Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (160)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Spirituelle Gemeinschaft (27.L) Aufwand



Eventuell wurde jedoch auf einer rein ätherischen Ebene durch den Schnitt über meinem Magen vom ZP 53 eine weitere Entwicklung verhindert, z.B. eine Trennung zwischen dem unteren und dem oberen Chakrensystem, so dass im Grunde eine Herstellung des Vereinten Chakra für dieses jetzige Leben bei mir ausgeschlossen wäre. Auf diese Gedanken kam ich erst im Jahre 2008, nachdem mir die Darlegungen über dieses Vereinte Chakra bekannt geworden sind, wie dies im Kapitel 21-F >Homo Coelestis< angesprochen ist.


Und erst im November 2009 wurde dieser Verdacht für mich erhärtet, nachdem ich bei JAN van RIJCKENBORGH gelesen hatte, dass eine weitere spirituelle Entwicklung nicht stattfinden kann, wenn nicht das astrale Selbst aus dem Plexus Sacralis (dem Sitz aller Naturgesetzmäßigkeit) herausgelöst und in das Herz hinaufgezogen werden kann1. Dies ist bereits im Verlauf von Darlegungen zum ZP 46 und speziell unter dem Januar 2009 zu dem Kirchenlehrer Augustinus (den ich als einen bestimmten Meister von mir in Betracht ziehe; siehe an der Stelle im Text des Kapitels 27-J zur entsprechenden Fußnote) hier im Kapitel >Spirituelle Gemeinschaft< referiert.


Ich notierte zum ZP 53 noch weitere Aspekte: „Alles, was mit der SG verbunden ist, ist für mich ein Krampf. In den Rituellen Diensten habe ich immer nur gebetet, dass ich sie überstehen möge. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich spüre immer jede Zelle meines Körpers und das ruhige Sitzen ist für mich eine totale Qual. Ich werde nie begreifen, wie es allen anderen eindeutig nicht so geht, wie ich es definitiv aus Gesprächen weiß. Es ist für mich eine absolute Qual – und dies seit über 12 Jahren. Es hätte sich dies schon ändern müssen – ist aber nicht der Fall“.


Hier habe ich mir auch die Frage gestellt, was ich mir selbst vorwerfen könnte. Dazu gehörte, dass ich schon seit einiger Zeit verschiedene Aspekte nicht eingehalten habe, wobei ich als das Schwerwiegendste eigentlich die Einnahme von tierischen Hormonen sehe, die ich jedoch zwingend einnehmen muss (siehe Kapitel Nr. 18 >Schlafstörungen<). Die Alternative wäre, dass ich mir das Leben nehmen würde.


Ich notierte hier des weiteren, dass ich eigentlich fest davon überzeugt bin, den Weg auch ohne die SG gehen zu können – eben nach meinen individuellen Möglichkeiten, die nun einmal irgendwie „behindert“ sind. Und so will hier an dieser Stelle bereits vorwegnehmen, dass sich dieser individuelle Weg auch für mich verwirklicht hat. Selbst (oder gerade weil) wenn ich im August 2009 furchtbare Todesprozesse durchgemacht habe (siehe Kapitel Nr. 54 >Wahnsinn oder unendliche Liebe<) ist es für mich keine Frage, dass sogar mein spiritueller Weg durch andere esoterische Systeme vollkommen gesteigert wurde, wie dies z.B. im Kapitel Nr. 53 >Hoffnung<, aber auch im Kapitel Nr. 40 >Meditation< geschildert ist.


Nicht zuletzt sehe ich die am 14.01.2013 erfolgte Transvirulenz auf das Raumschiff von Amen-Ptah (siehe Kapitel Nr. 55-D >Neue Zeit<) als eine spirituelle Belohnung für meine bisherige Lebensleistung an. Seitdem gab es weitere spirituelle Erlebnisse, die in den späteren Kapiteln geschildert oder angedeutet sind, manche habe ich aber auch (noch) nicht geschafft, zu berichten.


Zum ZP 53 hatte ich jedenfalls notiert: „Ich glaube und hoffe, in einem anderen Egoischen Körper geborgen und zugehörig zu sein (womit letztlich der übergreifende Lebendige Körper Christi gemeint ist). Mein Eintritt in die SG war in diesem Sinne ein Irrtum, der allerdings nahe lag. Der Eintritt in die SG war verführerisch, da sie eine bestechende Repräsentanz hat und in dem Lehrsystem (mit einer eigentlich perfiden Intelligenz) alle Einwände vorweg genommen werden in dem Sinne, dass jeder automatisch entwertet wird, der sich nicht diesem spezifischen System einordnet. Und dies, obwohl es in Wahrheit wahrscheinlich mehrere andere entsprechende spirituelle Gemeinschaften und Egoische Körper gibt, und sich jemand - so wie ich - eben dort hin verirrt hat. Stattdessen wird von der dortigen SG ein Alleinvertretungsanspruch erhoben“.


Zum ZP 54 protokollierte ich, dass ich schon seit drei Jahren nicht mehr individuell meditiert hatte (siehe Kapitel Nr. 40 >Meditation<), sondern mich ganz auf die Strahlungskraft der SG verlassen habe.


ZP 55: Hier schrieb ich in mein Tagebuch: „Die SG ist in meinen Augen nicht integer, sie ist unlauter, unredlich. Dies habe ich immer schon so empfunden an verschiedensten Punkten. Gleichzeitig bietet sie etwas (scheinbar) unglaublich Hohes an: Die Strahlungskraft eines spirituellen Raumes – so wie auch STEINER davon spricht, dass sich ein Geistesschüler der geistigen Sonne in einer esoterischen Schule aussetzen muss“2. Jedoch habe ich die geistige Sonne unzählige Male auch unabhängig von der SG erlebt und erlebe sie aktuell immer wieder einmal (siehe Kapitel Nr. 17 >Erscheinen einer Sonne<)3.


Ich habe die Wirkungen der dort in den Rituellen Diensten herrschenden Strahlungskraft immer empfunden und die Lichtkraft immer verspürt. Es ist sehr wahrscheinlich auch der Grund, weshalb sich die Schilddrüsenüberfunktion bei mir entwickelt bzw. verstärkt hat. Ich war extrem berührt. Viel stärker als alle anderen Jünger. Warum? Weil ich so schwach, so verdorben, so unwürdig war? Oder weil ich extrem offen war und ein extrem aufnahmebereites „Gefäß“ anbot (wobei ich mit „Gefäß“ meinen Naturmenschen als solchen meine)? Bereits die starke Berührtheit mit Folge meiner Erkrankung deutet eigentlich auf eine unlautere Manipulation hin, d.h. es war für mich ja nicht durchschaubar und in keiner Weise abseh- oder erkennbar, während die Leitenden Personen von so etwas wissen müssten.


Andererseits wird es natürlich so sein, wenn bei dem Apokalyptischen Geschehen4 generell die Schwingung für die ganze Erde und die ganze Menschheit erhöht wird, wofür dann ja die göttliche Instanz verantwortlich ist, dass eben auch auf keinen Menschen Rücksicht genommen wird. Insofern wären meine Vorwürfe an die SG unberechtigt. Es ist eben mein (anscheinend karmisch bedingtes) Pech und liegt als Ursache in meiner gesundheitlichen Disposition, dass ich zu stark berührt wurde und dies mein Naturmensch nicht konstruktiv verarbeiten konnte.


Hätte ich nur von Anfang an auf meinen Naturmenschen gehört und wäre da gleich wieder aus der SG ausgetreten. Stattdessen habe ich diesen Naturmenschen geknechtet, versklavt, unterdrückt und bin nur dem höheren Streben gefolgt. Warum hat niemand alles als so „heilig“ empfunden wie ich? Diese letzte Frage mag etwas unverständlich und zusammenhanglos erscheinen. Jedoch ist dies der Fall gewesen, dass ich gemütsmäßig viel religiöser gestimmt war als die anderen Jünger. Zur Heiligkeit finden sich Darlegungen im Kapitel 21-i >Homo Coelestis< im Zusammenhang mit einem Lichtring über dem Kopf.


Was mich aber schon immer abgestoßen hat, waren die Ansprachen in den Rituellen Diensten und die dort vertretene Lehre:

a) die Propagierung der Ich-Auflösung;

b) der Alleinvertretungsanspruch dieser SG (auf den in Kürze noch näher eingegangen wird) als einzige befreiende Instanz in dieser weltlichen Realität (wozu mir noch nachträglich bei solcher Anmaßung die Worte fehlen);

c) die Behauptung, dass es auf dem evolutionären Weg keine Befreiung für die Menschheit gäbe;

d) die Behauptung, dass es keine Reinkarnation gäbe.


Nachvollziehen und bejahen konnte ich immer das Anstreben der Geistigen Wiedergeburt5, der völligen Verwandlung und die Behauptung, dass das weltliche Leben vollkommen verdorben sei, so dass es innerhalb des weltlichen Lebens keine Hoffnung auf Befreiung gibt, obwohl ich doch auch immer an einen Eingriff der göttlichen Instanz im Sinne des Apokalyptischen Geschehens und auch an eine evolutionäre Höherentwicklung der gesamten Menschheit glaube (siehe Kapitel Nr. 15 >Kosmische Phänomene<).


Missfallen haben mir immer die ganzen Anstrengungen. Mittlerweile hatte ich mitbekommen (alles nur indirekt, da nichts wirklich ausgesprochen wurde), dass sehr viel mehr von dem einzelnen Jünger verlangt wurde, als dies offiziell propagiert war. Verlangt wurden:

  1. Spenden-Gelder und nicht nur die Aufwandsentschädigung von Beiträgen und Veranstaltungskosten;

  2. eine Arbeitsleistung innerhalb der und für die SG, wie Putzdienste, Küchendienste u.ä.

  3. viel mehr Engagement beim Aufbau anderer Zentren;

  4. noch häufigere Veranstaltungsbesuche in dem Hauptsitz bei Hamburg.


Ich habe jahrelang überhaupt nicht mitbekommen, dass dies von einem erwartet wird, und habe mich auch an nichts beteiligt. Diese Leistungen für das Gemeinschaftsgefüge lagen alle überhaupt nicht in dem Blickfeld meines Strebens, auch wenn diese Leistungserwartungen andererseits verständlich sind. Wären diese Leistungen als Bedingungen – eventuell auch ab irgendeinem Stadium der Licht-Jüngerschaft - offiziell formuliert gewesen, hätte ich kein Problem damit gehabt bzw. hätte mich entweder offiziell dafür oder dann gegen die gesamte SG entschieden.


So aber war dies überhaupt nicht offiziell, sondern wurde als Leistung bei einem Wachstum des Jüngerstatus „insgeheim“ erwartet. So etwas ist mir immer zuwider: unausgesprochene Erwartungen. Eine Sonderleistung, die ich allerdings von mir aus erbracht habe (die mir persönlich allerdings auch selbstverständlich war), ist die Bildung von Fahrgemeinschaften mit meinem PKW, den ich chauffierte und dafür von jedem einzelnen Mitfahrer eine feste finanzielle Aufwandsentschädigung bekam. (Hätte ich einen Unfall gebaut, wäre ich eventuell im Gefängnis gelandet; denn es existierte sonst kein Vertrag über eine solch potentielle Situation.)


Man muss dazu wissen, dass ich prinzipiell ein vollkommen verantwortungsbewusster und pflichtbewusster Mensch bin, der jegliche Hilfe leistet, soweit es ihm nur möglich ist; der sich immer für alles einsetzen, für alles engagieren würde. Aber diese ganze Art und Weise des Geheimnisvollen – und dann vielleicht noch hinter dem Rücken eines Menschen darüber tuscheln, dass der sich nicht engagiert, weil er eigentlich überhaupt nichts davon weiß, ist für mich total abstoßend!


(Nachträglich wundere ich mich allerdings, dass auch die Menschen, mit denen ich näher befreundet war, anscheinend gar nichts davon wussten und – ebenso wie ich – keinerlei weitere Dienstleistungen erbrachten. Auch haben wir darüber - aus Unkenntnis - gar nie miteinander gesprochen.)


Mir ist ein Rätsel, wie alle anderen dies ertragen konnten. Dies werde ich nie begreifen! Für mich war der ganze zeremonielle Ablauf ein Krampf: das Verharren unter den ganzen Menschen während der Rituellen Dienste, aber auch schon in deren Vorlauf und noch im Anschluss daran; denn alles dies zusammen dauerte mindestens zwei Stunden (= 120 Minuten).


GEORG KÜHLWIND hat in seinem Buch >Die Diener des Logos< die Problematik aufgegriffen, wie der Mensch als Suchender seelisch-geistigen Einflüssen und Einwirkungen ausgesetzt sein kann, die letztlich für ihn schädlich sein können. Seine Thesen habe ich umgemünzt auf Sekten6 allgemein, und man könnte sie auch beziehen auf die hier angesprochene SG. Meine folgenden Darlegungen (in Anlehnung an KÜHLEWIND7) müssen also als Annäherungen verstanden werden, denen es vorerst bezüglich der SG an Beweiskraft mangelt. Folgende Ideen kamen mir:


  • Der jeweiligen Sekte ist es wichtiger, dass sie es ist, die dem Jünger hilft, als dass es ihr darauf ankäme, dass dem betreffenden Menschen geholfen wird.

  • Die jeweilige Sekte selbst ist total ich-zentral und erhebt einen Alleinvertretungsanspruch.

  • Sie rechnet mit dem mangelnden Bewusstsein der Jünger, auf die sie einwirken will.

  • Die Sekte behauptet, den einzigen Befreiungsweg zu kennen.

  • Sie diffamiert alle anderen geistigen Lehren.


  • Sie diffamiert im Vorhinein jeden, der wieder austritt. Sie droht mit dessen Vernichtung (wenn auch nur in dem Sinne, dass der Jünger sich selbst durch seinen Fall vernichten wird).

  • Sie hat ein Netz aus Begriffen, Prinzipien, Inhalten gesponnen, das allein gültig sein soll.

  • Entscheidend ist z.B. die Auflösung des Ich, die propagiert wird. Diese gewährt der Sekte den Freiraum, alles als Irrtum abzutun, was der Mensch als Eigenwesen denkt; denn alles das ist minderwertige Ich-Zentralität.


  • Im Voraus fertige Prinzipien, nie untersuchte sogenannte Grundwahrheiten bilden die Fäden und Knoten des Netzes.

  • Das schafft eine existentielle Bewusstseinsgebundenheit im Abhängigen, aus der er sich kaum lösen kann.

  • Es schafft eine Illusion, eine Lebenslüge, die das ganze Dasein durchwebt.

  • Bei Infragestellen wird mit dem totalen Zusammenbruch der Existenz gedroht – so bleibt die Sekte unentdeckt in ihrer Unlauterkeit.

  • Jeder potentiell kritische Mensch wird entwertet und verachtet.


Jedoch: Der Helfende (also die Sekte) dürfte bei seiner (bzw. bei ihrer) Hilfe für einen Jünger (und integerer Handlungsweise) nichts gewinnen.

  • Demgegenüber verlangen Sekten fortgesetzt, einmalig oder häufiger hohe Spenden.

  • Es werden Arbeitsleistungen verlangt, die dann mit einem Aufstieg in die verschiedenen Grade der Jüngerschaft belohnt werden.

  • Den Sekten geht es um fortgesetzte Expansion, ständig müssen neue Mitglieder und damit potentielle Jünger gewonnen werden (natürlich unter dem Deckmantel, dass die Sekte als „Menschenfischer“8 im Sinne von >Jesus, dem Chrisus Gottes< fungiert).

  • Immer mehr Menschen sollen befreit werden.


Jedoch: Wer Befreiung sucht, findet sie, d.h. die Bewegung des Suchens muss vom Sucher ausgehen. Der Anbieter hat nur zu verharren, er hat da zu sein. Auf diese Weise würde eine organismische Expansion durch die wachsende Anzahl der Jünger erfolgen, so dass gar keine Spenden nötig wären, wenn jeder das Reguläre bezahlt. Dann kann aus dem Anwachsen der Jüngerschaft alles Weitere finanziert werden.


Stattdessen ist es in vielen Sekten so, dass das Prinzip der „Simonie“9 herrscht. Im engen Sinne ist damit der Kauf (bzw. Verkauf) von geistlichen Ämtern oder Dingen gemeint in Anlehnung an die Apostelgeschichte, Kap.8, Verse 9ff., wo speziell der ehemalige Zauberer Simon (der sich scheinbar zu >Jesus, dem Christus Gottes< bekehrt hatte) die Macht von den Aposteln kaufen wollte, durch den Heiligen Geist auf andere Menschen einwirken zu können (Verse 18-19). Da aber sprach der Apostel Petrus10 zu Simon: „Dass du verdammt werdest mit deinem Gelde, darum, dass du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. Du wirst weder Teil noch Anfall haben an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott“ (Verse 20+21).


Fortsetzung folgt im Teil M zum Kapitel Nr. 27 >Spirituelle Gemeinschaft<.


1 JAN van RIJCKENBORGH/Ägyptische Urgnosis/S.121f.

2 STEINER/GA245

3 Konkret ist mir z.B. noch am 16. Februar 2009 (also viele Jahre nach der SG) innerlich eine so extrem strahlende weiße Sonne (eigentlich mehr eine vollständige Zusammenballung von Strahlen) erschienen, dass sie durch einen gelben Sonnenschirm (im Traum) abgedämpft werden musste.

4 Apokalyptisches Geschehen: siehe Text bei 15-i >Kosmische Phänomene<.

5 Geistige Wiedergeburt: FN bei 4-A >Asketische Versuche<.

6 Sekte: kleinere Religionsgemeinschaft, die sich in bestimmten Punkten von Lehre und Kult der anerkannten Kirche unterscheidet (NGL/Bd.II/S.770). Siehe die Hauptdarlegugnen über Sekten im Kap. Nr. 27-D.

7 KÜHLEWIND/Die Diener des Logos/S.18ff.

8 Menschenfischer: siehe Darlegungen im Verlauf des ZP 17 im Kapitel Nr. 27-C.

9 Simonie: Erklärungen im Text sind erfolgt nach: D/F/S.669.

10 Apostel Petrus: FN bei 23-F >Priesterseele<.