Kim Carrey:

Sternenschnee (81)

Esoterische Studien einer Autobiographie

14. Ursprungsfamilie, Teil „i“

 

 

Als ich nun mit vier Jahren im Krankenhaus in diesem Isolierraum war, wurde ich nach einiger Zeit in eine andere, etwas freundlichere Räumlichkeit verlegt, auch wieder ganz allein. Dort existierte jedoch glücklicherweise eine ganze Glasfront, wo ich auf den Gang hinausschauen konnte. Allerdings war das Glas nicht völlig durchsichtig, so dass ich nur Schatten und Lichter erkennen konnte. Aber gerade wenn es abends dunkel wurde, herrschte dort irgendein grünlich-türkisartiges Licht, welches ich liebte, und ich habe seitdem eine positive Manie (Leidenschaft) bezüglich solcher Lichter. - Mit 4 ½ Jahren schickte man mich für mehrere Wochen zu unseren Verwandten aufs Land. Als ich fünf Jahre alt war, war meine Mutter wegen Gelbsucht 10 Wochen lang im Krankenhaus.

Wir wohnten zu der Zeit in einer total feuchten Kellerwohnung und als meine Mutter wieder zu Hause war, bekam sie immer einmal einen Erstickungsanfall, was wir als Kinder miterlebten und dies ein schreckliches Geschehen war, weil wir jedes Mal Angst hatten, dass unsere Mutter stirbt.

 

Wenn ich all die zahllosen Trennungen, die ich von meiner Mutter (mein Vater war für mich immer sekundär) als kleines Kind erleben musste - das ewige Hin und Her - selbst betrachte, schwanke ich zwischen schweren Aggressionen und einem heulenden Elend. Ich selbst hatte immer schweres Heimweh, schwere Sehnsucht nach meiner Mutter, weil ich ein Gemütsmensch bin. Dem hat man niemals auch nur annähernd Rechnung getragen. Ich glaube, man hat mich niemals gefragt, was ich wollte bzw. es dürfte kein Geheimnis gewesen sein, dass ich immer zu Hause bleiben wollte und man hat mich rücksichtslos gegen mein Empfinden weggeschickt.

Als ich mit vier Jahren ins Krankenhaus musste, erinnere ich mich noch, dass ich bereits in der Eingangshalle ein so schreckliches Theater (Wein- und Schreikrämpfe) veranstaltet habe, dass wohl mehrere Personen mich festhalten und wegschleppen mussten. Dies war das Krankenhaus, wo man mich in ein abgeschlossenes Zimmer sperrte.

 

Ich habe eine Freundin, die hat ihre Mutter schon sehr früh in der Kindheit verloren (auch ihren Vater) und ist im Heim aufgewachsen. Dieser geht es hundertmal besser als mir und ich gestehe, ich wünschte, meine Mutter wäre nach der ersten Trennung niemals wiedergekommen, was man gemäß der Darlegungen im Kapitel >Aurisches Wesen< erst recht verstehen wird. Was muss in der Seele eines Kindes vorgehen, das so etwas alles erlebt – und damit meine ich nicht nur mich, sondern alle Kinder, die ähnliches erleben. Es gibt ganz sicher viele Kinder, welche wesentlich schlimmere Ding erfahren haben, manche sind aber vielleicht (und hoffentlich?) auch weniger sensibel als ich dies war.

 

Im übrigen habe ich erst nach den vorstehenden Schilderungen in dem Buch >Der Lichtnahrungsprozess<[1] die Selbsterfahrungserlebnisse von SILVIA SCHÄFER gelesen, die ähnliche Kindheitserlebnisse hatte wie ich und die generell geistige Aspekte schildert, die mir selbst sehr vertraut sind. Es ist eben so, wie ich dies in Anlehnung an ALICE MILLER im Kapitel >Baby< angesprochen habe, dass Erziehung häufig die „Verfolgung des lebendigen Gottes im Menschen“ ist. Ich kann mich selbst an meine ganzen Empfindungen erschütternder (oder glücklicherweise?) Weise nicht mehr (direkt, aber doch sekundär) erinnern, sondern nur schlussfolgernd erahnen, was dies alles bewirkt hat. Vermutlich kann man wirklich sagen, dass so etwas alles schon Vorbereitungen für die >Nachfolge Christi< darstellen, die dann ein solcher Mensch im Erwachsenenalter mit vollem Bewusstsein nachvollziehen soll.

 

Ehrlicherweise (ich könnte dies auch noch anders analysieren, aber dies würde den Rahmen sprengen) hat meine Mutter mir gestanden, dass sie mich nach der Konzeption[2] anfänglich nicht gewollt hat, weil die Zeugung vor der offiziellen Eheschließung gewesen ist. So etwas war damals alles eine Katastrophe, obwohl ich glaube, dass ich überhaupt niemanden kenne, der nicht vor der Ehe gezeugt worden ist (man beachte den leicht ironischen Humor). Mein Vater war jedoch sofort bereit, meine Mutter zu heiraten – nur sie zögerte vorerst. Hintergrund waren schwierige Verhältnisse auf der Landwirtschaft meines Vaters, wo man meine Mutter nicht als die Frau meines Vaters wollte. Es existierte dort ein Onkel meines Vaters, welcher meinen Vater mit einer Frau verheiraten wollte, mit der er selbst ein Verhältnis hatte (natürlich neben seiner regulären Ehefrau). Dieser Faktor ist doch schon fast romanreif!

 

Viele weitere romanreife Aspekte, von denen es mindestens einen in kaum einer weiteren Familie geben wird[3], sind mir erst noch nachträglich bewusst geworden, als ich nach vielen Jahren am 13. Mai 2009 erneut in dem Buch von BERT HELLINGER >Ordnungen der Liebe<[4] las. Obwohl ich mich nicht mehr primär für psychologische Darlegungen interessiere, so bin ich auf geistige Weise nicht nur auf dieses Buch aufmerksam gemacht worden, sondern es wurde fast wie eine Art Zwang auf mich ausgeübt, dass ich dieses Buch erneut aus meinem Bücherregal nehmen musste. Als ich dann Verschiedenes las, wurde mir noch einmal auf neue Weise mein unglaubliches geheimes Elend bewusst. Obwohl die Darlegungen zunächst nur psychologisch erscheinen, so haben sie doch eine geistige Dimension durch die systemischen Gesetzmäßigkeiten, die von dem genialen Psychotherapeuten BERT HELLINGER aufgedeckt worden sind.

 

Alles, was ich von mir hier in diesem Kapitel angesprochen habe, stellt in Wahrheit nur einen sehr kleinen Prozentsatz von weiteren Aspekten dar, die mir durch das Buch >Ordnungen der Liebe< nachträglich bewusst geworden sind. Ich habe des weiteren erkannt, dass ich als letzte engere Überlebende meiner Familie ein unglaublich komplexes System von massiven Negativitäten zu tragen und aufzulösen habe, an dem ich eventuell auch zugrunde gehen werde, obwohl ich mit Gottes Gnade versuchen will, dass ich doch noch von diesen ganzen karmischen Verstrickungen erlöst werden kann (siehe Kapitel >Hoffnung<). Ein bestimmter Aspekt ist auch bereits zum Schluss des Kapitels >Aurisches Wesen< im Zusammenhang mit meiner Mutter dargelegt.

 

Ende September 2009 fand ich eine neue Freundin namens Olivia, nachdem ich schon jahrelang fast alle >Freundschaften< (auch durch eigene Schuldanteile) verloren hatte. Als wir uns am 21.10.2009 zum dritten Mal trafen und recht schöne Gesprächssequenzen hatten, wurde ich daran erinnert, dass ich als Kind Probleme hatte, anderen Menschen in die Augen zu sehen. Ich wies überhaupt alle möglichen psychopathischen Symptome auf, wie z.B., dass ich praktisch ständig im Kontakt mit Menschen errötete. Ich konnte keine Tasse zum Mund führen, ohne dass mein Kopf wackelte oder meine Hand überhaupt so zitterte, dass ich die Tasse sowieso nur mit zwei Händen halten konnte oder überhaupt ganz auf das Trinken in Gesellschaft verzichtete. Und vieles andere mehr. Es war alles furchtbar belastend für mich. Eine Analyse darüber ist vorgenommen worden im Kapitel >Aurisches Wesen<.

Gleichzeitig verfügte ich über alle möglichen Fähigkeiten (war z.B. sehr sportlich; siehe Kapitel >Supramentale Wesen<) und nach der Pubertät entwickelte ich mich zu einer attraktiven, von Männern begehrten jungen Frau (siehe Kapitel >Vorspann<), was ich im Verhältnis zu den vorstehenden krankhaften Unsicherheitssymptomen unbedingt als Ausgleich erwähnen muss.

 

Als ich der Freundin Olivia erzählte, dass ich als Kind niemandem in die Augen schauen konnte, kam sie auf die Deutung, dass dies sein könnte, weil man in den Augen der Eltern Ablehnung gesehen hätte und daraus sich die Angst entwickelt hätte, dass sich dies in den Augen anderer Menschen wiederholen könnte. Dies leuchtete mir bei den Gefühlen meiner Eltern zu mir sofort ein. Die Ablehnung meiner Eltern war wohl z.T., dass sie ein unbegreifliches Befremden mir gegenüber hatten, u.z. muss man dazu wissen, dass ich eigentlich durchaus besonders schöne Augen habe, wie mir dies selbst von fremden Menschen später zurückgemeldet wurde, worüber ich manchmal völlig erstaunt war. Und auch der Arzt, der mich entbunden hat, soll meine Mutter auf meine Augen angesprochen haben, dass sie aussähen, „als ob ich vom Himmel käme“ oder so etwas Ähnliches. Dies hat mir meine Mutter erstaunlicherweise selbst einmal erzählt, worauf ich leider damals überhaupt nicht richtig eingehen konnte. Aber ich weiß auch intuitiv, dass mein Vater irgendeine eigenartige Angst oder Hemmung vor mir schon als Kind hatte.

 

Dies mit dem nicht in die Augen schauen können, hat sich dann im Erwachsenenalter sukzessive verändert durch die Zuneigung, die mir die verschiedensten Männer entgegengebracht haben, so dass ich ihnen doch viel zu verdanken habe (siehe im >Vorspann< und im Kapitel >Eifersucht< bzgl. dem Mann meiner „großen Liebe“, der mich überhaupt noch im späteren Erwachsenenalter von vielen Hemmungen befreit hat). - Zufällig hatte ich am Tag vor dem 21.10.2009 bei Kryon[5] (einer hohen geistigen Wesenheit, die von dem männlichen US-amerikanischen LEE CARROLL gechannelt wurde) gelesen, wie dieser einer Leserin die Angst nehmen wollte, dass ihr Partner sie nicht verlassen würde, indem KRYON zu ihr sagte: „Wir lieben dich unermesslich …, genauso, wie es deine menschlichen Eltern hätten tun sollen … und nicht getan haben. Spirit (der Heilige Geist) wird dich nicht verlassen“[6].

 

Ende des Kapitels Nr. 14 >Ursprungsfamilie<.

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