Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (80)

Esoterische Studien einer Autobiographie

14. Ursprungsfamilie, Teil H



Bereits mit 1 ½ Jahren erlebte ich ein gewisses Trauma. Man hatte mich von der Landwirtschaft weg zu meiner Großmutter nach Berlin gebracht (dies war also die erste größere Trennung von meiner Mutter), wo meine Großmutter während der Mittagszeit das Essen für meinen Großvater kochte. Dieser arbeitete nämlich auf demselben Grundstück in der Fabrik und war dort gleichzeitig der Hausmeister. Deshalb durften meine Großeltern dort wohnen.


Während meine Großmutter das Essen kochte, hatte sie mich mit einer milchgefüllten sogenannten „Nuckelflasche“ aus Glas auf einem Sessel abgesetzt und kümmerte sich naturgemäß dann vorerst nicht um mich. Dabei war meine Großmutter zu mir prinzipiell sehr liebevoll, ja man konnte sagen, dass sie mich auf jeden Fall liebte, was man auf Fotos erkennen kann.


Mir wurde nun jedoch trotz der Nuckelflasche die Zeit zu lang. Ich saß mit meinen kurzen Beinchen auf diesem Sessel und wollte hinunter, wusste aber anscheinend nicht, wie ich das anstellen sollte. Der Drang war jedoch so groß, dass ich mich ungeschickterweise nach vorn fallen ließ und dabei genau mit meiner Augenpartie auf die Glasflasche fiel, die durch den Sturz gleichzeitig zerbrach.


Ich blutete wohl wie ein „abgestochenes Schwein“ (kein schöner, aber treffender Ausdruck), wurde mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht und operiert. Nur durch den natürlichen Reflex, das Augenlied zu schließen, ist jedoch meinem Auge nichts passiert. Allerdings trage ich seitdem mein ganzes Leben lang eine für eine Frau durchaus ungewöhnliche Narbe unter meinem einen Auge.


Meine Großmutter hat sich diesen Vorfall wohl nie verziehen, und meine Mutter hat ihr deswegen noch mehr Hass als sowieso schon entgegengebracht. Ich selbst habe meiner Großmutter gegenüber jedoch niemals Vorwürfe empfunden und habe dies ihr auch noch im Jahre 2008 in die geistige Welt vermittelt, was mir durch positive Träume mit ihr vergolten wurde.


Bei Männern sieht man öfter einmal Narben, insbesondere bei denen, die in einer Studentenverbindung gekämpft haben und irgendwelche „Schmisse“ davongetragen haben oder Narben durch schwere Akne. Unter den tausenden von Frauen, die mir jemals begegnet sind, habe ich nicht auch nur ein einziges Mal eine Frau mit einer ähnlichen Narbe im Gesicht gesehen wie die meinige.


Trotzdem war und ist die Narbe glücklicherweise nicht entstellend und niemals hat sich ein Mann davon abgeschreckt gefühlt, wobei ich allerdings seit meinem 17. Lebensjahr Make-up benutze.

Am 05. Oktober 2004 hatte ich während des Schlafes die Vision von mir selbst, als ob an der Stelle, wo meine Narbe im Gesicht ist, eine große weiße Mullbinde aufgeklebt war.


Ansonsten besitze ich noch mehrere Narben an meinem Körper, mit denen jeweils eine weitere Geschichte verbunden ist. Eine Narbe befindet sich da, wo man sich die Pulsader aufschneidet, was ich bereits als relativ kleines Kind (zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr) mit einer Rasierklinge meines Großvaters versucht habe. Dieser hat mich wohl auch noch rechtzeitig entdeckt, so dass ich auch hier wieder gerettet werden konnte.


Ob ich mir instinktiv das Leben wollte (Gründe gab es ganz sicher genug für mich!), oder ob ich einfach die Ader pochen sah und dies einen Impuls bei mir ausgelöst hat, weiß ich nicht mehr. Leider habe ich vergessen, dies zu eruieren1 und nun lebt kein Mensch mehr, der dies noch wüsste.


Eine weitere Narbe ist an der Außenseite meines linken Ellenbogens. Sie stammt daher, dass mein Vater aus seiner sonntäglichen Wut auf meine Mutter in einem Streit eine Zimmertür mit Gewalt zuknallte, dadurch die dort als Oberlicht befindliche Glasscheibe heraussprang und tragischerweise ein Splitter in meinen linken Ellenbogen eindrang. Ich blutete ein zweites Mal extrem stark. Zufällig wohnte im Nebenhaus ein Arzt, zu dem man mich schnell hinbrachte und er mich in seiner Wohnung behandelte. Seine Praxis war eigentlich in einer anderen Straße.


Mein Vater wird sich diesen Vorfall nie verziehen haben, hat dies aber verdrängt und umgewandelt in eine Abneigung gegen mich, so wie auch meine Mutter wohl grundsätzlich ihre Schuldgefühle verdrängt und in ständige Feindschaft gegen mich umgewandelt hat.


Ich kann mich allerdings trösten damit, dass Narben2 ein Merkmal des Eingeweihten sein sollen, der in harten durchkämpften Schlachten als Krieger Gottes Blessuren erlitten hat, letztlich aber Sieger geworden ist3. So bin ich vermutlich schon als Kind auf mein (noch folgendes) schreckliches Leben vorbereitet worden.


Als ich 1 ¾ Jahre alt war, kam meine Mutter für 10 Wochen lang ins Krankenhaus, weil bei ihr Tuberkulose festgestellt worden war. Während dieser Zeit steckte man mich in einen Kindergarten, wo ich mich jedoch so konfus4 verhielt, dass man mich aus dem Kindergarten auswies und sich dann wieder meine Großmutter um mich kümmern musste.


Ich weiß z.B. noch, dass ich (versehentlich) eine Blumenvase mit Wasser umkippte, die dann auf ein Daunenbett fiel. Dies tat ich aber nicht aus Böswilligkeit, sondern weil ich einer Dekompensation5 nahe war. Ich war damals m.E. total gemütskrank vor Heimweh und weil ich nicht verstand, weshalb meine Mutter schon wieder nicht da war.


Als sie dann wieder aus dem Krankenhaus nach Hause kam, durfte meine Mutter sich uns Kindern (meiner Schwester und mir) nicht nähern, weil irgendwie ihre Tuberkulose nicht ausgeheilt war. Natürlich erklärte mir das niemand oder versuchte, mir die Gründe zu vermitteln. Wie soll ein kleines Kind verstehen, dass die Mutter einen abweisen muss, wenn man sich ihr nähert? Und so wie ich die ganze Wesensart meiner Mutter kenne, hat sie alles 100 %-ig falsch gemacht (siehe im Kapitel Nr. 13 >Aurisches Wesen<).


Meine Schwester war damals erst ¼ Jahr alt und hat das alles nicht vergleichbar mitbekommen. Ich soll meine kleine Schwester übrigens, so wie sie in dem Kinderwagen lag, immer als „meine Püppi“ (von Puppe) bezeichnet haben, was ich doch recht rührend finde und für ein liebevolles Verhältnis spricht, was ich zu ihr von Kindheit an hatte, auch wenn wir uns später manchmal gestritten haben.


Erst im November 2014 las ich dann eine noch rührendere Geschichte von einem vierjährigen Mädchen, das einen kleinen Bruder bekommen hatte. Diese Geschichte stammt von DAN MILLMAN, trägt den Titel „Sachi“ und ist in dem Heft >Geistiges Leben<6 übernommen worden aus einem anderen Buch7.


Die Geschichte beginnt: „Bald nachdem ihr Bruder geboren war, begann die kleine Sachi ihre Eltern zu bitten, sie mit dem Neugeborenen allein zu lassen.“ Jedoch befürchteten die Eltern, dass Sachi (wie die meisten Vierjährigen) eifersüchtig sein könne und ihren Bruder schlagen oder schütteln wolle und so erlaubten sie dies nicht. Da Sachi jedoch das Baby immer mit Freundlichkeit behandelte, gaben sie schließlich ihrer Bitte doch nach.


Sachi ging also allein in das Zimmer ihres kleinen Bruders, ließ aber die Tür einen Spalt breit offen, damit die neugierigen Eltern sie beobachten konnten. So sahen die Eltern, wie die kleine Sachi auf den neugeborenen Jungen zuging, ihr Gesicht an seines legte und ruhig sagte: „Baby, sag mir, wie sich Gott anfühlt. Ich fange an zu vergessen“.


Mit 2 ½ Jahren war ich wegen einer m.E. „lächerlichen“ Erkrankung (Blasenentzündung) das erste Mal in einem Kinderkrankenhaus. Dies ist von mir hier missverständlich formuliert. Eine Blasenentzündung ist etwas ganz Entsetzliches und kann einen zum Wahnsinn treiben. Was ich mit „lächerlich“ meine, ist, dass ich deswegen ins Krankenhaus gekommen bin, was für mich eben ganz furchtbar war wegen der Trennung von meiner Mutter usw.; denn als Kind habe ich extrem an meiner Mutter gehangen bzw. habe mich überhaupt nur zu Hause wohlgefühlt.


Freundlicherweise hat man mich dann mit 2 ¾ Jahren gleich anschließend in ein Kinderheim geschickt, welches in Berlin war. Es existiert ein Foto, wo meine Eltern am Zaun dieses Kinderheims stehen und beobachten, wie ich innerhalb des Kinderheim-Geländes spiele. Immer, wenn mir dieses Foto gezeigt wurde, dachte ich, ich komme wirklich von einem anderen Stern. Ich bin vor Heimweh zu meinen Eltern als Kind fast gestorben und diese Menschen haben mich dort begafft, als wäre ich ein Tier im Zoo.


Solche Kinderheimaufenthalte sollten einer gewissen „Erholung“ dienen. Man fragt sich, „Erholung von was“ eigentlich? Mich hat man immer nur kränker durch solche Sachen gemacht, von denen ich ähnliche noch mehrmals in meiner Kindheit erleben durfte, die ich hier jedoch nicht schildern werde, weil sie ab meinem sechsten Lebensjahr lagen und alles den Umfang sprengen würde.


Nicht lange Zeit danach, als ich drei Jahre alt war, ist meine Mutter wegen fortgesetzter Krankheitszustände für drei Monate zu einer Kur gewesen. Mit genau vier Jahren kam ich selbst dann wiederum für circa zwei Monate zur Beobachtung ins Krankenhaus, weil ein bestimmter Krankheitsverdacht bestand, der eine Art Quarantäne8 erforderte.


Daran erinnere ich mich selbst noch ziemlich genau. Ich wurde in ein winziges Zimmer gesperrt. Es war alles total weiß. In der Tür war eine viereckige Luke von vielleicht 30 x 30 cm. Von dort aus beobachtete man (das Krankenhaus-Personal und auch meine Eltern) mich dann. Wie mein seelischer Zustand dort gewesen sein muss, kann man nur erahnen.


Jedenfalls ich selbst brauche mich eigentlich nicht über meine eklatanten >Schlafstörungen< (siehe Kap. Nr. 18) zu wundern, denen ich wiederum bis heute mit einem auch in der Nacht brennenden Lämpchen begegnen muss. Selbst, als ich zweimal über viele Jahre hinweg in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft lebte, musste immer eine gewisse Helligkeit herrschen, indem z.B. die Tür zum Korridor offenblieb, wo dann ein Licht brannte. Glücklicherweise hatte meine „große Liebe“ (siehe Kapitel Nr. 37 >Eifersucht<) damals Verständnis dafür, was ich schon im Kap. 13-D >Aurisches Wesen< zu meinen verschiedenen Krankheitssymptomen geschildert habe.


Fortsetzung folgt in Teil „i“ zum Kapitel Nr. 14 >Ursprungsfamilie<.


1 eruieren: FN bei 31-B >Signalton<.

2 Narben: siehe auch Text im Kapitel 24-J >Ashram< zum Traum vom 21.12.2000/Steiner.

3 In Anlehnung an Darlegungen des TIBETER/Initiation/S.117

4 konfus: verwirrt, verworren, wirr (im Kopf), durcheinander (D/F/S.390).

5 Dekompensation: FN im >Vorspann< (Teil B).

6 Geistiges Leben (Zeitschrift), Ausgabe 4/2014; S.58

7 Die Geschichte „Sachi“ von DAN MILLMAN soll in dem Buch >Hühnersuppe für die Seele< aus dem Goldmann Verlag entnommen sein.

8 Quarantäne: räumliche Absonderung, Isolierung Ansteckungsverdächtiger gegen Ausbreitung oder Verschleppung von Seuchen (D/F/S.608).