Sternenschnee


Kim Carrey:

Sternenschnee (267)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Okkulter Gehorsam

(48.B) Manipulation

…Inszenierungen durch den Guru

 

 

Es wird nun von LIEVEGOED behauptet, dass die christliche Kraft der Liebe keimhaft im Ich des Menschen wirkt und dadurch eine nicht-egoistische Entwicklung des Individuums möglich ist[1]. Tatsächlich ist diese möglich, aber nur dadurch, dass das persönliche Ich ersetzt wird durch das Christus-Ich.

 

Anders als die anthroposophische Geisteswissenschaft nach Rudolf Steiner (siehe Kapitel Nr. 24-H+i+J >Ashram<) vertritt allerdings auch das Lectorium Rosicrucianum nach JAN van RIJCKENBORGH die Anschauung, dass zur Erlangung der geistigen Wiedergeburt das Ich-Wesen zerbrochen werden muss durch die Negation in dem täglichen Sterben gemäß dem Apostel Paulus[2]. Erst dann kann das Licht der Universellen Bruderschaft (die als Transformator für das Licht Gottes dient) einen neuen Menschen aufbauen[3]. Die Position des Guru wird hier jedoch von der Geistesschule eingenommen bzw. von der unpersönlichen Strahlungskraft des gnostischen Kraft- und Lebensfeldes.

 

Wenn ein Mensch die Stufe bewusster Jüngerschaft erreicht hat und dadurch mit einem Meister und dessen Gruppe verbunden ist, dann tritt er automatisch als Einzelner mit dem „Meister aller Meister“ in Verbindung. Dies ist der Christus[4] (siehe Kapitel Nr. 44 >Jesus, der Christus Gottes<). So war es bei den Mystikern und Heiligen des Mittelalters im Abendland der Fall. Sie ließen sich schon nicht mehr von irgend einem lebenden Guru leiten, sondern ihr Guru war der innere Christus[5].

 

Über die >Prophetin Gabriele< (Kap. Nr. 47) erklärt der Christus Gottes Selbst, dass diejenigen Menschen, welche die Gesetze Gottes erfüllen (sie verwirklichen und im täglichen Leben halten) keiner äußeren Führer bedürfen. Diese Menschen haben den Christus, das Gesetz des Lebens, als Führer[6].

 

„Der moderne Mensch darf sein Ich nicht einem Guru hingeben. Er muss, als Träger eines bereits viel stärker individualisierten Ich, selbst die Verantwortung für seine Taten übernehmen. Er darf zwar dem Rat eines Weisen oder Eingeweihten folgen, muss aber selbst in völliger Bewusstheit die Vorbereitung leisten und entscheiden, wann er reif ist für bewusste weitere Schritte. Er darf sich nicht irgend einer anderen Person unterwerfen, denn dies würde die Entwicklung des modernen Ich wieder zunichte machen und einen Rückfall in unreife, überholte Stadien der Ich-Entwicklung bedeuten“[7], so lautet die Anschauung des der anthroposophischen Geistesrichtung verpflichteten Autors LIEVEGOED.

 

Gerade in der orientalischen Esoterik gibt es noch immer die Praxis, dass der Meister[8] Situationen inszeniert[9], um den Schüler zu entwickeln. Dies widerspricht jedoch gemäß dem TIBETER dem okkulten Gesetz. Zwischen dem Meister und dem Jünger muss völlige Freiheit herrschen[10]. Dem zuwider hat z.B. der Guru von IRINA TWEEDY[11] gehandelt bei einer speziellen sufistischen[12] Schulung des orientalischen Geistesweges.

 

Dies hat ebenfalls der von 1970-1984 verkörperte Avatar Haidakhan Baba[13] (einer angeblichen Manifestation des Mahavatars Babaji[14]) getan, was wiederum gar nicht harmoniert mit dem Bild, was man von dem Mahavatar Babaji nach Paramahansa Yogananda[15] hat[16]. Denn dieser Mahavatar Babaji erscheint auf einer Zeichnung bei YOGANANDA mit einer extrem hohen geistigen Ausstrahlung, die keinerlei Ähnlichkeit aufweist zu dem doch weniger geistig wirkenden Aussehen des Haidakhan Baba in dem Buch >Babaji – In Wahrheit ist es einfach Liebe< von HALBIG und SCHNELLBACH.

 

Die verbürgteste Identität des Mahavatars Babaji ist für mich gegeben durch den Avatar Paramahansa Yogananda in seiner >Autobiographie eines Yogi<, insofern Babaji der Guru des Paramgurus[17] von Sri Yukteswar[18] darstellte, von dem Yogananda wiederum der Schüler war. Der Mahavatar Babaji soll seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden im Himalayagebirge in ein- und demselben Körper leben (oder gelebt haben?) und unsterblich sein und immer ein Aussehen von ca. 25 Jahren aufweisen. In dem Buch von Yogananda ist auch eine Abbildung des Mahavatars Babaji, die dies bestätigt und er dort die schon erwähnte hohe geistige Ausstrahlung aufweist.

 

Weshalb es nun angeblich (!) notwendig geworden sein soll (ob dies überhaupt so ist, bleibt für mich eine totale Fragwürdigkeit), dass dieser Mahavatar Babaji anscheinend seine Erscheinungsform innerhalb seines unsterblichen Lebens geändert hat und 1970 als ein noch jüngerer Mann von 18 Jahren in einer Höhle des Berges Kailash (ebenfalls im Himalayagebirge) erschienen ist, dann aber 14 Jahre lang sich dem natürlichen Alterungsprozess ausgesetzt hat, bis er am 14.02.1984 seinen Körper wieder verlassen hat, ist mir rätselhaft.

 

Entscheidend ist dabei, dass dieser Haidakhan Baba sich selbst als (eine Art) Reinkarnation des Mahavatars Babaji mit völlig anderem Aussehen deklariert. Nach eigenen Aussagen hat der Haidakhan Baba (= Babaji) keine menschliche Geburt durchgemacht, sondern tauchte als ein Jüngling von 18 Jahren plötzlich auf, besaß jedoch große göttliche Fähigkeiten. Er wirkte dann nur 14 Jahre lang in dieser Manifestation, wo er auch diverse europäische und US-amerikanische Devotees[19] hatte, wie dies alles von Leonhard Orr[20] ausgesagt ist[21].

 

In einem Erfahrungsbericht von einem weiblichen Devotee wird geschildert, wie der Haidakhan Baba in seinem Ashram sich manipulativ[22], willkürlich und despotisch[23] verhalten haben soll, was jedoch nach Anschauung dieser Devotee als mit einem geheimen Sinn versehen geschehen sein soll. Zum Beispiel dichtete er einzelnen Devotees irgendeinen Fehler an „oder ließ sie kleine Fehler begehen, um sie gründlich ausschimpfen zu können und dann nach Hause zu schicken. Das sah auf den ersten Blick völlig willkürlich und despotisch aus. Später erfuhr ich jedoch stets, dass für den Betreffenden eine ganz große Lehre damit verbunden war und es auf den äußeren Anlass tatsächlich überhaupt nicht ankam oder höchstens symbolisch“[24].

 

Einem jungen Israeli war zur Vorbereitung auf die Yogi-Initiation ein besonderes Sadhana[25] auferlegt worden. „Er musste fasten und nachts am Dhuni (einem Bach oder Fluss; Anm.d.Verf.) schlafen. Am Tag musste er sehr schwere Arbeiten verrichten und die schwersten Steine schleppen. Dann wurde er sehr krank und bekam Fieber. Trotzdem durfte er sich nicht schonen, sondern musste täglich seine auferlegte Disziplin durchhalten“[26].

Das Schleppen der schweren Steine in einem kranken Zustand mutet an Sklavenhaltung an.

 

Durch verwirrende Anordnungen des Haidakhan Baba wurde die (zuerst) vorbenannte weibliche Devotee in völlige Konfusion gestürzt, was sie selbst beschrieb als: „Ich ging durch viele Ego-Höllen hindurch, weinte sehr viel, hatte aber auch immer die andere Ecke in mir, die das alles verstehen konnte“[27].

 

Und der Guru von IRINA TWEEDY gab zu, dass er sie (bzw. ihren Verstand) in Verwirrung bringen wollte. „Wenn Sie im Morast sitzen, werden Sie sich anstrengen herauszukommen“[28]. Später jedoch, kurz vor seinem Tode, hat er dann allerdings eingestanden, dass ein Teil seiner schweren Krankheit und seiner Schmerzen mit der Manipulation gegenüber IRINA TWEEDY zu tun hätten[29] - sozusagen als Strafe für ihn.

 

Ich gestehe, dass ich durch die Schilderung der weiblichen Devotee in dem Buch über >Babaji - In Wahrheit ist es einfach Liebe< Schwierigkeiten in Bezug auf den Haidakhan Baba hatte, wie hier auch angedeutet ist. Am 16.Apr.2009 erfuhr ich dann jedoch „zufällig“ durch die Website[30] der Schriftstellerin BRIT MORF, die den Roman >count down 2012< verfasst hat, die Deklaration[31], dass sie selbst ein Zwillingsstrahl[32] dieses Haidakhan Baba sei, den auch sie als den Mahavatar Babaji identifiziert.

 

Auf ihrer Website ist ein Foto dargestellt, was demjenigen entspricht, wie es auch bei HALBIG und SCHNELLBACH abgedruckt ist. Dieser Haidakhan Baba hatte sich mit BRIT MORF bereits 20 Jahre lang aus der geistigen Welt heraus beschäftigt, in der er (angeblich) nun seit seinem letzten Tod weilte[33]. Ob sie den Haidakhan Baba direkt schon während seiner Inkarnation als Devotee gekannt hat, ist bei ihr nicht ausgesagt. Ein Zwillingsstrahl des Mahavatars Babaji zu sein, wäre natürlich eine unglaubliche Höhe ihrer geistigen Individualität, und sie müsste demnach eigentlich selbst als Avatar gelten, was auch ihre außergewöhnlichen Darlegungen verständlicher machen würde.

 

Fortsetzung folgt im Teil C zum Kapitel Nr. 48 >Okkulter Gehorsam<.

 



[1] LIEVEGOED/Der Mensch an der Schwelle/S.67

[2] Apostel Paulus: FN bei 3-A >Jungfrau Sophia<.

[3] nach: JAN van RIJCKENBORGH/Die Gnosis in aktueller Offenbarung/S.299

[4] TIBETER/Esoterisches Heilen/S.391

[5] LIEVEGOED/Der Mensch an der Schwelle/S.24

[6] (Prophetin) GABRIELE/Das ist Mein Wort. Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu/S.526f.

[7] LIEVEGOED/Der Mensch an der Schwelle/S.24

[8] Über die spirituellen Meister (Gurus) habe ich ein extra Essay verfasst mit dem Titel „Diener des Logos“, wo in einem dritten Essay auch das Leben von 30 „Avataren“ (einschließlich des hier benannten Babaji bzw. Haidakhan Baba) angesprochen worden ist. Die Veröffentlich ist erfolgt unter meinem zweiten (männlichen) Pseudonym GARY DAVIDOFF bei dem Online-Verlag https://www.xinxii.com. Ich weise hier in dieser Autobiographie wiederholt aus existentiellen Gründen auf diese geisteswissenschaftlichen Veröffentlichungen hin (insgesamt sind es 27 Exposés seit Juli 2017 über verschiedene esoterische Themen). Sie sind bei XinXii abrufbar unter der Kategorie „Esoterik“ ==> „Metaphysik“.

[9] inszenieren: 1. (oft abwertend) in Szene, ins Werk setzen; veranlassen; vorbereiten, organisieren. 2. eine Bühnenaufführung, einen Film vorbereiten, gestalten (D/F/S.331).

[10] TIBETER/Jüngerschaft im Neuen Zeitalter/S.973

[11] TWEEDY/Der Weg durchs Feuer

[12] Sufismus (arab.): asketische Mystik im Islam, in Orden verbreitet (NGL/Bd.II/S.825).

[13] Haidakhan Baba: siehe Text hier im Kap. 48-B >Okkulter Gehorsam<.

[14] Mahavatar Babaji: FN bei 4-A >Asketische Versuche<.

[15] Yogananda: FN zu „Paramahansa“ bei 40-C >Meditation<.

[16] PARAMAHANSA YOGANANDA/Autobiographie eines Yogi

[17] Paramguru: Der noch höher stehende Guru hinter dem primären Guru eines Schülers (nach SRI YUKTESWAR/Die Heilige Wissenschaft/S.13)

[18] Sri Yukteswar: FN bei 10-A >Erhöhte Schwingung<.

[19] Devotee: FN zu „Darshan“ im Kapitel 24-E >Ashram<.

[20] Leonhard Orr: FN bei 18-A >Schlafstörungen<.

[21] ORR bei JASMUHEEN/Lichtnahrung/S.58ff.

[22] manipulativ: durch, mit Hilfe von unbewusster und unterschwelliger Beeinflussung (D/F/S.444).

[23] Despot: FN bei 41-B >Sonnenfinsternis<.

[24] HALBIG u. SCHNELLBACH (Hrsg.)/Babaji – In Wahrheit ist es einfach Liebe/S.34

[25] Sadhana: spirituelle Praxis und Selbstdisziplin (ADILAKSHMI/S.282); nicht zu verwechseln mit „Sadhana“ (= Satana), wie dieser Name in einer FN im Kap. Nr. 47-A >Prophetin Gabriele< genannt ist - als dem Namen des ersten Schöpfungskindes, welches zu Luzifer (siehe FN bei 6-B >Stigmata<) wurde (Anm.d.Verf.).

[26] HALBIG & SCHNELLBACH/S.24

[27] HALBIG & SCHNELLBACH/S.32

[28] TWEEDY/S.911

[29] Die genaue Seitenzahl aus dem Buch >Der Weg durchs Feuer< von IRINA TWEEDY kann ich leider nicht angeben, weil ich sie nicht mehr wiedergefunden habe. Die Aussage stammt aus einer Erinnerung von mir bezüglich des Literaturstudiums und ich verbürge mich für deren Wahrheitsgehalt (Anm.d.Verf.).

[30] Website (engl.): Im Zusammenhang mit dem Internet ein komplettes Angebot im WWW, das aus mehreren Seiten bestehen kann (Meyers Taschenlexikon/S.751). www: Abkürzung für „World Wide Web“. Dienst im Internet, der Information unterschiedlichster Art und Herkunft zur Verfügung stellt (Meyers Taschenlexikon/S.773).

[31] deklarieren: FN bei 37-A >Eifersucht<.

[32] Zwillingsstrahl: Ob ein solcher Zwillingsstrahl identisch ist mit der einzigartigen „Zwillingsflamme“ eines Menschen oder was er sonst sein sollte, weiß ich nicht (Anm.d.Verf.). Zur „Zwillingsflamme“ siehe Text im Kapitel 37-C >Eifersucht<.

[33] www.britmorf.ch/uebermich.html vom 16.04.2009.