Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (133)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Priesterseele (23.F) Invokation



Der Apostel Petrus1 hat die (wahren) Christen angesprochen als lebendige Steine, die sich zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum bauen sollen, die geistliche Opfer bringen sollen, die Gott angenehm sind2. „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk“3.


Hintergrund dafür, dass Menschen dies werden können, ist nach ANITA WOLF, weil Gott als Hochpriester Melchisedek den geschöpflichen Gedanken eine Geistsubstanz hinzu gab. Sie führt aus: „Wer geisttätig ist, dessen Seele empfängt das Licht aus Gott. Daraus ersteht die Folge, die Kindschaft aus dem Vater. Denn ´Gott ist nicht ungerecht, dass Er vergesse eures Werks und der Arbeit der Liebe, die ihr erzeigt habt an Seinem Namen`4. Das ist die Mitarbeit am Opferdienst, für URs Reich getan“5. UR ist der Name des Höchsten (Gottes-)Wesens, in anderer Terminologie auch als „Universeller Vater“ bezeichnet.


Im Kapitel 14-D >Ursprungsfamilie< ist im Zusammenhang mit den „Kindern der Sonne“ dargelegt, dass werdende Gotteskinder (also die Angehörigen der Sternensaat) alles Gott weihen oder aufopfern müssen. Hier sollen nun nähere Darlegungen über das Weihen erfolgen. Etwas Weihen heißt, eine Sache für etwas „Heiliges“ benützen, für etwas Heiliges bestimmen. „Eine Hand, die … Gutes tut, ist ´geweiht` ob ihres guten Dienstes. Ein Menschenherz, das sich weiht Meinem Dienst, meiner Liebe, ist gesegnet ob solchen Dienstes“6, erklärt der HERR über das Innere Wort bei WIDMANN.


Dabei ist es möglich, alles dem HERRN zu weihen, sogar den Stein, indem der Mensch sagt: „Auch du trägst den Herrn“. Auch dieser Stein ist eine Kreatur, die erlöst werden will. „Ihr weiht den Stein der Erlösung, ihr schenkt ihn Mir“7, dem HERRN. Auch der Spaten (so wie jeder andere verwendete Gegenstand), mit dem der Boden umgegraben wird, kann auf diese Weise Gott geweiht werden in einem besonderen Dienst8.


Alles kann zum Segnen, zu einem Gottesdienst verwendet werden, so dass es Gottes Tempel, Gottes Gefäß ist. Alles kann Gott geweiht werden, indem der Mensch es Ihm zurückbringt, damit Gott den Geist der Erlösung darüber ausgießt9.

Ist ein Mensch selbst in allem geweiht (bzw. hat er sein ganzes Leben Gott geweiht; siehe dazu meine eigenen Worte zum 16.07.2006 im Kapitel 2-A >Erleuchtung<), dann steht alles von diesem Menschen in einem heiligen Dienst, in einem heiligen Auftrag, in einer heiligen Bemühung10.


Geweihtes ist von Gottes Geist erfüllt, von Seinem Geist durchstrahlt oder vergeistigt und insofern Gott nahe. Auch der andere Mensch kann auf diese Weise geweiht werden, indem man ihn als ein Objekt des eigenen Dienstes ansieht, und dadurch Gott in diesem Nächsten dient. Auch die ganze Welt kann so von einem Menschen geweiht werden, insofern der Mensch diese Welt als Gottes Weinberg nützt. Alles kann Gott zurückgebracht werden; denn alles ist Gottes Reich, sofern jemand Gott über alles setzt11.


Durch die BRÜCKE zur FREIHEIT gibt es u.a. bezüglich der ganzen Welt eine Affirmation12, welche lautet13:

„Ich segne den Frieden

und breite ihn aus über alle Völker,

alle Menschen und alles Sein.“

(Dies soll dreimal wiederholt werden)

Dann:

Ich halte die Friedensstrahlung aufrecht

und lege Freude und Glückseligkeit in all mein Tun!“


Selbst das Böse kann Gott geweiht werden, indem es Seiner Erbarmung übergeben wird; denn Gott „schafft“ (arbeitet) am Bösen. Der Fluss von Gottes erbarmendem Zurückholen wird dadurch verstärkt. „So ist nichts, was ihr nicht weihen könnt, nicht in Meinen Dienst bringen könnt, nicht euch ein Mittel wird, um Mir daran zu dienen, Mich darin zu verherrlichen, Mich Selbst an solchem wirksam zu machen“14, spricht der HERR bei WIDMANN.


Demgegenüber bedeutet ein „Entweihen“, wenn gewisse Gegenstände verwendet werden und der Mensch dem HERRN damit nicht dienstbar ist, sondern vielleicht sogar dem Heil schadet. Dies haben die Menschen mittlerweile getan. Sie haben fast alles entweiht. Ihr selbstsüchtiger Dienst hat ursprünglich Reines entweiht. Fast alles wird zum Missbrauch genützt15.


Auch bei der >Prophetin Gabriele< (Kap. 47) ist dargelegt, mit welchen Worten es möglich ist, >Jesus, dem Christus Gottes< alles aufzuopfern, wobei dieses „Aufopfern“ eine Entsprechung zu dem Weihen ist.

„In Christus lebe ich.

Durch Christus wirke ich.

Alles, was nicht Christus ist, ziehe zu Christus, dass Er es umwandle!

Meine Gedanken und Wünsche, meine Vorstellungen und Sorgen übergebe ich

konsequent Christus.

Christus nimmt alles an.

Ich opfere es Dir, o ewiger Geist in mir!

Freudig und dankbar lege ich es Dir zu Füßen

und bemühe mich, es auch bei Dir zu belassen“16.


Und von UTE PREIKSCHAT gibt es ein kleines mystisches Gedicht, welches >Die Übergabe<17 heißt und wovon vier Zeilen lauten18:

„… Alles, was ich je getan,

ja, jeden kleinsten Augenblick.

Und alles, was ich tu` fortan,

geb` ich an Dich zurück …“.


Wie die Fürbitte als eine Art oder zumindest Vorstufe priesterlichen Handelns angesehen werden kann für den Menschen, der als Bindeglied zwischen Gott und der verirrten Welt berufen ist, das Lebenswasser „nach den vertrockneten Herzenssteppen zu leiten“19, ist dargelegt von OTTO HILLIG.


Das Erbitten der göttlichen Gnade für eine Person oder einen Gegenstand wird als „Segnen“ bezeichnet, wobei dieses Segnen durch eine liturgische Handlung oder eine bestimmte Formel vorgenommen wird20. HILLIG legt jedoch besonderen Wert darauf, dass er jede einzelne Segnung so oft spricht, bis er im Herzen eine Verbindung zu Gott spürt.


Es sind von HILLIG sieben Segnungen formuliert worden, wobei er jede Segnung einleitet mit den Worten: „Im Namen Jesu Christi, des alleinigen Gottes von Ewigkeit und des alleinigen Herrn der Unendlichkeit, in unseres liebevollsten, heiligsten Vaters Jesu Namen seid gesegnet …“, und HILLIG spricht dann die jeweiligen Adressaten an, wie


    1. die Völker der ganzen Erde, damit die Schlange der Unzucht und Sinnlichkeit weiche. Auch leistet HILLIG Fürbitte für alle Hungernden, für die Nahrungsmittel und für die Ackerflächen.

    2. die Geistesgeschwister, damit sie zu Leuchten für die Menschen werden.

    3. die Geister und Welten im unendlichen Raum, damit sie zu Lebensträgern Gottes werden.


    1. die Verzweifelten und Selbstmordgefährdeten, damit sie davon Abstand nehmen.

    2. die Witwen, Waisen und Trauernden der ganzen Erde, damit sie Licht, Trost, Kraft und wahres inneres Leben finden.

    3. die Könige, Regenten, Minister, Volksführer und Machträger der ganzen Erde, damit sie ihren Frevel an den Völkern erkennen, der in dem mangelnden Frieden liegt.

    4. die schwangeren Frauen samt den Föten (den Leibesfrüchten), damit diese Kinder Gottes werden21.


Ein Gebet, welches im Prinzip allen Christen bekannt ist, ist das „Vaterunser“22. Es ist dargelegt im Matthäus-Evangelium, Kapitel 6, Verse 9-13 und lautet:

„Unser Vater in dem Himmel!

Dein Name werde geheiligt.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.

Unser täglich Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schulden, wie wir unsern Schuldigern vergeben.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.“


>Jesus, der Christus Gottes< gab dieses Gebet der Menschheit. Es wurde von Ihm gebildet nach Seiner Jordan-Taufe durch Johannes Baptista23, u.z. leitete der Christus dieses „Vaterunser“ ab aus dem Makrokosmischen Gebet, welches Ihm auf übersinnliche Weise gegeben wurde. Die Zeilen dieses Makrokosmischen Gebetes sind angeführt im Kapitel 40-A >Meditation< und in einer FN des Kap. 24-H >Ashram<.


Der Christus erkannte nun damals, dass die Götter nicht mehr den Weg herunterbahnen konnten zur Erde, sondern es an dem Entwicklungsgang der Menschheit war, dass die Menschen den Weg von der Erde hinauffinden müssten und dementsprechend formulierte Er das Makrokosmische Gebet in das „Vaterunser“ um. Dies lässt sich noch anhand der einzelnen Zeilen nachvollziehen24.


HEINDEL greift die Zeilen des „Vaterunser“ mit einem anderen Schwerpunkt auf. Seiner Anschauung nach sind in dem „Vaterunser“ sieben deutliche und gesonderte Gebete enthalten: eines für jedes der sieben Prinzipien im Menschen. Diese sieben Prinzipien bedeuten die sieben Wesensglieder des Menschen: physischer Körper, Ätherkörper, Astralleib, Ich (auch als der Intellekt oder niederer Manas des Menschen identifiziert), höherer Manas, Buddhi, Atma.


Der Zweck der Gebetsteile, die sich auf den dreifachen Körper beziehen, ist dessen Vergeistigung und die Bildung der dreifachen Seele aus diesen Körpern (Empfindungsseele, Gemüts-Verstandes-Seele, Bewusstseinsseele). Die Gebetsteile, die sich auf den dreifachen Geist beziehen, bereiten ihn vor, die extrahierte Essenz als dreifache Seele aufzunehmen. Das Gebetsteil für das Ich (bzw. den Intellekt) hat den Zweck, dieses in seiner rechten Aufgabe als Bindeglied der höheren und niederen Natur zu erhalten25.


Eine besondere Bedeutung hat nun die Schlussformel bezüglich des „Reiches“, der „Kraft“ und der „Herrlichkeit“. In diesen drei Begriffen ist nämlich etwas angesprochen, was die Planetarischen Zustände der Erdenentwicklung26 betrifft. Die geisteswissenschaftliche Bedeutung dieser betreffenden Begriffe ist die folgende:

  1. Unter dem Reich (auch als Weisheit bezeichnet) ist eine planetarische Runde27 zu verstehen.

  2. Mit der Kraft (oder Macht) ist ein „Planet“ gemeint, was einen jeweiligen spezifischen Bewusstseinszustand bedeutet. So herrschte z.B. auf dem alten Mond ein atavistisches Traum- oder Bilderbewusstsein.

  3. Unter der Herrlichkeit (auch als „Gloria“ bezeichnet) ist der Zustand eines planetarischen „Globus“28 zu verstehen. „Herrlichkeit“ bedeutet das, was nach außen scheint, was Gestalt und Form annimmt.


Wenn nun alle diese planetarischen Zustände einst im menschlichen Bewusstsein vorhanden sein werden, dann ist eine wahre Gotteskenntnis möglich. Wenn die betreffenden Worte des „Vaterunser“ wieder lebendiges Bewusstsein werden, dann werden die Religionen wieder das sein, was sie sein sollen29.


Das Kapitel Nr. 23 >Priesterseele< und auch die Deutungen zum Vater-unser-Gebet hatte ich wohl im Jahre 2008 ausgearbeitet gehabt (so wie den Großteil der Autobiographie). Am 08.11.2013 (also fünf Jahre später) hatte ich nun einen „Offenbarungs“-Traum, indem mir diese letzten Worte des Vater-unser-Gebetes ganz klar zu Bewusstsein gebracht worden sind mit zusätzlichen individuellen geistigen Deutungen, an die ich mich jedoch schon fünf Minuten später nicht mehr erinnern konnte.


Ich habe dieses Erlebnis erst im November 2013 in dem nun später ausgearbeiteten Kapitel Nr. 65-C >Flammenspiel< geschildert und dort entsprechende, aber auch ergänzende esoterische Deutungen von STEINER eingefügt. Trotzdem ist es nicht notwendig, zu dem aktuell hier geposteten Zeitpunkt im Mrz./Apr.2016 in dem dortigen Kapitel 65-C nachzulesen, weil der Informationszuwachs nicht so enorm ist, dass man sich diese Mühe machen müsste. Jedoch musste ich der Vollständigkeit halber darauf hinweisen.


Ende des Kapitels Nr. 23 >Priesterseele<.


1 Apostel Petrus: eigentlich Simon, Jünger und Vorsteher des Apostel-Konzils in Jerusalem, +zw.64 und 67 nach Chr. (Märtyrertod). Nach katholischer Auffassung ist seine Funktion in der Amtsnachfolge auf den römischen Bischofsstuhl übergegangen (NGL/Bd.II/S.649). Der Sage nach lehnte es Petrus (wegen seiner empfundenen Unwürdigkeit; Anm.d.Verf.) ab, ebenso gekreuzigt zu werden wie >Jesus, der Christus Gottes<; daher wurde er in Rom mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. (Nach Aussagen bei KAHIR – Nahe an 2000 Jahre; S.45 – soll er jedoch in Babylon gekreuzigt worden sein). Sein Name lautet im Aramäischen auch „Kephas“, was „Felsen“ bedeutet. (Insofern gilt Petrus auch als Symbol der Festigung im neuen Lebenszustand eines Geistesschülers; nach JAN van RIJCKENBORGH). Das Neue Testament berichtet von der besonderen Nähe von Petrus zu Jesus (Markus 8,29; Lukas 5,10; Markus 9), aber auch von seinem Versagen während der Passion Jesu (Verleugnung Jesus durch Petrus; nach Markus14,66-72). Auf Jesu Ausspruch (Matthäus 16,18f.): „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“, begründet die katholische Kirche den Primat der Bischöfe von Rom, was letztlich zu dem Papsttum führte (FOCUS Fakten/S.207f.). Diese Ableitung hat Jesus angeblich schon im Vorhinein geweissagt und soll klargestellt haben, dass die Ableitung des Papsttums „ein falscher Stuhl“ sein soll, „von dem viel Unheil ausgebreitet werden wird“ (zitiert bei KAHIR/Nahe an 2000 Jahre/S.44f.; leider ohne Angabe der Bibelstelle). Petrus war der einfache ungebildete Fischer. Der durch ihn gelegte Grundstein entspricht geistig dem reinen Glauben ohne weiteren Erkenntnisdrang. Petrus hinterließ kaum ein schriftliches Erbe, aber auf der „geistigen Ausstrahlung Petri“ baute die erste römische Kirche ihr Fundament auf, auch wenn Petrus als Person nicht ihr Gründer war (KAHIR/Nahe an 2000 Jahre/S.194). Heutzutage soll (nach Angaben bei CREME/Maitreyas Mission/S.87) der ehemalige Apostel Petrus inkarniert sein in dem Meister (El) Morya (FN und Text bei 28-A >Lichtdienste<).