Kim Carrey:
Sternenschnee (41)
Esoterische Studien einer Autobiographie
9. Supramentale Wesen, Teil B
Und nun war es bei dieser Feier in der Kirche so, dass auch Boris Becker dort erschien - m.E. in der Identität als ehemaliger großer Tennisstar wie in der Realität, und er wurde bei der Zeremonie individuell vorgestellt. Dazu klatschten einige Anwesende Beifall. Ich übrigens auch. Aber viele andere klatschten nicht. Da ergriff ich das Wort (was natürlich recht anmaßend erscheint) und rügte diese Menschen, wie sie jemandem, der solch große Leistungen erbracht hätte, nicht die gebührende Ehre erweisen könnten.
Erst zu einem späteren Zeitpunkt habe ich gelesen[1], dass >Jesus, der Christus Gottes< allerdings Wert drauf legt, das nur Gott allein die Ehre gebührt. Alle anderen Menschen soll man „nur“ achten. Dies ist von Ihm dargelegt im Zusammenhang mit einer Korrektur des Vierten Gebotes, nach dem man die Eltern „ehren“ bzw. jetzt „achten“ soll[2].
In dem Sinne hätte ich mit meiner Rüge die anderen Menschen zu Unrecht getadelt und einen Frevel begangen. Jedoch bleibt für mich mein wesentliches Anliegen davon trotzdem unbetroffen.
In einer weiteren Szene (des Traumes vom 19.09.2002) kippte dann irgendein anwesendes Mädchen um. Es wurde ohnmächtig oder ähnliches. Ich lief sofort als Einzige zu dem Mädchen hin und versuchte zu helfen. Dies kommt übrigens ab und zu in meinen Träumen vor – und ich glaube: dies ist real in der Astralwelt dann ein Geschehen ist, dass ich als Einzige unter vielen Menschen sofort zu Hilfe eile. Tatsächlich ist dies auch in der Realität meine Neigung (bzw. ich fühle mich dazu verpflichtet), wo ich immer entsetzt bin, dass kein Mensch sich vergleichsweise engagiert oder einmischt. Eigentlich fast alle anderen Menschen sind sowohl in den Träumen als auch in der Realität immer unglaublich unbeteiligt und gleichgültig. Ich könnte dies jeden Tag bei irgendeiner öffentlichen Situation unter Beweis stellen. Kein Mensch kommuniziert dort mit irgendeinem anderen fremden Menschen, selbst dann nicht, wenn dies eine Situation erfordern würde.
Die >Avatarin< Mutter Meera beschreibt übrigens, dass jenseits der supramentalen Welt (oder Ebene) noch drei Welten liegen, die im Sanskrit „Sat“, „Chit“ und „Ananda“[3] heißen. Und über diesen drei Welten ist Paramatman[4], das Höchste Wesen[5]. Tatsächlich gibt es auch bei INTERMEDIARIUS eine Schilderung höherer Welten, die den vorstehenden entsprechen würden. Danach könnte mit der supramentalen Welt nach abendländischer christlicher Esoterik das „Archäum“ gemeint sein, welches auch als der „Urkosmos“ bezeichnet wird.
Über diesem Archäum befinden sich dann die drei Himmelssphären: als niedrigster Himmel der Fixsternhimmel (= Fixum coeli; = Sat), dann der Kristallhimmel (= Chit) und dann das Empyreum (= Ananda). Darüber (oder als Zentrum des Imperiums) gilt das Sanktuarium (= Heiligtum) der göttlichen Trinität oder der UR-Gottheit.
Dieser Urkosmos befindet sich also zwischen Himmelreich und Universum (= Kosmos), und in diesem Urkosmos hat sich der Christus (siehe Kapitel >Jesus, der Christus Gottes<) als göttlicher Mittler die geistige Sonne als Sein Zentrum und Wirkensfeld gestaltet – in Entsprechung zu dem Urzentrum des Himmelreiches[6].
Das Archäum wird auch als der „Weltentempel“ bezeichnet, wo zum ersten Mal die Selbstbegrenzung des göttlichen Willens (Noluntas Dei; = der Allmacht), die Verhüllung des göttlichen Angesichtes (= der Majestät) und die Verschleierung des göttlichen Planes (= der Ewigkeit) auftreten, damit die erste große Prüfung für jeden natürlichen Willen stattfinden kann[7].
„Als indirektes Abbild des Himmels und als reines Urbild des Universums ist das Archäum ein Reich, wo in voller Freiheit und Selbständigkeit die ursprüngliche Natur und eigene (emanative[8]) Kraft der Kreaturen sich entfalten. Hier ist der Ort der Prüfung, wo die erste Wahl zwischen Niedersteigen in die Regionen des Kosmos und Rückkehr zur himmlischen Heimat stattfindet“[9].
Damit Luzifer[10] das Archäum nicht an sich reißen konnte, hat sich dort der Gottessohn >Jesus, der Christus Gottes< als göttliches WORT abgebildet und sich zum unmittelbaren Zentrum des Archäums gemacht. Unter dem Symbol des Lammes wird Er dort offenbar mit dem Buch der sieben Siegel, welche die sieben wahren Lichtsphären bedeuten, die im Kosmos dann als die sieben Planetensphären erscheinen, soweit diese dem Reich der göttlichen Boten angehören[11].
„Der leuchtende Farbenbogen des Archäums, der aus verschiedenen Strahlen des weißen einheitlichen Lichtes besteht, stellt den Archetypus[12] für die Planetensphären des Kosmos dar, so wie dieselben, ungetrübt durch die Wirkung des Widersachers, als das Reich der göttlichen Boten innerhalb des Kosmos bestehen. ... Als unmittelbares Abbild der himmlischen Urperipherie ist das Archäum ein Reich des Lichtes, in welchem sich das himmlische Leben der Urbilder direkt in die Abbilder spiegelt“[13]. Das im Himmelreich ertönende WORT Gottes findet im Archäum einen Widerhall.
Für eine jede der sieben archäischen Lichtsphären ist ein Führer und Hüter eingesetzt, der über die betreffende Sphäre und alle Wesen, die dort leben, die Herrschaft erhalten hat. Diese sieben Hüter sind, als Einheit betrachtet, unmittelbar mit den zwölf Himmelswächtern des Fixsternhimmels verbunden und als Einheit sind diese sieben Hüter wie ein Wesen aus dieser Hierarchie der Throne anzusehen. Sie bilden die wie zu einem Wesen gewordenen Kräfte jener zwölf Throne des Fixsternhimmels in dem Licht des Archäums ab[14].
Jeder einzelne der sieben Herrscher der archäischen Lichtsphären gehört nach INTERMEDIARIUS zur Hierarchie der Kyriothetes (= Herrschaften). In der christlichen Esoterik werden sie die sieben Elohim[15] genannt. In einem Wesen vereinigt, lebt die Kraft der sieben Elohim dort, wo der Fixsternhimmel von den zwölf Thronen gehütet wird. Die Elohim stehen der Hierarchie der Throne gegenüber in einer Art von himmlischer Sohnschaft[16], was bedeuten würde, dass die Throne über den Elohim (hier von INTERMEDIARIUS identisch gesetzt mit den Kyriothetes) stehen. Es gibt allerdings auch andere hierarchische Übersichten (was die Anzahl der Engelwesenheiten, die hierarchische Stufe und deren Bezeichnung betrifft), deren Darlegung jedoch den hiesigen Rahmen sprengen würde.
Obwohl die sieben Lichtsphären des Archäums dem Charakter der Wesen aus allen hierarchischen Chören angepasst sind (ausgenommen die zwei höchsten der Cherubim und Seraphim), so ist es immer der Eine zuständige Elohim, der seine Sphäre überwacht, beherrscht und vor der Wirkung des Widersachers schützt[17].
Jede Lichtsphäre dient vornehmlich einer bestimmten Engel-Hierarchie[18] als Arbeitsfeld:
In der ersten (= höchsten) Lichtsphäre des Archäums wirken die Throne.
In der zweiten Lichtsphäre die Kyriothetes (= Herrschaften).
3. Lichtsphäre: Dynameis (= Mächte)
4. Lichtsphäre: Exusiai (= Gewalten)
5. Lichtsphäre: Archai (= Urkräfte; = Anfänge)
6. Lichtsphäre: Archangeloi (= Erzengel)
7. Lichtsphäre: Angeloi (= Engel).
Das griechische Wort „Archäum“ bedeutet Anfang, Urbeginn, Ur-Zustand. Es bezeichnet alles, was ursprünglich und urwesentlich ist, den natürlichen Ur-Zustand (Urstand) aller Wesen, oder den ursprünglichen unverdorbenen Zustand des Universums[19]: „Ur-Natur“. Das Archäum ist, von oben betrachtet, wie ein harmonisch bewegter Urstrom aller Wesen und Dinge in voller Einheit und ohne Veränderlichkeit, der klare Spiegel des Himmels, das eigentliche Reich der „wahren“ Himmlischen Lichtjungfrau[20] und das Reich der Weisheit (Regnum Sophia). Von unten aus betrachtet (vom Kosmos aus), ist das Archäum das Reich der harmonischen und tätig-bildenden Natur, in deren Verhältnis der ganze Kosmos mit seinem Dualismus[21] nur ein Reich der passiven von außen begrenzten Natur darstellt[22].
Die wahre ursprüngliche Urnatur des Universums (= des Ur-Kosmos) offenbart sich als: Licht, Klang und Leben[23]. Sie ist das wahre Bild des Kosmos. Dieses Archäum wird der Mensch einst von der Sonnensphäre aus schauen können, wenn er durch seine geistige Entwicklung bis dahin aufgestiegen sein wird[24].
Das Archäum als die Spiegelung der himmlischen Urperipherie gehört zum Prinzip des Seelischen und das, was das Urzentrum betrifft, zum Geistigen. Beide Prinzipien bilden sich in den Kreaturen, als Person (geistiges Ich) und Natur (leibseelisches Ich) derselben ab.
In diesem Reich hat das im Kosmos waltende Gesetz des Entstehens, Bestehens und Vergehens, das durch die zwei kosmischen Strömungen in Verbindung mit den Zeitverhältnissen hervorgerufen wird, keine Gewalt. Das Archäum und die Archetypen werden durch die Allmacht, Erhabenheit und Ewigkeit Gottes mittelbar beherrscht, da sie diese Eigenschaften abbilden[25].
Das „Mysterium Magnum“ des Himmelreiches klingt im Archäum nach als das größte Geheimnis vom Reich der reinen Natur, und die All-Einheit verwandelt sich in die Fülle. Diese Fülle des Archäums ist wie eine lebendige, geistige und bewusste Willenseinheit zu betrachten. Als solche ist sie unermesslich erhaben über leblose, mechanische Formeinheit und instinktive, organische Lebenseinheit, welche im Kosmos auftreten. Deshalb ist das Archäum frei von Hauptgegensätzen (Antinomien) des kosmischen Dualismus. Das Archäum ist auch das Reich der Archetypen (= Urbilder), Form und Wesen sind nicht voneinander zu trennen und jede äußere Gestalt wird zum Angesicht.
Die geistige Einheit und Fülle des Archäums bildete in der alt-hermetischen Esoterik die Lehre von der himmlischen Isis[26] (Isis Coelestis), der Göttin und Mutter der reinen Natur des Ur-Kosmos. Diese Lehre war die Verbindung zwischen den großen Osiris[27]-Mysterien (Mysterium Magnum) und den kleinen Isis-Mysterien (Arcana Mundi), in welchen Isis als die Mondgöttin verehrt wurde. In diesem Unterschied liegt das Geheimnis der Schleier der Isis Coelestis, denn kein „Sterblicher“ (im Kosmos Lebender, der nicht erweckt[28] ist) kann die Anschauung der reinen Archetypen des Archäums erreichen, ohne selbst verklärt zu sein[29].
Durch das Archäum führt der Weg zum Himmel. Mit diesem Aspekt des Archäums ist das alt-hermetische Symbol der Isis-Barke[30] oder der „Barke der Millionen Jahre“ verbunden, die zur ewigen Himmelsstadt führt[31]. SOLARA schildert, wie sie innerhalb des sternenübersäten Raumes sich in einer solchen Himmelsbarke wiedergefunden hat als Trost, um ihr leidendes Wesen zu beruhigen. Sie beschreibt dieses lange, schmale Himmelsboot mit einem anmutigen Bug und Heck gerundet, elegant und golden funkelnd und schimmernd gleich einem Sternenhaufen[32].
Wenn in vorchristlichen Zeiten über den Himmel gesprochen wurde, ist sehr oft das Archäum damit gemeint gewesen, und nur in den heiligen Mysterienstätten war die wahre himmlische Weisheit bewahrt geblieben. Erst nach der Himmelfahrt von >Jesus, dem Christus Gottes< ist für die im Kosmos lebende Menschheit der Weg wieder eröffnet worden, der wie eine leuchtende Bahn in vertikaler Richtung in das Reich des wahren urbildlichen Himmels hineinführt. (Zum spirituellen Weg im Unterschied zum psychischen Weg siehe Darlegungen gegen Ende des Kapitels >Seelenwachstum<.)
In dieser Verwechslung des Archäums mit dem Himmelreich wurzelt auch aller Polytheismus[33], alle Vergöttlichung der Natur und des „Ewig-Weiblichen“[34] als höchstem Prinzip, die sich bis in die nachchristlichen Zeiten hinein zeigt[35]. (Zu dem Thema der „heiligen“ Mutterschaft siehe auch Darlegungen im Kapitel >Eifersucht<.)
Ende des Kapitels Nr. 9. >Supramentale Wesen<.
[3] Ananda: Im Sanskrit gibt es die Bezeichnung „Ananda“ auch als Vorname. So hieß der Lieblingsjünger des Gautama Buddha „Ananda“. Und dieser Name kam auch bei mir in einem Traum vom 07.10.1995 vor, der im Kapitel >Ashram< geschildert ist.
[20] Die „wahre“ Himmlische Lichtjungfrau ist im Prinzip identisch mit dem Heiligen Geist (und auch = der Urmutter; nicht jedoch ist sie identisch mit der niedriger stehenden All-Mutter). Jedoch konnte sich bis einschließlich der Zeit der Ägyptischen Mysterien das Wesen der Himmlischen Lichtjungfrau noch nicht auf solche Weise offenbaren, wie dies in den christlichen Mysterien des Heiligen Gral geschah. Erst mit der Zweiten Schöpfung vereinte sich das Wesen des Heiligen Geistes mit dem der Lichtjungfrau, als sich das Angesicht des SOHNES aus der Trinität (= dem Christus) der Schöpfung zugewandt hatte; dann erst, als Folge davon, lebte der Gottessohn als Mensch auf Erden (siehe >Jesus, der Christus Gottes<) und es erhielt das Wesen der Lichtjungfrau ihr Abbild auf Erden in der Jungfrau Mutter Maria, die den Gott-Menschen Christus geboren hat (INTERMEDIARIUS/Bd.I/S.156f.).
Die Himmlische Lichtjungfrau (= himmlische All-Seele) ist als strahlende Peripherie der Himmelsrose (= des Himmelreiches als Urperipherie des göttlichen Geistes) das Auge Gottes (INTERMEDIARIUS/Bd.IV/S.115). In ihr ist alles seelische Leben beschlossen, insoweit dieses das höhere überkosmische Seelenleben (also die himmlische Seele des Menschen) betrifft, von welchem die an den Kosmos gebundene niedere Seelenkraft nur das Zerrbild darstellt. – In Bezug auf die Urmutter siehe auch Darlegungen im Kapitel >Avatarin<.