Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (266)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Okkulter Gehorsam (48.A) Brandopfer

 

 

Das Kapitel besteht aus den drei Teilen A, B und C.

Vorangestellte Inhaltsangabe zum Kapitel Nr. 48 >Okkulter Gehorsam<

 

Teil A: Unterwerfung unter bösartige Willkür von Vorgesetzten. Brandopfer. Aufgabe des eigenen Egos. Unrecht als Aspekt der Nachfolge Christi. Gequältwerden. Abgelten der Schöpfungsschuld. Beugen des Höheren vor dem Niedrigen. „Die Siege laden ihn nicht ein“. Vergessen des Unrechts durch die Kinder Luzifers. Bosheit im Mysterium von Golgatha als Duplizitätstat. Gehorsam der eigenen Seele gegenüber. Veraltetes Gurutum. Gnade des Meisters. Unmittelbares Verhältnis zur objektiven Geisteswelt. Verschwinden des persönlichen Ego.

 

Teil B: Die christliche Kraft der Liebe wirkt keimhaft im Ich. Tägliches Sterben gemäß Apostel Paulus. Kein äußerer Führer notwendig. Inszenierung von Situationen widerspricht dem okkulten Gesetz. Irina Tweedy. Avatar Haidakhan Baba. Mahavatar Babaji. Manipulationen, Willkür, Despotismus. Konfusion. Ego-Hölle. Brit Morf als Zwillingsstrahl des Haidakhan Baba.

 

Teil C: BRIT MORFs bemerkenswerter esoterisch-futuristischer Roman. Intimes Verhältnis zu einem Arkturier. Mit vollem Bewusstsein in die achte Dimension. Babaji ist mittels eines Walk-In erneut in einen Menschen eingetreten. Gefahr, von der massiven Wucht der alten Kräfte zerquetscht zu werden. Babaji kreierte ein abfederndes Feld um die fortgeschrittensten Lichtarbeiter. Die lineare Wirklichkeit der dritten Dimension würde von einer mit Babaji vereinten Frau gebogen werden, wodurch ein Zusammenbruch vieler irdischer Strukturen stattfinden würde. Begegnungen mit Eingeweihten lösen automatisch Wirkungen bei anderen Menschen aus. Wechsel von einem Guru zum anderen. Jede Bindung ist ungöttlich. Anthroposophische Gesellschaft ist ausdrücklich keine Sekte. Keine Verpflichtung zu Glaubensartikeln. Bekenntnis zu drei Grundsätzen bei der Theosophischen Gesellschaft. Mit Dogmatik ist sektiererisches Wesen verbunden.

 

FN: (Teil A): Integer. Höchste Gottheit. Rilke: „Wen dieser Engel überwand …“. Duplizität.

(Teil B): Inszenieren. Sufismus. Paramguru. Manipulativ. Sadhana (als spirituelle Praxis). Website (www, World Wide Web). Zwillingsstrahl.

(Teil C): Affirmation von Puramaryam. Vision (Plan). Transzendenz. Immanenz.

 

48. Okkulter Gehorsam (A)

 

 

Über geistigen Gehorsam steht bei verschiedensten Autoren etwas, so z.B. bei Ignatio von Loyola[1], besonders aber auch bei Maria Kowalska[2]. Speziell an dieser polnischen seliggesprochenen Nonne schätzte >Jesus, der Chrisus Gottes< (Kap. Nr. 44) ihren Gehorsam in allen Dingen[3]. Dies bezog sich insbesondere auf den Gehorsam gegenüber Entscheidungen durch ihre Vorgesetzten, von denen man schon vorher wusste, dass sie falsch waren.

 

Dies ist auch bei IGNATIO von LOYOLA ein entscheidender Faktor: die Unterwerfung unter falsche Entscheidungen oder unter bösartige Willkür von Vorgesetzten, was sich hier (auch bzw. gerade) auf leitende Personen von geistigen Gemeinschaften, auf Gurus bzw. geistige Meister beziehen soll. Erst dadurch bekommt der Gehorsam den Charakter eines sogenannten „Brandopfers“. „Wer aber die rückhaltlose und vollkommene Hingabe seiner selbst zu leisten sich entschlossen hat, der muss zum Willen auch noch seine Einsicht opfern“[4].

Hier entsprechen sich christlich-mystische und orientalische Esoterik vollkommen. Es handelt sich um die weitreichende Aufgabe des eigenen Egos[5].

 

Im Kapitel Nr. 12-B+C >Schwarzer Magier< sind von mir selbst Erfahrungen mit einer weiblichen Vorgesetzten geschildert, wo ich genau dem überhaupt nicht entsprochen habe. Auch weitere andere Male (wovon hier nur noch ein Fall im Kapitel Nr. 41-B >Sonnenfinsternis< geschildert ist) habe ich mich unter die Willkür oder Dummheit von Vorgesetzten nicht gebeugt, was natürlich meine eigene unzulängliche geistige Entwicklung andeutet.

 

Entscheidender Auslöser, dass ich die Inhalte dieses Kapitel überhaupt ausgeführt habe, ist jedoch meine Erfahrung mit der >Spirituellen Gemeinschaft< bzw. die letzte Phase innerhalb dieser geistigen Gemeinschaft, wo ich mich einer Entscheidung der dortigen Leitung in einer eigenartigen Weise widersetzt habe, wie man dort im Kap. Nr. 27-M ab dem ZP 66 nachlesen kann. Man wollte mich durch einen absurden Machtkampf zu >Okkultem Gehorsam< zwingen, um mir dann bei meiner Widersetzlichkeit schaden zu dürfen mittels okkulter Maßnahmen, was ich total frevelhaft von der >Spirituellen Gemeinschaft< fand und immer noch finde.

 

Dabei dient nach meiner Analyse der >Okkulte Gehorsam< nur dazu, dem Aspiranten ein Unrecht anzutun, was durchaus als ein wichtiger Aspekt der >Nachfolge Christi< (Kap. Nr. 26) angesehen werden kann. Dies aus folgendem Grund: Trifft ein Vorgesetzter eine absolut optimale, wahrhaftige, höchste, gütigste Entscheidung, so wird jeder Untertan sich mit großer Freude danach richten, selbst wenn es für ihn eine Belastung darstellen sollte.

 

Tatsache ist aber, dass überhaupt Gehorsam nur als unangenehm erlebt wird, wenn erkennbar ist, dass der Obere nicht absolut integer[6], sondern auf irgendeine Weise falsch, unwahrhaftig, suboptimal o.ä. entscheidet. Es geht dabei nicht darum, ob das Einzelempfinden eines Untertanen durch Gehorsam gekränkt würde, sondern nur darum, dass in der Struktur des Oberen eindeutig seine Unlauterkeit[7] von allen Untertanen erkannt werden kann.

 

Jetzt soll durchaus nach göttlicher Maßgabe eben auch der Unlauterkeit Folge geleistet werden, u.z. weil (nach meiner Interpretation) der Untergebene durch den Gehorsam mittelbar gequält werden soll durch ein wie immer geartetes Unrecht. Dies ist der wahre tiefe seelisch-geistige Hintergrund des Gehorsams. Denn >Jesus, der Christus Gottes< (Kap. Nr. 44) war nicht wegen des Gehorsams gehorsam, sondern weil Er wegen des Gequältwerdens auf die Erde gekommen war.

 

Seine menschliche Inkarnation in Jesus von Nazareth und das Durchleben des >Mysteriums von Golgatha< (siehe im Kapitel Nr. 70) hatten nur den einzigen Sinn: unendliches Unrecht zu erleiden und sich quälen zu lassen, u.z. als Vorgabe dafür, weil alle Menschen Ihm langfristig absolut nachfolgen müssen. D.h. sie werden – verteilt über Jahrtausende - entsprechendes Unrecht erleiden müssen und sich quälen lassen müssen, wie Er dies erlitten hat, weil nur durch die Qual die ur-gewaltige Schöpfungsschuld abgegolten werden kann. In Wahrheit wird niemandem wirklich etwas abgelassen. Es wird nur variiert, verteilt, verzögert, verlangsamt oder (nach geistigem Wunsch) beschleunigt, verstärkt usw., um eher erlöst zu werden.

 

Auch alle Meister (Eingeweihte ab dem 5. Grad) der planetarischen Hierarchie haben dies durchmachen müssen, selbst wenn darüber keine expliziten Darlegungen erfolgen und auch wenn diese Meister jetzt Hierarchen von Lichtbrennpunkten und dergleichen sind (siehe z.B. im Kapitel Nr. 24-F >Ashram< zu Meister Jesus oder zum Tempel vom Meister Surya) und nun natürlich jenseits aller Qualen stehen.

 

Dass in Wahrheit niemandem etwas abgelassen wird, ist eventuell eine Aussage von mir, die durch fortschreitende göttliche Pläne überholt sein könnte, da es angeblich mittlerweile „karmischen Erlass[8] durch die Höchste Gottheit[9] geben soll. Um einen solchen bitte ich selbst seitdem ebenfalls.

 

Jedenfalls ist das geistige Gebot des >Okkulten Gehorsams< nur Mittel zum Zweck der Qual und des Unrechts. Nicht ist durch >Jesus, den Christus Gottes< die Schöpfungsschuld als solche abgegolten worden, sondern Er hat nur den Weg gebahnt, dass alle Menschen die Schöpfungsschuld abtragen können. Ohne Ihn wäre dies gar nicht mehr möglich gewesen.

 

Dies ist z.B. aus höherer Intuition[10] durch den Dichter RILKE in seinem einen Gedicht formuliert worden, welches hier zitiert wurde im Kapitel Nr. 49-B >Grausamkeiten< mit der Zeile „… Den Königen sei Grausamkeit …“. Nur die Qual der Menschen ermöglicht(e) der Höchsten Gottheit, den Menschen zu vergeben und sie zu erlösen.

 

IGNATIO von LOYOLA irrt m.E. nämlich in seinen Darlegungen, wenn er meint, dass man die Schwächen eines Vorgesetzten im Hinblick auf die höchste Weisheit des Christus ertragen soll bzw. eigentlich sagt dies fast gar nichts aus. Man muss sich m.E. deshalb unter die Schwächen des Vorgesetzten – und ggfs. sogar unter seine Bosheit beugen – weil man sich überhaupt in der >Nachfolge Christi< (Kap. Nr. 26) unter die Bösartigkeit des verworfensten Menschen beugen soll.

 

Dies ist es, worauf überhaupt alles abzielt, was unserer heutigen Zeit (Aussage von 2016) mit ihrer eklatanten Selbstbehauptung natürlich zutiefst fremd und mir übrigens auch (trotz meines Wissens um bestimmte esoterische Zusammenhänge und eines gewissen spirituellen Standes) zutiefst zuwider ist.

 

Dabei ist es für einen Menschen schlimmer, wenn er sich unter einen ansonsten scheinbar ehrenwerten Vorgesetzten beugen muss, wenn dieser unlauter handelt, als wenn man sich direkt unter einen Verbrecher beugen muss. Denn bei einem scheinbar ehrenwerten Vorgesetzten hofft man auf Integrität. Erweist er sich als unlauter, so wird die Vertrauenswürdigkeit noch zusätzlich enttäuscht.

 

Bei einer Gehorsamkeitsleistung kommt also noch die Enttäuschung hinzu, die eventuell wegen eines Macht-Missbrauches stattfindet. Von einem Verbrecher erwartet man ja sowieso einen Machtmissbrauch. Bei einem primitiven, verwerflichen verbrecherischen Menschen ist also die Enttäuschung nicht so groß in Bezug auf das Individuum. Das Wirken des Bösen ist bei diesem evident.

 

Die Bosheit ist immer verbrecherisch und niedriger als der Mensch steht, dem sie angetan wird. So geht es immer um das Beugen des Höheren vor dem Niedrigeren.

Auch hierzu gibt es ein Gedicht von RILKE, welches als die entscheidenden Zeilen enthält[11]:

„ … Die Siege laden ihn[12] nicht ein.

Sein Wachstum ist: der Tiefbesiegte

Von immer Größerem zu sein“.

 

Eigenartigerweise hat RILKE m.E. in dem Gedicht einen gedanklichen oder formulierten Fehler begangen, oder der Fehler liegt bei irgendwelchen Übertragungen im ursprünglichen Verlag oder dergleichen. Die letzte Zeile müsste m.E. lauten: „… der Tiefbesiegte von immer Kleinerem zu sein“. Es ist gar kein so wesentliches Problem, sich von etwas Großem (also von der Gottheit oder dem Engel) besiegen zu lassen, sondern das Demütigendste ist, besiegt zu werden von etwas Minderwertigerem als man selbst ist.

 

Die Menschen mussten dem einzigartigen lebendigen Gottes-SOHN Christus das Unrecht auf Erden im >Mysterium von Golgatha< (Kap. Nr. 70) antun, weil Gott sie dadurch in die Pflicht nehmen kann, dieses Unrecht abzutragen; denn die Menschen hatten ihr ursprüngliches Unrecht (als Kinder Luzifers[13]) vergessen gehabt. Das Vergessen war so eklatant, dass es wie verjährt war und kaum noch eingefordert werden konnte. Die Menschheit konnte von der Gottheit dafür kaum noch zur Rechenschaft gezogen werden.

 

So musste die Menschheit an >Jesus, dem Christus Gottes< das Unrecht auf Erden im >Mysterium von Golgatha< (siehe Kapitel Nr. 70) als eine Art Duplizitäts[14]-Tat wiederholen, um so nun zur Verantwortung gezogen werden zu können. Die Verantwortung erreicht seitdem jeden Menschen durch das Karma[15], welches er in diversen Reinkarnationen[16] abtragen muss.

 

Nach STEINER ist jedoch diese Handlungsweise der Unterwerfung unter einen esoterischen „Vorgesetzten“, also einen Guru oder Meister, nicht mehr dem moderneren Zeitgeist in der Esoterik angemessen und auch der TIBETER legt dar, dass es nicht um den Gehorsam einem Meister gegenüber geht, sondern um den Gehorsam der eigenen Seele gegenüber.

 

Von dem anthroposophisch orientierten STEFAN LEBER wird denn auch das traditionelle Vorgehen eines Gurus als eine Rückwendung hinter die neuzeitliche Fragestellung des Bewusstseins angesehen, die einen Bruch in die eigene Identität und den fortschreitenden Entwicklungsverlauf der Biographie des Geistesschülers mit sich bringt[17].

Gemäß dem Avatar Ramana Maharshi[18] ist die Gnade eines Meisters jedoch erforderlich zum geistlichen Erwachen des Schülers[19].

 

Nach abendländischer Anschauung liegt nun gerade in dem gnadenmäßigen Verhältnis des Guru zum Schüler das Problem der persönlichen Abhängigkeit, zu der sich STEINER wie folgt äußerte: „(Es kommt aber vielmehr) auf ein völlig unmittelbares Verhältnis zur objektiven Geisteswelt als auf ein Verhältnis zur Persönlichkeit eines Lehrers an. Dieser wird auch in der Geistesschulung immer mehr die Stellung nur eines Helfers annehmen, die der Lehrende, gemäß den neuen Anschauungen, in irgend einem anderen Wissenszweig innehat“[20].

 

So wird denn auch die Vermittlung durch das geschriebene Wort präferiert und gleichzeitig neben den persönlichen Lehrer gestellt.

Eine weitere Differenz zwischen orientalischer und abendländischer Anschauung (jedenfalls wie sie von der anthroposophischen[21] Geisteswissenschaft[22] vertreten wird) ist, dass es auf dem orientalischen Geistesweg (mithilfe des Gurus) darum geht, dass das persönliche Ego verschwindet, dass das Erleben des eigenen Ich den Jünger verlässt[23].

 

Fortsetzung folgt im Teil B zum Kapitel Nr. 48 >Okkulter Gehorsam<.

 



[1] Ignatio von Loyola: FN bei 1-B >Einleitung<.

[2] Maria Kowalska: FN bei 19-C+D >Kreuzigung und Gehenkter<.

[3] KOWALSKA/Tagebuch

[4] von LOYOLA/Gott in allen Dingen lieben/S.170f.

[5] Ego (als niederes Selbst): FN bei 16-C >Herausziehen des Ätherleibes<.

[6] integer: unbescholten, ohne Makel, unbestechlich (D/F/S.332).

[7] unlauter: FN in Kap. 64-A >Zorn der Eliten<.

[8] karmischer Erlass: FN bei 13-P >Aurisches Wesen< und FN zu „Versiegelung der Chakren“ im Kapitel 39-D >Auftreten von Blitzen<.

[9] Höchste Gottheit: = Paramatman (FN bei 29-A >Avatarin<) und = JHWH (siehe FN zu „Jahve“ bei 11-D >Dämonen<).

[10] Intuition: FN bei 14-A >Ursprungsfamilie<.

[11] Die Zeilen davor lauten: „Wen dieser Engel überwand, / welcher so oft auf Kampf verzichtet, / der geht gerecht und aufgerichtet / Und groß aus jener harten Hand, / die sich, wie formend, an ihn schmiegte“. Sie sind entnommen aus dem Gedicht >Der Schauende< von R.M. RILKE (Gedichte/S.89f.).

[12] Damit ist der Engel gemeint (Anm.d.Verf.).

[13] Luzifer: FN bei 6-B >Stigmata<.

[14] Duplizität: doppeltes Vorkommen oder Auftreten, z.B. eines Ereignisses (D/F/S.193).

[15] Karma: FN bei 2-E >Erleuchtung<.

[16] Reinkarnationen: FN bei 45-G >Seelenwachstum<.

[17] dargelegt von STEFAN LEBER in: STEINER/Wege der Übung/S.242

[18] Ramana Maharshi: FN bei 40-A >Meditation<.

[19] ZIMMER/Der Weg zum Selbst – Leben und Lehre des Shri Ramana Maharshi/S.190

[20] STEINER/Wege der Übung/S.245

[21] Anthroposophie: FN bei 24-H >Ashram<.

[22] Geisteswissenschaft: FN bei 7-E >Tyrannei<.

[23] Aussage von SWAMI MACTANANDRA bei LIEVEGOED/Der Mensch an der Schwelle/S.66