Kim Carrey:

Sternenschnee (228)

Esoterische Studien einer Autobiographie

42. Esoterischer Arbeitskreis

 

vorangestellte Inhaltsangabe zum Kapitel Nr. 42 >Esoterischer Arbeitskreis<

 

Zunächst unstrukturierte Erkenntnisgespräche. Neue Teilnehmer über Zeitungsanzeigen. Leitung des Kreises. Ausgearbeitete Skripte als Anregung und Ausgangspunkt. Ohne Moderation Niveau eines Kaffeekränzchens mit Trivialesoterik. Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtes aufgrund von Doppelgängerphänomenen nicht mehr möglich. Konversation über geistige Sachverhalte im Unterschied zur Berührung von der Kraft Gottes.

 

FN: Plausch. Konstrukt. Konversation.

 

42. Esoterischer Arbeitskreis

 

 

Dieser >Esoterische Arbeitskreis< kam im November 2002 zustande durch Vermittlung einer langjährigen Freundin, die selbst keinen Sinn für Esoterik besaß, jedoch mit einer Frau bekannt war, die an einem solchen Gesprächskreis Interesse hatte. Diese kannte wiederum eine weitere Interessentin. Nach kurzer Zeit kam dann eine Freundin von mir hinzu, die ich erst einige Monate lang durch meine damalige ABM-Stelle[1] kannte, und die hier und auch im Kapitel >Freundschaft< mit dem Namen Klara benannt ist. In dieser Viererkonstellation trafen wir uns einige Monate lang im Prinzip regelmäßig alle zwei Wochen in der Privatwohnung der einen Teilnehmerin. Da jedoch immer einmal mindestens eine Teilnehmerin zum Termin nicht erscheinen konnte und auch mancher Termin ganz ausfallen musste, suchten wird dann per Zeitungsanzeige in den Berliner Szeneblättern weitere Interessenten, und es kamen immer wieder neue Teilnehmer (überwiegend Frauen) hinzu. Zu Anfang führten wir relativ unstrukturierte Erkenntnisgespräche, wobei ich jedoch den Part derjenigen übernahm, welche die meisten fundierten Kenntnisse beisteuern konnte, und auch eine gewisse Moderationsfunktion erfüllte.

 

Zudem herrschte von vornherein eine besondere esoterische Kooperation zwischen der Freundin Klara und mir, da wir uns gegenseitig in der Erörterung befruchteten. Durch spezifisch im Herbst 2003 aufgetretene Verknüpfungen von halb-geschäftlichen Interessen mit einer Teilnehmerin kam es zu Differenzen, so dass zwei der Gründungsteilnehmerinnen im Oktober 2003 ausschieden.

Ab diesem Zeitpunkt übernahm ich definitiv die Leitung des Arbeitskreises. Schon vorher hatte ich die Anzeigen geschaltet und die ersten Kontaktgespräche mit neuen Interessenten geführt, dann aber bereitete ich die Treffen auch durch Skripte über jeweils ein Thema vor. Die Skripte schickte ich den jeweiligen Interessenten zu oder übergab sie schon bei dem vorherigen Treffen. Es handelte sich um Ausarbeitungen, die ich seit Jahren gemacht hatte. Sie sollten kein Dogma darstellen, sondern als Anregung und Ausgangspunkt dienen. Ansonsten war die Erörterung der Dynamik überlassen, die von den beteiligten Personen ausging, obwohl ich auch eine gewisse Gesprächsführung bzw. Moderation übernahm. Ohne alle diese strukturierenden Faktoren hätte der Arbeitskreis höchstens 3 Monate lang existiert und nicht immerhin fast zweieinhalb Jahre lang und allzu oft wären die Aussagen abgeglitten in Trivialesoterik, die dem Niveau eines Kaffeekränzchens entsprochen hätte.

 

Als dann die Freundin Klara aus dem Arbeitskreis ausschied durch private Differenzen zwischen uns, war mit den anderen Mitgliedern (außer mit einer Teilnehmerin) für mich keine konstruktive Arbeit mehr möglich, da die meisten doch eine unprofessionelle Plauderei, einen Plausch[2], wünschten. Ich gestehe, dass ich auch von verschiedensten Mühseligkeiten, die die ganze Angelegenheit für mich bedeutete, „die Nase voll hatte“. Die letzte Sitzung fand statt am 15.03.2005.

Bei einer nachträglichen Analyse muss ich konstatieren, dass der >Esoterische Arbeitskreis< überhaupt nur solange existieren konnte, weil durch die fruchtbare Kooperation zwischen der Freundin Klara und mir ein gruppendynamisch und esoterisch erkenntnismäßiges Gleichgewicht aufrechterhalten werden konnte, was im Prinzip durch ihr Ausscheiden zusammenbrach. Alle weiteren Phänomene könnte man auch mit dem Konstrukt[3] bzw. der geistigen Realität von Doppelgängerphänomenen erklären, wie diese im Kapitel >Schwarzer Magier< angesprochen worden sind.

 

Ich selbst war im Laufe von 15 Jahren wiederum Teilnehmerin an mindestens sechs anderen Arbeitskreisen gewesen, die alle im weitesten Sinne esoterisch orientiert waren. Alle unterschieden sich doch sehr voneinander, wobei manche etwas besser und manche noch schlechter funktionierten im Vergleich zu „meinem“ >Esoterischen Arbeitskreis<.

Nun gestehe ich, dass ich eigentlich in Wahrheit Konversation[4] über geistige Sachverhalte nie wirklich bedeutsam gefunden habe; denn über Gott zu sprechen, bedeutet nicht, die Verbindung zu Gott zu leben, auch wenn es einem Zuwachs von Erkenntnis dienen kann – wie auch geistige Literatur.

 

Die Verbindung zu Gott zu leben oder von Seiner Kraft berührt zu werden, ist jedoch das für mich, was den eigentlichen Sinn ergibt, und dies ist das Entscheidende, was ich in den rituellen Diensten der >Spirituellen Gemeinschaft<, in den >Lichtdiensten< gesucht habe und in der >Meditation< immer noch suche und auch in allen drei Aspekten gefunden habe.

Ich habe allerdings auch schon einmal in einem esoterischen Vortrag (der vor nur ca. 12 Menschen gehalten wurde) eine starke geistige Berührung erlebt, die allerdings durch eine besondere Intuition des Vortragenden verursacht wurde, mit der er tatsächlich insgeheim auf mich Bezug genommen hat. Wieso dies keine Einbildung oder Anmaßung von mir ist, kann ich hier allerdings nicht näher begründen und nicht darlegen.

Die esoterischen Arbeits- bzw. Gesprächskreise hatten für mich ansonsten eine mehr gemeinschaftliche Art der etwas höher angesiedelten Freizeitbeschäftigung, obwohl ich immer eine Arbeitshaltung dabei eingenommen habe.

 

Ende des Kapitels Nr. 42. >Esoterischer Arbeitskreis<.

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