Kim Carrey:

Sternenschnee (141)

Esoterische Studien einer Autobiographie

24. Ashram, H

 

 

In derselben Nacht wie der vorstehend geschilderte Traum vom ZP 64 hatte ich dann einen weiteren Traum (II), in welchem ein Mann vorkam, von dem ich mir einbilde, dass dies „mein Meister“ war. Dabei ist mir dies alles nur wie ein Schatten in Erinnerung geblieben (was jedoch dem Realitätsgehalt keinen Abbruch tut), wobei mir von „meinem Meister“ ganz kurz ein tiefes (unpersönliches) Liebesgefühl entgegengebracht worden war.

Dass ich „meinen Meister“ sehen durfte, erkläre ich mir damit, dass ich am Abend davor in dem Buch von IRINA TWEEDIE >Der Weg durchs Feuer<[1] gelesen hatte und versucht habe, alles authentisch auf mich wirken zu lassen, so als ob ich es rein innerseelisch nacherleben würde.

 

Dabei spielte permanent der Guru von IRINA TWEEDIE eine Rolle – und alles, was mit dessen spiritueller Linie verbunden war, nämlich der Weg der Liebe. Ich konnte sehr vieles nachvollziehen, auch wenn sich bei so manchem alles in mir sträubte, was im Kapitel >Okkulter Gehorsam< hier thematisiert ist. Trotzdem konnte man erkennen, dass dieser Weg speziell für IRINA TWEEDIE eine entscheidende Möglichkeit war.

Ich selbst hatte in dem vorstehend geschilderten Traum „meinen Meister“ übrigens nur in einer Entfernung von vielleicht 15 Metern gesehen gehabt – aber in voller Statur. Er hatte ein dunkles Gewand an, wobei jedoch die ganze Szene eher wie ein Bild in einer dämmrigen Atmosphäre[2] war, so dass die Dunkelheit des Gewandes nichts Schwarzmagisches (siehe Kapitel >Schwarzer Magier<) bedeutete. Ich konnte den Meister sonst als Persönlichkeit nicht erkennen, glaube allerdings nicht, dass es sich um den Guru von IRINA TWEEDY gehandelt hat, sondern dass die Ausrichtung auf das Buch nur als Anlass diente.

 

Zeitpunkt 81:

Hier habe ich von der >Spirituellen Gemeinschaft< in einem jenseitigen oder zukünftigen Zustand geträumt, obwohl ich ihr real schon länger nicht mehr angehörte. Es handelte sich um einen sehr großen rituellen Dienst. Ich kannte einige Leute und diese mich – es war aber niemand identisch mit ehemals realen Personen. Es war ein sehr schönes Erlebnis. Merkwürdig war, dass ich zeitweise sitzend vielen Leuten den Rücken zuwandte.

Dies ist nach der symbolischen Bedeutung etwas recht Negatives, nämliche eine Abwendung oder sogar Verachtung in Bezug auf diese Menschen[3]. Ein entsprechendes Empfinden hatte ich in dem Traum selbst nicht, aber es würde natürlich meinem realen Austritt aus dieser Gemeinschaft entsprechen.

 

Ashram / Rudolf Steiner

 

Im letzten Drittel dieses Kapitels soll nun eine extra Zusammenstellung über Träume erfolgen, welche sich alle auf Rudolf Steiner[4] beziehen, und es erfolgen generelle Aussagen zu ihm. Außer dem hier einleitenden Traum vom 14.August 2000 sind alle nachfolgenden Träume dann chronologisch geordnet. An diesem 14.08.2008 hatte ich einen Traum mit einem für mich sehr wichtigen Gehalt, nämlich mit der Aussage, dass Rudolf Steiner die Vollkommenheit erreicht hat, dass er ein vollkommener Mensch sei.

Zunächst muss ich vorsorglich kurz darlegen, wer überhaupt Rudolf Steiner ist: Ich zitiere hier bewusst nur lexikalische Darlegungen, weil ich sonst ausufern würde in meiner Beschreibung. Rudolf Steiner wird bezeichnet als österreichischer Philosoph, Pädagoge und Architekt. Gelebt hat er von 1861 bis 1925 und gilt als Begründer der Anthroposophie[5] und der Anthroposophischen Gesellschaft[6]. Er war Herausgeber der naturwissenschaftlichen Werke von Goethe[7] und Gründer der Freien Waldorfschulen[8].

 

Das, was nicht im Lexikon steht, ist seine esoterische bzw. geisteswissenschaftliche Bedeutung, so wie der Begriff der „Geisteswissenschaft“ von ihm in Hinsicht auf okkulte Metaphysik verwendet wird, und nicht in einer universitären Abgrenzung von Philosophie, Theologie, Geschichte, Philologie usw. zu naturwissenschaftlichen Fächern.

Andererseits ist Metaphysik eine Teildisziplin der Philosophie, welche „die grundlegenden Bedingungen alles Seienden untersucht“. Sie gliedert sich in die Lehre vom Seienden (Ontologie), von der Welt (Kosmologie), vom Menschen (philosophische Anthropologie, Existenzphilosophie) und von Gott (Theologie)[9].

Rudolf Steiner hatte übrigens auch offiziell einen Doktor-Titel in Philosophie.

 

Steiners „anthroposophische Geisteswissenschaft“ ist jedoch insofern noch spezifischer, als er sich bezüglich geistiger Tatbestände auf eigene okkulte (im Sinne von „übersinnliche&ldquo Forschungen berufen konnte, die er durch seine bis zu wissenschaftlicher Genauigkeit entwickelte Hellsichtigkeit[10] angestellt hat. Dies im Unterschied zu atavistisch[11] angewandter Hellsichtigkeit, die oft auch mit einer Art Mediumismus[12] einhergeht.

Das von ihm veröffentlichte Gesamtwerk mit etwa 370 Bänden an Werken, Schriften und Vorträgen - sowie an Reproduktionen aus seinem künstlerischen Werk - stellt die größte Buchausgabe eines Autors vor, die es überhaupt auf dieser Erde gibt[13].

 

Hier folgen nun Darlegungen, weshalb die Aussage des Traumes für mich wichtig ist: Zunächst liegt es daran, dass ich Rudolf Steiner gemäß der von ihm gelesenen Literatur bzw. gemäß der von ihm gehaltenen protokollierten Vorträge als geistigen Lehrer sehr verehre - so sehr, wie vielleicht kaum einen anderen Menschen.

Allerdings muss ich hier erwähnen, dass ich ganz bestimmte Darlegungen von ihm völlig problematisch finde, in denen er behauptet, dass das Böse auf Anordnung Gottes in die Entwicklung gekommen ist. Die Kritik an seiner Anschauung (und der wahrhaftige Zusammenhang) ist hier in der Autobiographie angesprochen im Kapitel >Jesus, der Christus Gottes< zur Luziferischen Hierarchie.

 

In einer Art historischen Zeugenschaft gibt es auch Aussagen der Verehrung von den verschiedensten Zeitgenossen Rudolf Steiners. Hier soll exemplarisch nur eine von dem österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig[14] wiedergegeben werden, u.z. nicht zuletzt, weil wiederum Stefan Zweig auch eine gewisse Bedeutung für mich hat, was im Kapitel >Kosmische Phänomene< zum 6. November 1995 erwähnt ist im Zusammenhang mit einer Geschichte von ihm. Rudolf Steiner und Stefan Zweig kannten sich nämlich durch einen künstlerisch-wissenschaftlichen Kreis, in welchem Beide nach 1898 verkehrten. Dabei hat STEFAN ZWEIG folgende Beschreibung über Rudolf Steiner abgegeben[15]:

„In seinen dunklen Augen wohnte eine hypnotische Kraft, und ich hörte ihm besser und kritischer zu, wenn ich nicht auf ihn blickte, denn sein asketisch-hageres, von geistiger Leidenschaft gezeichnetes Antlitz war wohl angetan, nicht nur auf Frauen überzeugend zu wirken. ... Es war aufregend, ihm zuzuhören, denn seine Bildung war stupend und vor allem gegenüber der unseren, die sich allein auf Literatur beschränkte, großartig vielseitig; von seinen Vorträgen und manchem guten privaten Gespräch kehrte ich immer zugleich begeistert nach Hause zurück. Trotzdem - wenn ich mich heute frage, ob ich damals diesem jungen Manne eine derartige philosophische und ethische Massenwirkung prophezeit hätte, muss ich es zu meiner Beschämung verneinen[16].

 

Über die Bedeutung von Verehrung für eine hervorragende Persönlichkeit hat STEINER selbst Darlegungen gemacht im Zusammenhang mit der seelisch-geistigen „Mission der Andacht“, wie der Titel eines Kapitels im Buch >Metamorphosen des Seelenlebens< überschrieben ist. Er spricht speziell von der Verehrung des Kindes für eine erwachsene Persönlichkeit, zu der dieses Kind in inniger Andacht aufblicken kann. Dies soll einen guten Impuls für die weitere, höhere Entwicklung des Lebens bringen. Insbesondere wenn jemand die höchsten Fragen, die Rätsel des Daseins beantwortet bekommen möchte, kann die Andacht den Menschen leiten.

„Sie kann uns ein Führer sein, wenn wir diese wichtigen Aufgaben der Seele zu lösen versuchen, suchen wollen nach dem, zu dem wir hinaufstreben und mit dem wir uns vereinigen wollen. Hier ist gerade die Andacht eine Kraft, die uns hinaufzieht und dadurch, dass sie uns heranzieht, kräftigend und festigend auf den seelischen Organismus des Menschen wirkt“[17].

 

In meiner Kindheit und auch später im Erwachsenenleben fanden sich nicht unbedingt die Menschen, zu denen ich mit solchen Impulsen aufschauen konnte, so wie dies generell in der heutigen Zeit im realen Leben für die meisten Kinder und Jugendlichen durch den herrschenden Zeitgeist vermutlich kaum noch möglich ist.

Aber durch meine esoterischen Privatstudien gelangte ich dann doch „im Geiste“ an solche Persönlichkeiten, wie dies entscheidend Rudolf Steiner für mich verkörpert.

 

Und drei der Persönlichkeiten, die ich zunächst nur gemäß ihrer Literatur verehrt habe, habe ich dann auch in der Wirklichkeit kennengelernt: Dies war GEORG KÜHLEWIND, die >Avatarin< Mutter Meera und JAMES J. HURTAK, den Verfasser von >Die Schlüssel des Enoch<. Bei allen dreien handelte es sich jedoch nicht um eine persönliche Bezugnahme, sondern um einen hoch professionellen distanzierten spirituellen Kontakt. Wenn ich es wollte, wäre es natürlich in Berlin möglich, ständig in Kontakt zu höheren spirituellen Persönlichkeiten zu gelangen, die dort zu einem Seminar hinkommen. Ich gestehe, dass ich jedoch nicht die hinreichende Neigung dazu habe.

 

Nach CREME hatte Rudolf Steiner 1986 (Veröffentlichung des Buches von CREME) einen Einweihungsgrad von 2.2 erreicht gehabt[18], und er soll zudem auch zu diesem Zeitpunkt inkarniert gewesen sein[19], was natürlich denkbar wäre (als Rudolf Steiner war er bereits 1925 gestorben). Der Einweihungsgrad von 2.2 steht nun in einem sehr großen Unterschied zu dem von mir „erträumten“ Grad der sog. „Vollkommenheit“; denn Vollkommenheit ist ein Charakteristikum des fünften Einweihungsgrades, welcher identisch ist mit der Position eines spirituellen Meisters der göttlich-geistigen planetarischen Hierarchie, der Großen Weißen Bruderschaft[20].

 

Der von CREME an Rudolf Steiner zugestandene Einweihungsgrad von 2.2 hatte bei mir immer schon Misstrauen ausgelöst gehabt in Verbindung mit diversen Erkenntnissen, wonach anscheinend ein Kampf zwischen gewissen orientalischen Eingeweihten und anderen abendländischen Eingeweihten stattfindet um eine Vorherrschaft in der okkulten Hierarchie. Die ganzen Auseinandersetzungen darüber würden den Rahmen dieser Darlegungen sprengen, sie sind aber bereits im Kapitel >Einleitung< angedeutet.

Vieles hängt z.B. mit der Propagierung eines „Lord Maitreya“ als physisch inkarniertem Christus zusammen[21], was hier bereits im Zusammenhang mit dem Meister-Chohan Kuthumi, welcher der jetzt amtierende Weltlehrer sein soll, in diesem Kapitel angedeutet wurde und worüber im Kapitel >Jesus, der Christus Gottes< weitere Aspekte dargelegt sind.

Jedenfalls wird in einer umfangreichen Liste bei CREME über die Einweihungsgrade diverser historischer Persönlichkeiten den abendländischen Eingeweihten immer nur eine um ca. zwei Grad zurückgestufte Initiationsposition zugestanden, während viele der orientalischen Eingeweihten wesentlich höher liegen[22].

 

Fortsetzung folgt im Teil „i“ zum Kapitel Nr. 24 >Ashram<.