Sternenschnee

Kim Carrey:

Sternenschnee (174)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Erdgebundene Seele (30.D) Abtreibung

 

Trotzdem ist es auch im Jahre 2008 (als ich die Darlegungen hier gefertigt habe) immer noch manchmal vorgekommen, dass ich von der >Erdgebundenen Seele< schikaniert wurde. Es hatte dies dann jedoch meist einen bestimmten Grund, was ich alles über statistische Beobachtungen festgestellt habe. Der Grund ist in solchen Fällen, dass ich irgendeinen Gegenstand in meinem Wohnzimmer an eine andere Stelle gestellt habe, z.B. dass ich einen Wäscheständer aufstellen musste, was bei mir circa an zwei Tagen der Woche der Fall ist. Anfänglich war diesbezüglich ewig „ein Theater“ mit dem Gespenst.

 

Dann stellte ich fest, dass ich den Wäscheständer nur in einer ganz bestimmten Position deponieren durfte. Es musste genügend Platz auf der einen Seite sein, dass das Gespenst dort entlanggehen konnte, ohne irgendwo gegenzustoßen. Oder ich habe einen Ventilator im Sommer aufgestellt. Dann muss es sich erst daran gewöhnen und macht so lange noch Theater, was bedeutet, dass es mich körperlich angreift. Es kam häufig vor, dass ich nachts noch einmal extra aufstehen und die Wohnung inspizieren musste, ob ich nicht irgendwo etwas falsch deponiert hatte und musste es dann ändern. Erst dann ließ das Gespenst mich endlich in Ruhe.

 

Noch am 11. August 2007 musste ich erleben, dass die >Erdgebundene Seele< „Theater machte“ (so empfinde ich es), weil ich acht Metallschubladen habe circa 10 cm offenstehen lassen. Ich wollte diese in der Nacht wegen des potentiellen Lärms nicht mehr schließen. Sie quietschten nämlich beim Schließen. Tatsächlich musste ich wieder in meiner Einschlafphase aufstehen, und diese Schubladen doch noch schließen, weil mich das Gespenst nicht in Ruhe ließ. Ich hatte es schon vorher geahnt, wollte aber einmal sehen, ob diese 10 cm doch relevant wären.

 

Es ist übrigens so, dass ich das Gespenst prinzipiell als sekundenweises Schattengebilde durch meine Wohnung schweben sehe, wobei dieses Schweben manchmal rasant geht und manchmal langsamer, je nach Anlass. Rasant schießt das Gespenst durch die Luft, wenn es mich akut irgendwohin begleiten will. Z.B. folgt es mir prinzipiell ins Bad, also auch zur Toilette hin und es folgt mir in die Küche. Es folgt mir im Grunde wie ein Hund, wenn ich einen solchen als Haustier hätte. Trotz aller Furchtbarkeit musste ich darüber sogar schon schmunzeln, weil es fast wieder rührend ist. Es will eben von meinem „sichtbaren“ Leben nichts verpassen. Aber ich habe furchtbar brutale Zeiten über mich ergehen lassen müssen. Das darf nicht vergessen werden!

 

Dieses Schattengebilde hat jedoch auch zeitweise einen glimmernden Schein gehabt, u.z. so, wie ich es einmal in einem futuristischen Film gesehen habe, wenn sich irgend jemand irgendwo hin „beamt[1] und dann dort sichtbar wird.

 

Glücklicherweise konnte ich mich bezüglich der Angriffe durch das Gespenst drei verschiedenen Freundinnen gegenüber offenbaren, was wenigstens ein gewisser Trost war. Eine davon war eine direkte Geistesfreundin, die mir erzählte, dass ein ehemaliger geistiger Lehrer von ihr ähnlichen Angriffen ausgesetzt gewesen war, was dieser ihr anvertraut hatte. Eine dritte (nicht geistig orientierte) Freundin erinnerte sich wiederum Jahre später an die Literatur >Das Gespenst von Canterville< von OSKAR WILDE[2]. Und tatsächlich haben mir diese literarischen Darlegungen dann zu gewissen Erkenntnissen verholfen bzw. zu Spekulationen, weshalb dies eventuell in mein Schicksal getreten ist.

 

Dazu muss ich kurz referieren, wie der Inhalt bezüglich des Gespenstes bei OSKAR WILDE ist: Ein Mädchen kann das Gespenst im Schloss erkennen und das Gespenst sagt zu dem Mädchen (wobei es das Mädchen siezt): „Ich bin so einsam und unglücklich und weiß wirklich nicht, was ich anfangen soll. Ich möchte so gerne schlafen und ich kann nicht. … Ich habe seit 300 Jahren nicht mehr geschlafen … und ich bin so müde. … Der Tod muss so schön sein. … Sie können mir helfen. Sie können mir das Tor zum Hause des Todes öffnen; denn Liebe begleitet Sie auf allen Ihren Wegen und Liebe ist stärker als der Tod“. Dem Mädchen war, als träumte es einen angstvollen Traum.

 

Dann kommen sechs Zeilen eines Verses, welche lauten:

„Wenn der Maid im goldnen Haar es gelingt,

dass sie einen Sünder zum Beten zwingt,

wenn der dürre Baum sich mit Blüten behängt,

und Unschuld ihr Antlitz mit Tränen tränkt,

dann wird`s im Hause wieder still,

und Friede herrscht über Canterville“[3].

 

„Das bedeutet“, sagte der Geist ernst, „dass Sie um meiner Sünden willen mit mir weinen müssen; denn ich habe keine Tränen, und dass Sie mit mir um mein Seelenheil beten müssen, denn ich habe keinen Glauben. Und wenn Sie immer süß und gut und lieb gewesen sind, wird sich der Engel des Todes meiner erbarmen. – Sie werden schreckliche Gestalten in der Dunkelheit sehen und schauerliche Stimmen werden an Ihr Ohr schlagen, aber es wird Ihnen nichts geschehen, denn gegen die Reinheit eines Kindes können die Mächte der Hölle nicht ankämpfen“. Darauf antwortet das Mädchen: „Ich will den Engel bitten, dass er sich Ihrer erbarme“[4].

 

Das Mädchen erzählt dann später seinem Vater, dass der verstorbene Mann, welcher nun als Gespenst leben musste, sehr böse in seinem Leben gewesen war (er hat seine Gattin ermordet). Sein „Benehmen“ habe ihm jedoch schließlich sehr leid getan. Durch die Interventionen des Mädchens hat schließlich Gott dem Gespenst vergeben, und diese >Erdgebundene Seele< konnte richtig sterben.

 

Durch die Geschichte von OSKAR WILDE erkannte ich, dass meine prinzipiellen >Schlafstörungen< beim Einschlafen (die häufig 3 Stunden lang andauern) eine totale Korrelation zu dem Schicksal der Gespenster haben: So wie ich nicht einschlafen kann, so kann das Gespenst nicht sterben!

 

Ein Mensch hat im Leben schwerer gesündigt als normal (bei WILDEs Gespenst: Mord; bei meinem Gespenst: Selbstmord). Der so gesündigten Menschenseele wird nun der Engel des Todes vorenthalten. Ein Mensch, welcher Selbstmord begangen hat, kann im Jenseits (im Nachtodlichen Leben) nicht regulär weitergehen, weil er solange in Erdennähe bleiben muss, wie er sonst real gelebt hätte. Bei meinem Gespenst wären dies vielleicht noch 20 bis 30 Jahre.

Ein vor dieser Zeitspanne stattfindender Sterbeprozess wäre nur durch göttliche Gnade möglich, damit ein Teil der Verbannungszeit erlassen wird.

 

Nun geht von einer solchen >Erdgebundenen Seele< selbst nichts Positives aus, weshalb Gott ihm die Gnade erteilen würde – sondern nur ein mitfühlender Mensch könnte Gott um Seine Gnade bitten, um Sein Erbarmen mit dieser verirrten, verlorenen Menschenseele. Das Gespenst selbst weiß über keine Zusammenhänge. Bei WILDE: Es hat keinen Glauben; es kann nicht beten. Es irrt nur hoffnungslos herum und tut das für es einzig naheliegende: Derjenige Mensch, welcher ihm zunächst lebt, wird gestört, wenn dieser schlafen will. Mit diesem zunächst lebenden Menschen meine ich mich selbst in Bezug auf „mein“ Gespenst.

 

Dies hat allegorische[5] Zusammenhänge: Ich könnte in gewisser Weise schlafen bzw. ich schlafe eben irgendwann real ein. Das Gespenst möchte auch „schlafen“, was in seinem Sinne bedeutet: Es möchte vollständig sterben können. Es stört mich nun gerade dann, wenn ich schlafen will; es lässt mich nicht schlafen, weil es nur so auf seine korrelierende[6] Not aufmerksam machen kann, nämlich, dass es nicht sterben („schlafen) kann. Es kann nicht einschlafen, es kommt nicht in einen Sterbeprozess hinein. Es gibt mir qualvoll täglich zu spüren, was es in Analogie erleidet. Meine Ohnmacht, nicht einschlafen zu können, ist auch seine Ohnmacht, nicht zum Sterben gelangen zu können.

 

Meine eigene Schlaflosigkeit bzw. Schlafgestörtheit (unabhängig von dem Gespenst) hat eventuell überhaupt mit einem tief in mir verwurzelten unbewussten Sündengefühl zu tun. Vielleicht habe ich einmal in einer früheren Inkarnation Selbstmord begangen und konnte da auch nicht sterben, was sich jetzt in der Schlaflosigkeit als Nachklang wiederholt vollzieht. Oder: Ich bin gewaltsam getötet worden, was ich manchmal vermute. Und ich habe deshalb einen Hass gegen meine Mörder. So ein ähnlicher Sachverhalt ist geschildert bei LORBER in >Von der Hölle bis zum Himmel<[7].

 

Erst am 21.02.2015 habe ich im Kap. Nr. 22-A >Flugträume< diese Vermutung doch in einer gewissen Verifizierung dargelegt, obwohl ich dies alles schon seit ca. meinem 25. Lebensjahr gewusst (aber irgendwie verdrängt) habe (bzw. ich wollte es eigentlich in der Autobiographie nicht unbedingt erwähnen). Es bedeutet aber eben doch, dass ich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in der (vor)letzten Inkarnation gewaltsam umgebracht worden bin.

 

Es ist auch möglich, dass ich selbst in einem früheren Leben jemanden getötet habe. Real habe ich (allerdings in diesem Leben) einen Embryo[8] töten lassen, da ich einen (wenn auch legalen) Schwangerschafts-Abort[9] circa 1980/1981 hinter mir habe. Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass dies vom esoterischen Standpunkt doch sehr problematisch ist, obwohl ich es mir auch allgemein menschlich hätte denken können.

 

Trotzdem ist meine eigentlich erschütternde und traurige Wahrheit so, dass ich diesen Schritt letztlich völlig egoistisch nicht bereue; denn ich habe x-mal miterleben müssen, wie problematisch die ewigen Auseinandersetzungen der beiden nicht mehr liierten Elternteile sind in Bezug auf die Termine des Besuchsrechts oder der Verteilung des Sorgerechts usw. Die Vorstellung, dass ich immer wieder in einen zwangsläufigen Kontakt mit dem Vater des potentiellen Kindes gekommen wäre, ist für mich so abstoßend, dass ich selbst lieber die Einsamkeit im Alter ohne einen Nachkommen in Kauf nehme. Nach dem Ende einer Beziehung habe ich jeglichen Kontakt immer vermieden und den Menschen aus meinem Herzen gerissen.

 

Dass es überhaupt zu dieser Konzeption[10] gekommen war, lag daran, dass mein erster langjähriger Lebensgefährte mich doch bei einer zufälligen Begegnung in einer Diskothek noch einmal „herumgekriegt“ hat. Obwohl ich ihn bat „aufzupassen“ („Koitus interruptus[11] zu vollziehen), da ich zu der Zeit keine Anti-Baby-Pille genommen hatte, hat er mich willentlich geschwängert. Dies war von ihm primär positiv gemeint, da er mich definitiv zurückgewinnen wollte und sich auch bei der Begegnung ausgesprochen liebenswürdig verhalten hat.

 

Indem er nun den Keim für ein potentielles Kind gelegt hatte, dachte er, er brauche jetzt nur noch abzuwarten. So meldete er sich zwei Tage lang nicht, was ich so lieblos wie immer von ihm fand; denn ich erwartete in meiner ewig romantischen Vorstellung nun den sofortigen Beginn einer intensiven neuen Beziehung.

 

Jedoch wurde mir klar, dass er im wesentlichen der gleiche Mensch geblieben war, der immer war (und weshalb ich mich überhaupt nach fünf Jahren von ihm getrennt hatte) und sich daran nichts ändern würde. Er wies durchaus diverse Qualitäten auf, jedoch seine Liebesfähigkeit reichte für meine Seele und mein Herz nicht aus. Durch meinen späteren Lebensgefährten (den ich als mein „große Liebe“ bezeichnet habe im Kap. 37 >Eifersucht<) hat sich auch erwiesen, dass es für mich diesbezüglich einen definitiv passenderen Partner gab.

 

Nach den zwei Tagen, wo der erste Lebensgefährte sich nicht gemeldet hatte, machte ich eine schlimme Nacht durch und teilte ihm am 3. Tag von mir aus mit, dass ich keine Beziehung mehr mit ihm führen würde. Nach ca. vier Wochen stellte sich dann die Schwangerschaft heraus. Ich ging sofort von „Pontius zu Pilatus“, um unbedingt einen Abbruch zu erlangen, der dann auch durchgeführt wurde.

 

Mein Leben wäre garantiert vollkommen anders verlaufen, hätte ich das Kind zur Welt gebracht. Mein erster Lebensgefährte hatte eine vollkommen abgesicherte berufliche Position und aufgrund des Kindes hätte er wahrscheinlich sein Leben lang für mich und das Kind gesorgt, selbst wenn ich nicht mit ihm zusammengeblieben wäre. In dieser Hinsicht hätte ich das Paradies haben können – und dies ist doch ein Faktor, wo ich an meiner Entscheidung zweifeln muss. Denn so musste ich unter den teilweise unerfreulichsten Umständen meinen Beruf ewig ausüben, wurde mit Hunderten von Menschen konfrontiert, und fing schließlich an, meine Berufswahl und Arbeit zu hassen.

 

Jedoch zurück zu den Faktoren, weshalb ich wiederum den Schwangerschaftsabbruch nicht bereue: Ich bekomme nämlich mit, wie schlecht manche Mütter sich mit ihren Kindern verstehen, wie eigenwillig und ungehorsam heutzutage viele Kinder sind. Oder ich kenne umgekehrt den Fall, wo eben die Mütter herrsch- und kontrollsüchtig in Bezug auf ihr Kind sind und es unterdrücken. Von dem ganzen Fall mit meiner eigenen Mutter einmal ganz abgesehen (Kap. Nr. 13 >Aurisches Wesen).

 

Alle Variationen wären für mich so katastrophal, dass ich froh bin, dies niemals erlebt haben zu müssen (was ja leider in Bezug auf meine eigene Mutter nun alles doch so furchtbare Realität gewesen war). Eine fiktive Disharmonie mit meinem eigenen Kind hätte mich ganz sicher frühzeitig ins Grab gebracht, da ich eigentlich harmoniebedürftig bin. Im Prinzip hätte ich aber zu einer „Vergötterung“ meines Kindes geneigt (also zu einer „Affenliebe“; vgl. auf der geistigen Ebene das Kap. Nr. 32 >Baby), was auch unwägbare Folgen hätte haben können.

 

Hinzukommt, dass im Kapitel Nr. 37-F1 >Eifersucht< wesentliche Aussagen existieren, dass eine (doch von den meisten Frauen mit Vehemenz angestrebte) Mutterschaft in Wahrheit nicht das primäre geistige und höchste Ziel des menschlichen Daseins ist, da die Zeugung von Nachkommen die Ebene des Naturreiches betrifft, der Mensch aber auf seine geistige Wesenheit ausgerichtet sein sollte. Denn kein Mensch braucht zu glauben, die Menschheit (insgesamt) würde wegen mangelnder Nachkommen aussterben, da es davon eigentlich zu viele gibt, wie noch dargelegt wird.

 

An solchen Stellen der Autobiographie (insbesondere wenn das Kapitel 37-F1 zum Posten dran ist), merke ich regelrecht einen massiven Rückgang der Leserzahl, die sich davon wohl fast angegriffen fühlen. Gleichzeitig habe ich selbst mehrfach beobachten müssen, wie viele Frauen von den Erwartungen an ihre Mutter-Kind-Beziehung massiv enttäuscht worden sind und mir dies erzählt haben. Andere haben eine unfreiwillige Kinderlosigkeit nie verkraftet und sind zu Pontius und Pilatus gelaufen wegen irgendwelcher medizinischer Eingriffe und Adoptionen.

 

Eine Freundin von mir (dies dies hier nie lesen wird, weil sie sich absolut nicht für Esoterik interessiert) fängt sofort an zu weinen, wenn sie ein Kleinkind sieht, weil sie drei Fehlgeburten hatte und nun kinderlos geblieben ist. Es ist alles so oder so sehr traurig. Jedoch könnten die Darlegungen im Kap. 37-F1 einem Menschen (auch betroffenen Männern) ein großer Trost sein.

 

Bei CREME ist zu einem Schwangerschaftsabbruch übrigens ein sehr differenzierter Standpunkt dargelegt. Was auf jeden Fall zutrifft ist, dass die Inkarnation einer Seele ganz offensichtlich durch Abtreibung verhindert wird. Dabei nimmt die Seele ungefähr im vierten Monat den Fötus wirklich „in Besitz“ und aktiviert das Leben des Körpers, nachdem die Seele um die vierte Woche herum einen Energiefaden in den Körper des ungeborenen Kindes gelegt hat, durch den sie zunächst den künftigen Träger belebt hatte.

 

Die Verhinderung einer Inkarnation kann nach CREME insofern eine gute Sache sein, als es die verfrühte Inkarnation einer unreifen Seele verhindert. „Man darf nicht vergessen, dass viele (zu viele) Seelen vor der Zeit in die Inkarnation hineingezogen werden, da die (Über-)Produktion von Körpern einen magnetischen Sog ausübt. Diese Überproduktion entspringt natürlich der falschen Anwendung der Sexualfunktion durch die Menschen. Die Meister unterstützen die Abtreibung nicht, aber jeder Fall muss einzeln betrachtet werden. In ihren Augen ist Abtreibung manchmal das kleinere von zwei Übeln. Als unerwünschtes, ungeliebtes Kind kann es eventuell mehr leiden als durch Abtreibung“[12]. Letztere Aussage erscheint mir allerdings doch eher ein psychologischer denn ein spiritueller Standpunkt zu sein.

 

Bei der BRÜCKE wird eine Abtreibung wesentlich schwerwiegender beurteilt. Es wird dort der langwierige und komplizierte Werdegang einer Seele beschrieben, wenn diese die einzelnen geistigen Ebenen hinabsteigt zur Reinkarnation. Die Vorbereitungen dazu sind immens und es wird dann ausgesagt: „Wir ersehen aus alledem, welchen Schock eine Seele erleiden muss, wenn ihr die Verkörperung durch Abtreibung unmöglich gemacht wird. … Die karmischen Folgen daraus werden die Eltern oder die Mutter einmal tragen müssen, und es ist eine Tragik, dass die wenigsten Menschen davon wissen“[13].

 

Der (ehemalige) Kardinal Meisner[14], dessen Rücktrittsgesuch (aus Altersgründen) nach Pressemeldungen vom 28.02.2014 von Papst Franziskus bewilligt worden sein soll, hat Abtreibungen übrigens mit den Nazi-Verbrechen verglichen. Zur Dreikönigspredigt am 06.01.2005 soll er eine Parallele zwischen Schwangerschaftsabbruch und dem Holocaust[15] am jüdischen Volk angedeutet haben. Dies wurde von seinen Kritikern (in einer umgedrehten Weise) als eine Verharmlosung des Holocaust bezeichnet. Meisner nahm seine Äußerung daraufhin teilweise öffentlich zurück[16].

 

Bei ANSELMI wird der Umgang mit >Erdgebundenen Seelen< unter dem Gesichtspunkt des Lichtkörperprozesses thematisiert (zum Lichtkörper siehe im Kapitel Nr. 21-J >Homo Coelestis<). Auf einer spezifischen Stufe dieses Prozesses beginnt eine Verschmelzung mit dem eigenen multidimensionalen Selbst. ANSELMI schreibt: „Unser Ziel ist, alles, was wir in allen Dimensionen sind, nun auf der Erde zu manifestieren“[17].

 

Dazu muss eine Auflösung der Persönlichkeit stattfinden, was als besonders schwierig empfunden werden kann, weil die vollkommene Hingabe der Persönlichkeit an die Seele erfolgen muss und der betreffende Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt über rein gar nichts mehr irgendeine Kontrolle ausüben kann. Er muss ein göttliches Instrument werden, und dazu bestimmt die Seele alles, was der Mensch tut oder nicht tut (vergleiche die Darlegungen im Kapitel Nr. 54-H >Wahnsinn oder unendliche Liebe<).

 

Der Mensch bekommt dann eine neue Lichtkörper-Struktur, was von allerlei physischen Krankheitssymptomen begleitet sein kann. Denn es geht bei diesem Prozess auch um eine Integration von verschiedenen Teil-Selbsten der eigenen Überseele oder aus anderen kosmischen Regionen. ANSELMI schreibt: „Wir integrieren alternative Selbste, die gegebenenfalls anderenorts in völlig anderen Körpern gelebt haben und noch nicht ganz harmonisch sind. Das kann dazu führen, dass man sich vorübergehend öfter mal ziemlich von sich selbst entfremdet fühlt sowie Verhaltensweisen und Reaktionen an den Tag legt, die einem bei sich selbst bisher unbekannt waren.“

 

„Man kann sich davon sogar umsessen oder besessen fühlen und möchte sich gegen das Eindringen und die Anwendung dieser alternativen Selbste wehren, was aber vergeblich ist. … Die alternativen Selbste, die jetzt zu uns stoßen, brauchen auch noch ein paar Schliffe am Diamanten und bleiben unsere Begleiter, bis sie ausgeglichen, harmonisiert und ihre Schwingungen an die Überseelenschwingungen angepasst sind. Auch bei ihnen wird nun alles aufgelöst, was ihre sogenannte niedere Persönlichkeit ausgemacht hatte“[18].

 

Beim Verschmelzungsprozess mit Co-Inkarnationen kommt ein Teilaspekt der eigenen Seele (künftig hier als „Hauptseele“ bezeichnet) in das Aurafeld hinein. Dieser Teilaspekt hatte sein Leben bisher weitgehend selb-ständig gelebt gehabt. Nun beginnt er mit der Hauptseele zu kommunizieren. „Anfänglich kann man das Gefühl haben, es dränge sich eine fremde Energie, ein anderes Bewusstsein, in den eigenen Körper hinein und man sei davon besessen. Im Grund genommen ist es wohl tatsächlich eine Art Besessenheit“[19].

 

Gedanken und Gefühle dieses Teilaspektes drängen sich dann der Hauptseele auf; denn dieser Teilaspekt bringt viel unerledigtes Material an die Oberfläche des Wachbewusstseins der Hauptseele. Bisher war dieses Material im Unterbewusstsein der Hauptseele und bestimmte von dort her deren Wirklichkeit mit. Jetzt muss sich die Hauptseele jedoch über das Wachbewusstsein damit auseinandersetzen. Dabei soll dieser Verschmelzungsvorgang der Seelenaspekte durch die Mahatma[20]-Führung[21] der Hauptseele aktiviert und gesteuert werden.

 

Fortsetzung folgt im Teil E zum Kapitel Nr. 30 >Erdgebundene Seele<.

 



[16] www.wikipedia.de zu „Meisner“ (Stand 25.12.2014)