Sternenschnee

Kim Carrey:

Sternenschnee (221)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Meditation (40.G) AUM-EN

 

 

Es wurde bezüglich der Invokation des Silbernen Strahles in 40-F gesagt, dass diese mit der Kraft von Mantren versehen worden ist. Das besondere an einem Mantram (im Unterschied zu einem Gebet usw.) soll sein, dass es sich dabei um einen nach okkult-geistigen Einsichten geformten Spruch handelt, bei dessen Benützung es sich lediglich um die rein geistige, dem physischen Ohr völlig unwahrnehmbare Lautwirkung handelt.

 

Das Sprechen nach dem Inneren soll so erfolgen, dass es zu einer „Kommunion“, zu einem geistigen Aufnehmen der Worte als geistiger Speise wird. Ein geistiger Spruch sollte ohne Deklamation, ohne Emphase, schlicht, einfach und für das physische Ohr unhörbar in sich hineingesprochen werden, ohne besonders den gedanklichen Sinn zu analysieren, ohne über die „Bedeutung“ nachzugrübeln.

 

Die Worte sollen als geistige Klangform in sich aufgenommen werden, dann wird der Sinn sich fortgesetzt mehr „von sich aus“ erschließen und dem Aspiranten weitreichenden Segen bringen. Das innere Sprechen darf gleichzeitig durch keinen physisch hörbaren Laut begleitet werden, nicht einmal durch ein leises Murmeln, ja nicht einmal sollen die Lippen bewegt werden, da hier Gefahren durch die Spiegelsphäre[1] liegen, wo Elementarwesen, die dem Menschen feindlich gesonnen sind, Missbrauch mit dem Mantram treiben und den Menschen schädigen könnten (siehe hier im Kapitel Nr. 11 >Dämonen<). Auch sobald der Aspirant nur leise Ermüdung fühlt, muss das Einsprechen sofort beendet werden[2].

 

Im Kapitel 28-C >Lichtdienste< ist denn auch durch dort vertretene andere Anschauungen (wonach Anrufungen kraftvoll laut gesprochen werden sollen) das Thema von „laut“ und „leise“ kontrovers erörtert worden, so dass auf dieses Kapitel verwiesen wird. Eine weitere Erörterung zu diesem Thema von laut versus leise befindet sich außerdem im Kap. Nr. 54-G >Wahnsinn oder unendliche Liebe<, wo es um die direkte Kommunikation mit den Geistführern geht.

 

Zur Veranschaulichung soll hier ein Mantram von BO-YIN-RA zitiert werden, wobei er als deutsche Bezeichnung für den Begriff „Mantram“ in seinem Buchtitel das Wort „Funken“ gewählt hat[3]:

            „Ewiges Leben, rinne

Aus urtiefem Quell

In mir

In mich selbst! –

Rinne

Durch Mark und Blut!

Laß` Leben leuchten!

Leuchten am dunklen Ort!

            Laß` wieder werden,

Was Ursprungs war:

Mich selbst,

Der ich bin!! - - -

            ´Aham brahma asmi`![4]

Om!“

 

Nach Paramahansa YOGANANDA wäre jedoch die wörtliche Übersetzung des Sanskrit-Wortes Mantram: „Gedankeninstrument“. YOGANANDA bezeichnet es als ein Lied mit machtvollen Schwingungen. Es handelt sich um vollkommen unhörbare Laute, die eine Ausdrucksform der Schöpfung sind. Wenn ein Mantram als Silben vokalisiert wird, stellt es eine universelle Terminologie dar. Die große Macht der Töne (oder Silben) hat ihren Ursprung im OM[5], dem „Wort“ oder der schöpferischen Schwingung des kosmischen Motors[6].

 

In der Fußnote zu OM ist nach BO-YIN-RA dargelegt, wie OM gleichbedeutend sein soll mit AMEN und mit AUM und aussagen soll „Sein aus sich selbst“. Erst am 15.02.2015 jedoch las ich bei STEVE RICHARDS in dem Buch >Die Kunst des Levitierens< folgende Darlegungen: „Amen“ soll eigentlich (ursprünglich) der Name des Sonnengottes von Theben[7] sein, den die thebanischen Priester laut sangen, um den Gott erscheinen zu lassen[8]. Dies wandten sie auch an für die Segnungen, die aus Mantras kommen. Und RICHARDS thematisiert dann:

 

„Nun wird dieses Wort – Amen – in der christlichen Liturgie verwendet; doch der Sonnengott taucht nicht darin auf. Woher kommt das?“ und RICHARDS antwortet auf seine eigene Frage: „Yogis sagen, das käme daher, dass das Wort nicht richtig intoniert werde. Die erste Silbe von Amen solle AUM ausgesprochen werden, so dass das ganze Wort AUM-EN hieße. Im allgemeinen aber wird es ja AH-MEN ausgesprochen. Aus der ersten Silbe jedoch bezieht das Wort seine geheime Macht. AUM kennt man im Osten wie im Westen als ein machtvolles Mantra. Wenn das Wort AUM laut gesungen wird, regt es das Ajna-Chakra an, das sich (als drittes Auge) zwischen den Augenbrauen befindet“[9].

 

Die drei Buchstaben A und U und M sollen in der Hindutradition für die Dreieinigkeit von Brahma, Vishnu und Shiva stehen (was im Christentum der Trinität von Vater, Sohn und Heiligem Geist entspräche; Anm.d.Verf.). AUM ist das Unausdrückbare Absolute, das letzte Wort, das im Mystizismus gesprochen wird, und nach dem nur noch Schweigen herrscht, legt RICHARDS dar.

 

„Es ist auch das verlorene Wort, oder … der Logos, das Wort, das die Welten erschaffen hat. Von fortgeschrittenen Yogis sagt man, sie hören den Klang des AUM psychisch; das bedeutet für sie, dass es der ganzen Schöpfung zugrundeliegt. Die drei Klänge des AUM … bilden zusammen alle Klänge, die die menschliche Stimme hervorbringen kann. Das A entsteht in der Kehle; das M wird mit den Lippen geformt, während das U das Vorwärtsrollen des Impulses ist, der an der Zungenwurzel entsteht und bei den Lippen endet“[10]. Jedes Geräusch der Natur soll darin enthalten sein und alle Vögel und Tiere sollen diesen Laut verstehen.

 

RICHARDS führt weiter aus, dass korrekterweise im Sanskrit das AU als Diphtong[11] betrachtet und als einziger Laut ausgesprochen wird. „Aber alle Zuständigen sind sich darin einig, wenn man das Mantra AUM intoniert, dann einzeln als A und U und M. So machen wir zunächst AHH, dann gehen wir allmählich zum UUU und verklingen schließlich mit dem MMM. Jeder dieser Klänge hat für sich allein schon Macht; aber die größtmögliche Wirksamkeit wird erreicht durch die Kombination, u.z. in der richtigen Reihenfolge“[12].

 

Da mir die Erklärungen von RICHARDS eingeleuchtet haben, verwende ich seitdem (seit dem 15.02.2015) statt AMEN das Wort AUM-EN, da mir leider keine stichhaltigeren Darlegungen zu dem Begriff AMEN vorliegen.

Es ließ mir dann jedoch keine Ruhe und ich las sicherheitshalber noch am 01.06.2015 bei Wikipedia zu dem Sichwort „Amen“ nach[13]. Dort habe ich jedoch keine ausdrücklichen gegensätzlichen Aussagen gefunden, so dass ich eben tatsächlich auch weiterhin AUM-EN statt AMEN verwenden werde.

 

RICHARDS erwähnt dann noch, dass man Mantras auch im Geist singen könne, und damit ist mir die Gelegenheit zur Überleitung meines bisherigen Textes gegeben, wo überhaupt bereits Erklärungen zu der Funktion von Mantras existiert hatten:

Ein Mantra(m) ist nämlich eine heilige Silbe für mentale und spirituelle Erweiterung. Das Mantra(m) verleiht die Energie der (betreffenden angesprochenen) Gottheit und ihrer Attribute. Mantren können den Körper mit den Kräften und der Ekstase des Göttlichen Geistes aufladen. „Je größer die Gedankenform, desto größer das Mantra zur Öffnung des Bewusstseins für die wahre Erschließung von Wissen“[14].

 

Eine Gebets-Meditation wiederum ist nach HURTAK eine Annäherung an die Gottheit in Wort und Gedanken, womit der Betende den Heiligen Geist[15] (= Shekinah) auffordert, das „göttliche Bewusstsein“ im Körper zu aktivieren. „Wenn man sich auf einen Gedanken oder eine Idee konzentriert, tendiert sie zu Handlung und Selbstverwirklichung. … Wenn Gedanke oder Idee eines ´offenbarten heiligen Namens` mit Gefühl verbunden werden, wird dies jede andere Bewusstseins-Suggestion überflügeln“[16]. Das WORT Gottes ist personifiziert in >Jesus, dem Christus Gottes< (Kap. Nr. 44) in die Offenbarung getreten.

 

Interessant finde ich die physische Meditationsposition nach Angaben der >Prophetin Gabriele< (Kap. Nr. 47), die ausdrücklich als „christliche Meditationshaltung“ angesprochen wird. Sie lautet: „Wir setzen uns aufrecht auf einen Stuhl, der möglichst unserer Körpergröße angepasst ist, der nicht zu hart, aber vor allem auch nicht zu weich ist. – Wir bemühen uns, uns nicht anzulehnen, sondern unseren Rücken gerade zu halten. Auch unseren Kopf halten wir aufrecht, unsere Beine sind nicht übereinander gekreuzt, unsere Füße stehen nebeneinander auf dem Boden“.

 

„Unsere Hände legen wir, mit den Handrücken nach unten, offen auf unsere Oberschenkel; die Handflächen zeigen also nach oben. Nun ziehen wir unsere Hände etwas an den Leib heran, lassen sie jedoch weiterhin auf den Oberschenkeln ruhen, wodurch sich unser Rücken noch mehr streckt. – In dieser bewussten, ausgerichteten Haltung regen wir die Geistkräfte in uns verstärkt zum Fließen an“[17].

 

Es ist nun so, dass ich leider nicht in der Lage bin, solch eine Haltung in der >Meditation< zu verwirklichen, wobei ich betonen möchte, dass ich der hohen geistigen Herkunft der >Prophetin Gabriele< jeden Respekt, ja Verehrung, entgegenbringe und damit selbstverständlich die angegebene Haltung als vorbildhaft ansehe.

 

Für mich ist es jedoch schon ein Martyrium, über einige Stunden am Tage in einer solch sitzenden Haltung vor dem Computer zu verbringen und wenn ich 40 Stunden in der Woche zwangsweise arbeiten musste, war dies einer der schlimmsten Faktoren für mich. Dabei rutsche ich dann die ganzen Stunden irgendwie auf dem Dreh-Stuhl hin und her, während von der >Prophetin Gabriele< vermutlich ein starrer (eventuell nicht einmal gepolsterter) Stuhl gemeint ist, der für mich völlig unerträglich ist.

 

Dann die Beine parallel zueinander zu halten, ist etwas, was ich keine 60 Sekunden (also keine Minute) lang verwirklichen kann. Schon als Kind/Jugendliche habe ich eine Freundin von mir in der Kirche bewundert, die ununterbrochen die Beine so gestellt halten konnte, worüber ich sogar einmal mit ihr gesprochen habe.

 

Dies war für mich niemals möglich. Bei mir gingen immer die Knie automatisch auseinander, die ich dann wieder krampfhaft schloss oder die Beine etwas seitlich hielt oder alles Mögliche versuchte. Überhaupt permanent still zu sitzen, ist mir in meinem ganzen Leben nie möglich gewesen, wobei ich aber wiederum glücklicherweise auch kein typischer „Zappelphilipp[18] war oder bin, wie dies ja heutzutage für Tausende (oder Millionen) von Kindern gilt (was mir sehr leid tut).

 

Meine Sitzhaltung bei der >Meditation< ist auf einer Studioliege[19] mit dem Rücken zum Kopfende, die Beine entweder lang ausgestreckt oder ich nehme den Yogasitz ein (wobei ich allerdings nie einen Yogakurs besucht habe), der doch eher nur ein Schneidersitz ist. Beide Beinhaltungen wechsle ich dabei häufiger ab. Dabei ist es mir auch unmöglich, die von der >Prophetin Gabriele< angegebene Haltung der Hände zu verwirklichen, die in anderen esoterischen Richtungen ebenfalls praktiziert wird. Nach 10 Sekunden würden sich meine Hände schon wieder umdrehen – und so beginne ich dieses Unterfangen erst gar nicht.

 

Im Gegenteil ist es so, dass ich eigentlich immer meine Hände eher zu einer halben Faust geschlossen habe oder sie sogar unter meine Oberschenkel klemme. Ich gestehe, dass sich dies eigenartig anhören muss – aber es ist mir fast immer ein tiefes Bedürfnis, dies so zu handhaben. Meine frei herumliegenden Hände[20] wären mir ebenfalls unerträglich. Ich vermute, dass dies eine bestimmte Bedeutung hat, die ich allerdings nicht kenne, die mir aber auch keine Sorgen bereitet, da ich trotz dieser Eigenartigkeit(en) die unbedingte Evidenz habe, im Dienste von >Jesus, dem Christus Gottes< auf der Erde zu sein.

 

Ungefähr eine Woche, nachdem ich vorstehenden Absatz geschrieben habe, wurde mir plötzlich am 11.07.2008 in einer >Meditation< bewusst, dass meine Gesamtkörperhaltung weitgehend dem entspricht, wie diese der Gehängte der 12. Tarotkarte eingenommen hat (was im Kapitel Nr. 19 >Kreuzigung und Gehenkter< abgehandelt ist) – mit der Ausnahme, dass ich nicht hänge. Es fiel mir auf, weil ich häufig mein eines Bein genauso in einem rechten Winkel quer über das andere Bein geschlagen halte, wie dies dieser Gehängte tut, so dass ein Dreieck zwischen beiden Beinen entsteht.

 

Diese Beinhaltung hatte ich ganz vergessen gehabt zu erwähnen. Und nun kommt der entscheidende Punkt bezüglich der untergeklemmten Hände. Anders als auf der Tarotkarte des Ansata-Verlag, wo der Gehängte kopfüber Flöte spielt, ist mir die Abbildung bekannt bei WEINFURTER in >Der Brennende Busch<[21], wo diese Flöte nicht existiert, sondern der Gehängte dort die Arme in Höhe der Taille festgeklemmt hat. Dabei sieht man nicht genau, ob die Hände dort in Taschen fixiert sind oder wie sie sonst festgehalten sind. Jedenfalls bilden durch diese Haltung beide Arme jeweils einen Henkel – und dies ist genauso bei mir der Fall. Wegen der Deutungen wird auf das Kapitel Nr. 19 >Kreuzigung und Gehenkter< verwiesen.

 

Im Jahre 1992 bin ich durch eine Geistesfreundin an das Buch >Pilgerleben<[22] gelangt, was sie mir wohl ausgeliehen hatte, und ich insofern nur über meine Notizen davon verfüge. Es war schon ein älteres Buch. Jedoch haben mir die Darlegungen darinnen so sehr eingeleuchtet, dass ich natürlich – wie fast immer – angefangen habe, den entsprechenden Anweisungen gemäß zu praktizieren. Es geht dabei um das „Beten ohne Unterlass“ was eigentlich dem indischen „Japa[23] entspricht, wie dies hier auch von der >Avatarin< Mutter Meera (Kap. Nr. 29) erwähnt ist, wenn der Schüler Schwierigkeiten hat, zu meditieren.

 

Bei dem Beten ohne Unterlass verwendet man die Worte „Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner!“, was auch kurz als „Jesus-Gebet“ bezeichnet wird. Dies habe ich z.B. in den ersten drei Wochen des Januars 1993 den ganzen Tag fast unentwegt praktiziert, wo ich mich von meiner „großen Liebe“ getrennt hatte (siehe Kapitel Nr. 37 >Eifersucht<). Zu der Zeit war ich arbeitsunfähig krank geschrieben und zu Hause, so dass ich dies verwirklichen konnte. Es führte bei mir auch zu den verschiedensten geistigen Erlebnissen, wie sie im Kapitel >Jesus, der Christus Gottes< (Kap. 44) und im >Vorspann< (Teil B) geschildert sind.

 

Dieses Jesus-Gebet soll nun eine geistige Zusammenfassung des gesamten Evangeliums[24] darstellen[25]. In dieser Verbindung gibt es dort einen Hinweis darauf, wenn jemand in der Bibel liest. Dabei würde es nichts ausmachen, wenn jemand das Wort Gottes nicht verstehen würde. Wenn er es liest, dann verstehen es jedoch die Teufel[26] und diese bekommen dann Angst vor der Macht Christi[27]. Über die generell große „Bedeutung der Bibel“ finden sich weitere Darlegungen in der betreffenden Fußnote im Kapitel 1-C >Einleitung<.

 

Eine Methode, die Parallelen zu dem „Beten ohne Unterlass“ und dem orientalischen „Japa“ hat, ist, die allzeitige Gegenwart Gottes zu erleben, was man allerdings erüben muss. Die geistlichen Grundregeln dazu stammen von Bruder Lorenz[28] und werden regelrecht als „Theologie der Gegenwart Gottes“ bezeichnet. Es wurde über diese Methode von Kirchenleuten ausgesagt, dass „diese eine der vortrefflichsten (ist), die man finden mag, sowohl wegen ihrer Einfalt als auch wegen ihrer Leichtigkeit und großen Gründlichkeit“[29].

 

Ich habe immer wieder einmal versucht, dies auch in meinem Leben umzusetzen, was mir mehr schlecht als recht gelungen ist. Es geht als Ziel darum, die Vollkommenheit[30] zu erlangen, indem man allein auf Gott und Seine Ehre sieht, und man alle Verrichtungen zu Unterredungen mit Gott macht. Dazu muss man sich an die Göttliche Gegenwart gewöhnen, die man sucht und findet durch den Glauben daran. Dabei dürfen die Unterredungen mit Gott jedoch nicht künstlich erfolgen, sondern aus der Reinheit des Herzens[31].

 

Gott muss im Grunde des eigenen Herzens angebetet werden, wozu man bei den Verrichtungen dann einen Augenblick innehält. Denn Gott wohnt im Grunde und Mittelpunkt der eigenen Seele. Dort muss man Ihn anbeten, Ihn loben, Ihn anrufen, Ihm sein eigenes Herz aufopfern und Ihm danken. Bruder Lorenz gibt zu, dass nur besonders begünstigte Seelen die volle Stufe dieser Allgegenwart Gottes erlangen; doch jeder kann sich dieser Stufe annähern. Es ist auch eine Gnade, mit der Gott nur einige auserwählte Seelen begünstigt, jedoch erteilt Gott diese Gnade eben denjenigen Menschen, die sich dazu fähig machen, sie zu empfangen[32].

 

Bruder Lorenz war lange Zeit als Küchenhilfe im Kloster tätig oder verrichtete viele andere (meist niedrige) Arbeiten. Er hat selbst ausgesagt, dass er keinen Pfannkuchen umwenden würde, ohne dies aus Liebe zu Gott zu tun. Aber ebenso redete er oder schrieb er kein Wort nieder, ohne vom Heiligen Geist dazu bewegt worden zu sein. „Anfänglich kostete nach seinem eigenen Zeugnis diese Übung einige Anstrengung des Willens zur Ertötung der Sinne; später war ihm die göttliche Gegenwart wie natürlich, und er genoss die Süßigkeit der Gesellschaft Gottes im Glauben ohne Anstrengung“[33].

 

Es wurde gesagt, dass die Unterredungen mit Gott aus der Reinheit des Herzen erfolgen müssen. Dazu will ich hier erst noch im Juni 2015 Darlegungen des Avatars Babaji ergänzen (die schon vom 29.08.2014 stammen), wo dieser folgendes betont: „Jede Anrufung oder Verfügung kann nur die Kraft entfachen, die ein Mensch tatsächlich – und nicht als Lippenbekenntnis – bereitstellt“. Ist jemand innerlich zu einer bestimmten Motivation nicht bereit, kann eine Verfügung kaum wirken. Nur die Bereitschaft, der absolute Wille zu der Motivation, garantiert den Erfolg. Es ist eine innere Bedingungslosigkeit notwendig, sich ganz Gott zu überantworten. Man muss die grundlegende Absicht haben, mit den Konsequenzen leben zu wollen, die man in einem Mantram (oder dergleichen) angerufen hat, und muss bereit sein, die Verantwortung für ein neues Leben zu übernehmen[34].

 

Ein Gebet, was ich circa 20 Jahren im Prinzip täglich innerlich gesprochen habe (und jetzt wegen anderer Schwerpunkte nur noch seltener anwende; Aussage im Juli 2016), ist das berühmte „Anima Christi“[35] von IGNATIUS von LOYOLA[36]. Ein nicht spiritueller Mensch mag denken: Es ist eben ein Gebet. Jedoch liegen in den Worten verwandelnde Kräfte verborgen.

 

Das, was dort inhaltlich angesprochen ist, entspricht vollkommen der Erweckung des Menschen zum ewigen Leben durch die Rosenkreuzer-Mysterien. Ich habe allerdings die autorisierte deutsche Übersetzung für mich minimal abgewandelt und führe diese in der Fußnote an[37]. Falls sich jemand wundert, dass das Buch, aus dem das Gebet zitiert wurde, erst von 1999 ist und ich von 20 Jahren gesprochen habe: Ich kannte das Gebet schon aus anderer Literatur wesentlich früher. Hier nun der Text:

 

            „Seele Christi, heilige mich.

Leib Christi, rette mich.

Blut Christi, berausche mich.

Wasser der Seite Christi, wasche mich.

Leiden Christi, stärke mich.

O guter Jesus, erhöre mich.

In deinen Wunden berge mich.

Von dir lass nimmer scheiden mich.

Vom bösen Feind beschütze mich.

            Zur Stunde meines Todes rufe mich.

Und zu dir kommen heiße mich.

            Dass ich mit deinen Heiligen lobe dich,

Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen“.

                                               Ende

 

Fortsetzung folgt im Teil H zum Kapitel Nr. 40 >Meditation<.

 



[1] Spiegelsphäre: FN bei 7-D >Tyrannei<.

[2] BO-YIN-RA/Funken (Deutsche Mantra) – Mantra-Praxis/S.38

[3] BO-YIN-RA/Funken/S.26

[4] „Aham brahma asmi“: = „Siehe, ich selbst bin Ur-Sein!“

[5] OM: = Amen = Aum = Sein aus sich selbst (BO-YIN-RA/Funken/S.26). Zu dem Wort „Amen“ siehe auch die Fußnote im Kap. Nr. 12-F >Schwarzer Magier< bei den „Befreiungshinweisen“.

[6] YOGANANDA/Autobiographie/S.476

[7] Theben: 1) Eine griechische Stadt in der Nähe von Athen, die jedoch nicht von STEVE RICHARDS gemeint sein wird, sondern stattdessen 2) die frühere Hauptstadt und der religiöse Mittelpunkt des Pharaonenreichs. Die erhaltenen Reste der Wohn- und Totenstadt zählen zum Weltkulturerbe. Theben lag an der Stelle der heutigen Städte Luxor und Karnak (MEYERS Taschenlexikon/S.692).

[8] “Amen“ als Name des Sonnengottes von Theben: Bei Wikipedia ist als kleine Variation unter dem Stichwort „Amen“ ausgesagt, dass dieser ägyptische Gott eigentlich „AMUN“ heißt, der jedoch auch manchmal als „AMEN“ buchstabiert wird (http://de.wikipedia.org/wiki/Amen ). Und im Kap. Nr. 55-D >Neue Zeit< hatte ich (wegen meiner Transvirulenz auf das Raumschiff von AMEN-PTAH) dort bereits am 06.03.2013 Darlegungen von HURTAK&HURTAK (Pistis Sophia/S.924f.-Glossar) referiert, wonach AMEN oder AMON im Ägyptischen „der große Verborgene“ heißt. Nach gnostischen Nag Hammadi-Büchern soll der Name mit der Hierarchie der lokalen Vaterschaft verbunden sein, deren Mitglieder als heilige Luminarien identifiziert sind.

[9] RICHARDS/Die Kunst des Levitierens/S.40f.

[10] RICHARDS/Die Kunst des Levitierens/S.41

[11] Diphtong (in meinem Frendwörterlexikon wird das Wort „Diphthong“ geschrieben): Doppelllaut, Zwielaut (D/F/S.179).

[12] RICHARDS/Die Kunst des Levitierens/S.42

[14] HURTAK/Die Schlüssel des Enoch/S.593

[15] Heiliger Geist: Über ihn habe ich im Mai 2013 das Kap. Nr. 59 >Ewiges Jetzt< in die Autobiographie eingefügt.

[16] HURTAK/Die Schlüssel des Enoch/S.577

[17] (Prophetin) GABRIELE/Der Innere Weg/38

[18] Zappelphilipp: Dies ist wohl als ADH-Syndrom bekannt (siehe FN im Kap. Nr. 53-F >Hoffnung<).

[19] Studioliege: Eine solche Studioliege ist überhaupt den wenigsten Menschen ein Begriff und wird auch von den Möbelfirmen kaum hergestellt (höchstens für Kinder/Jugendliche) und kaum vertrieben, dabei ist es das Optimum für einen alleinstehenden Menschen, der dann natürlich keinen Sex mehr haben darf, wie dies bei mir der Fall ist. Eine Studioliege ist Sofa und Bett gleichzeitig (0,90 x 2,00 m gross), mit einer Rücken- und einer Seitenlehne (ähnlich einer Recamière) und entsprechend habe ich auch alles so arrangiert, dass ich in einer Ein- (oder auch Zwei-) Zimmerwohnung innerhalb weniger Sekunden meine Sitzgelegenheit in mein Bett verwandeln kann bzw. es gibt eben nichts zu verwandeln. Ich verrichte auf dieser Studioliege alle Tätigkeiten, indem ich immer die Beine hochgelagert haben kann. So esse ich, indem ich ein Kissen auf dem Schoss habe, worauf ich ein absolut stabiles DIN-A-3-Brett liegen habe und darauf meine Mahlzeiten deponiere. Ebenso verrichte ich dort alle Arbeiten, die ich nicht am Computer machen muss und lese selbstverständlich auch auf diesem Sofa. Ich verwende allerdings kein Nachtlaken (was ich wegen mangelnden Sex-Verkehrs auch nicht benötige), sondern habe mir selbst eine (bzw. zwei)  repräsentable Tagesdecke(n) genäht (zum Wechseln, wenn ich die eine gewaschen habe), so dass die Studioliege immer tagesfertig aussieht.

[20] Hände: zu den Händen siehe ansonsten auch im Kap. Nr. 6-D >Stigmata<.

[21] WEINFURTER/Der brennende Busch/S.182

[22] >Pilgerleben<: Kurzgefasster Titel für das Buch >Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers< (Hrsg.: Reinhold von Walter)

[23] Japa: Text im Kap. Nr. 16-A >Herausziehen des Ätherleibes<.

[24] Evangelium: FN im Kap. Nr. 23-A >Priesterseele< und FN zu „Bibel“ im Kap. Nr. 1-C >Einleitung<.

[25] >Pilgerleben< von Walter/S.42

[26] Teufel: siehe die Fußnoten zu „Ahriman“ und „Luzifer“ im Kapitel 6-B >Stigmata<.

[27] >Pilgerleben< von Walter/S.39

[28] Bruder Lorenz (= Laurentius): Er war ein Laienbruder im Karmeliterkloster in Paris, der im Jahre 1611 in Lothringen geboren worden war und 1691 verstorben ist (BRUDER LORENZ/Allzeit in Gottes Gegenwart/S.49).

[29] BRUDER LORENZ/Allzeit in Gottes Gegenwart/S.6

[30] Vollkommenheit: Text im Kap. Nr. 24-i+H >Ashram< zu Rudolf Steiner.

[31] BRUDER LORENZ/S.97f.

[32] BRUDER LORENZ/S.107f.

[33] BRUDER LORENZ/S.11

[34] Botschaft von BABAJI vom 29.08.2014 mit dem Titel „Das Wesen der Transformation“, gechannelt von JAHN J KASSL auf http://www.lichtweltverlag.blogspot.de .

[35] IGNATIUS von LOYOLA/Gott in allen Dingen lieben/S.25

[36] Ignatius von Loyola: FN zu „Emanuel Swedenborg“ in Kap. 1-B >Einleitung<

[37] Version von mir: „Seele Christi, heilige mich. / Leib Christi, erlöse mich. / Blut Christi, tränke mich. / Wasser der Seite Christi, reinige mich. / Leiden Christi, stärke mich. / Geliebter Jesus, erhöre mich. / Verbirg in Deine Wunden mich. / Von Dir lass nimmer scheiden mich. / Vor dem bösen Feinde schütze mich. / In der Todesstunde rufe mich. / Und lass zu Dir dann kommen mich. / Auf dass mit Deinen Heiligen ich, / Dich loben möge ewiglich. / Amen“.