Kim Carrey:

Sternenschnee, (126)

Esoterische Studien einer Autobiographie

22. Flugträume, B

 

 

Am 14. Dezember 1996 sah ich in einem Traum von ganz hoch oben aus der Luft wie auf ein Meer, auf dessen Grund (bei klarem Wasser) mehrere große (überdimensionale) Skatkarten lagen, z.B. war auf jeden Fall eine rote Herz-Karte dabei.

Tagsüber hatte ich dann versucht, gewisse Aspekte zu deuten, wobei folgendes herauskam[1]:

a)      Meer (gläsernes wegen der Klarheit): Symbol für mystische Konzentration. Bei ANITA WOLF ist dies noch ergänzt mit der Erklärung, dass „gläsern“ bedeutet: Stabilität trotz größtmöglicher Bewegungsfreiheit. Während die Weltmeere (ausgenommen nur die Oberfläche) undurchsichtig sind, sieht man bei dem gläsernen Meer bis auf den Grund. Es gleicht einem Kristall. Dieses gläserne Meer soll ein Sinnbild sein für das Werk Gottes. „Königlich ist es in seiner Grundtiefe aufgebaut“. Geschliffen wie Kristall, spiegelt es die Schöpfungs-Farben[2] wieder. „Wer an das gläserne Meer gelangt – auch im Herzen -, sieht die UR-Ewigkeit in Raum und Zeit“ [3]. Interessanterweise heißt das mir bekannte höchste Offenbarungswerk von ANITA WOLF auch tatsächlich >UR-Ewigkeit in Raum und Zeit<, welches für mich eine fundamentale geistige Bedeutung hat.

b)      Meeresgrund (Entsprechung zu Fundament): Symbol für das Leben auf der Basis von >Jesus, dem Christus Gottes<.

c)      Wasser: Symbol der weiblichen Gottheit, auch der Seele und für die kosmische Ursubstanz.

d)      klar: durchsichtig von der göttlichen Weisheit.

e)      Höhe / hoch: Symbol für das Wahre.

f)        Skatkarten: siehe die ausführlichen Darlegungen im noch folgenden Text.

g)      Herz sehen: Konzentriere dich auf das geistige Herz oder „Suche Mich dort!“

h)      Rot: entspricht der Sonne, ist die Liebe, auch die Region der Begierde, auch die Farbe für Eisen.

i)        groß / überdimensional: Symbol für das Gute der Liebe.

j)        Luft: Symbol für den Geist, für das Atma[4].

 

Im Kapitel >Kreuzigung und Gehenkter< ist schon einmal zu Beginn des Kapitels auf die Tarot-Karten Bezug genommen worden im Zusammenhang mit dem „Gehängten“ und am Ende des Kapitels zu einem Traum vom 07.05.1997 auf Skatkarten, wo die Symbole von Kreuz und Pik[5] vorkamen.

Hier soll nun eine Verbindung zwischen Tarotkarten und Skatkarten thematisiert werden.

Unsere heutigen Skatkarten oder das umfangreichere Sortiment der Rommee-, Canasta- oder Bridge-Karten sollen nach BARBARA G. WALKER nämlich letztlich Abkömmlinge der wesentlich länger existierenden Tarot-Karten sein. Während in den abendländischen Kirchen der Tradition des Christentums sämtliche Spielkarten als dem Teufel zugerechnet werden, gelten jedoch die Tarot-Karten in eingeweihten Kreisen als heilig[6], so dass dies im Prinzip auch für die Skatkarten usw. gelten könnte.

Entscheidend ist vermutlich, zu welchem Zwecke diese Karten verwendet werden. Bezüglich des Glückspiels gegen Geld rückt somit vermutlich die Bedeutung in den Herrschaftsbereich von Ahriman[7]. Werden die Karten demgegenüber zur Symboldeutung verwendet, stehen sie m.E. im Dienste der okkulten Schrift[8].

 

Was ist nun unter der okkulten Schrift zu verstehen?

Auf der Basis der imaginativen Erkenntnis[9], wo der Mensch begreifen soll, dass „alles Vergängliche nur ein Gleichnis ist“, wie dies bereits von Goethe[10] ausgesagt wurde, geht es nun bei dem Lesen der okkulten Schrift nicht nur darum, einzelne Bilder zu sehen (wie bei der Imagination), sondern das Verhältnis dieser verschiedenen Bilder auf sich wirken zu lassen. „Das wird zu dem, was man okkulte Schrift nennt. Man beginnt die Kraftlinien, die schöpferisch durch die Welt gehen, durch die Imagination zu gewissen Figuren und Farbengestaltungen zu ordnen. Man lernt einen inneren Zusammenhang, der in jenen Figuren ausgedrückt ist, empfinden; … denn jene Figuren sind den wahren Weltverhältnissen nachgebildet. Unsere Schrift ist ein letzter dekadenter Rest dieser alten okkulten Schrift und ihr nachgebildet“[11].

Das Lesen der okkulten Schrift ist übrigens identisch mit der inspirierten Erkenntnis[12] und bedeutet die dritte Stufe der rosenkreuzerischen Einweihungsmethode[13]. Inspiration ist mentales Schauen, welches über die Bilder der Imagination erst die völlige Bedeutung offenbart[14].

 

Symbole[15] sind nun äußere und sichtbare Formen von inneren geistigen Realitäten. Das Studium und die Auslegung von Symbolen tragen entscheidend zur Erweckung der Intuition[16] bei. Beim Erforschen von Symbolen muss man bestrebt sein, „die Idee oder den Begriff zu erfassen, der dem betreffenden Symbol zugrunde liegt. Solch ein Begriff ist stets synthetisch. Er beschränkt sich nicht auf Einzelheiten oder Teile. Um einen Begriff zu erfassen, mag man gezwungen sein, Einzelheiten zu sondieren und die Bedeutung verschiedener Abschnitte (oder Teile) des betrachteten Symbols zu verstehen. Ist die Analyse jedoch beendet, so darf man nicht ruhen, bis die Bedeutung des Symbols in einer synthetischen Idee, einem Begriff oder einem Namen zusammengefasst worden ist“[17].

Der TIBETER betont, dass es dabei keine starre Auslegung irgendeines Symbols gibt, da jedes Symbol – was auch immer es sein mag – jedem einzelnen Menschenwesen eine ureigene Bedeutung vermittelt[18].

 

Die Menschen sollten nach Maßgabe des TIBETER lernen, überall um sich herum Symbole zu sehen und dann durch das Symbol die darin verborgene Idee zu entdecken, die es ausdrücken soll. Denn es gibt nichts in dieser objektiven Welt, was nicht das unzulängliche Symbol einer göttlichen Idee ist. All unsere äußere Manifestation, die sich nach einer erkannten Absicht entfaltet, bezeugt sichtbar den Plan der schöpferischen Gottheit. Auch der Mensch selbst ist der äußere Ausdruck einer göttlichen Idee.

Beim begrifflichen Studium von Symbolen ist das Bewusstsein im Mentalkörper polarisiert und es wird nicht der Versuch gemacht, mit der Seele (= dem Ego[19]) unbedingt in Kontakt zu kommen oder sie einzubeziehen[20], was vom TIBETER anscheinend als etwas Konstruktives angesehen wird.

 

Auf der Mentalebene wird das Bewusstsein in der Ideen- und Begriffswelt konzentriert. Die Begriffe bestehen bereits auf den konkreten Stufen der Mentalebene. Sie sind das gedankliche Erbgut der Menschheit. Nachdem der Schüler die Formseite des Symbols erfasst hat, schreitet er weiter nach innen und erkennt dann auch den wesentlichen Beweggrund der Idee, indem er ihre Form und ersichtliche Wirksamkeit beobachtet. Und er entdeckt das Gesamtgebiet analoger Ideen, wo die im Symbol verkörperte Idee hingehört.

In der Ideenwelt zu leben und zu wirken, wird nun das Ziel seines wesentlichen Bemühens. Dazu gehört Übung im Erkennen von Ideen und Begriffen, die sich hinter jeder Form verbergen, klares Nachdenken über diese Ideen, das Erkennen der Richtung, in die sie ihn führen, und des Platzes, der ihnen im Rahmen des Ewigen Planes zukommt[21].

 

STEINER betont übrigens, dass es gut für die Menschen ist, wenn wichtige Mysterien (wie z.B. die Bilder der Apokalypse des Johannes[22]) in Zeichen verhüllt werden. „Denn abgesehen von allem übrigen: durch jene Kräfte, welche angestrengt werden, die Zeichen zu enthüllen, wird viel von dem erreicht, was uns zu gleicher Zeit hinaufhebt zu den guten Kräften selber“[23].

Wer in den Sinnbildern den Ausdruck fühlt für die Seelenkraft, wer es sich ins Gemüt einschreibt, wer fühlt bei alledem, was man sonst bloß weiß, der setzt seine Gedanken mit dem Devachan[24] in Verbindung. Dagegen kann die gewöhnliche gemütslose Wissenschaft, selbst wenn sie noch so scharfsinnig ist, den Menschen immer nur mit der Astralwelt in Verbindung setzen[25].

 

Nun zurück zu den Skatkarten als einem Abkömmling der Tarot-Karten.

Die „Taroten“, wie sie auch genannt werden, sind nach Anschauung vieler Okkultisten das älteste Buch der Welt. Sie heißen auch das Buch des Thot[26] und stammen aus Ägypten[27]. Nach einer anderen Version sollen sie eventuell sogar seit dem Atlantischen Zeitraum[28] existieren.

Ein Spiel Tarot-Karten besteht aus 78 Blättern, wovon 22 die sogenannten großen Arkane (= Geheimnisse) darstellen, die ihrerseits wieder den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets entsprechen sollen. In diesen Arkanen ist nun der ganze mystische Weg abgebildet. Auch wenn die Karten seit den ersten nachatlantischen Zeiträumen vielfältig überzeichnet und verzeichnet worden sind, so sind die hauptsächlichen Symbole der Taroten jedoch bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben[29].

 

An der Tarotkarte des „Gehängten“ ist die mystische Bedeutung im Kapitel >Kreuzigung und Gehenkter< dargestellt worden. Entsprechend gilt eine jeweilige mystische Bedeutung auch für die anderen Karten. Differenzen in den Bezeichnungen der Karten gibt es zwischen WEINFURTER und dem ANSATA-Tarot[30]. Die Namen dieses ANSATA-Tarot wurden in den folgenden Darlegungen an die erste Stelle gesetzt, die zweiten stammen von WEINFURTER.

Jedoch beginnt der eigentlich mystische Weg nach WEINFURTER erst mit der Karte VI, welche >Die Entscheidung< heißt. Bei dieser muss der Mensch als Seele eine Entscheidung treffen für den Weg zur Rechten, welcher der mystische Weg ist, oder er entscheidet sich für den Weg zur Linken, der zur Magie führt, die im Prinzip immer schwarz (und zumindest „grau&ldquo ist. Diese Karte wird wohl auch fälschlicherweise als die Karte der „Liebe“ oder „Verliebtheit“ bezeichnet.

Die Stadien vor der Karte VI betreffen demgegenüber noch die äußere Welt. Karte I ist >Der Magier< oder auch Gaukler, Karte II ist Isis, >Die Hohepriesterin<. Sie soll ein Symbol sein für die äußere Form der Religion[31].

 

Karte III bezeichnet >Die Herrscherin< (oder Kaiserin), Karte IV >Der Herrscher< (oder Kaiser) und Karte V ist >Der Hohepriester< (auch als Papst bezeichnet). Die Karte, welche mit einer Null benannt ist, stellt den Narren dar, womit der weltliche Mensch gemeint ist, der bisher noch nicht den mystischen Weg betreten hat.

Die hier im weiteren angesprochenen Karten bedeuten nach WEINFURTER nun folgendes[32]:

Karte VII: >Der Siegeswagen<, wo ein Kentaur[33] abgebildet ist, der einen Wagen zieht, in welchem ein Triumphator[34] sitzt. Hierin wird der Geist symbolisiert, der den Körper beherrscht, der durch den Wagen versinnbildlicht wird. Die Bedeutung des Kentaur ist dargelegt in einer Fußnote und im Text des Kapitels >Ritter auf schwarzem Pferd<.

 

Karte VIII: >Die Gerechtigkeit<. Diese Karte soll das Seelenleben des Menschen betreffen, der den mystischen Weg angetreten hat. Diese Aussage von WEINFURTER hat nun leider kaum eine inhaltliche Kraft, und so soll hier von der Autorin ergänzt werden, dass auf der Karte u.a. eine Waage vorhanden ist, die auch der schwarze Reiter der Apokalypse des Johannes hat, worüber Ausführungen im Kapitel >Ritter auf schwarzem Pferd< erfolgt sind.

Karte IX: >Der Eremit<. „Er zeigt den Weg mit der Lampe, die er im Mantel versteckt. Er ist aber kein Einsiedler, sondern der Verkappte, das ist der geheime mystische Führer. In der Hand hat er einen Stock mit sieben Astknoten, die die sieben Lotusse (= Chakren[35]) andeuten, durch welche die Schlangenkraft hindurchgeht“[36].

Bei STEINER findet sich die Deutung für einen „Verkappten“ als einen Eingeweihten. „Solche Eingeweihte waren immer für das physische Auge der Menschen unsichtbar; sie hatten immer eine Tarnkappe auf“[37].

 

Karte X: >Das Fortune< oder >Das Schicksalsrad<. Es bezeichnet das Wirken des Karma[38].

Karte XI: >Die Kraft<. Sie bedeutet die Beherrschung des niederen Ichs, das durch ein Tier, den Löwen[39], symbolisiert wird. Diese Beherrschung erreicht der Mystiker durch die Konzentration (siehe Kapitel >Meditation<).

Karte XII: >Der Gehenkte< (eigentlich >Der Gehängte<. Über diese Karte sind ausführliche Darlegungen im Kapitel >Kreuzigung und Gehenkter< erfolgt.

Karte XIII: >Der Tod< steht hier für den mystischen Tod, wie er ebenfalls in dem Kapitel >Kreuzigung und Gehenkter< dargelegt ist.

Karte XIV: >Das Maß< oder >Die Mäßigkeit<, was beides nach WEINFURTER ein völlig unzutreffender Titel ist. Auf dem Bild gießt ein Engel eine Flüssigkeit aus einem goldenen in ein silbernes Gefäß, was nach WEINFURTER das Symbol des Umgießens des Heiligen Geistes in die Seele bedeuten soll. „Der Geist ist durch das goldene Gefäß symbolisiert, das ein altes Symbol für alles Göttliche ist und die Seele durch ein silbernes“[40].

 

Fortsetzung folgt im Teil C zum Kapitel Nr. 22 >Flugträume<.