Kim Carrey:
Sternenschnee (109)
Esoterische Studien einer Autobiographie
19. Kreuzigung und Gehenkter, D
Das Tagebuch der polnischen Nonne MARIA KOWALSKA ist ein Zeugnis katholischer Mystik und Spiritualität des 20. Jahrhunderts von außergewöhnlichem Wert. Ihr Leben war ein fortwährender Prozess des Leidens, u.a. nahm sie auf mystische Weise an der Passion des Christus teil[1]. Sie erwähnt übrigens, dass die Engel die Menschen insbesondere wegen ihrer Leidensfähigkeit beneiden würden, sofern sie Neid kennen würden[2]. Sie litt an Tuberkulose und erlebte schwere Erstickungsanfälle[3].
>Jesus, der Christus Gottes< deklarierte ihre Liebe als reiner, denn diejenige der Engel, da sie für Ihn kämpfen würde. Ihretwegen segnete Er die Welt[4]. Demgegenüber gestand ihr der Satan, dass sie Gegenstand seines Hasses wäre, da sie von der Barmherzigkeit Gottes kündete, von der sich der Satan verfolgt fühlt und durch die er viele Seelen verliert[5].
Gegen Ende April 1997[6] hatte ich einen Traum, in dem mir (von jemand Unsichtbarem) zwei Skatkarten vorgelegt wurden. Als erstes eine Karte, auf welcher ein schwarzes Kreuz war, welches der König in der Hand wie ein Zepter hielt. Gleichzeitig war zur selben Zeit an einer Stelle auch das Pik-Zeichen vorhanden.
Dann wurde mir die zweite Karte vorgelegt, auf welcher nun plötzlich an der Stelle des schwarzen Kreuzes ein weißer Fleck war (ansonsten war es dieselbe Karte). Ich war sehr erstaunt und äußerte mich irgendwie rechtfertigend, dass ich aber von der Karte mit dem Kreuz ausgegangen war, also diese Karte gewählt hätte.
Hier sollen nun einzelne Aspekte gedeutet werden, obwohl sich mir der vollkommene Sinn des Traumes nicht erschlossen hat. Die Karte mit dem König erklärt sich recht eindeutig als die Symbolisierung von Gott-Vater, der über die erlittene Kreuzigung Seines Sohnes >Jesus, der Christus Gottes< alle Macht im Universum (einschließlich der Unterwelt) angetreten hat. Diese Karte zu wählen, würde also die >Nachfolge Christi< bedeuten. Das Kreuz als Zepter soll versprechen, dass dem Aspiranten Herrschaft und Macht im Sinne Christi (!) gegeben werden und es soll ein Symbol der höchsten Einweihung darstellen[7]. Dazu soll hier gleich erwähnt werden (ehe man sich falsche Vorstellungen oder Hoffnungen bildet), dass eben die Macht Christi vollständige weltliche Ohnmacht bedeutet, der ich real vielfältigst in meinem Leben ausgesetzt war und bin. Wiederum wird daraus einst geistige Macht resultieren.
Dass nun auf der zweiten Karte anstelle dieses Kreuzzepters ein weißer Fleck war, könnte im negativen Sinne ein Ausscheiden aus der >Nachfolge Christi< bedeuten.
Oder es könnte in einem positiven Sinne etwas ähnliches aussagen, wie dies im Kapitel >Seelenwachstum< dargelegt ist, wo ich am 13.3.1997 von einem riesigen Kreuz einen weißen Kreidestrich abwischte. Ob nun das „Verschwinden“ oder „Auslöschen“ des Kreuzes einem Abtragen des Kreuzes entsprechen könnte, dessen bin ich mir nicht sicher. Vielleicht bedeutet es auch etwas ganz anderes. Eine Möglichkeit wäre z.B., dass es mit einer Andeutung des „Nichts“[8] zu tun haben könnte, dem Nirvana[9].
Als ich diese Stelle in der Autobiographie Ende 2008 überarbeitete, wurde mir bewusst, dass der weiße Fleck tatsächlich etwas damit zu tun haben könnte, dass ich
a) ab Herbst 2008 um vollständigen karmischen Erlass gebeten habe,
b) seit Juni 2008 um völlige Befreiung in die fünfte Dimension (bzw. in das göttliche Lichtreich; siehe Kapitel >Hoffnung<) gebeten habe,
c) auch tatsächlich einmal im Sommer 2008 wegen Unerträglichkeit bei monatelanger >Tyrannei< durch meine böse Nachbarin Frau Brandel (siehe Kapitel >Gewaltlosigkeit<) um „Entlassung“ aus der >Nachfolge Christi< gebeten habe (dabei habe ich mich allerdings in keiner Weise an den Traum mit den Skatkarten erinnert gehabt), womit ich jedoch von meiner Seite aus keinen Abfall von >Jesus, dem Christus Gottes< gemeint hatte, sondern um eine Befreiung von den Qualen gebeten habe.
d) ab November 2008 zusätzlich um völlige Löschung einer jeglichen negativen Programmierung und um eine neue positive Programmierung in meiner Persönlichkeit und in meinem Leben gebeten habe, womit eine Befreiung von jeglicher retrograder Evolution[10] verbunden sein soll.
Über alle diese Faktoren existieren weitere Darlegungen und Erklärungen überwiegend im Kapitel >Hoffnung<.
Da nun auch an einer Stelle das Pik-Zeichen[11] vorhanden war, obwohl ich leider nicht mehr weiß, wo es plaziert war, soll dieses doch auch noch gedeutet werden. Zunächst: Das schwarze Pik-Zeichen stellt von der Erscheinungsform ein umgekehrtes Herz dar, welches nun zudem statt blutrot schwarz ist. Also eine Art zweifacher Negation des blutroten Herzens, wobei letzteres die Sonne des Mikrokosmos bedeuten soll, die Quelle des Lebens[12].
Von JAKOB BOEHME ist bei ROOB eine Deutung des umgekehrten[13] Herzens zitiert, wonach dieses Herz die „feurige Seele in ihrem naturhaften Urzustand“ darstellen soll. Diese naturhafte Seele befindet sich nun „in des Vaters Eigenschaft“, im Zornfeuer. Durch das Sakrament der Taufe jedoch wird im Namen Jehova der Name Jesu (siehe Kapitel >Jesus, der Christus Gottes<) eröffnet und die Seele empfängt das Liebefeuer des Sohnes: „Der Vater tauft mit Feuer, der Sohn mit Licht“. Sein himmlisches Blut verwandelt Zorn in Liebe. Der Mensch hat nun die Aufgabe, sich mit seiner Imagination völlig in den Opfertod Christi hinein zu begeben. „So grünet … ein wahrer Christ aus, welcher eine Rebe an Christi Weinstock ist“[14].
Zufällig stieß ich auch noch auf eine andere Deutung des Pik-Zeichens, welche der Zeile des mystischen Gedichtes von MABEL COLLINS[15] entlehnt ist, die sinngemäß lautet[16]:
„Eh` vor den Meistern kann die Seele stehen, muss ihres Herzens Blut die Füße netzen“[17].
STEINER gibt dazu die Deutung: Wer in sich stehen bleibt, kann den Meister nicht finden. Um selbst zum Sendboten der Welt zu werden, zu einem Organ, durch welches die Tiefen der Welträtsel sprechen können, muss der Schüler seiner Seele Leben (seines Herzens Blut) in die Welt ergießen. Seiner Seele Kraft muss er in sein Tun (in seine tätigen Füße) fließen lassen (das Herzblut muss die Füße netzen), auf dass sie ihn eilends dahin tragen, wo gewirkt werden soll[18]. Es handelt sich hier also nicht mehr um das blutrote Herz, sondern, wenn das Blut ausgelaufen ist, wird das Herz schwarz, und durch den Prozess des Auslaufens wird es unten dicker als oben, erhält also die umgekehrte Form, so lauten meine Schlussfolgerungen.
Im Kapitel >Flugträume< (wo in einem Traum vom 14.12.1996 ebenfalls Skatkarten eine Rolle spielten) existiert allerdings noch eine andere Deutung des Zeichens Pik im Zusammenhang mit Erklärungen generell zu Skatkarten, die als Abkömmlinge der Tarotkarten gelten. Danach bedeutet das Pik-Zeichen einfach „Macht“[19].
Nun möchte ich dieses Kapitel schließen mit noch einem Traum, den ich am 7. Mai 1997 gleich zu Beginn des Schlafes hatte: Ich befand mich irgendwo auf dem freien Land, eventuell wie auf einer Landstraße zwischen zwei Ortschaften. Da sagte jemand (Unsichtbares) zu mir, ich solle etwas warten (also stehen bleiben); denn es kämen in Kürze aus der einen Richtung Menschen an, die meine Hilfe gebrauchen könnten. Näheres wollte mir derjenige nicht sagen – ich würde es selbst in Kürze sehen.
Tatsächlich sah ich dann, wie erst einige, dann immer mehr Menschen die Landstraße entlangkamen bzw. sich schleppten; denn es fiel mir sofort auf, dass eigentlich alle krank waren. Auch kippten bereits fortgesetzt Menschen auf der Straße um und blieben liegen. Es stellte sich heraus, dass alle vor der Pest flüchteten, aber eben genauso fast alle schon verseucht waren.
Ich kam nun sofort in Berührung mit diesen Menschen, wie auch alle anderen. Es wurden immer mehr Leute und man konnte eigentlich nur aussichtslos hoffen, nicht angesteckt zu werden; denn über längere Zeit konnte ich tatsächlich vielen Menschen helfen, indem ich die Kranken pflegte und versorgte. So schien es fast, als ob ich mich nicht infiziert hätte.
Dann aber plötzlich war ich doch auch erkrankt, wobei der Krankheitsverlauf ganz schnell vor sich ging. Dies war ein merkwürdiger Prozess für mich: Binnen kurzer Zeit hatte ich mich eben doch auch angesteckt und es ergriff mich ein ganz eigenartiges Lebensgefühl in dem Bewusstsein, nun in Kürze sterben zu müssen. Und ich starb dann einfach tatsächlich! Es war alles ganz eigenartig: Ich war plötzlich wie in Luft aufgelöst. Ich verblich wie ein Windhauch! Dabei war selbst dieses Sterben so, dass ich es gleichzeitig wie von außerhalb beobachtete.
Ich wachte unmittelbar nach dem Traum auf und hatte das Gefühl, als ob dies eine Szene aus einer anderen Inkarnation gewesen wäre – als ob das tatsächlich einmal so abgelaufen wäre. Jedenfalls war ich damals auch eine Frau.
Dass es sich um eine frühere und nicht vielleicht um eine zukünftige Inkarnation gehandelt haben könnte, schlussfolgere ich aus dem, dass der Traum zu Beginn der Nacht auftrat. Zukunftweisende Träume sollen sich nämlich eher gegen Ende des Schlafes einstellen. Woher ich diese Information habe, weiß ich nicht mehr.
Worin nun eigentlich die Hilfe bestanden haben soll, die ich den Menschen leisten sollte – und wer mir dazu überhaupt den sibyllinisch[20] anmutenden Auftrag erteilt hatte, der mich geradewegs in den Tod beförderte, das weiß ich leider überhaupt nicht.
Eventuell diente das Geschehen ausschließlich einer Art Selbstaufopferung als höchster Selbstverleugnung, wie dies bei WEINFURTER ausgesagt ist[21]; und wäre insofern auch eine Art (mystischer) Tod. Wäre ich wiederum nicht stehen geblieben (wie mir aufgetragen worden war), wäre ich eventuell gar nicht infiziert worden.
Als ich vorstehenden Traum Ende 2008 überarbeitete, wurde mir plötzlich bewusst, dass es sich um gar kein gegenständliches Geschehen gehandelt haben könnte, sondern um den symbolisch zu übertragenden Ablauf des gesamten menschlichen Daseins. Konkreter: Es könnte das grundsätzliche Schicksal eines Lichtarbeiters (hier in meiner Person; siehe Kapitel >Ursprungsfamilie<) dargestellt worden sein, der die Aufgabe hat, durch seine irdische Inkarnation mitzuwirken an der Erlösung der Menschheit, die der grundsätzlichen Erkrankung des Sündenfalls[22] unterliegt.
Bei dieser Mission kommt nun jeder Lichtarbeiter zwangsläufig in einen solchen weltlichen Kontakt, dass er eben selbst auch fast jegliches Bewusstsein über die göttliche Herkunft verliert, also auch von all den weltlichen (und materiellen) Faktoren infiziert wird. Was nun wiederum das reale Sterben in dem Traum im übertragenen Sinne bedeuten könnte, weiß ich allerdings nicht, da es mir ja real in diesem Leben doch noch gelungen ist, zu einem geistigen Bewusstsein zu erwachen. Und meine Hilfe für die Menschen könnte eben in der Abfassung dieser Autobiographie und anderer literarischer Arbeiten bestehen.
So wird denn auch bei HURTAK denjenigen Gläubigen, die Tag und Nacht arbeiten, um das Reich Gottes zu bauen, zweierlei verheißen:
a) einmal, dass diese rechtschaffenen Lichtarbeiter „öffentliche Kreuzigung“ werden erdulden müssen, weil sie das Wort Gottes brachten, und
b) dass ein solcher Diener, der bereit ist, seinen Körper am Kreuz von Raum und Zeit zu opfern, durch die Herrlichkeit und Macht des Heiligen Geistes Shekinah im Augenblick der Erlösung geehrt werden wird[23].
Ende des Kapitels Nr. 19 >Kreuzigung und Gehenkter<.
□□□
[11] Pik-Zeichen: siehe Text hier im Kapitel (>Kreuzigung und Gehenkter<
und Text bei >Flugträume< zum Traum vom 14.12.1996.
[13] Allerdings ist das dort bei ROOB (S.527) gemeinte (und abgebildete) umgekehrte Herz nicht schwarz, sondern wohl auch rot, wobei man dies aus der Zeichnung nur zu 95 % so schlussfolgern kann, da alles im schwarz-weiß-Druck ist (Anm.d.Verf.).