Kim Carrey:
Sternenschnee (182)
Esoterische Studien einer Autobiographie
33. Vasitha
vorangestellte Inhaltsangabe zum Kapitel Nr. 33 >Vasitha<
Ein mittelalterliches Schloss. Kenntnis des Königs. Angst vor Verfolgung. Rolltreppe in den Abgrund. Abd-Ru-Schin: >Im Lichte der Wahrheit<. Göttliche und kosmische Schöpfungsebenen. Gralsburg und Parzival. Urkönigin Elisabeth. Die wehrhafte Pförtnerin am Ausgang der Urschöpfung. Abkühlungs- oder Entfernungsstufen. Verwundung mit der Lanze. König Amfortas. Angst vor der Nachfolge Christi.
FN: Christus auch der Menschensohn. Imanuel.
33. Vasitha
Ungefähr im Jahre 1997 hatte ich einen Traum in tiefem Schlaf, aus dem ich mit Erschrecken aufwachte: Ich war wie auf einem mittelalterlichen Schloss oder einer Burg mit relativ vielen Menschen, die auch alle irgendwie eher mittelalterlich gekleidet waren und sich auf verschiedene Säle verteilten. Da ging irgendeine Kunde, dass sich jeder melden sollte, wer den König dieses Schlosses kennen würde.
Was nicht ausgesprochen wurde, was ich aber aus irgendeinem Grunde wusste, war: Es war verpönt, den König zu kennen und man würde deshalb Nachteile haben, wenn man sich diesbezüglich offenbaren würde. Tatsächlich kannte ich in Wahrheit den König, wollte dies aber auf keinen Fall offenbaren und drückte mich von einem Saal in den anderen mit der Absicht, fliehen zu wollen. Denn anscheinend wusste irgend jemand über meine Kenntnis Bescheid und man suchte mich.
Ich spüre selbst heute noch das Unbehagen und die Angst, möglicherweise entdeckt zu werden. Schließlich gelangte ich dann an eine Stelle, an welcher eine Frau mit blonden Haaren stand, die irgendeinen Stab in der rechten Hand hielt. Und diese Frau wies mit unerbittlicher Strenge hin zu einer Treppe, zu der ich gezwungen war zu gehen und diese Treppe führte abwärts. In dem Traum sah die Treppe aus wie eine Rolltreppe und als ich oben stand und hinuntersah, sah ich mit Entsetzen, dass diese Treppe in unendliche Weiten hinunter führte und ganz unten sah ich Land.
Die Sicht war ähnlich, als wenn man aus einem sehr hoch fliegenden Flugzeug nach unten schaut und keine Wolken dazwischen sind. Als ich dann auf der Treppe stand und von furchtbaren Gefühlen erfüllt war, weil irgendetwas unwiderruflich verloren schien und der Abgrund auf mich wartete, wachte ich auf.
Ungefähr ein bis zwei Jahre später las ich „zufällig“ Folgendes in dem Buch >Im Lichte der Wahrheit< von ABD-RU-SCHIN, wo die göttlichen und kosmischen Schöpfungsebenen beschrieben sind.
Auf der höchsten Ebene ist Gott als der Urquell allen Lebens in seiner unbedingten Vollkommenheit wesenlos[1]. Auf den Stufen des Gottesthrones halten dann vier geflügelte, machtvolle Tiere Wacht: ein Adler, ein Löwe, ein Stier und ein Widder[2]. Sie sind das Quadrat des späteren Schöpfungskreises[3]. Alle weitere Schöpfung ist von der Gottheit durch ein wogendes Flammenmeer vollkommen getrennt[4].
Es folgt dann das Reich des ewigen Göttlich-Wesenlosen, aus welchem nach ABD-RU-SCHIN sowohl der Gottessohn Christus als auch der Menschensohn[5] Parzival[6] stammen sowie weitere einzelne besondere Wesenheiten. So wie >Jesus, der Christus Gottes< eine besondere Mission hat, so hat Parzival eine andere universelle Aufgabe[7].
Zwischen Gott und Seiner Urschöpfung befindet sich des weiteren die Gralsburg als eine Sache ganz für sich. Sie ist hier fest verankert und von dieser Gralsburg gehen alle Schöpfungen hervor; denn in Parzival wirkt ein Teil des schaffenden Willens von Gott-Vater, der Imanuel[8] heißt.
Als erstes geht aus der Gralsburg als Schöpfung hervor das ewige Reich Gottes mit den göttlich-wesenhaften Urgeschaffenen, welche Idealgestalten für alles dasjenige sind, wonach Menschengeister in ihrer Entwicklung streben können. Hierzu gehört die Urkönigin Elisabeth (siehe das Kapitel >Avatarin< über Mutter Meera), die Ur-Erzengel (= Seraphim[9] und Cherubim) sowie eine kleine Zahl sogenannter Ältester (= Throne). Von dieser Ebene stammt auch Luzifer[10]. Auf einer etwas tieferen Stufe folgen dann drei weibliche Urgeschaffene und danach folgt eine Urgeschaffene auf einer halben Ebene tiefer, welche eine spezielle Aufgabe hat[11].
(Über die erst daran sich anschließenden Schöpfungsebenen, von denen dann auch erst die Menschengeister abstammen sollen, finden sich Darlegungen im Kapitel >Eifersucht< im Zusammenhang mit dem Begriff des Wesenhaften.)
Die spezifische eine Urgeschaffene trägt den Namen >Vasitha<, nach welchem der Titel dieses Kapitels benannt ist. „Sie ist eine wehrhafte Pförtnerin am Ausgange des obersten und reinsten Teiles in der Urschöpfung, auf dessen Gipfel strahlend in Erhabenheit und Frieden die herrliche Burg des Heiligen Grales sich erhebt. – Mit Vasitha und ihrer Umgebung wird der oberste Teil der Urschöpfung abgeschlossen. Sie stehet an der Pforte und weiset allem Geistigen, das weiterziehen muss zur Notwendigkeit seiner eigenen Entwicklung den Weg hinaus zur Brücke, die gleich einem riesenhaften Regenbogen tiefe Klüfte überspannt zu jenen Regionen, die weiterer Abkühlung bedurften und Entfernung von dem Gotteslichte, um bewusst werden zu können zu eigenem Sein“[12].
Es wird dann beschrieben, wie >Vasitha< dort steht und mit einem Speer deutet, während ihr scharfer Blick prüfend alles durchdringt, was in dem ersten Teil der Urschöpfung nicht zu verbleiben fähig ist und dann an ihr vorüberziehen muss. „So ziehen sie hinaus, die als Geschaffene sich bilden können, mit denen, die noch in dem letzten Niederschlage liegen geblieben und erst den Weg der langsamen Entwicklung zu wandeln haben, um sich ihres Seins bewusst werden zu können. Sie ziehen aus in weite, weite Fernen, mit der Sehnsucht nach dem Gotteslicht“[13].
Alles, was sich unter dem gewaltigen Druck des wesenlosen Kernes in der Nähe des obersten Teiles der Urschöpfung nicht sofort zum Ichbewusstsein bilden noch halten konnte, muss an >Vasitha< vorüberziehen in weitere Entfernung, in eine nächste Ebene, um in größerer Abkühlung sich zu halten und dabei zum Sichbewusstwerden kommen zu können. Dabei sind alle Ebenen Abkühlungsstufen oder Entfernungsstufen[14].
Der aufmerksame Leser wird hier doch die eigenartige Parallele zwischen meinem (Alb-)Traum und der Funktion der >Vasitha< nach ABD-RU-SCHIN bemerken.
Und der Grund für meine Ausweisung von der Ebene der Gralsburg wäre eine Verleugnung Gottes, eine Verleugnung des Christus oder von Parzival bzw. projiziert auf die mittelalterliche Sage vom Heiligen Gral wäre es die Verleugnung von König Amfortas, der von der selben Lanze verwundet worden sein soll, mit welcher dem Christus die Herzwunde zugefügt wurde[15].
Innerhalb des Traumes war mein Gefühl, als ob ich >Jesus, den Christus Gottes< verleugnen würde, weil ich Angst vor den Konsequenzen hatte, welche die >Nachfolge Christi< mit sich bringt. Dazu legt INTERMEDIARIUS dar: Auf der ersten Stufe der Einweihung in die Gralsmysterien befindet sich der Mensch mit dem Erlöser im Kampf in Gethsemane und erlebt dessen Gefangennahme mit durch[16].
Es könnte sein, dass ich bereits auf dieser Stufe gemäß meinem Traum versagt habe und geflüchtet bin vor diesem Erleben.
Ende des Kapitels Nr. 33 >Vasitha<.
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