „verliehen“ werden, worüber sich nähere Darlegungen im Kapitel >Hoffnung< befinden.
Auch die durchaus einleuchtenden Übungen bei STEINER sind für meine Begriffe letztlich künstlich aus dem Lebenszusammenhang eines Menschen gerissen. Natürlich ist dies in gewisser weise das Charakteristikum von „Schulung“, aber es ist auch immer der Pferdefuß jeder Schulung – selbst der einfachsten Schule, der jedes Kind ausgesetzt ist. Mir wird gerade bewusst, dass ich allein darüber ein ganzes Buch schreiben könnte, was für mich immer ein Hinweis ist, dass ich hier an dieser Stelle unbedingt das Thema beenden muss.
Ich muss jedoch noch erwähnen, dass mir einmal beim wiederholten Beschäftigen mit den Übungen von STEINER bewusst geworden ist, dass ich gewisse Aspekte davon tatsächlich ohne Schulung und stattdessen durch mein reales Leben und die daran geknüpfte seelische Lebenshaltung verwirklicht habe. Für meine Begriffe müsste es so sein, wie ich dies letztlich unter „Einweihung durch das Leben“ verstehe: Es treten Situationen an den Menschen durch das Leben heran und dieser bewältigt sie dann in dem Sinne einer göttlichen Ausrichtung – und als Gnade werden ihm göttliche Fähigkeiten verliehen. Anders sehe ich für mich auch diesbezüglich keine Möglichkeit.
In dem Zusammenhang möchte ich ansprechen, dass m.E. sowieso kein normaler Mensch mit einer 40-Stunden-Arbeitswoche, dann vielleicht noch mit Ehegatt(e)/in und Kindern wirklich einen geistigen Weg gehen kann. Gerade an den Hunderten von Teilnehmern der >Spirituellen Gemeinschaft< konnte ich ersehen, dass ein großer Teil irgendwelche besonderen Bedingungen hatte: manche waren arbeitslos, manche schon frühzeitig berentet (Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit) oder Frauen bekamen Witwenrente, andere waren selbst wohlhabend und zu keiner Erwerbstätigkeit gezwungen, andere waren in irgendeiner Form selbständig oder freiberuflich tätig, wo sie sich die Zeit einteilen konnte, jüngere Leute studierten (was ja ein relativ paradiesisches Leben ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiß
, mache waren Lehrer, deren Berufslebensaufwand ja allgemein bekannt ist. Viele Frauen wurden von Ehemännern finanziert, die wiederum mit der >Spirituellen Gemeinschaft< „nichts am Hut“ hatten.
Und diejenigen, die wirklich 40 Stunden pro Woche arbeiteten, hatten eine solche Arbeit, dass sie davon in ihrer Freizeit nicht belastet waren. Wenn sie die Schwelle der Firma überschritten hatten, waren sie sozusagen frei.
Dies war bei mir nie der Fall. Ich musste immer auch in meiner Freizeit diverse Überlegungen bezüglich meiner Arbeit anstellen oder war sowieso wegen der >Schlafstörungen< vollkommen erschöpft. Allerdings habe ich auch vor 1993 circa 7 Jahre lang nur 20 Stunden pro Woche gearbeitet (wo man damals noch hinreichenden Verdienst erzielen konnte) und hier konnte ich tatsächlich meinen esoterischen Grundstock legen. Zwischen einer 40-Stunden-Tätigkeit und 20 Stunden liegen ebenfalls Welten.
Nun möchte ich jedoch noch einmal zurückkommen zu dem Kellergeruch in der Wohnung meiner Mutter: Dort wurde sofort alles, was fünf Minuten lang mit der Wohnung meiner Mutter in Berührung gekommen ist, von dem Geruch affiziert[2]. Ich könnte Schreikrämpfe kriegen, wenn ich an diese Widerlichkeit denke.
Wann immer ich in den letzten 20 Jahren auch nur irgendeinen Aspekt davon angesprochen hatte, kam es zu einem Streit mit meiner Mutter, da sie bei jeder als Kritik empfundenen inhaltlichen Aussage sofort tödlich beleidigt war und sich mit aller Macht dagegen verbal wehrte. Bei diesem Wehren kannte sie keinerlei Anstand, sie scheute vor keinerlei Verleumdung und Bösartigkeit zurück, keine Lüge war ihr zu gering, um diese als Begründung einzuflechten.
Sie war auch überhaupt nicht einsichtig. Irgendein subjektiver Aspekt war bei ihr dann so dominant, dass sie keinerlei vernünftigen Argumenten zugänglich war.
Ich habe in meinem Leben auch viele Jahre beruflich mit psychiatrischen Patienten zu tun gehabt, aber niemals ist mir dort jemand begegnet, der auch nur ähnlich dumm und borniert gleichzeitig war wie meine Mutter. Es waren sogar ganz überwiegend sehr liebenswerte Menschen, die mir durchaus ans Herz gewachsen waren, was in Bezug auf meine Mutter leider niemals eingetreten ist.
Die Aussage bezüglich der Dummheit und Borniertheit meiner Mutter erscheint hier an dieser Stelle etwas unvermittelt und schockierend, was jedoch durch weitere Darlegungen im Kapitel >Aurisches Wesen< verständlicher werden wird. Aus chronologischen Gründen erschien es mir jedoch sinnvoll, das Kapitel >Überlastung< vor dem Kapitel >Aurisches Wesen< zu verarbeiten.
Interessanterweise hat der Krankengymnast im Juli 2007 bei seiner ersten „Sitzung“ mit meiner Mutter diese überhaupt nicht in der Wohnung durchgeführt, sondern ist sofort mit ihr ins Treppenhaus gegangen, um dort mit ihr die Treppenstufen zu üben. Als ich dies hörte, war mir klar, warum er dies getan hatte: nämlich um der verpesteten Kellerluft zu entgegen. Aber natürlich war ich der einzige Mensch, der etwas gesagt hat, was auch verständlich ist, da alle anderen nur kurz zu Besuch waren und sich nicht unnötigen Ärger verschaffen wollten.
Bezüglich des moderartigen Geruchs, der die gesamte Wohnung meiner Mutter durchzogen hatte, muss man sagen, dass auch ein jeglicher Gegenstand, alle Dinge, die gesamte Kleidung, ja die Plastiktüten, alle Handtücher, die Bettwäsche, die Couchbezüge, Kissen, Lebensmittel – ja einfach alles diesen Modergeruch an sich trug.
Dieser Modergeruch war so eingeätzt in alle Dinge, dass er auch bei 90 Grad Kochwäsche oder 30 Grad zusätzlich mit einem desinfizierenden Hygienespüler und zusätzlichem Weichspüler mit Duftnote nicht herausgegangen ist. Ungefähr alle zwei Wochen wusch ich die Wäsche meiner Mutter bei mir in der Wohnung. Es war nicht möglich, den Wäscheständer innerhalb des Zimmers aufzustellen, weil meine ganze Wohnung sofort dadurch ebenfalls verpestet wurde. Ich hatte dies anfänglich getan und es war unerträglich. Da musste ich den Wäscheständer (selbst bei kälterem Wetter) auf dem Balkon belassen, um nicht meine eigene Wohnung zu verseuchen. Einzige Alternative wäre gewesen, dass ich extra wegen dieser Wäsche in einen Waschsalon gegangen wäre, wozu es dann aber nicht mehr gekommen ist.
Als ich nun anfänglich fast jeden Tag bei meiner Mutter war, kam es beinahe jedes Mal zu Auseinandersetzungen, die mich dann die ganze Nacht wegen der unglaublichen Gemeinheiten meiner Mutter verfolgten, so dass ich wieder nicht schlafen konnte. Ich rang tagtäglich, und letztlich wochen-, ja monatelang um Erlösung von dieser Situation und stellte alle möglichen Kalkulationen an, bis ich mich fast dazu durchgerungen hatte, einen fahrbaren Mittagstisch zu bestellen, was allerdings im Monat ca. 300,- bis 400,- Euro gekostet hätte. Dies überstieg jedoch völlig die Rentenbezüge meiner Mutter und sie war nicht bereit, ihr Vermögen dafür einzusetzen – und ich selbst verfügte über kein entsprechendes Geld, sonst hätte ich es sofort dafür ausgegeben.
Schließlich nötigte[3] ich meine Mutter, den Umgang mit der Mikrowelle zu lernen. Auch bezüglich elektrischer Geräte hatte sie eine Hemmung, die aus einer latenten Dummheit und Rückständigkeit herrührte. Wie auch an anderer Stelle (siehe Kapitel >Ursprungsfamilie<) erwähnt, war meine Mutter ein extrem altmodischer Mensch und war in keinster Weise mit der Zeit gegangen. Hintergrund war letztlich, dass sie bei ihrer eklatanten Selbstüberschätzung es nicht für nötig befunden hatte, mit dem Zeitgeist zu gehen.
Bereits vor 20 Jahren hatte ich ihr einen Wasserkocher geschenkt gehabt, den sie wohl ein einziges Mal benutzt hatte und ihn dabei prompt falsch bedient hatte, so dass er einen Defekt davontrug. Dies hat sie mir aber verheimlicht, so dass ich dachte, sie würde ihn benutzen. Erst Jahre später wurde mir klar, dass sie das Wasser immer noch mit einem Wasserkessel heiß gemacht hatte - wie im 19. Jahrhundert.
Erst im Jahre 2007 nötigte ich sie auch diesbezüglich erneut, mit dem Wasserkocher umzugehen, damit sie sich kleine Halbfertiggerichte selbst zubreiten kann, die man nur mit heißem Wasser aufgießen muss. Diesmal kapierte sie die Funktionsweise des Wasserkochers. Als ich dann bei einer Gelegenheit den früheren Wasserkocher ansprach, leugnete sie, jemals einen solchen Wasserkocher besessen zu haben und warf mir Perfidie[4] vor, dass ich so etwas behaupte.
Kann man so etwas begreifen! Dabei war diese Frau nicht dement oder ein psychiatrischer Fall, obwohl sie m.E. doch eine neurotische Lügenhaftigkeit[5] besessen hatte, die offiziell nicht so eklatant war, dass man sie deshalb in die Psychiatrie hätte einweisen können. Das persönliche Leben mit so einem Menschen ist jedoch die Hölle, was auch mein Vater und meine Schwester so empfunden haben.
Alle drei wussten wir z.B. von einem bestimmten Tatbestand, dass er so oder so gewesen war – und meine Mutter behauptete als Einzige irgend etwas anderes und meinte tatsächlich, dass sie uns drei andern Menschen gegenüber, die wir wahrscheinlich zehnmal so intelligent waren wie sie, überlegen sei und sie die einzige Wahrheit vertreten würde.
Als ich ihr nun den Umgang mit der Mikrowelle beigebracht hatte, kaufte ich entsprechende Fertiggerichte, die sie dort dann sich selbständig erhitzen konnte. Diese Gerichte kosteten jedenfalls nur den halben Preis des fahrbaren Mittagstisches. Durch dieses Arrangement schaffte ich mir Freiraum, so dass ich schließlich ab September 2007 nur noch jeden vierten Tag zu ihr fahren musste.
Auch „nötigte“ ich sie, den Abwasch selbst zu erledigen, was ich mir regelrecht von ihr schriftlich bescheinigen ließ. Tatsächlich hatte sie über den notwendigen Zeitpunkt hinaus mir gegenüber so getan, als ob sie noch nicht wieder ohne Rollator laufen konnte. Durch ein heimliches Telefonat, welches ich mit ihrem Krankengymnasten führte, erzählte dieser mir jedoch von dem durchaus stattgefundenen Fortschritt.
Meine Mutter hatte mich bewusst belogen, um meine Arbeitskraft weiter ausbeuten zu können. Diese Benennung wird manchen befremdlich erscheinen, jedoch hat meine Mutter mir tatsächlich bei einer der zahlreichen Auseinandersetzungen regelrecht gesagt, sie werde die Situation mir gegenüber jetzt ausnutzen im Sinne einer Versklavung meiner Person, da ich ihr sowieso immer Herrschsucht vorwerfen würde. Jetzt würde sie eben real herrschsüchtig sein!
Dabei muss man immer bedenken, dass ich im Prinzip alles (!) für meine Mutter getan hätte und in Wahrheit sowieso getan habe – jedoch die seelische Grausamkeit durch sie mir gegenüber ließ meiner Bereitschaft Grenzen setzen.
Auch zog ich in Betracht, eine Frau aus der Nachbarschaft zur Gesellschaft und Haushaltshilfe meiner Mutter zu engagieren, was natürlich auch zusätzliches Geld gekostet hätte. Aber es hätte notfalls sein müssen, damit ich so weit wie möglich von der Gegenwart und Befassung mit meiner Mutter frei käme. Das Engagieren dieser Hilfe konnte jedoch vorerst noch auf Eis gelegt werden, da meine Mutter dann doch viele Dinge schon wieder allein erledigte.
Kann jedoch trotzdem jemand erahnen, worauf ich insgesamt gehofft hatte und wohin meine Gebete gingen? Dass dieses ganze Drama, ja diese Tragödie, endlich ein Ende haben möge!
Natürlich war dies alles auch eine Frage des Geldes. Wäre ich finanziell wohlhabend gewesen, hätte ich alle möglichen Menschen engagiert, die statt meiner sich um meine Mutter gekümmert hätten. Meine Mutter selbst verfügte zwar über Vermögen, sie war jedoch nicht bereit, dies dafür einzusetzen, weil sie überzeugt war, dass ich ihr als kostenlose Sklavin zur Verfügung zu stehen hätte.
Bezüglich solcher (oder andersartiger) Hilfe, wie ich sie für meine Mutter geleistet habe (was natürlich viele Frauen – und auch manche Männer – für pflegebedürftige Angehörige tun), gibt es nun eine Warnung von JAN van RIJCKENBORGH für einen Aspiranten, den er an dieser Stelle als „gnostischen Magier“ bezeichnet. Und zwar geht es hier eben speziell um das Verhältnis eines Geistesschülers im Verhältnis zu einem dialektischen Menschen[6], nicht um das Verhältnis von Menschen auf derselben Ebene. Ich selbst zähle mich nun zu den Aspiranten und wenn ein solcher einem dialektischen Menschen (zu denen ich meine Mutter rechne) hilft, entsteht zunächst automatisch eine magnetische Bindung zwischen beiden Menschen, die nur dann zu verantworten ist, wenn für den dialektischen Menschen daraus Seelengewinn und ein befreiendes Leben entstehen kann.
Denn ansonsten muss die Beziehung als missbräuchlich beurteilt werden, wenn die geistigen Kräfte für irdische Angelegenheiten zweckentfremdet werden. Dadurch kann der Aspirant selbst zum Opfer werden und in die Gefahr geraten, wieder im planetaren Gefängnis des dialektischen Lebens gefangen zu werden[7].
Dies war bei mir im Verhältnis zu meiner Mutter definitiv geschehen und ich hätte wahnsinnig werden können, als mir dies richtig bewusst geworden war; denn meine Mutter missbrauchte meine Hilfe, ja meine gesamte Gegenwart, zu rein selbstsüchtigen Zwecken. Damit meine ich nicht die allgemein menschliche Hilfe, sondern die Anwendung ihrer narzisstischen[8] Herrschsucht und Versklavung mir gegenüber.
Wie die gesamte Beziehung mit meiner Mutter gestaltet war und zu welcher „Entwicklung“ diese Beziehung gelangte, ist geschildert im Kapitel >Aurisches Wesen<.
Ende des Kapitels Nr. 8. >Überlastung<.
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