Sternenschnee

Kim Carrey:

Sternenschnee (126)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Flugträume (22.B) GläsernesMeer



Das, was mich dann sehr berührt hat, war STEVE RICHARDS Schilderung (in seinem Buch >Die Kunst des Levitierens), wie er erkennen musste, dass er in seinem letzten Leben in einem von Hitlers Konzentrationslagern vergast wurde1. Und an einer anderen Stelle ergänzt er, dass er eben in dieser letzten Inkarnation ein europäischer Jude gewesen war. Er erwähnt dann noch zwei weitere frühere Inkarnationen, nämlich wie er in der Gewalt der spanischen Inquisition sterben musste. In einem anderen Leben war er ein wohlhabender, aber weltfremder japanischer Kaufmann2.


Speziell dieses Sterben im Konzentrationslager (und auch durch die Inquisition) hat bei mir zwei Assoziationen ausgelöst:

a) Einmal das Phänomen, dass eigentlich (fast) alle diejenigen Menschen, die spirituelle Meisterschaft erreicht haben und die auch in der Esoterik-Szene bekannt sind, in früheren Inkarnationen Grausamkeiten erlebt haben oder durch solche gestorben sind. Ich habe dies verschiedentlich auch hier in der Autobiographie von einigen Personen erwähnt, kann diese jetzt jedoch nicht extra noch einmal benennen.


b) Zum anderen hat es mich daran erinnert, dass ich selbst eine Erkenntnis über mein (vor)letztes Leben schon mit 25 Jahren erhalten habe, wo ich noch keinerlei Wissen von spirituellen Dingen hatte. Es ist mir dies in zwei verschiedenen Träumen schon damals deutlich gemacht worden, und ich habe es bis zum 21.02.2015 (wo ich diese Aussage hier geschrieben habe) noch nie irgendwo erwähnt.


Es hat nun eine Parallele zu STEVE RICHARDS insofern, als mir offenbart worden war, dass ich einmal „Ruth Shultz“ hieß (die Schreibweise war genau so, also vermutlich ein jüdischer Name) und dass ich ebenfalls gewaltsam umgebracht worden war, u.z. dass ich verbrannt worden bin. (In dieser jetzigen Inkarnation bin ich übrigens jedoch nicht jüdischer Abstammung.)


Vielleicht begründet sich in dieser (vor)letzten Inkarnation meine sekundäre Traumatisierung, die mir dann (sozusagen zum 2. Mal) mittelbar durch meinen früheren Schullehrer zugefügt worden ist, insofern dieser Lehrer uns Kinder bzw. Heranwachsende (als wir erst 14 Jahre alt waren) permanent mit dem Holocaust konfrontiert hat, was ich im Kapitel 49-B >Grausamkeiten< dargelegt habe. Auch kann ich generell keinerlei >Grausamkeiten< durch irgendwelche Schilderungen geschweige denn Filmaufnahmen ertragen, obwohl ich selbst über >Grausamkeiten< hier in dieser Autobiographie schreiben musste.


Das Buch von STEVE RICHARDS trägt als Untertitel den Hinweis „Handbuch zur Überwindung der Schwerkraft“, wobei es tatsächlich so manche Übungen gibt, nach denen der Leser aus eigener Kraft vollständig levitieren lernen könnte. Ich betone: „könnte“; denn um diese Übungen mit entsprechender Stringenz so durchführen zu können, dass jemand dann wirklich levitieren kann, dazu bedarf es schon sehr viel.


Obwohl sich RICHARDS nicht zentral auf Maharishi Mahesh Yogi3 bezieht, der die Levitation in der ganzen westlichen Welt bekannt gemacht hat und wohl Tausende seiner Schüler die Anfangsstadien des Levitierens gelernt haben, erwähnt er ihn jedoch. RICHARDS scheint jedoch das Levitieren und die weiteren Siddhis auf andere Weise als durch den Maharishi Mahesh Yogi gelernt zu haben.


Nun komme ich zu dem angekündigten Traum von 1993. Konkret war es am 23.01.1993, wo ich im Traum zuerst Zuschauerin und später Teilnehmerin in einer Art Flugverein war. Das Geschehen spielte sich ab auf einem größeren Stück Land – vielleicht 10.000 qm groß. Es war freies Feld mit Rasen (kurzgeschorene Wiese) o.s.ä. An der einen schmaleren Seite ging es zum Meer, an der anderen schmaleren Seite waren die Vereinsleute mit den für kleinere Vereinen typischen Holzbaracken. Es war so etwas ähnliches wie ein Flugwettbewerb, u.z. ging es darum, wie weit oder hoch jeder Mensch ohne jegliches Hilfsmittel fliegen könnte.


Ich wurde dort aufgenommen und man brachte mir die Minimalbedingungen zum Fliegen bei, weil ich es (in diesem Traum) noch nie getan hatte (in früheren Träumen bin ich jedoch schon geflogen, davon wusste ich aber in diesem Traum nichts). Die Technik war, dass man einen bestimmten Anlauf nehmen musste, dann musste man abspringen (hochspringen) und dann musste einen die Luft ergreifen und tragen.


Bei meinem ersten Versuch verhielt ich mich entsprechend, wie man es mir beigebracht hatte. Tatsächlich hob ich vom Boden ab und flog in einer Höhe von vielleicht 10 bis 20 Metern bis hin zum Strand des Meeresanfanges. Dort stoppte ich in der Luft, weil ich Angst vor dem Wasser hatte und wusste nicht recht, wie ich mich weiter verhalten sollte. Da riefen mir von unten die Vereinsleute den Rat zu (mithilfe eines Megaphons4, weil es doch eine gewisse Entfernung war), ich solle weiter in die Höhe steigen.


Das tat ich dann auch, u.z. höher, immer höher, so dass man mir dann erneut von unten zurief, ich solle aufhören damit: das sei zu hoch. Rein physikalisch hätte man sich mit mir wegen der Höhe vielleicht nicht mehr verständigen können, aber im Traum hörte ich die Leute. Ich hatte tatsächlich eine unglaubliche Höhe erreicht gehabt (hunderte von Metern hoch) und wäre wahrscheinlich noch höher gekommen.


Ich senkte dann meine Flughöhe wieder sukzessive, und als ich unten ankam, verhielten sich die Menschen alle ganz merkwürdig: Ich dachte, sie würden sich alle mit mir freuen, wie gut mir das Fliegen gleich beim ersten Mal gelungen sei – aber sie waren alle überhaupt nicht freundlich, sondern sehr, sehr ernst und zu mir vollkommen indifferent. Man sagte überhaupt nichts zu mir – ja, man ignorierte mich sozusagen und die gesamte Angelegenheit (der Wettbewerb o.ä.) wurde auch sofort nach meiner Landung abgebrochen und alle Menschen gingen weg.

Es war fast, als ob ich etwas Verbotenes getan hätte oder wie ein Verbrechen begangen hätte o.s.ä., worüber ich aber keinen Aufschluss erhielt.


Im folgenden sollen auszugsweise einige >Flugträume< von mir in überwiegend chronologischer Reihenfolge von 1997 bis 2006 angeführt werden:

In einem Traum vom 09. März 1997 konnte ich – nur mit meinem Körper – vollständig fliegen. Es war wie in einer Großstadt, wahrscheinlich Berlin. Eine S-Bahn-Führung (Berliner Stadtbahn) mit Brückenfeilern kam wohl vor. Ich flog, wie ich es wollte, auf und nieder – alle Variationen.

Generell bin ich in mehreren Träumen immer einmal über verschiedene Straßen in Berlin entlang geflogen. Dabei konnte ich meine Höhe und die Richtung steuern.


Mit mehreren einzelnen Personen zusammen (vielleicht fünf oder sechs), die alle der >Spirituellen Gemeinschaft< (siehe Kap. Nr. 27) angehörten, flogen wir am 23.03.1997 im Traum direkt durch die Luft, indem wir uns alle hintereinander anfassten. Nun wünschte ich eine Pause, eine Art Zwischenlandung auf einem Dach, weil ich wohl nicht mehr die Kraft hatte, die Vorder- und die Folgeperson mit den Händen festzuhalten.


Eine von diesen zwei Personen war ein bestimmter Mann, den ich weitläufig persönlich kannte. Und dieser hatte plötzlich an der Hand, mit der wir uns angefasst hatten, eine Wunde und uns beide verband ein dünnes weißes Stoff-Band, welches dann auch mit Blut befleckt war. Dieser letzte Aspekt machte für mich sehr den Eindruck von etwas, was mit der >Nachfolge Christi< (Kap. 26) zusammenhängt und es könnte auch mit meiner kritischen Haltung zu der >Spirituellen Gemeinschaft< (Kap. 27) etwas zu tun haben, die von dem Mann ähnlich geteilt wurde, wie ich es einmal in einem Gespräch erfahren hatte.


Am 12. Juli 1999 flog ich im Traum durch die Luft von Baum zu Baum, wobei mich jedoch ein Mann verfolgte, was nicht so erfreulich war. Dies könnte etwas mit einem der >Schwarzen Magier< (Kapitel Nr. 12) in einer Art Vorschau zu tun gehabt haben.


In der Nacht des 06. September 1999 konnte ich im Traum über lange Zeit immer wieder frei wiederholbar fliegen – auch in jeder beliebigen Höhe. Es war großartig! Währenddessen fand ein kleiner Bewusstseinsprozess in mir statt (bzw. mir wurde die Erkenntnis vermittelt): Um fliegen zu können, bräuchte man „nur“ alles Irdische, alles Befleckende, von sich zu werfen – und schon hätte man die Leichtigkeit, sich erheben zu können. Natürlich ist genau dies in Wahrheit sehr schwer.


Am 02. Februar 2008 gelang es mir im Traum, mich per Levitation vom Sitz zu erheben, wobei ich die Haltung des Schneidersitzes innehatte.

Auch in einem Traum vom 11. Dezember 1999 konnte ich beliebig auf- und abfliegen, allerdings diesmal innerhalb eines bestimmten Areals. Dieses war an vier Seiten umgrenzt. Die Höhen-Unterschiede, die ich flog, betrugen ca. 300 Meter.

Zum 22. Januar 2000 ist im Kapitel Nr. 43 >Schnee< ein Traum dargelegt, in welchem zusätzlich das „Fliegenkönnen“ eine Rolle spielte.


Während eines Flugtraumes in der Nacht zum 29. Dezember 2000 bin ich ganz viel und lange geflogen und hatte die völlige Herrschaft darüber.

28. September 2004: Ich konnte fliegen, konnte dies als Kunststück vorführen und verdiente damit Geld (leider nur im Traum).

10. Februar 2005: Diesmal flog ich während eines Traumes in einer Turnhalle.


Am 10. Februar 2006 flog ich im Traum in circa 1000 Meter Höhe nur mit meinem Körper und konnte alle Flächen und Häuser unter mir sehen. Tiefer als ich flogen zwei Personen, die allerdings Raumfahrer-Schutzanzüge5 trugen, was bei mir nicht der Fall war. Es war mir nachträglich bewusst geworden, dass dieses Fliegen damit zu tun gehabt haben könnte, dass ich einer abendlichen Müdigkeit nachgeben hatte und bei dem gleichzeitigen Versuch zu meditieren, ununterbrochen Imaginationen gehabt hatte, die alle recht klar und mir bewusst waren.


16. Juni 2006: Ich flog innerhalb meines Zimmers (während des Schlafes).

Und am 31. Oktober 2007 hatte ich in der >Meditation< das imaginative Erleben, dass ich sah, wie eine mir fremde Frau zwischen mehreren Häusern (in einer Art großem Innenhof) dahinflog bzw. wohl mehr schwebte.


Ein >Flugtraum< mit einem spezifischen Hintergrund kam vor am 09.12.1996, in dem zunächst mehrere Personen anwesend waren. Dann fasste mich irgendein Mann an der Hand und erhob sich plötzlich in die Luft, wobei er mich mitzog. Ich widerstrebte jedoch und schaffte es mit Kraft, mich und auch ihn wieder herunterzuziehen. Später jedoch erhob ich mich selbst in die Luft und wurde dann von den anderen anwesenden Personen bestaunt.


Ich deutete in diesem Traum gegenüber den anderen Personen an, dass das Fliegen „unter bestimmten Umständen“ gar nicht schwierig sei. Meine wahren Gedanken hinter dieser Andeutung waren jedoch, dass ich wusste, dass eigentlich ein verstorbener Mensch (also ein Gespenst bzw. eine >Erdgebundene Seele<; siehe Kap. Nr. 30) meinen Körper ergriffen hatte. Und dem hatte ich eigenartigerweise nicht widerstanden und das Gespenst hatte mich durch seine Kraft mit hinaufgezogen.

Was dieser Traum nun bedeuten sollte, weiß ich nicht.


Jedoch fand ich erst im Februar 2015 bei STEVE RICHARDS die Schilderung über einen afrikanischen Medizinmann, der für eine Filmdokumention erklärte, er könne von sich aus allein keine Levitation bewerkstelligen. Es seien Geister, die ihn in die Höhe hoben, weshalb er sie zuerst fragen müsse, ob sie solch einer Demonstration zustimmten. Dies sagten ihm die Geister für die kommende Nacht zu. Es wurde dann in der Nacht ein riesiges Lagerfeuer angezündet, damit die Kameras das Ereignis filmen konnten. Unter Anwesenheit der ganzen Dorfbevölkerung stellte sich der Medizinmann mit ausgebreiteten Armen in den Kreis und wurde alsbald ruckweise etwa zwei Meter nach oben gehoben6.


Am 14. Dezember 1996 sah ich in einem Traum von ganz hoch oben aus der Luft wie auf ein Meer, auf dessen Grund (bei klarem Wasser) mehrere große (überdimensionale) Skatkarten lagen, z.B. war auf jeden Fall eine rote Herz-Karte dabei.

Tagsüber hatte ich dann versucht, gewisse Aspekte zu deuten, wobei folgendes herauskam7:

    1. Meer (gläsernes wegen der Klarheit): Symbol für mystische Konzentration. Bei ANITA WOLF ist dies noch ergänzt mit der Erklärung, dass „gläsern“ bedeutet: Stabilität trotz größtmöglicher Bewegungsfreiheit. Während die Weltmeere (ausgenommen nur die Oberfläche) undurchsichtig sind, sieht man bei dem gläsernen Meer bis auf den Grund. Es gleicht einem Kristall.


Dieses gläserne Meer soll ein Sinnbild sein für das Werk Gottes. „Königlich ist es in seiner Grundtiefe aufgebaut“. Geschliffen wie Kristall, spiegelt es die Schöpfungs-Farben8 wieder. „Wer an das gläserne Meer gelangt – auch im Herzen -, sieht die UR-Ewigkeit in Raum und Zeit“ 9. Interessanterweise heißt das mir bekannte höchste Offenbarungswerk von ANITA WOLF auch tatsächlich >UR-Ewigkeit in Raum und Zeit<, welches für mich eine fundamentale geistige Bedeutung hat.


    1. Meeresgrund (Entsprechung zu Fundament): Symbol für das Leben auf der Basis von >Jesus, dem Christus Gottes< (siehe Kap. Nr. 44).

    2. Wasser: Symbol der weiblichen Gottheit, auch der Seele und für die kosmische Ursubstanz.

    3. klar: durchsichtig von der göttlichen Weisheit.

    4. Höhe / hoch: Symbol für das Wahre.


    1. Skatkarten: siehe die ausführlichen Darlegungen im noch folgenden Text.

    2. Herz sehen: Konzentriere dich auf das geistige Herz oder „Suche Mich dort!“

    3. Rot: entspricht der Sonne, ist die Liebe, auch die Region der Begierde, auch die Farbe für Eisen.

    4. groß / überdimensional: Symbol für das Gute der Liebe.

    5. Luft: Symbol für den Geist, für das Atma10.


Im Kapitel Nr. 19-A >Kreuzigung und Gehenkter< ist schon einmal auf die Tarot-Karten Bezug genommen worden im Zusammenhang mit dem „Gehängten“ und in Teil D des Kapitels Nr. 19 sind zu einem Traum „Ende April 1997“ Deutungen zu Skatkarten erfolgt, wo die Symbole von Kreuz und Pik11 vorkommen.


Hier soll nun eine Verbindung zwischen Tarotkarten und Skatkarten thematisiert werden.

Unsere heutigen Skatkarten oder das umfangreichere Sortiment der Rommee-, Canasta- oder Bridge-Karten sollen nach BARBARA G. WALKER nämlich letztlich Abkömmlinge der wesentlich länger existierenden Tarot-Karten sein. Während in den abendländischen Kirchen der Tradition des Christentums sämtliche Spielkarten als dem Teufel zugerechnet werden, gelten jedoch die Tarot-Karten in eingeweihten Kreisen als heilig12, so dass dies im Prinzip auch für die Skatkarten usw. gelten könnte.


Entscheidend ist vermutlich, zu welchem Zwecke diese Karten verwendet werden. Bezüglich des Glückspiels gegen Geld rückt somit vermutlich die Bedeutung in den Herrschaftsbereich von Ahriman13. Werden die Karten demgegenüber zur Symboldeutung verwendet, stehen sie m.E. im Dienste der okkulten Schrift14.


Was ist nun unter der okkulten Schrift zu verstehen?

Auf der Basis der imaginativen Erkenntnis15, wo der Mensch begreifen soll, dass „alles Vergängliche nur ein Gleichnis ist“, wie dies bereits von Goethe16 ausgesagt wurde, geht es nun bei dem Lesen der okkulten Schrift nicht nur darum, einzelne Bilder zu sehen (wie bei der Imagination), sondern das Verhältnis dieser verschiedenen Bilder auf sich wirken zu lassen.


Das wird zu dem, was man okkulte Schrift nennt. Man beginnt die Kraftlinien, die schöpferisch durch die Welt gehen, durch die Imagination zu gewissen Figuren und Farbengestaltungen zu ordnen. Man lernt einen inneren Zusammenhang, der in jenen Figuren ausgedrückt ist, empfinden; … denn jene Figuren sind den wahren Weltverhältnissen nachgebildet. Unsere Schrift ist ein letzter dekadenter Rest dieser alten okkulten Schrift und ihr nachgebildet“17.


Das Lesen der okkulten Schrift ist übrigens identisch mit der inspirierten Erkenntnis18 und bedeutet die dritte Stufe der rosenkreuzerischen Einweihungsmethode19. Inspiration ist mentales Schauen, welches über die Bilder der Imagination erst die völlige Bedeutung offenbart20.


Symbole21 sind nun äußere und sichtbare Formen von inneren geistigen Realitäten. Das Studium und die Auslegung von Symbolen tragen entscheidend zur Erweckung der Intuition22 bei. Beim Erforschen von Symbolen muss man bestrebt sein, „die Idee oder den Begriff zu erfassen, der dem betreffenden Symbol zugrunde liegt. Solch ein Begriff ist stets synthetisch. Er beschränkt sich nicht auf Einzelheiten oder Teile“.


Um einen Begriff zu erfassen, mag man gezwungen sein, Einzelheiten zu sondieren und die Bedeutung verschiedener Abschnitte (oder Teile) des betrachteten Symbols zu verstehen. Ist die Analyse jedoch beendet, so darf man nicht ruhen, bis die Bedeutung des Symbols in einer synthetischen Idee, einem Begriff oder einem Namen zusammengefasst worden ist“23.


Der TIBETER betont, dass es dabei keine starre Auslegung irgendeines Symbols gibt, da jedes Symbol – was auch immer es sein mag – jedem einzelnen Menschenwesen eine ureigene Bedeutung vermittelt24. Die Menschen sollten nach Maßgabe des TIBETER lernen, überall um sich herum Symbole zu sehen und dann durch das Symbol die darin verborgene Idee zu entdecken, die es ausdrücken soll. Denn es gibt nichts in dieser objektiven Welt, was nicht das unzulängliche Symbol einer göttlichen Idee ist.


All unsere äußere Manifestation, die sich nach einer erkannten Absicht entfaltet, bezeugt sichtbar den Plan der schöpferischen Gottheit. Auch der Mensch selbst ist der äußere Ausdruck einer göttlichen Idee. Beim begrifflichen Studium von Symbolen ist das Bewusstsein im Mentalkörper polarisiert und es wird nicht der Versuch gemacht, mit der Seele (= dem Ego25) unbedingt in Kontakt zu kommen oder sie einzubeziehen26, was vom TIBETER anscheinend als etwas Konstruktives angesehen wird.


Auf der Mentalebene wird das Bewusstsein in der Ideen- und Begriffswelt konzentriert. Die Begriffe bestehen bereits auf den konkreten Stufen der Mentalebene. Sie sind das gedankliche Erbgut der Menschheit. Nachdem der Schüler die Formseite des Symbols erfasst hat, schreitet er weiter nach innen und erkennt dann auch den wesentlichen Beweggrund der Idee, indem er ihre Form und ersichtliche Wirksamkeit beobachtet. Und er entdeckt das Gesamtgebiet analoger Ideen, wo die im Symbol verkörperte Idee hingehört.


In der Ideenwelt zu leben und zu wirken, wird nun das Ziel seines wesentlichen Bemühens. Dazu gehört Übung im Erkennen von Ideen und Begriffen, die sich hinter jeder Form verbergen, klares Nachdenken über diese Ideen, das Erkennen der Richtung, in die sie ihn führen, und des Platzes, der ihnen im Rahmen des Ewigen Planes zukommt27.


STEINER betont übrigens, dass es gut für die Menschen ist, wenn wichtige Mysterien (wie z.B. die Bilder der Apokalypse des Johannes28) in Zeichen verhüllt werden. „Denn abgesehen von allem übrigen: durch jene Kräfte, welche angestrengt werden, die Zeichen zu enthüllen, wird viel von dem erreicht, was uns zu gleicher Zeit hinaufhebt zu den guten Kräften selber“29.


Wer in den Sinnbildern den Ausdruck fühlt für die Seelenkraft, wer es sich ins Gemüt einschreibt, wer fühlt bei alledem, was man sonst bloß weiß, der setzt seine Gedanken mit dem Devachan-Plan30 in Verbindung. Dagegen kann die gewöhnliche gemütslose Wissenschaft, selbst wenn sie noch so scharfsinnig ist, den Menschen immer nur mit der Astralwelt in Verbindung setzen31.


Nun zurück zu den Skatkarten als einem Abkömmling der Tarot-Karten.

Die „Taroten“, wie sie auch genannt werden, sind nach Anschauung vieler Okkultisten das älteste Buch der Welt. Sie heißen auch das Buch des Thot32 und stammen aus Ägypten33. Nach einer anderen Version sollen sie eventuell sogar seit dem Atlantischen Zeitraum34 existieren.


Ein Spiel Tarot-Karten besteht aus 78 Blättern, wovon 22 die sogenannten großen Arkane (= Geheimnisse) darstellen, die ihrerseits wieder den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets entsprechen sollen. In diesen Arkanen ist nun der ganze mystische Weg abgebildet. Auch wenn die Karten seit den ersten nachatlantischen Zeiträumen vielfältig überzeichnet und verzeichnet worden sind, so sind die hauptsächlichen Symbole der Taroten jedoch bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben35.


An der Tarotkarte des „Gehängten“ ist die mystische Bedeutung im Kapitel 19-A >Kreuzigung und Gehenkter< dargestellt worden. Entsprechend gilt eine jeweilige mystische Bedeutung auch für die anderen Karten. Differenzen in den Bezeichnungen der Karten gibt es zwischen WEINFURTER und dem ANSATA-Tarot36. Die Namen dieses ANSATA-Tarot wurden in den folgenden Darlegungen an die erste Stelle gesetzt, die zweiten stammen von WEINFURTER.


Jedoch beginnt der eigentlich mystische Weg nach WEINFURTER erst mit der Karte VI, welche >Die Entscheidung< heißt. Bei dieser muss der Mensch als Seele eine Entscheidung treffen für den Weg zur Rechten, welcher der mystische Weg ist, oder er entscheidet sich für den Weg zur Linken, der zur Magie führt, die im Prinzip immer schwarz (und zumindest „grau) ist. Diese Karte wird wohl auch fälschlicherweise als die Karte der „Liebe“ oder „Verliebtheit“ bezeichnet.


Die Stadien vor der Karte VI betreffen demgegenüber noch die äußere Welt. Karte I ist >Der Magier< oder auch Gaukler, Karte II ist Isis, >Die Hohepriesterin<. Sie soll ein Symbol sein für die äußere Form der Religion37.


Karte III bezeichnet >Die Herrscherin< (oder Kaiserin). Die Abbildung dieser Karte erinnert mich sehr stark an eine Beschreibung und Deutung, wie sie über die „Königin der Nacht“ aus der >Zauberflöte< von MOZART gegeben wird, was ich im Kapitel 13-B >Aurisches Wesen< referiert habe.


Karte IV >Der Herrscher< (oder Kaiser) und Karte V ist >Der Hohepriester< (auch als Papst bezeichnet). Die Karte, welche mit einer >Null< benannt ist, stellt den Narren dar, womit der weltliche Mensch gemeint ist, der bisher noch nicht den mystischen Weg betreten hat.


Die hier im weiteren angesprochenen Karten bedeuten nach WEINFURTER nun folgendes38:

Karte VII: >Der Siegeswagen<, wo ein Kentaur39 abgebildet ist, der einen Wagen zieht, in welchem ein Triumphator40 sitzt. Hierin wird der Geist symbolisiert, der den Körper beherrscht, der durch den Wagen versinnbildlicht wird. Die Bedeutung des Kentaur ist dargelegt in einer Fußnote und im Text des Kapitels 20-B >Ritter auf schwarzem Pferd<.


Karte VIII: >Die Gerechtigkeit<. Diese Karte soll das Seelenleben des Menschen betreffen, der den mystischen Weg angetreten hat. Diese Aussage von WEINFURTER hat nun leider kaum eine inhaltliche Kraft, und so soll hier von der Autorin ergänzt werden, dass auf der Karte u.a. eine Waage vorhanden ist, die auch der schwarze Reiter der Apokalypse des Johannes hat, worüber Ausführungen im Kapitel 20-A+B >Ritter auf schwarzem Pferd< erfolgt sind.


Karte IX: >Der Eremit<. „Er zeigt den Weg mit der Lampe, die er im Mantel versteckt. Er ist aber kein Einsiedler, sondern der Verkappte, das ist der geheime mystische Führer. In der Hand hat er einen Stock mit sieben Astknoten, die die sieben Lotusse (= Chakren41) andeuten, durch welche die Schlangenkraft hindurchgeht“42. Bei STEINER findet sich die Deutung für einen „Verkappten“ als einen Eingeweihten. „Solche Eingeweihte waren immer für das physische Auge der Menschen unsichtbar; sie hatten immer eine Tarnkappe auf“43.


Fortsetzung folgt im Teil C zum Kapitel Nr. 22 >Flugträume<.


1STEVE RICHARDS/Die Kunst des Levitierens/S.120

2STEVE RICHARDS/Die Kunst des Levitierens/S.96

3Maharishi Mahesh Yogi: indischer Meister, der in der westlichen Welt die Technik der „Transzendentalen Meditation“ bekannt gemacht hat. Er ist der Gründer des Europäischen Maharishi Forschungsinstituts, das im April 1975 am Vierwaldstätter See in der Schweiz eröffnet wurde (STEVE RICHARDS/Die Kunst des Levitierens/S.9).

4Megaphon: Sprachrohr, Lautsprecher (Meyers Taschenlexikon/S.436).

5Raumfahrer-Schutzanzüge: siehe auch Text im Kapitel 15-F >Kosmische Phänomene<, u.a. im Zusammenhang mit dem „Stratosphärensprung“ von Felix Baumgartner.

6 RICHARDS/Die Kunst des Levitierens/S.132f.

7 Die Deutungen sind grundsätzlich erfolgt nach WEINFURTER (Mystische Fibel/2.Teil: Symbole und ihre Erklärungen). Einzelne Ergänzungen können auch nach anderer Literatur vorgenommen worden sein, z.B. von SWEDENBORG (Leben und Lehre).

8 Farben: Als „Farben“ werden übrigens bei den Skatkarten die vier Symbole Kreuz, Pik, Herz und Karo bezeichnet, die nur aus den eigentlichen zwei Farben rot und schwarz bestehen (Anm.d.Verf.).

9 WOLF/Gnadenbuch/S.59

10 WOLF/Gnadenbuch/S.61

11 Pik-Zeichen: siehe Text bei 19-D >Kreuzigung und Gehenkter< zur FN.

12 WALKER/Die Geheimnisse des Tarot/S.9

13 Ahriman: FN bei 6-B >Tyrannei<.

14 okkulte Schrift: siehe Text hier im Kapitel 22-B >Flugträume<.

15 Imagination: FN bei 7-F >Tyrannei<.

16 Goethe, Johann Wolfgang von: deutscher Dichter, *1749 in Frankfurt/Main,+1832. Jurastudium in Leipzig und Straßburg; 1772 Jurist in Wetzlar, 1775 auf Einladung des Herzogs Carl August Übersiedlung nach Weimar; Freundschaft mit Charlotte von Stein; ab 1776 im Staatsdienst, 1782 geadelt; 1806 Heirat mit Christiane Vulpius; ab 1794 Zusammenarbeit mit Schiller; 1791-1817 Leiter des Weimarer Hoftheaters. „Goethes von persönlichem Erleben und Empfinden geprägte Werke sind von eminentem Einfluss auf die europäische Literatur- und Geistesgeschichte“ (NGL/Bd.I/S.322f.). Vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt sind nicht nur seine Werke über >Faust< von besonderem Interesse, denn Goethe war in die Rosenkreuzermysterien eingeweiht. Nach okkulten Forschungen von STEINER (GA144/4.Vortrag/S.9f. nach ARENSON/S.303) soll Goethe bereits im alten Ägypten in einer früheren Inkarnation ein Eingeweihter und in Griechenland soll er ein Bildhauer und Philosophenschüler gewesen sein. „Bei Goethe fließen Religion, Kunst und Wissenschaft in eines zusammen. Goethe ist damit der Vertreter des neuen Kulturimpulses, der diese drei getrennten Strömungen, die in alten Zeiten eines waren, wieder zusammenführen soll“ (ARENSON/S.302 nach STEINER). – Bei CREME (Maitreyas Mission/S.372) wird Goethe ein Einweihungsgrad von 2.2 zuerkannt.

17 STEINER/TB643/S.162

18 Inspiration: FN bei 45-F >Seelenwachstum<.

19 STEINER/TB643/S.158

20 STEINER/GA93a/S.19

21 Symbol: Kennzeichen, Zeichen (D/F/S.705).

22 Intuition: FN bei 14-A >Ursprungsfamilie<.

23 TIBETER/Verblendung/S.20f.

24 TIBETER/Verblendung/S.26

25 Ego: siehe Text im Kapitel 5-B >Herabkunft des Engels<. Diverse weitere Darlegungen zu „Ego“: siehe Stichwortverzeichnis.

26 TIBETER/Verblendung/S.27f.

27 TIBETER/Verblendung/S.27ff.

28 Apokalypse des Johannes: FN bei 23-A >Priesterseele<.

29 STEINER/GA104/S.233

30 Devachan-Plan: FN bei 17-A >Erscheinen einer Sonne<

31 STEINER/GA130/S.113

32 Thot ist ein anderer Name für den Avataren Hermes (= Enoch): FN bei 2-B >Erleuchtung<. - Es gibt auch eine Schreibweise des Namens als "Toth" (mit dem Vornamen oder Titel "Tschakutet), der über sich selbst in dem Buch >An die Lichtpioniere< von KRYON und den 12 Räten der Tat aussagt, dass er zur Zeit von Atlantis von dem Herrn der Heerscharen (Metatron?) in den Status eines Gottes versetzt wurde (S.327). - Wie weit Thot und Toth eine indentische Entität darstellen, kann von der Autorin nicht beurteilt werden (Anm.d.Verf.).

33 Ägyptisch-chaldäische Kulturepoche: FN bei 13-J >Aurisches Wesen<.

34 Atlantischer Zeitraum: FN bei 1-C >Einleitung< zum „Lemurischen Zeitraum“.

35 WEINFURTER/Der brennende Busch/S.178

36 ANSATA-Tarot (Karten von Paul Struck; Text von B.A. Mertz)

37 WEINFURTER/Der brennende Busch/S.178f.

38 WEINFURTER/Der brennende Busch/S.179f.

39 Kentaur: FN und im Text des Kapitels 20-B >Ritter auf schwarzem Pferd<.

40 Triumphator: im Rom der Antike feierlich einziehender siegreicher Feldherr (D/F/S.743).

41 Chakren: FN zu „Gefäße“ bei 26-C >Nachfolge Christi<, und Text im Kapitel 39-B >Auftreten von Blitzen< und Kapitel 21-F+G >Homo Coelestis<.

42 WEINFURTER/Der brennende Busch/S.179

43 STEINER/TB683/S.423