Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (200)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Eifersucht (37.A) Besitzanspruch

 

 

vorangestellte Inhaltsangabe zum Kapitel Nr. 37 >Eifersucht<

Das Kapitel besteht aus den fünf Teilen A bis E

und den zwei weiteren Teilen F(1) und F(2).

 

Teil A: Ein schreckliches Leiden. Tragödien. Mord und Selbstmord. Die Frau (bzw. der Mann) im Symbol als die eigene Liebe des Menschen. Besitzanspruch. Vergehen gegen das 10. Gebot. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“. Eva als die aus Adam herausgestellte Eigenliebe. Abgötterei. Affenliebe. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Gerechte und ungerechte Eigenliebe. Zu große Liebe macht den Partner untreu. Wahre Nächstenliebe. Verzicht auf einen geliebten Menschen. Lohn im Jenseits.

 

Teil B: Fünf gezielte Fragen am Telefon bedeuteten das Ende. Filmklassiker. Das Absolute ist auch das Vollkommene. Zölibat. Eine Bindung kann niemals von Dauer sein. Misstrauen. Beständigkeit. Es ist nur natürlich, dass der Mensch eine beständige Situation sucht. Liebe ist in der dritt-dimensionalen Wirklichkeit nicht leicht zu finden. Auch Sternensaat-Angehörige sind Opfer des Liebesmangels. Glückseligkeit im Universum. „Ihr müsst in keiner Beziehung leben, um die Tiefen der Liebe zu erfahren“. „Wessen Herz Liebe zum Schöpfer hat …“. Wie ein kleines Kind um Liebe bitten. Ein Aufgestiegener Meister hat kein Interesse an Sex mit unaufgestiegen Menschen. Liebesverhältnis eines Plejadiers mit einer inkarnierten Außerirdischen. Seelisch größtmögliche Zufriedenstellung. Karmische Verbundenheit.

 

Teil C: Extrem starker seelischer Schmerz in einem Traum, welcher den Tod des Ex-Lebensgefährten aussagte. Die einzigartige „Zwillingsflamme“ eines Menschen. Gegengeschlechtlicher Aspekt des eigenen Selbstes. Gleicher Zeitpunkt der Individuation. Negative und positive Polarisation des Wesenskernes. Perfekte Beziehung. Einssein. Die Dualseelen der Lichtarbeiter sind meist nicht inkarniert, sondern in der fünften Dimension. Seelenfamilie in göttlichen Reichen. Auf weiter Flur recht allein im irdischen Leben. Magnetische Anziehung. Sentimentales Verständnis von Liebe. Verblendung der Gefühle. Scheinliebe statt Seelenliebe. Zuneigung. Durch den anderen Partner ist der Mensch von sich selbst und damit auch vom Christus getrennt. Geschlechtertrennung zur Zeit von Lemurien. Hermaphrodit. Androgynität. Engel sind ausnahmslos männlich-positive Wesen, die sich jedoch auch in einer weiblichen Form zeigen können. Der Engel als vollkommenste Ehe im Himmel. Apokryphes Thomas-Evangelium. Der Christus verhilft auch den Frauen, dass sie sich selbst geistig zum Mann machen können. Die Schwester erschien als Jüngling mit einem Phallus. Die Erde als Kosmos der Liebe. Das Verderben der Liebe durch ihr scheinbares Annehmen. Sich-Selbst-Fühlen. Der Missbrauch. Es gibt keine grundlose Eifersucht.

 

Teil D: Die Liebenden vollziehen nicht „das Opfer“. Das wahre Bild des Anderen. Austauschbarkeit. Konkurrenzmäßiger Vergleich mit anderen Frauen. Zu allen Frauen eine schwesterliche Verbundenheit. „Jeder Vergleich mit dem Anderen ist die Gebärde der Lüge, der Böswilligkeit“. Bekämpfung eigener Dämonen. Neid. Sich an nichts anlehnen, was der eigenen Freiheit hinderlich ist. Der Partner als seelischer Kerkermeister. Herzpochen bei Auflehnung gegen den Partner. „Aus der Enge der Zweiheit bist du hinausgeschritten …, da Dein Ich zum Selbst ward, in Gott erlöst“. Ehebruch im geistigen Sinne ist etwas anderes als „Fremdgehen“. Der eigene Naturmensch betrügt den eigenen geistigen Menschen mit einem anderen Naturmenschen. Kosmischer Ehebruch. Der Christus will das Herz des Menschen ungeteilt besitzen. Gott ist eifersüchtig. Kristallisierungen des Gefühlslebens. Wahrnehmungen. Begriffe. Vorstellungen. Gefühl als Führer zum Wissen. Beweis der Logik. Bewahrheitung des Denkens. Das Ich muss sich in seiner Liebe immer aufrechterhalten wollen gegenüber dem Anderen. Schwärmerei als seelischer Schlafwandel. Irrlicht. Eifersucht als Kraft zur Wiedergewinnung des Ich.

 

Teil E: Umwandlung der Suchtforderung in eine Präferenzhaltung der gemäßigten Gefühle. Völlige Ausmerzung durch Eliminierung der elementaren Basis. Latente Selbstmordgefährdung. Romantische Liebe als astrale Illusion verursacht Qualen. Verfolgen der unbedingten Freiheit. Eine wahre Ehe ist für ewig unauflöslich. Unterschied zur falschen Weltehe. Der Ehe Honig in der Jugend – die Galle im späteren Leben als geistige Notwendigkeit. „Die Kinder der Welt freien und lassen sich freien“. Unterschied zu den Kindern Gottes. Wer einsam ist, soll gegen das Gesetz der Liebe verstoßen haben. Man trägt das Bild des unsterblichen himmlischen Menschen in sich. Abfinden mit den menschlichen Unvollkommenheiten. Hässliche, welke Gestalt der Königstochter im Märchen. Schönheitsglanz des übersinnlichen Urbildes.

 

Teil F1: Aufgabe der Menschenweiblichkeit. Ehe und Fortpflanzung. Hauptbestimmung der Frau zur Mutterschaft als Wahn. Ehe- und Kinderlosigkeit. Erniedrigung der Weiblichkeit durch Luzifer. Wahres Menschentum. Mutterglück wurzelt im Wesenhaften, nicht im Geist. Der Begriff des Wesenhaften. Gott ist wesenlos. Gralsburg. Urgeschaffene. Menschen als geistig-wesenhaft. Das Reich der Wesenhaften mit Elementar- und Naturwesen und Tierseelen. Tiere haben als Kern eine wesenhafte Seele, Menschen den Geist. Der Mensch darf nicht im Wesenhaften bleiben. Trügerisches Schild der „heiligen Mutterschaft“ und Mutterliebe als Krone. Luzifer hatte dem Trieb in heuchlerischer Weise geschmeichelt. „Kraft, Macht und Sex sind die Hauptwerkzeuge manipulativer Kulturen und Wesen“. Mystifikation stellt kein Mysterium dar. Studie über das Bedauern der Mutterrolle („Regretting Motherhood). Persönlicher Erfahrungsbericht einer alleinerziehenden Mutter: „Mama hat Aua? Soll Paula pusten?“ Interview mit Prof. Andreas Bernard, u.a. über das Kind als Fetisch. Der Fall der 65-jährigen Annegret Raunigk als ältester Mutter der Welt, die Vierlinge gebären wird. Das Kind als elterliches Projekt. Der Begriff „Wunschkind“ weist auf den narzisstischen Aspekt hin. Mutterschaft als Erweiterung des eigenen Selbst. Eigene berufliche Erfahrungen mit Kindern. In der geistigen Welt erhebt ein Dualpaar ein ausgereiftes Naturwesen zur Kindschaft in Gott. Die ehelichen und familiären Abhängigkeitsverhältnisse auf der Erde sind sehr schädlich für die Menschheit. „Paare und Kinder müssen in einer liebevollen Gesellschaft vielfältig integriert sein“. Liebe verkehrt sich in Hass und Fürsorge in Quälerei. In geistigen Kulturen soll ein offener Umgang mit dem eigenen Fortpflanzungspotential herrschen. Keine Vielehe nach dem ewigen Gesetz. Kinder sind kein Eigentum der Eltern. Die Beziehung mit der „großen Liebe“ wurde im Traum endgültig – für alle Zeiten – bis in alle Ewigkeit – beendet.

 

Teil F2: Ergänzungen am 26.03.2014: Zur Pädophilie-Debatte aus Anlass der Edathy-Affäre. Weitergehende Abgründe bei Kinder-Pornographie. Edathy sieht sich als Justizopfer und ist auch freigesprochen worden. Kinder-Akte der Kulturgeschichte. Das sog. „Posing“ von Kindern lag 2014 noch im „Grünen Bereich“ der Privatsphäre. Ab 14.09.2014 soll dies jedoch strafbar sein (oder werden). Inzestuöses Klima in Familien. Pädophile Grundneigung bei 1 % der männlichen Bevölkerung Deutschlands. Dies sind real jedoch 300.000 Männer (Familienväter, Stiefväter). 750.000 Männer sollen ständig auf der Suche nach Kinder-Pornographie sein. Ein Fachmann behauptet, die sexuelle (perverse) Neigung sei eine Schicksalsgegebenheit. Dies ist eben der ungesunde Trieb als rätselhafte Sphinx, wenn man von den widergöttlichen Mächten keine Kenntnis hat. Bei einer wahrhaftig geistigen Haltung dürfte es solche Degeneration unterhalb des geistigen Menschen-Niveaus gar nicht geben. Bernd Siggelkow von „Die Arche e.V.“ sagt: „Kinder wünschen keine sexuelle Stimulation und keine Sexualität mit Erwachsenen“. Eine Bekannte ist von ihrem eigenen Vater sexuell missbraucht worden mit Langzeitschädigung. Hoffnung auf all die missbrauchten Kinder, dass durch diese Änderungen in der Menschheit herbeigeführt werden. Wenn es eines Tages keine Sexualität mehr geben wird, wird Frieden in die Menschheit einziehen. Julia von Weiler: „Wozu braucht man Nacktbilder von Kindern?“ Propagierung des Nudismus in der Ex-DDR auf dem Hintergrund der darwinistischen materialistischen Weltanschauung. Der Mensch als höheres Tier. In der alten BRD schwappte von Schweden die Manie des Saunierens herein. Die sexuelle Revolution der 68-er Generation verstieg sich auch zu sexuellen Kontakten mit Kindern. Freikörperkultur: Gott habe den Menschen ja nicht bekleidet, sondern nackt geschaffen. Es wird nicht berücksichtigt, dass Menschen gefallene degenerierte Geistwesen der Nachschöpfung sind. Nacktheit wird nur in Reinheit dem göttlichen Maßstab gerecht. Exhibitionismus aus gesteigerter Selbstliebe. Schamgefühle, Schuld, Inkompetenz, Frustration und Ängste sollen ein Hindernis für die Aktivierung des Herzchakras sein. Jedoch hat sich im entscheidenden Sündenfall gerade der Himmlische Mensch zu sehr mit der Form des physischen Körpers verbunden. Der Sexualakt darf nur im Geheimen stattfinden, sonst wird er entheiligt. Über dem Geschlechtstrieb steht die geistige Sexualkraft. Die dialektische Nacktheit wird dem Menschen im Apokalyptischen Geschehen nur verziehen, wenn er über einen neugeborenen Seelenkörper (= mystisches Hochzeitskleid) verfügt. Der transsexuelle Fall des Whistleblowers Bradley(-Chelsea) Manning.

 

FN: (Teil A): Depression. „Habe kein Verlangen nach der Liebe deines Bruders oder deiner Schwester“. Projektion. Deklarieren. Nächstenliebe:  „Was immer ihr den Armen in Meinem Namen getan habt …“. Kokette.

(Teil B): Ironisch.

(Teil C): Prä (Prä-Erinnerung). Verpflichtungen. Phallus. Die Frau nach mir.

(Teil D): Keine neuen FN.

(Teil E): Präferenzhaltung. Masochistisch.

(Teil F1): Öffentliche Debatte im Juli 2007, Eva Herman und ein Bischof (oder Kardinal?). Nachschöpfung. Mysterium. Fetisch.

(Teil F2): Pädophilie. Kinder-Pornographie. Sebastian Edathy. Freispruch von Edathy. Posing. Pädophile Grundneigung. Subsumierung. Bernd Siggelkow (die Arche e.V.) Julia von Weiler (Innocence in Danger) Nudismus. Saunieren. Fettleibigkeit. Alice Miller.

 

37. Eifersucht (A)

 

 

Am 09. September 2000 habe ich gelesen, wie viele Menschen nachweislich betroffen sind von >Eifersucht<, und die Zahlen (bzw. die dahinter stehenden menschlichen Tragödien) haben mich erschüttert[1]:

  • 1993 haben 136 Menschen einen Mord aus >Eifersucht< begangen.
  • 50.000 Menschen haben wegen >Eifersucht< andere Straftaten verübt (bis hin zu schweren Körperverletzungen).
  • Über 800 Menschen haben Selbstmord[2] begangen und sind tatsächlich daran verstorben.

 

Die Dunkelziffer soll wesentlich höher sein. Tatsächlich wird >Eifersucht< immer deutlicher als ein schreckliches Leiden erkannt, welches im Grunde genommen wahrscheinlich 50 % aller Menschen zeitweise „heimsucht“ und sie gefangen hält (ist meine Vermutung), wenn auch wahrscheinlich unterschiedlich stark.

Die Kabarettistin Desiree Nick hat übrigens in einem Fernsehinterview (>Exklusiv< bei RTL am 28.09.2008) ausgesagt, dass es nach ihren Recherchen anscheinend in Deutschland allein sieben Millionen betrogene Ehefrauen geben soll (aber natürlich gibt es auch viele betrogene Ehemänner).

 

Am 11. September 1998 hatte ich bereits einen Traum gehabt, wo mir gezeigt wurde, weshalb mein ehemaliger Lebensgefährte, den ich in verschiedenen Kapiteln als meine „große Liebe“ bezeichnet habe, sich mir seelisch-geistig nicht 100 %-ig, sondern nur vielleicht 90 %-ig (oder nur 60 %-ig) hatte widmen können. Zur Zeit des Traumes war ich schon längere Zeit (seit dem 01.01.1993) nicht mehr mit ihm zusammen und er selbst war auch bereits viel zu früh verstorben (obwohl er insgesamt einige Jahre älter als ich gewesen war), worüber hier in Teil 37-C noch Darlegungen erfolgen.

 

In dem Traum lebte er aber, und es ging darin um eine Entscheidung von ihm, sich mit mir fest zu liieren. Dies war sehr schwierig für ihn, da er bisher eigentlich noch verheiratet war (in dem Traum – in der Wirklichkeit war dies alles nicht so; da war er vollkommen frei, als wir uns kennengelernt hatten).

 

Eigentlich hatte er sich dann in dem Traum schon für mich entschieden, ging aber noch einmal zu seiner Frau, um wohl Sachen zu holen. Da war es dann so, dass seine Frau im Bett lag und es ersichtlich war, dass sie sterben würde, wenn er sie verlassen würde. Dies brachte ihn in solchen seelischen Konflikt, dass er sich neben sie ins Bett legte und den Schritt zu mir nicht tun konnte.

 

Er war dann auch wie in Depression[3] und willensgelähmt. Ich bekam dies alles mit (ich beobachtete dies von einer anderen Ebene aus wie als Zeuge) und entschied dann sozusagen freiwillig von mir aus, auf ihn zu verzichten. Auch war mir in dem Traum bewusst, dass ich es schaffen würde, allein zu leben, da ich dies real (außerhalb des Traumes, was mir aber im Traum bewusst wurde) bereits seit fünf Jahren (seit 1993) getan habe. Es wurde mir bewusst, dass ich seiner nicht absolut bedürfte, um weiterleben zu können.

 

Bereits zur Zeit des Traumes kannte ich die Deutung, auf die man sonst nicht ohne weiteres käme. Die als „seine Frau“ bezeichnete Person war nun nicht real irgendeine andere Frau, mit der er mich hinterging, sondern es war „seine eigene Liebe“, seine Eigenliebe, seine eigene Selbstliebe zu sich selbst[4]. Im Kapitel Nr. 1-A >Einleitung< habe ich über die Eigenliebe (als Narzissmus) Ausführungen gemacht und dass sie in gewissem Maße durchaus gottgerecht ist.

 

Auch war in dem Traum schon meine reale End-Entscheidung eingeflochten, die eigentlich wirklich insgeheim aus einem solchen Grund von mir motiviert war und ich meinen Lebensgefährten real uneigennützig frei gab, wie später noch dargelegt wird.

 

Zunächst muss ich gestehen, dass ich generell einen recht großen „Besitzanspruch“ an meinen jeweiligen Liebespartner hatte, mit dem ich prinzipiell scheitern musste. Wie ich erst nach Abschluss aller meiner Liebesbestrebungen erkannt habe, habe ich durch meinen Besitzanspruch mich gegen das Zehnte Gebot vergangen, welches da lautet: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“.

 

Unter diesem Weib ist nun geistig die bereits angesprochene Eigenliebe des Menschen zu verstehen (es würde auch für eine Frau gelten, wenn ein Mann von dieser Frau ihre Eigenliebe begehrt[5]), und man darf nicht über ein gewisses Maß hinaus von einem anderen Menschen verlangen, dass dieser seine Eigenliebe aufgeben soll, um den anderen Menschen mehr als bisher zu lieben. Genau dieses habe ich jedoch getan. Ich habe mindestens noch ein Quäntchen mehr Liebe verlangt, als mir von vornherein gegeben wurde. Dagegen hat sich mein Partner instinktiv zur Wehr gesetzt.

 

Hintergrund dieses 10. Gebotes ist, dass Eva (das erste Weib) als die aus Adam (dem ersten Menschen) herausgestellte Eigenliebe des Mannes erschaffen wurde und sie hatte die Aufgabe, diese Eigenliebe zu veredeln und zu reinigen. Gott hatte Adam die Eigenliebe genommen und sie ihm als Weib zur Seite gestellt. Die so in der Frau personifizierte Eigenliebe hatte die Aufgabe, zuerst sich selbst zu läutern und dann dem Mann das Leben zu erleichtern, damit beide anschließend geläutert und gereinigt zusammen geistig vereint ein Ganzes ausmachen konnten[6].

In dem Traum wurde mir sozusagen eine Art Ursprungsbild gezeigt: Die Eigenliebe meines Lebensgefährten (wie Adam), herausgesetzt in der neben ihm liegenden Frau (wie Eva).

 

Die Beziehung mit meinem letzten Lebensgefährten habe ich hier als „große Liebe“ charakterisiert und auch deren Scheitern erwähnt, wobei meine >Eifersucht< eine wesentliche Rolle spielte. Als ein Aspekt dieser >Eifersucht< ist mir auch bewusst geworden, dass eine Grundlage dafür in meiner zu großen Nächstenliebe bestand, die bei LORBER als „Abgötterei“ bezeichnet wird. Auch wenn dieses Wort sich wiederum sehr extrem anhört, so muss ich gestehen, dass meine Gefühle in diese Richtung gingen.

 

Wenn eine Mutter ihr Kind mit solch entsprechend starken Gefühlen liebt, nennt man dies im allgemeinen „Affenliebe“.

Jetzt basierte meine Abgötterei durchaus nicht darauf, dass ich nur ideale Eigenschaften an meinem Liebespartner wahrnahm, sondern eigentlich „nur“ auf meinem eigenen zu starken Bedürfnis, jemanden zu lieben; also eigentlich auf einer Projektion[7]. Aber bei LORBER wird dies eben als Abgötterei deklariert[8].

 

Die Argumentationslinie dort basiert auf dem zweiten Teil des ersten Gebotes (der Zehn Gebote von Moses), wonach man seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst. Danach ist zunächst die Eigenliebe durchaus von Gott geboten; denn keine Eigenliebe zu haben, hieße so viel wie kein Leben haben. Jedes Menschen Eigenliebe macht nämlich sein eigenes Leben selbst aus.

 

Wichtig ist der Unterschied zwischen der gerechten und der ungerechten Eigenliebe. „Gerecht ist die Eigenliebe, wenn sie nach den Dingen der Welt kein größeres Verlangen hat, als was ihr das rechte Maß der göttlichen Ordnung zugeteilt hat“[9], was in den anderen Geboten ausgesagt ist. Nach diesem Maßstab ist auch die Nächstenliebe einzuteilen; „denn so jemand einen Bruder oder eine Schwester (einen anderen Menschen allgemein; Anm.d.Verf.) über dieses Maß hinaus liebt, so treibt er mit seinem Bruder oder mit seiner Schwester Abgötterei und macht ihn dadurch nicht besser, sondern schlechter“[10].

 

Es ist dann noch erwähnt, wie ein Fall verlaufen würde, wenn ein Mann seine Frau über die Gebühr liebt: Er würde sie dadurch verderben; denn sie würde eitel werden, würde sich hochschätzen und es würde aus ihr eine sog. Kokette[11]. „Der Mann wird kaum Hände genug haben, um überall hinzugreifen, dass er die Anforderungen seines Weibes befriedigt. Auch ein Bräutigam, wenn er seine Braut zu sehr liebt, wird sie dreist und am Ende untreu (!) machen“[12].

 

Tatsächlich habe ich dies umgekehrt als Frau mit meinem Lebensgefährten erlebt, wie ich es schon erwähnte: Er hat sein Selbstbewusstsein durch meine Liebe enorm gesteigert, ja aufgeplustert und hat damit im Außenfeld brilliert (auch wenn er mich mit großer Gewissheit nicht sexuell betrogen hat). Diese Steigerung seines Selbstbewusstseins durch meine Liebe war von ihm ein „Verderben der Liebe“ (was noch näher in Kap. 37-C erklärt wird), welches ich durch meine abgöttische Liebe begünstigt habe, obwohl ich meinem ehemaligen Lebensgefährten den Vorwurf belasse, dass er dieses nicht in der betreffenden Weise hätte missbrauchen müssen. - Nach LORBER besteht übrigens die eigentliche wahre Nächstenliebe sowieso in etwas ganz anderem, was jedoch hier nicht das Thema ist[13].

 

An einer anderen Stelle wird auch noch etwas bezüglich der >Eifersucht< ausgesagt, nämlich dass es die richtige geistige Haltung ist, gegebenenfalls auf einen geliebten Menschen zu verzichten, wenn dieser sich einem Dritten zuwendet. „Wer bei was immer sieht, dass damit auch die Liebe seines Nächsten beschäftigt ist, der soll sich sogleich zurückziehen und seinem Nächsten gegen die Verwirklichung seiner Liebe keine Schranken setzen; denn es ist besser, bei jeder Gelegenheit in der Welt leer auszugehen, als durch irgendeinen wenn auch ganz unbedeutenden Kampf etwas zu gewinnen“[14].

 

Es wird dem Verzichtenden dann im Jenseits verheißen, dass er dort umso mehr vorfinden wird. „Wer hier eine gewählte Jungfrau opfert, dem werden dort hundert unsterbliche entgegenkommen. … Und so wird niemand etwas verlieren, was er hier opfert“[15]. „Jungfrau“ klingt natürlich etwas altmodisch (und hört sich nach moslemischen Glaubensmaßstäben an); aber der Sachverhalt bezieht sich sowieso auf jede Art des Opfers - auch auf Verzicht von Eigentum usw.

 

Ich selbst habe übrigens instinktiv im allgemeinen so gehandelt, insofern ich in meinem Leben eigentlich auf fast alles verzichtet habe, was mir jemals am Herzen lag.

 

Fortsetzung folgt im Teil B zum Kapitel Nr. 37 >Eifersucht<.

 



[1] Leider habe ich in meinem Tagebuch (unprofessionellerweise) nicht notiert, woher ich diese Daten habe.

[2] Selbstmord: siehe FN und Text im >Vorspann< (Teil B) zu „Suizid“.

[3] Depression: Niedergeschlagenheit, traurige Stimmung (D/F/S.166).

[4] LORBER/Die Geistige Sonne/Bd.II/S.410ff.

[5] Es bedeutet generell: „Habe kein Verlangen nach der Liebe deines Bruders oder deiner Schwester“ (LORBER/Geistige Sonne/Bd.II/S.412), womit nicht die familiäre Geschwisterkonstellation gemeint ist, sondern jeder Mensch wird als des anderen Menschen Bruder oder Schwester angesehen (Anm.d.Verf.).

[6] GEISTIGES LEBEN (Zeitschrift)/Ausgabe 1-2001/S.12.

[7] Projektion: In der Psychologie wird darunter das Übertragen von eigenen Gefühlen, Wünschen, Vorstellungen o.ä. auf andere als Abwehrmechanismus verstanden (D/F/S.593).

[8] deklarieren: bezeichnen (D/F/S.161).

[9] LORBER/Die Geistige Sonne/Bd.II/S.434

[10] LORBER/Geistige Sonne/Bd.II/S.434f.

[11] Kokette: eine Frau, die darauf bedacht ist, auf Männer zu wirken. Koketterie: Gefallsucht, Eitelkeit (D/F/S.378).

[12] LORBER/Geistige Sonne/Bd.II/S.438

[13] Nächstenliebe: Es soll jedoch angedeutet werden, dass es nach Aussagen des HERRN (>Jesus, der Christus Gottes<) bedeutet: „Was immer ihr den Armen in Meinem Namen getan oder nicht getan habt, das galt Mir“ (LORBER/Geistige Sonne/Bd.II/S.439).

[14] LORBER/Geistige Sonne/Bd.II/S.485f.

[15] LORBER/Geistige Sonne/Bd.II/S.486