Kim Carrey:

Sternenschnee (181)

Esoterische Studien einer Autobiographie

32. Baby, C

 

 

Am 14. Oktober 1997 hatte ich im Traum ein >Baby< in meinem linken Arm. Es war nach längerer Zeit wieder einmal, dass ein >Baby< vorkam im Traum – und es berührte mich (wie immer) besonders liebreizend. Ich fasste mit meiner linken Hand sein winziges linkes Händchen und schob wohl einen Finger oder meinen Daumen in dieses Händchen, so dass es diesen umschließen konnte. Ich nahm noch irgendwelche weiteren fürsorglichen Handlungen vor mit meiner rechten Hand, die ich aber nicht mehr weiß. Dann war es plötzlich so (ich hatte wohl mit dem >Baby< recht nahe am Fußboden gehockt gehabt), dass das >Baby< von sich aus ein Beinchen/Füßchen zum Boden ausstreckte als ersten Versuch, stehen bzw. laufen zu wollen. Da streichelte ich dann irgendwie dieses Beinchen mit einem weichen Tuch (wie mit Samthaaren) und das >Baby< wollte nun wohl einen Laut von sich geben, was ich jedoch verhinderte (weshalb, weiß ich nicht), indem ich den Finger auf meinen Mund legte als Zeichen, dass es still sein möge.

 

Später habe ich jedoch bei WEINFURTER eine Deutung gefunden, wo er schildert, wie ein kleines Kind mit dem Finger an den Lippen dargestellt wurde (was ich doch als Entsprechung zu meinem Traum ansehe, auch wenn ich dort als seine Mutter den Finger an die Lippen legte). Es handelte sich bei dem von WEINFURTER angesprochenen Kind um die ägyptische Gottheit der Mysterien mit Namen Harpokrates. Dieses Kind war ebenso wie Horus ein Abkömmling von Osiris[1] und der Isis. Harpokrates soll nun nach WEINFURTER den Mystiker symbolisieren, der soeben nach der Geistigen Wiedergeburt erwacht ist. Er stellt das göttliche Kind dar und sein Bild soll später mit der Vorstellung des Christus-Kindes verschmolzen sein.

 

„Jesus sagte, dass nur die Kinder in das Reich Gottes eingehen können, das heißt in den Bund der Auserwählten, und bezeichnet als Pfad zur Vollkommenheit, wieder zum Kind, wieder neu geboren zu werden und dass wir damit die Sündenlast jener abstreifen, die nur einmal geboren sind. Und so ist uns Jesus Christus selbst das Urbild des gestorbenen und wiedergeborenen Mystikers, als der Herr des Todes und des Lebens, in der Gestalt des von der Mutter beschützten Kindes, umgeben vom Geiste des Vaters“[2].

Der Finger an den Lippen soll nun allerdings Schweigen bedeuten. Durch diese Handlung soll das göttliche Kind dem Mystiker befehlen, das geheim zu halten, was er weiß. Zugleich soll diese Geste auf das Geheimnisvolle der eigenen Wesenheit hinweisen, auf den Ursprung und die Aufgabe seiner Wesenheit sowie auf das heilige Geheimnis der Geistigen Wiedergeburt. Dieses Zeichen des Fingers auf den Lippen als Sinnbild des Schweigens ging dann später auf viele Mysterien und Geheimbünde über[3].

 

In der Nacht zum 24. Dezember 1999 (also in der Nacht vor dem Heiligen Abend) hatte ich wieder schwere >Schlafstörungen< gehabt und während des „sinnlosen“ Wachseins >Meditationen< und Gebete angewandt. Gegen Morgen war ich dann schließlich eingeschlafen. Nach dem ersten Traum (der hier irrelevant ist) wachte ich kurz auf und sah imaginativ[4] ein >Baby< auf dem Bauch liegen, welches mich frontal und mit total wachen Augen absolut direkt anblickte.

Diese Imagination war mehr eine Vision von völlig realem übersinnlichem Charakter. Es war so, dass ich das >Baby< in einem sonst leeren unbegrenzten Raum lebendig sah bzw. lebendig erlebte. Dabei fiel mir auf, dass das >Baby< keinerlei Haare hatte und von meinem inneren Eindruck her, dass es ein männliches >Baby< war.

Ich hatte während der imaginativen Begegnung keinerlei Gefühle – nur war mir sofort bewusst, dass es als Wesenheit kein >Baby< war, da der Blick so extrem wach war, wie ihn ein >Baby< nicht hat. Nicht zuletzt aufgrund des Datums brachte ich dieses Traumerlebnis in Verbindung mit dem realen Christus als Kind (siehe Kapitel >Jesus, der Christus Gottes<), welcher sich mir in dieser Weise offenbarte – vielleicht als Trost für meine ewigen Qualen.

 

Ich besitze schon seit über 15 Jahren (Aussage von 2009) ein schwarz-weiß-gemaltes Bild in DIN-A-6-Größe, welches ich einmal aus irgendeiner geistigen Broschüre oder Zeitschrift entnommen habe. Dieses Bild stellt zunächst einmal nur den Kopf eines Kleinkindes dar, mit einer Kapuze über dem Haar. Die schwarz-weiß-Zeichnung ist so hervorragend gemalt, als ob es ein Foto wäre. Der Maler oder die Malerin M. SPÖTL aus Schwaz/Tirol hat jedoch nicht nur irgendein Kind malen wollen, sondern es soll sich um das „Jesukind“ handeln, wie das Bild betitelt ist.

Nun hat m.E. das abgebildete Jesuskind u.a. eine liebreiche Ausstrahlung. Mein ehemaliger Lebensgefährte (meine große Liebe; siehe Kapitel >Eifersucht<), der dieses Bild sah, äußerte jedoch interessanterweise, dass es ihm Furcht einflöße, da dieses kleine Kind einen ungeheuren Augenausdruck hätte. Tatsächlich war der Ausdruck irgendwie allwissend und allmächtig, obwohl ich es nicht so vordergründig fand wie mein Lebensgefährte. Für mich war es jedoch interessant, da er weder direkt religiös geschweige denn esoterisch geschult war, dass er diese Wahrnehmung hatte, denn sie entsprach ganz sicher einer hohen und tiefen Wahrheit.

 

Am 2. Januar 2000 war ich in einem Traum eine Art Kindermädchen, welches mit vier kleinen Kindern (eigentlich >Babys<) in einem Wald mit allerlei Gepäck und Spielsachen aus Plastik u.ä. unterwegs war. Während ich mich um jedes einzelne Kleinkind kümmern musste, legte ich zwei von ihnen von einer Stelle an eine andere um. Dabei spürte ich einen geheimen sehr großen Unterschied zwischen den beiden Kleinen, als ich jedes von ihnen im Arm trug: Obwohl äußerlich keine wesentliche Differenz zwischen ihnen war, hatte das eine Kindlein eine unglaubliche, mich überwältigende liebreizende Ausstrahlung, die von dem gesamten Körper ausging. Der Körper hatte eine ganz besondere Konsistenz[5] – wie durchscheinend, zerbrechlich, lieblich. Die Ausstrahlung berührte mich sehr stark und erweckte eine große Liebe in mir. Obwohl die Ausstrahlung dieses >Babys< zart war, war sie gleichzeitig gewaltig.

 

Auch hier führe ich dieses Traumempfinden zurück auf meinen katastrophalen Zustand in dieser damaligen Nacht, wo sich wieder meine schweren >Schlafstörungen< gezeigt hatten, die schon zwei Tage lang hintereinander bestanden. Ich war vollkommen erschöpft und konnte trotzdem überhaupt nicht einschlafen. So betete und meditierte ich auch hier wieder stundenlang.

Die Ausstrahlung des >Babys< erinnerte mich übrigens an Schilderungen über Christian Rosenkreutz[6] (dem späteren Meister Saint Germain), von dem STEINER[7] schreibt, dass er als Knabe im 13. Jahrhundert gelebt hat und ganz durchschimmernd gewesen war durch die Einströmung von göttlicher Weisheit, welche von den heiligen Rishis auf ihn ausstrahlte.

 

Einen ganz anders gearteten Traum mit einem >Baby< hatte ich im Jahre 2003 oder 2004, der wegen der spezifischen Zusammenhänge im Kapitel >Supramentale Wesen< dargelegt ist. Dort spielte ein sehr großes blasses Kleinkind in einer anderen (geistigen) Welt eine Rolle.

 

Am 21. September 2006 wiederum war es so, dass mich ein >Baby< dazu anhielt (mich aufforderte), dass ich meine Fingernägel mit einer Nagefeile reinigen sollte. Wie das >Baby< mir diese Aufforderung vermittelt hatte, habe ich leider nicht notiert. Ich glaube aber nicht, dass es mit mir gesprochen hatte. Mit dieser Reinigung der Fingernägel ist vermutlich eine bestimmte Art der Katharsis (siehe im Kapitel >Jungfrau Sophia<) gemeint gewesen, über die ich jedoch keine Erkenntnis habe.

 

Von einem >Baby<, welches irgendwie etwas kleiner als ein reales Kind war, habe ich am 07.11.2007 geträumt. Es lag auf einem Tisch in einem Gitterbettchen, welches nur circa 30 Zentimeter Länge hatte. Ich ging zu dem Baby hin und nahm das Gitter weg, welches um das Bettchen herum war. Da freute sich das Baby und lachte mich an. Es strampelte mit den Ärmchen und Beinchen, während ich mit ihm sprach.

Dieses Gitter symbolisierte anscheinend eine Art Gefängnis, in welchem das Baby sich befunden hatte. Falls dies mein eigenes göttliches Kind darstellen sollte, würde es mich nicht wundern bezüglich äußerer und seelischer Geschehnisse, denen ich im Jahr 2007 ausgesetzt war.

Es könnte sich allerdings auch auf meine Mutter beziehen, mit der sich ab Oktober 2007 eine gewisse (leider nur kurzfristige) Entspannung nach schrecklichen Auseinandersetzungen abzeichnete (siehe Kapitel >Aurisches Wesen<), wobei diese Entspannung durch mich initiiert war – ich also sozusagen das Gitter entfernt hatte, welches vorher um sie herum existierte.

Oder das Gitter war mein eigenes Gefängnis gewesen, von dem ich dann durch kurz darauf erfolgten Sterbeprozess meiner Mutter befreit worden bin.

 

17. November 2007: Einem eingemummelten Kleinkind froren die Finger. Ich erwärmte sie durch Anhauchen mit meinem Mund.

 

Am 2. Dezember 2007 stand ein kleiner 1 ½ bis zwei Jahre alter Junge im Raum, der hatte ein dickliches Bäuchlein. Ich beugte mich etwas hernieder und umarmte den Jungen. Währenddessen sprach der Junge zu mir, jedoch in unverständlichen Worten. Diese Worte waren allerdings weder Kindergebrabbel noch eine irdische fremdländische Sprache, sondern m.E. aus einer anderen Welt.

 

Gleich zweimal in einer Nacht habe ich von einem >Baby< geträumt am 8. Juli 2008, obwohl davor m.E. monatelang gar kein Kleinkind in meinen Träumen vorkam. In dem ersten Traum war das >Baby< erst wenige Wochen alt und ich sollte auf es aufpassen. Es war auf einem Kopfkissen in einem Gitterbettchen gelagert und ich umhegte es. In einem Moment wollte es fast zu weinen anfangen, was ich dann aber durch meine tröstenden Worte und meine Hege verhinderte.

In dem zweiten Traum kam ein größeres, älteres und dickeres >Baby< vor. Eventuell konnte es sogar schon stehen. Jedoch hob ich es auf meinen Arm, wobei es sehr schwer war, so dass ich es kaum halten konnte. Wir waren unter freiem Himmel, in der Nähe eines Kinderspielplatzes. Eigenartigerweise konnte ich mich mit dem Kleinkind verständigen, so „als ob“ es vollkommen wie ein Erwachsener sprechen konnte. Das >Baby< sagte: „Da sind so viele Kinder“. Ich fragte: „Möchtest Du mit ihnen spielen?“ Es antwortete: „Die sind aber alle so groß (oder älter)“. Und ich erwiderte: „Wir suchen Dir Kinder, die so klein sind wie Du“.

 

Ein männliches >Baby< auf meinem Arm in einem Traum vom 5. Oktober 2008 brabbelte als Gesprächsbeteiligung vor sich hin, während ich mich „eigentlich“ mit einem mir nicht bekannten jüngeren Mann unterhielt. Das Ganze spielte sich eventuell ab wie in einem Einrichtungswarenhaus. Das Kleinkind kletterte dann von meinem Arm herunter, ging zu einem Sofa und wollte von dort ein in Folie geschweißtes Schaumstoffkissen haben. Ich folgte dem >Baby< und öffnete die Folie des Kissens.

Die verschiedenartigsten Kleinkinder, die immer einmal in meinen Träumen vorkommen, bedeuten m.E. oftmals nicht mein eigenes im Wachstum begriffenes Ich, sondern dasjenige verschiedener Menschen, mit denen ich irgendwelche (unter Umständen auch ganz kurzfristige oder nur oberflächliche) Begegnungen habe.

 

Wie überhaupt der Christus in einem Menschen geboren werden kann, beschreibt STEINER für jemanden, der über das Denken den Weg zu >Jesus, dem Christus Gottes< finden will: „Einzig und allein dadurch, dass ich nicht nur Interesse entwickle für dasjenige, was ich selber denke, was ich selber für richtig halte, sondern dass ich selbstloses Interesse entwickle für alles, was Menschen meinen und was an mich herantritt, und wenn ich es noch so sehr für Irrtum halte. Je mehr der Mensch auf seine eigenen eigensinnigen Meinungen pocht und sich nur für diese interessiert, desto mehr entfernt er sich in diesem Augenblicke der Weltenentwicklung von dem Christus. Je mehr der Mensch soziales Interesse entwickelt für des anderen Menschen Meinungen, auch wenn er sie für Irrtümer hält, je mehr der Mensch seine eigenen Gedanken beleuchtet durch die Meinungen der anderen, je mehr er hinstellt neben seine eigenen Gedanken, die er vielleicht für Wahrheit hält, jene, welche andere entwickeln, die er für Irrtümer hält, aber sich dennoch dafür interessiert, desto mehr erfühlt er im Innersten seiner Seele ein Christus-Wort, das heute im Sinne der neuen Christus-Sprache gedeutet werden muss“.

 

„Der Christus hat gesagt: ´Was ihr einem der geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan`. ... Und so spricht Er heute zu denjenigen, die Ihn hören wollen: Was einer der geringsten eurer Brüder denkt, das habt ihr so anzusehen, dass Ich in ihm denke, und dass Ich mit euch fühle, indem ihr des anderen Gedanken an euren Gedanken abmesset, soziales Interesse habt für dasjenige, was in der anderen Seele vorgeht. Was ihr findet als Meinung, als Lebensanschauung in einem der geringsten eurer Brüder, darin suchet ihr Mich selber. – So spricht in unser Gedankenleben hinein der Christus, der sich gerade auf eine neue Weise ... den Menschen des 20. Jahrhunderts offenbaren will“[8].

 

In anderer Weise werden die Geburt und das Wachstum des Christus-Kindes geschildert bei LORBER und entsprechen den anfänglich hier im Kapitel erfolgten Darlegungen. Das Christus-Kind ist der reine jenseitige Geist des Menschen, welcher im Herzen der Seele eines Menschen so lange ruht, bis er erweckt wird durch geistige Nahrung. Wird dem jenseitigen Geist dann eine solche Stärkung gegeben, dann fängt dieser als ein innerster Lichtmensch an aufzukeimen. Der Fall eines solchen „erweckten“ Menschen wird bei LORBER von diesem Menschen selbst geschildert mit den Worten: „In mir wird es nun sonderbar helle, und ich fange an wahrzunehmen, als finge in meinem Herzen etwas an, sich zu regen; und das, was sich regt, ist ein Licht, und das Licht hat eine Form im Herzen wie die eines Embryos im Mutterleibe“.

 

„Es ist ganz rein, - ich sehe es. Es wird aber stets größer und mächtiger nun! Ah, was das doch für ein herrliches und völlig reinstes Licht ist! Das ist sicher die die eigentliche Lebensflamme aus Gott im wahren Herzen des Menschen! … Es wächst nun in einem fort … . Mein inneres Lebenslicht wird nun aber schon ungeheuer stark; es durchdringt nun schon alle meine Eingeweide! Oh, wie wohl doch tut dieses Licht meinem ganzen Wesen! Aber ich sehe es nun in der Gestalt eines vierjährigen Kindes von ungemein freundlichem Aussehen! Und sehr weise muss es sein; denn es sieht aus wie ein reinst gedachter kleiner Gott, aber nicht wie ein Phantasiegott[9] der Ägypter, Griechen und Römer, sondern wie ein wundersames Abbild des wahren Gottes der Juden[10]! Es ist ein Abbild der wahren Gottheit!“[11]

Jedoch hat dieser Lichtgeist nicht das Antlitz von >Jesus, dem Christus Gottes<; denn der reine Geist besitzt dasselbe Antlitz wie die Seele und der Fleischleib des betreffenden Menschen[12].

 

In einer anderen, aber ähnlichen Schilderung von drei ineinander steckenden Herzen im Menschen ist dann außerdem geschildert, wie der vorstehend geschilderte Lichtgeist (= Lichtmensch) wiederum auch noch ein weiteres Herz in sich trägt, in welchem sich nun jedoch das kleine lebendige Abbild des heiligen Vaters darstellte. Dieses Herz leuchtete noch stärker als die tausendfache Leuchtkraft der Sonne[13] (siehe hier das Kapitel >Erscheinen einer Sonne<).

 

Ende des Kapitels Nr. 32 >Baby<.

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