Kim Carrey:
Sternenschnee (148)
Esoterische Studien einer Autobiographie
26. Nachfolge Christi, D
Dabei geht es darum, dass das Ich-Bewusstsein[1] diese Leiden Christi in sich nacherleben soll. Das menschliche Bewusstsein erhält zu diesem Weg den Auftrag von dem göttlichen Urbild des Menschen (siehe Kapitel >Homo Coelestis<). Nur durch die Kraft dieses göttlichen Urbildes ist der Mensch imstande, den betreffenden Weg zu gehen[2]. Durch die >Nachfolge Christi< kann die Vereinigung des Himmlischen Menschen mit dem irdischen Menschen stattfinden[3].
Der Mensch wird für diesen schweren Gang ausgerüstet durch die Reinigung[4] und erhält Stärkung durch die Kraft des Urbildes. Dabei wird die Reinigung als die Fußwaschung erlebt, wie >Jesus, der Christus Gottes< sie an Seinen Aposteln vorgenommen hatte. Und die Stärkung erhält der Aspirant wie durch eine Teilnahme am Abendmahl[5]. Hier werden ihm das Brot und der Wein als Leib und Blut Christi gereicht[6].
Die sieben Stufen des Leidensweges führen nun durch das Gebiet des Widersachers Luzifer[7] hindurch, welches sich in jeder der sieben Planetensphären befindet und in der Erdensphäre abgespiegelt wird. Es handelt sich hier um die folgenden Einweihungsstufen, die für alle drei christlichen Mysterien im wesentlichen gleichermaßen gelten[8]:
1. der Verrat (mit anschließender Gefangennahme)
2. das Scheingericht (mit Verhöhnung und einem ungerechten Urteil)
3. die Geißelung (mit Dornenkrönung und Verspottung)
4. die Kreuzigung (mit dem mystischen Tod)
5. die Grablegung (und die Höllenfahrt)
6. die Auferstehung und
7. die Himmelfahrt.
Differenzen zu anderen Darlegungen (z.B. von STEINER[9]) begründen sich darin, dass bei ihm z.B. die Fußwaschung als erste Stufe benannt wird, während sie bei INTERMEDIARIUS im Vorfeld angesiedelt wird. Die ersten Schritte der >Nachfolge Christi< werden nun so an den Jünger herantreten, wie diese seinem Inneren angepasst sind[10].
Als Vorstufe zum Weg der christlichen Einweihung wurde nach der Reinigung das Abendmahl (welches der Stärkung dienen soll) angesprochen. Erst danach fängt der Leidensweg an. Hier muss sich das Ich-Bewusstsein freiwillig seiner kosmisch-irdischen Hülle zuwenden und sich den Kräften der gefallenen widergöttlichen Wesenheiten[11] übergeben, die in dieser Hülle wirken. Die widergöttlichen Wesenheiten hatten dem Menschen Verschiedenes angetan, als er aus dem Paradies verstoßen wurde und in ihre Gewalt kam. In wessen Bewusstsein nun das göttliche Urbild lebendig wirksam ist, der muss die Gewalt der widergöttlichen Wesen wie in einer Wiederholung noch einmal über sich ergehen lassen, damit der kosmisch-irdische Teil an ihm erlöst werde. >Jesus, der Christus Gottes< hatte dies ebenfalls alles auf Seinem Leidenweg vorgelebt, um durch Sein freiwilliges Opfer die gefallene Menschheit zu erlösen[12].
Der Sinn dieses Leidensweges ist
Adam ist der Ahnherr der Menschheit, der aus dem Paradies gefallen war und alle Kräfte der Menschheit stammen seitdem aus dem Reich der widergöttlichen Wesenheiten.
Erst wenn die kosmisch-irdische Hülle mit der niederen Natur des Menschen besiegt und geläutert wird, kann der Mensch seine ursprüngliche, himmlische Natur wiedererhalten. Die Hülle muss das Werkzeug werden, mit dem die höhere Natur innerhalb der Regionen des Kosmos im Einklang mit der Tätigkeit der göttlichen Engel wirken kann. Vorher ist die Hülle Hemmnis und Begrenzung[14].
Der Leidensweg von Gethsemane bis Golgatha ist zugleich der Rückweg zum Paradies für den komisch-irdischen Menschen[15]. Durch die >Nachfolge Christi< verbindet sich das menschliche Bewusstsein immer mehr mit dem göttlichen Urbild. Wenn es die kosmisch-irdische Hülle umbildet, bis diese dem Reich der göttlichen Engel angepasst ist, dann wird es aus der Gewalt der widergöttlichen Wesenheiten befreit. Das Bewusstsein selber wird dem Geist des göttlichen Urbildes ähnlich.
Schließlich wird durch >Jesus, dem Christus Gottes< als dem Geist des göttlichen Urbildes und durch die Kraft des Heiligen Geistes das Ich-Bewusstsein im Menschen neu geboren und seine Hüllen werden verwandelt[16]. Es handelt sich dann um den Neuen Adam[17] (auch lebendiger oder Zweiter Adam), worunter der neue transfigurierte[18] Mensch leiblich geboren zu verstehen ist[19].
Die sechste Stufe der Auferweckung (= Auferstehung) und die siebente Stufe des Aufstieges (= der Himmelfahrt) des Menschen in die kosmische Region bereiten nun die Vereinigung mit dem göttlichen Urbild des Menschen vor. Dabei kommt dem von unten heraufsteigenden Menschen in der kosmischen Region der bereits erlöste makrokosmische Mensch entgegen[20]. Zur Himmelfahrt siehe auch die Kapitel >Sonderaufstieg< und >Hoffnung<.
Von RIEHLE ist dargelegt, dass die Anzahl der Menschen, die in der wahren >Nachfolge Christi< stehen, doch unendlich klein ist. Diese Aussage stammt von 1954. Es wird zunächst rekurriert[21] auf die Zeit Noahs[22], wo der Himmlische Vater auch schon einmal die Erde abgesucht hatte nach Menschen, die ihm treu geblieben waren. Und Er hatte damals acht solcher Menschen gefunden gehabt. Nach RIEHLE fragt heute >Jesus, der Christus Gottes< Seine Allsehe[23] nicht mehr, weil Er fürchtet, keine acht zu finden. Zwar gibt es unzählige Nachfolger für das Ziel, von dem die Menschen glauben, dass Gott es mit ihnen im Auge hat. Aber für das Ziel, dass Er mit den Menschen im Sinn hat, wäre Gott zufrieden, acht wahre Nachfolger zu finden. Denn: „Eine einzige Abweichung von der Lebensgesinnung Jesu trifft Ihn härter als die Nägelmale an Seinen Händen“[24].
Und so soll der Himmlische Vater ein Objektiv in Arbeit haben, worin das kleinste Teilchen wahrhaftigen Lebens Seiner Kinder groß erscheinen soll vor Seinen Augen. „Mit diesem Objektiv wird Er in dieser letzten Zeit die Erde absuchen und wird für jeden wahren Nachfolger, den Er findet, das Gericht[25] um ein Jahr aufhalten“[26].
Die doch eher deprimierende Aussage über nur acht Menschen, die in der wahren >Nachfolge Christi< stehen sollen, entspricht nicht den eher hoffnungsvoll und positiv getönten Aussagen über die wesentlich größere Anzahl der Lichtdiener, die manchmal mit der Anzahl von 144.000 angesetzt wird (siehe Kapitel >Ursprungsfamilie< und Kapitel >Sonderaufstieg<), und durch die durchaus eine Transformation der gesamten Menschheit und der Erde (mit-)bewirkt werden soll (siehe Kapitel >Kosmische Phänomene<). Auch die Anzahl der Eingeweihten fünften Grades, welche die sog. Vollendung erreicht haben und dadurch geistige Meister geworden sind, lag 1920 bei 63 Adepten (siehe Kapitel >Überlastung<, wo generell eine zahlenmäßige Aufschlüsselung der Eingeweihten angeführt ist) und dürfte Anfang des 21. Jahrhunderts noch etwas zugenommen haben (Aussage von mir von 2010). Vermutlich geht es jedoch bei den Tatbeständen der >Nachfolge Christi< nicht um dieselben Kriterien.
Ende des Kapitels Nr. 26 >Nachfolge Christi<.
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[11] widergöttliche Wesenheiten: Darunter sind Ahriman und Luzifer und ihr Anhang zu verstehen (siehe Fußnoten im Kapitel >Stigmata<) sowie die Asuras (FN bei >Tyrannei<).