Kim Carrey:
Sternenschnee (210)
Esoterische Studien einer Autobiographie
38. Freundschaft, E
Im folgenden sollen noch einige geistige Aussagen zitiert werden, die alle den Blick weg von weltlichen >Freundschaften< richten (wobei die Menschen als Geschöpfe bezeichnet werden) auf die einzigartige Freundschaft zu >Jesus, dem Christus Gottes<, die dort natürlich nahegelegt wird.
So wird bei THOMAS von KEMPEN ausgesagt, dass man niemals den Frieden in den Geschöpfen suchen solle, dort sei er nämlich nicht zu finden. Denn die Liebe der Geschöpfe trügt und schwankt, während die Liebe von Jesus fest und unerschütterlich steht. Wer sich an Geschöpfe hängt, wird mit den Unsteten fallen; wer sich Jesus hingibt, bleibt ewig aufrecht. Und es wird empfohlen: „IHN liebe und behalte als Freund; auch wenn dir alle anderen den Rücken kehren, gibt Er dich nicht auf und verhütet deinen Untergang“.
Beinahe alles, was der Mensch außer Jesus von den anderen Menschen erhofft, wird sich als Fehlrechnung erweisen. „Stütze dich nicht vertrauensselig auf ein windbewegtes Rohr, da doch ´alles Fleisch dem Gras gleicht, und alle seine Herrlichkeit dahinwelkt wie die Grasblume`“.
„Heftest du dein Auge nur auf das Äußere an den Menschen, bist du bald betrogen. Du erwartest von ihnen Trost und Hilfe und kommst anstatt dessen häufig zu Schaden“.
„Begreifen wir doch endlich, …. wie eitel die Freundschaften dieser Welt sind, ´die mit den Jahren und den Interessen aufhören`“.
Und an weiterer Stelle wird dann noch dringend ans Herz gelegt, Jesus auf keinen Fall gegen andere Geschöpfe einzutauschen; denn zu wem will man dann fliehen, wenn man Ihn als Freund verloren hat? „Ohne Freund kommst du wohl nicht aus; bildet aber Jesus nicht dein bester Freund[1], so bist du notwendigerweise niedergeschlagen und trostlos. Du handelst töricht, wenn dein Vertrauen und deine Freude jemand anderem gilt. Besser die ganze Welt gegen sich haben, als Jesu beleidigen. Unter allen Lieben, sei dir Jesus der Allerliebste. … Mit ihm allein darf dich eine Sonderfreundschaft verbinden; denn er übertrifft jeden Freund an Güte und Treue“[2].
So gibt es auch die sinngemäße geistige Aussage: „Der Verkehr mit Menschen über die Grenzen der Notwendigkeit hinaus ist nicht heilsam“[3].
Auch RAINER MARIA RILKE nimmt in seinen Zwiegesprächen mit dem Schöpfer aller Dinge[4] die Einsamkeit zum Thema[5], die allerdings durch die Begegnung mit Gott (bzw. >Jesus, dem Christus Gottes<) ausgeglichen wird:
„Wer seines Lebens viele Widersinne
versöhnt und dankbar in ein Sinnbild fasst,
der drängt
die Lärmenden aus dem Palast,
wird anders festlich, und DU bist der Gast,
den er an sanften Abenden empfängt.
DU bist der Zweite seiner Einsamkeit,
die ruhige Mitte seinen Monologen;
und jeder Kreis, um DICH gezogen,
spannt ihm den Zirkel aus der Zeit“.
Im Kapitel >Wahnsinn oder unendliche Liebe< ist aus inhaltlichen Zusammenhängen heraus geschildert, wie ich Ende April 2009 versucht hatte, mehrere ehemalige >Freundschaften< neu zu beleben, was unterschiedlichen Erfolg hatte. Insbesondere ist dort die viermonatige wiederbelebte >Freundschaft< mit Linda geschildert, die ich aus restlichen Ego-Aspekten von uns beiden dann doch nicht länger aufrechterhalten konnte. Die negative Übertragung[6], die ich schließlich zu ihr durch die Summe ihrer Fehlverhaltensweisen oder ihrer Wesensart entwickelt hatte, war einfach zu dominant geworden, so dass es wirklich das Beste war, diese >Freundschaft< zu beenden bzw. eine Pause einzulegen, was ich auch Ende August 2009 veranlasste. Durch den Begriff der Übertragung will ich durchaus eine gewisse Schuld an dem Zerwürfnis auf mich nehmen, wobei es mit Linda nie eine offene Auseinandersetzung gegeben hatte.
Dann geschah es jedoch fast unmittelbar, nachdem ich das Ende zu Linda durch einen Brief beschlossen hatte, dass ich seitdem diverse andere Menschen (zunächst einmal alles Frauen) kennengelernt hatte, allerdings, weil ich selbst aktiv geworden war, indem ich in ein Seniorenzentrum ging. Man nahm mich überall sehr positiv auf und ich habe seitdem tatsächlich mehrere neue Bekanntschaften geschlossen, die ich schon als freundschaftlichen Kontakt bezeichnen würde. Dies war mir jahrelang nicht mehr passiert und auch trotz Bemühungen nicht gelungen.
Obwohl ich eigentlich im engeren Sinne noch nicht zu den Senioren zählen würde, bin ich eigenartigerweise anscheinend mit ihnen seit dem Tode meiner Mutter (der im Januar 2008 war) irgendwie identifiziert. So habe ich die neue Wohnung in einer Seniorensiedlung gewählt, allerdings doch primär, weil ich dachte, dass ich dort vor Kinderlärm geschützt sei (der mich aus meiner vorherigen Wohnung herausgetrieben hatte; siehe Kapitel >Gewaltlosigkeit<), was sich als ein fundamentaler Irrtum herausstellte (siehe im Kapitel >Wahnsinn oder unendliche Liebe<).
So habe ich mich auch noch seit Anfang September 2009 mit einer Frau meiner Generation namens Olivia angefreundet, mit der ich tatsächlich über fast alle seelischen Intimitäten sprechen kann. Sie hat mir sogar schon einen wertvollen Hinweis gegeben, der am Ende des Kapitels >Ursprungsfamilie< (zu Ende September 2009) geschildert ist.
Zwischen Weihnachten 2009 und Neujahr 2010 geschah es, dass ich akut den Impuls fasste, doch wieder meine Freundin Linda anzurufen, der gegenüber ich im August 2009 so schwere destruktive Impulse entwickelt hatte, dass ich um eine Pause in der Beziehung bat, was sie ohne Reaktion akzeptierte. Später erzählte sie mir allerdings, dass es doch auch schwierig für sie war, nicht wirklich zu wissen, was mit mir los war. Da sie aber eine kluge und weise Person ist, hat sie über alles ebenso Stillschweigen bewahrt wie ich, und ab Januar 2010 waren wir bessere Freundinnen denn je in unserem Leben, worüber ich auch sehr glücklich und froh bin.
Ich hatte Linda nicht direkt und nicht absolut unrecht getan, allerdings doch etwas – aber sie verstand es irgendwie, und sie ahnte, dass es irgendeinen Anteil von ihr gab, den ich durch die viermonatige Pause ausgeglichen habe.
Anfang Februar 2010 bekam ich per Telefon Kontakt zu einer Frau namens Anja, die ich wegen Umzugshilfe angerufen hatte; denn durch die >Tyrannei< der Mieterin N. in Berlin-Lichterfelde (siehe Kapitel >Gewaltlosigkeit<) zog ich in Betracht, schon nach 5 Monaten erneut die Wohnung zu wechseln. Wir kamen weiterreichend ins Gespräch und sie lud mich ein zu einer Art öffentlichem Mittagstisch in Berlin-Charlottenburg, von wo aus sie mir dann eine neue Wohnung einer Bekannten von ihr zeigen wollte mit der Option, dass ich so eine entsprechende Wohnung mieten könnte.
Ich nahm die Einladung an, woraus seitdem ein wöchentlich einmal stattfindender Kontakt bei dem Mittagstisch wurde. Ich lernte dort einen Kreis bis zu 15 neuen Menschen kennen, die mich alle nett aufnahmen. Es fanden (und finden) unverbindliche und doch interessante Gespräche statt und die Atmosphäre ist angenehm mitmenschlich freundlich. Dies ist ein für mich sehr glücklicher Umstand, da die Anja mir auch schon weitere Kontakt- oder Teilnahme-Möglichkeiten geboten hat.
Es sind solch ein Kreis von Menschen und ein fester Termin etwas, was meine geheimsten Wünsche in bester Kombination erfüllt. Es verbindet verschiedene Aspekte von Anteilen, wie ich sie in der >Spirituellen Gemeinschaft<, im >Esoterischen Arbeitskreis< und in den >Lichtdiensten< gesucht (und gefunden) habe, ohne dass ich allerdings irgendwelchen Zwängen unterliegen muss.
Thematisch sind die dort anwesenden verschiedenen Menschen assoziiert unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit (aber auch der allgemeinen sozialen Integration), wobei mich Gesundheit allerdings gar nicht oder höchstens peripher interessiert, da ich ja kein langes Leben auf der Erde mehr anstrebe, sondern in das göttliche Lichtreich hinein befreit werden will (siehe Kapitel >Hoffnung<). Jedoch verlangt dort niemand, dass ich mich für Gesundheit interessiere, sondern man akzeptiert mich völlig in dem Maße, wie ich mich dort einbringe. Dabei bin ich primär um die Ausstrahlung von Liebe bemüht, wie dies im Kapitel >Wahnsinn oder unendliche Liebe< dargestellt ist. Tatsächlich ist es mir möglich geworden, eine entsprechende Wirkung zu erzielen, da ich auf jeden Menschen eingehe, ohne eine Beurteilung oder Stellungnahme von meiner Seite einzuflechten.
Im Februar 2010 war es aufgetreten, dass ich mindestens zwei Träume von einer Freundin namens Marina hatte (sie wurde schon erwähnt), mit der ich das letzte Mal im April/Mai 2000 telefoniert habe, wo wir unsere >Freundschaft< damals aktuell beendeten. Davor kannten wir uns bereits ungefähr 30 Jahre lang, waren aber erst seit 20 Jahren direkter miteinander befreundet. Diese >Freundschaft< war einerseits interessanter für mich von den verschiedenen Gesprächsinhalten her, als dies bei vielen anderen der Fall war. Andererseits war ich immer auch etwas unzufrieden, weil Marina einfach zu selten Zeit hatte. Sie war sehr stark durch ihre Arbeit und durch familiäre Bindungen eingespannt. Im April/Mai 2000 kam mir dies extrem zu Bewusstsein und ich konnte mich damit nicht mehr abfinden, dass sie u.U. nur viermal im Jahr Zeit für mich hatte.
Nachdem ich im Februar 2010 zweimal von ihr geträumt hatte, trat dies ein drittes Mal in der Nacht zum Sonntag, den 14. Februar 2010 auf und ich musste am Nachmittag mehrmals zwanghaft an sie denken. Ganz spontan habe ich sie dann einfach unter ihrer eigentlich völlig veralteten Telefon-Nummer angerufen, und es kam sofort zu einem längeren konstruktiven Gespräch.
Es stellte sich heraus, dass sie sich am 4. Februar 2010 den rechten Arm gebrochen hatte, wodurch sie zwangläufig doch sehr behindert war. Fast erstmals in ihrem Leben war sie akut stärker deprimiert gewesen, was sonst gar nicht ihre Lebensart war, da sie ein sehr lebensbejahender und –froher Mensch war. Nun aber dachte sie aus diesem Anlass tatsächlich an mich (was sie mir später erzählte), weil ich doch immer schon mehr zu einer gedämpfteren Lebenseinstellung geneigt hatte.
Auch spielte eine Rolle, dass Marina ebenfalls religiös war und der einzige Mensch, den ich kannte, der von dem Buch >UR-Ewigkeit in Raum und Zeit< von ANITA WOLF[7] ebenso beeindruckt war wie ich. Ich hatte ihr dieses Buch einmal vor über 10 Jahren geschenkt gehabt.
Nach dem Telefonat verabredeten wir uns gleich für die nächste Woche und haben seitdem ebenfalls eine noch bessere Beziehung als sie jemals früher war. Ich bin auch über die neue Freundschaft mit Marina sehr glücklich und froh – und sie wäre die einzige, der ich überhaupt meine Autobiographie zu lesen geben könnte.
Allerdings hat konkret am 15. April 2010 meine neuere Freundin Olivia akut ein Interesse an der Autobiographie bekundet, wobei ich ihr jedoch sagen musste, dass ich sie ihr nicht zu lesen geben kann, da sie sich nicht für das Thema der metaphysischen Geisteswissenschaft interessiert und ich mein Pseudonym wahren muss.
Ende des Kapitels Nr. 38. >Freundschaft<.
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[3] GEISTIGES LEBEN (Zeitschrift)/S.27 (Leider habe ich vergessen, die Nummer der Ausgabe zu registrieren; Anm.d.Verf.).
[4] Die Großschreibung der Personalpronomen wurde von mir vorgenommen, um die Ansprache an Gott deutlich zu machen (Anm.d.Verf.)
[6] Übertragung: In der Psychologie ist darunter nach Sigmund Freud (FN bei >Gewaltlosigkeit<) die während einer psychoanalytischen Behandlung auftretende Projektion frühkindlicher Liebes-, Wunsch-, Hass- und Ablehnungseinstellungen zu Eltern (und anderen Bezugspersonen) auf den Analytiker oder auf den Psychotherapeuten (oder allgemeiner auch auf andere Menschen) zu verstehen (Hexal Taschenlexikon Medizin/S.795).