Sternenschnee

Kim Carrey:

Sternenschnee (274)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Neues Gebot (50.A) Tatsachen

 

Das Kapitel besteht aus den vier Teilen A, B, C und D

(die letzten beiden Teile wurden erst im Oktober 2012 ergänzt).

Vorangestellte Inhaltsangabe zum Kapitel Nr. 50 >Neues Gebot<

 

Teil A: Stein des Anstoßes. Affirmation mit BEDINGUNGSLOSER LIEBE als „Generalamnestie“. Moderate versus exzessive Anwendung. Berliner spirituelle Meisterin PURAMARYAM. Befreiung von ALLEN Problemen. Als eine Art Japa der orientalischen Esoterik. Avatarin Mutter Meera. Korrelation zu Methoden des Mittelalters und in Ost-Europa. „Ich will die Liebe sein, die ich im Kern meiner Wirklichkeit bin“. Buch von GLENDA GREEN. Der „Innere Weg“ nach Anleitungen durch die Prophetin Gabriele. Vergebung und Demut im Gegensatz zur Selbstbehauptung, die eigentlich Ich-Behauptung heißen müsste. Ein Lehrer kannte das Wort Demut überhaupt nicht. „Wer nicht siegen will, ist unbesiegbar“. Allerhöchste Freiheit des Lebens. Universeller Machtgrund. „Wahre Demut hat einen freien königlichen Blick“. Keine Erniedrigung, keine Demütigung und Unterwürfigkeit. Recht haben wollen. Den Fehler im anderen suchen als Erkenntnissünde. Alle Tatsachen sind subjektiv, jedoch durchaus begrenzte Wahrheiten. Die physische Ebene muss geliebt werden. Erleuchtungserfahrungen.

 

Teil B: Sich-Demütigen als Vollendung. „Ich bin eins mit der Ursache von allem, was existiert“. Vergebung des Unverzeihlichen als göttliches Mitgefühl für das Leben. Erlernen des Vergebens durch eine Zeremonie. Lebendiges Denken der aktuellen Intuition. Auch die Schuld des anderen ist immer die eigene Schuld. Urschuld als Wesen des Getrennt- und Eigenseins. Grund der Feindesliebe. Das wahre einsame Königtum ohne Untertan. Alle Handlungen des Feindes im vorhinein vergeben als Neues Gebot. Feindliche Tatsachen werden vom wahren Selbst geplant. Die Erlösung ist bereits geschehen. Apostel Johannes: „Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden“. >Apokalypse<. Christus auf dem weißen Pferd. Das WORT Gottes. Die 144.000 haben den Namen Christi an ihre Stirn geschrieben und sind versiegelt worden. Kataklysmische Veränderungen auf der Erde.

 

Teil C: Moralische Intuition. Gewissen. Egoität. Kosmos der Liebe. Buddhi-Ebene. Ich Bin. Logos-Wesen. Licht der Welt. >TransSurfing<. Pendel-Wesen. Elementarwesen (göttliche und widergöttliche). Konflikte. Polarisierungen. Absicht Gottes. Überwachung des Gedankenstromes. Anwendung von Affirmationen. Selbsterhaltungstrieb. Realitätssteuerung. Dämmerzustand. Herdentrieb. Kollektives Bewusstsein. Heilige Silben und Mantren. Doppelgänger-Phänomene. Konstruktiver Dialog. Gegensätze. Nivellierungskräfte. Rache der geistigen Welt. Abschlagszahlung für die Ignoranz der Menschen. Bewertende Gegenüberstellung. Überschuss-Potential.

 

Teil D: Wichtignahme. Gesetz der Gemeinheit. Unerklärliche böse Kraft. Versöhnung. Aufwachen. Gleichgültigkeit. Echtes Glück. Netz der Illusionen. Erleuchtung. Indigokinder. Pendel-Wesen als Roboter der widergöttlichen Hierarchie. Das Böse dem Göttlichen aufopfern. Zone der verschmolzenen Essenz. Streitgespräche. Soziale Netzwerke. Internet-Foren. Karma-Buch. Kenero. Konfliktloses Nicht-Ich. Kritikloser spiritueller Seinszustand. Stellung zum Bösen. Mangelhafte ethische Umgangsweise. Neue Etikette von Seele zu Seele. Spiritueller Wert von persönlichen Meinungen. Öffentliche Meinung ist untermenschlich.

 

FN: (Teil A): Generelamnestie. Absolution. Diskreditieren. Tatsachen. Attitüde. Eros.

(Teil B): Blutlinie (Ahnenstrom, Verebrungslinie). Wahres Selbst. Johannes der Apokalyptiker.

(Teil C): Alpha-Chakra.

 

50. Neues Gebot (A)

 

 

Seit ich die Teile A und B dieses Kapitels Nr. 50 in den Jahren 2007/2008 verfasst hatte, habe ich sie bis zu zehnmal wiederholt Korrektur gelesen und muss auch aktuell (im Aug.2016) wieder sagen: Neben dem Kapitel Nr. 13 >Aurisches Wesen<, welches überwiegend die Beziehung zu meiner verstorbenen Mutter betrifft, ist das hier vorliegende Kapitel Nr. 50 das bei weitem Unerfreulichste, welches ich in meiner Autobiographie verfasst habe. Als Leser wird man sich nämlich selber zum „Stein des Anstoßes“, wenn man die referierten Aussagen auf sich wirken lässt. Obwohl ich insgeheim weiß, dass hier Wahrheiten ausgesagt werden, kann ich selbst diese bis zum heutigen Tage (Aussage im Aug.2016) nur begrenzt verwirklichen.

 

Seit Pfingsten 2014 jedoch habe ich den verstärkten Impuls bekommen, es mit der Affirmation „Ich gehe in Resonanz zur BEDINGUNGSLOSEN LIEBE“[1] im Sinne einer „Generalamnestie[2] (wieder einmal !) zu versuchen; denn ich hatte dies schon einmal im Nov./Dez. 2011 mit spürbarem Erfolg angewandt, dann aber (wie häufig) aus den Augen verloren. Auch jetzt habe ich diese Affirmation zwar ein Jahr lang durchgehalten, dann aber unmerklich darauf (um Pfingsten 2015 herum) verzichtet. Die Gründe und der bis Aug.2016 aktuellste Stand meiner Anrufungen ist im Kap. Nr. 40-C >Meditation< dargelegt.

 

Ich kenne weitere andere wirkungsvolle >Meditations<-Sequenzen (sie sind alle hier in dieser Autobiographie, z.B. in Kap. 40 benannt), die ich jedoch wiederum abbrechen musste, weil die Wirksamkeit auf mein vegetatives Nervensystem oder meine sonstige physiologische Konstitution zu groß war, so dass ich in der Gefahr stand, einen Schlaganfall zu erleiden. Selbst bei dieser „harmlos“ erscheinenden Affirmation bezüglich der BEDINGUNGSLOSEN LIEBE muss man deshalb immer auch umsichtig sein. Leider ist bei moderater Anwendung jedoch m.E. die konstruktive Wirkung nicht vergleichbar mit exzessiver Durchführung, wobei ich immer zu letzterem neige und dann in meine Schranken verwiesen werde.

 

Diese spezifische Anrufung habe ich von der Webseite der Berliner spirituellen Meisterin PURAMARYAM übernommen[3], was im Kapitel Nr. 54-L >Wahnsinn oder unendliche Liebe< dargelegt ist. Man soll mit diesem besonderen Satz eine Befreiung erlangen von ALLEN Problemen im Innen und Außen. Man würde davon (im Prinzip) auch von allen Krankheiten befreit werden und sämtliches Karma auflösen können. Ich selbst glaube absolut daran, dass dies zutrifft bei konsequenter langanhaltender Anwendung; bin jedoch (nach einem Jahr) selbst (noch) nicht in den Genuss dieser Absolution[4] gelangt. Erst noch am 15.10.2016 las ich in dem Buch >An die Lichtpioniere<, dass der Begriff „Bedingungslose Liebe“ in der Lichtsprache ELEXIER heißen soll[5].

 

Ohne dass man sich um einen problematischen Einzelfall direkt bemühen müsste, tritt eine emotionale Distanzierung zu allen Problemen auf bis hin dazu, dass die Probleme beginnen, sich von selbst aufzulösen. Oder es treten positive Ereignisse auf, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Es soll regelrecht ein Wunder sein!

Schon nur innerhalb von 1 ½ Wochen (Pfingsten 2014 bis 18.06.2014) hatte ich durchaus eine kleine Kostprobe davon bekommen, und auch danach verschiedene Ergebnisse registrieren dürfen; nicht jedoch trat eine vollkommene Befreiung auf, was vermutlich auch zuviel verlangt wäre.

 

Ein positives Beispiel will ich jedoch schildern: Am 20.06.2014 hatte ich z.B. größere Probleme mit meinem PC und hatte deshalb auch aktuell nicht im Weblog posten können, was vielleicht der eine oder andere Leser bemerkt hatte. Es schien mir zunächst wie ein Hohn und ein Schlag ins Gesicht bezüglich der Hoffnungen, die ich auf die Affirmation gesetzt hatte und den vorherigen Absatz schon ausgearbeitet hatte. Ich machte mir viele Gedanken, unternahm verschiedene Aktivitäten, lies dabei jedoch auch nicht ab von der Affirmation. Ich kann jetzt hier nicht ins Detail gehen; jedoch geschah dann auch wie ein Wunder, dass mir Dinge bezüglich des PC gelangen, die mir monatelang vorher nicht möglich gewesen waren und so konnte ich am Samstag, den 21.06.2014 dann auch wieder posten.

 

Ich habe diese Anrufung als „Japa“ der orientalischen Esoterik „benutzt“, wie dieses Japa auch von der >Avatarin< Mutter Meera (Kap. Nr. 29) besonders empfohlen wird, d.h. ich hatte diesen Satz mit der „Bedingungslosen Liebe“ jede freie Minute gedacht, wo mir dies auch nur irgend als Gedanke kam (bzw. ich hatte mich dazu gezwungen, immer wieder auf diesen Satz zurückzukehren), u.z. dachte ich dies „ohne Sinn und Verstand“. Dies bedeutet: Ich hatte keine Gefühle dabei und dachte auch nicht darüber nach. Ich wendete den Satz auf nichts speziell an, sondern versuchte nur, mich einfach mit diesem Satz „permanent“ zu durchdringen.

 

Es wurde hier auf die orientalische Esoterik rekurriert. In Wahrheit gibt es entsprechende Methoden bereits seit dem Mittelalter in den Klöstern Europas, wie eine solche z.B. von dem Mönch BRUDER LORENZ dargelegt wurde in dem Buch >Allzeit in Gottes Gegenwart<. Und eine entsprechende Methode gibt es auch schon lange in Ost-Europa (Russland) durch das „Beten ohne Unterlass“ aus dem Buch >Pilgerleben< mit den Worten „Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner“. Dies ist in verschiedenen Kapiteln dieser Autobiographie bereits alles dargelegt worden. Es gibt diese Methode vermutlich seit Jahrhunderten oder sogar seit Jahrtausenden überall - auch vermutlich bei den Eingeborenen der Dritten Welt.

 

An die Affirmation mit der „Bedingungslosen Liebe“ bin ich im November 2011 gelangt. Bereits seit Oktober 2009 kannte ich jedoch einen ähnlichen Sachverhalt durch das Buch von GLENDA GREEN mit dem Titel >Unendliche Liebe – Jesus spricht …<, wo dieser in ca. zehn Sätzen etwas aussagt[6], was ich mir damals als eine eigene Anrufung formuliert und auch monatelang verwendet habe. Der eine komprimierte Satz lautet: „Ich will die Liebe sein, die ich im Kern meiner Wirklichkeit bin“. Manchmal ist es merkwürdigerweise so, dass diese Worte mehr in meine innere Verfassung passen und ich wende sie alternativ an.

 

Am 18.06.2014 habe ich die Seitenzahl gesucht, wo die Aussagen von Jesus bei GLENDA GREEN stehen und stieß auf verschiedene Auszüge, die ich von dem Buch damals (2009) gemacht hatte. Dabei wurde mir erst wieder bewusst, welch unglaubliche Substanz dieses Buch enthält. Es ist mir kaum ein zweites Buch bekannt, welches eine vergleichbare Komprimiertheit von geistigen Aussagen mit außergewöhnlicher Intelligenz, Wissenschaftlichkeit und zugleich Herzenstiefe aufweist. Leider werde ich es bedauerlicherweise nicht schaffen, es noch ein zweites Mal zu lesen (es weist 360 Seiten auf). Jedoch werde ich vielleicht mein Exzerpt noch einmal durchgehen, welches selbst schon wie ein „eigenes“ Buch ergeben würde.

 

Im Kapitel Nr. 47 zur >Prophetin Gabriele< habe ich dargelegt, dass ich den von ihr beschriebenen „Inneren Weg“ nur bis zu dem Punkt gehen konnte, wo ich meinen Feinden unmittelbar hätte vergeben sollen. Und im Grunde genommen kann man alles, was ich hier als Erlebnisse geschildert habe, im wesentlichen auf dieses Bemühen der „Vergebung“ konzentrieren, welches mir bis zum heutigen Tage nur begrenzt gelungen ist.

Mit der Vergebung ist nun elementar die seelische „Gebärde“ der Demut verbunden, die dem „normalen“ Menschen – insbesondere der heutigen Zeit der „Selbstbehauptung“ - doch extrem befremdlich erscheint. Es müsste eigentlich „Ich-Behauptung“ heißen, denn der Mensch hat heutzutage im allgemeinen noch kein wahres Bewusstsein seines Selbstes[7], womit immer das Höhere Selbst[8] gemeint ist.

 

Ich habe dies selbst einmal noch zu Zeiten meiner beginnenden esoterischen „Laufbahn“ erlebt (es muss um 1985 herum gewesen sein), wie in einem dialektischen[9] (vermutlich psychologischen; ich kann mich kaum noch erinnern) Gesprächskreis ein Lehrer (also jemand, der schon bildungsmäßig über dem Durchschnitt der Bevölkerung stehen müsste) das reine Wort „Demut“ als solches nicht einmal kannte. Es war für ihn ein reales Fremdwort. Er ahnte nur, dass es etwas sein könnte, was ihm zutiefst missfallen würde, und er brachte es mit irgend etwas aus dem Mittelalter und mit der Kirche in Verbindung. Die Schilderung über diesen Lehrer soll durchaus keine Diskreditierung[10] seiner Person darstellen, sondern sollte ein Beispiel sein für unseren Zeitgeist, der eben von Demut weder etwas weiß geschweige denn, davon hören will.

 

Dabei ist die Fähigkeit, vergeben zu können, im Grunde genommen das A und O eines jeden menschlichen Lebens; denn wer es wahrhaftig versteht, sich zu demütigen, dem kann überhaupt nichts Schlimmes mehr geschehen. (Dass ich dies hier referiere, bedeutet nicht, dass ich dies persönlich verwirkliche.)

„Nur in Demut lässt sich die Natur besiegen“, hat einmal ein Philosoph gesagt, dessen Namen ich leider vergessen habe. Und KÜHLEWIND schreibt: „Wer nicht siegen will, ist unbesiegbar“[11]. Von RILKE stammt des weiteren die Aussage: „Wer spricht von siegen? Übersteh`n ist alles“[12].

 

Und der HERR Selbst sagt aus: „In der wahren Demut besteht die eigentliche, allerhöchste Freiheit des Lebens, daher auch die größte Vollkommenheit[13] desselben: Durch die Demut könnet ihr sogar euch in Mir der unantastbaren Heiligkeit Meiner Gottheit nahen, - ja, die wahre Demut ist des Menschen höchste Weisheit, die höchste Liebe, die höchste Kraft allen Lebens, die Macht und die höchste Gewalt, vor der die ganze Unendlichkeit ehrfurchtsvoll erbebet!“

 

„Die Demut ist die innerste, allerhöchste Kraft, Macht und Gewalt in Mir selbst. Alles, was da füllt die ganze Unendlichkeit, ist durch die Demut entstanden und ist aus ihr hervorgegangen“[14].

Nach ANITA WOLF kann hinzugefügt werden, dass für die Aneignung der Demut durch Überwindung des Hochmutes gilt: „Eine durch freie Erkenntnis gebändigte Kraft besitzt universellen Machtgrund“[15].

 

An anderer Stelle hat der UR-Gott im geistigen Reich dargelegt, dass sich niemand vor Ihm unterwürfig neigen soll – nicht einmal ein kleinstes (Gottes-)Kind. Niemand soll sich vor Ihm demütigen. „Zwar ist das auch ein Demutsakt, doch fehlte ihm der eigentliche Wesenszug: die Hingabe! Diese vereinigt in sich alle Grundstrahlungen, wie Barmherzigkeit alle Eigenschaften eint. … Ein (Gottes-)Kind muss sich Demut selbst erringen, was durch volle Hingabe leicht geschieht. Wahre Demut hat einen freien, königlichen Blick. Sie schaut frank zu Mir auf, denn sie ist ein Innerstes von Mir. Das Bewusstsein, Mein Geschöpf und auch Mein Kind zu sein, rechtfertigt jedes Verhältnis zwischen ihm und Mir, wie das Kind es frei gestaltet“.

 

Und etwas später betont der UR-Gott, dass Er ewig in die Demut keine Erniedrigung, keine Demütigung und Unterwürfigkeit gegeben hat. Diese seien vor Ihm keinesfalls gerechtfertigte Dinge, mit denen ein Kind selbst bei größter Zerknirschung Ihm niemals nahen kann. „Einzig die freie, königliche Demut führt ein Kind – auch aus tiefstem Fall – wieder unmittelbar in Mein UR-Herzsein zurück“[16].

 

Sich zu demütigen bedeutet, die Kraft des Ich aufzugeben. Das Sein des Ich muss getilgt werden im Interesse des wahrhaften Seins. Diese Aussagen stammen von KÜHLEWIND, der dafür eine spezifische Argumentationslinie anführt. Er meint, so lange man Recht haben will, solange man Hass, Furcht oder Angst empfindet, solange man eine Aversion oder Zorn gegen jemanden hegt, solange kann keine Liebe in einem sein; denn dann wäre die Liebe aus derselben Substanz wie die vorbenannten Zustände[17].

 

KÜHLEWIND: „Wenn ich entdecke: Ich habe nie Recht, Wahrheit kann nicht angeeignet werden und ist deshalb kein Verdienst, so kann ich keine Aversion hegen gegen den, der einen Fehler beging, der ´Unrecht` hat, - da es nicht sein Mangel ist“[18].

Wenn jemand allerdings doch meint, dass er Recht habe, dann sollte er konsequenterweise den Schluss ziehen, dass dann der andere der Schwächere ist. Also muss bei dem, der Recht zu haben glaubt, die Kraft liegen, dem Schwächeren in einem entgegen- oder zuvorkommenden Schritt zu helfen.

 

„Wenn ich auf seinen Schritt warte, erkläre ich ihn als den Stärkeren, erkenne an, dass er es ist, der Recht hat. Ich aber bin in der Lüge“[19]. Bereits den Fehler im anderen zu suchen, ist nach KÜHLEWIND eine Erkenntnissünde, die auf dem Glauben an Tatsachen[20] begründet ist. Als ob es Tatsachen gäbe, die unabhängig von unserem Erkennen wären. Dies deklariert KÜHLEWIND als eine Attitüde[21] des moralisch naiven Realismus, welcher der Beginn eines Verfolgungswahns darstellt. In Wahrheit sind alle Tatsachen nur so, wie der einzelne Mensch sie zu sehen und zu empfinden vermag. Dabei sind alle diese Empfindungen Erscheinungen des Eros[22], des Sich-Selbst-Empfindens[23].

 

Nach GOLAS sind Tatsachen jedoch auf jeden Fall begrenzte Wahrheiten, und sie haben ihren Ursprung durchaus in der (wahren) Wirklichkeit. Dass es sich um „begrenzte“ Wahrheiten handelt, liegt daran, dass die Menschen (und auch andere Wesen, die in die Materie verstrickt sind) ihr eigenes Gewahrsein und ihre Liebe eingeschränkt haben. Und wie KÜHLEWIND, so sagt auch GOLAS, dass die Tatsachen immer für jeden ein bisschen verschieden sind, während die Wahrheit für alle gleich ist.

 

Tatsachen sind in dem Maß verlässlich, als sie Wahrheit in sich enthalten, aber sie sind auch bis zu dem Grad trügerisch, in welchem sie Illusionen darstellen, und insofern sind Tatsachen dann Täuschungen und Negierungen der Wahrheit[24]. Tatsachen sind auf jeder Schwingungsebene verschieden und haben dort ihre Gültigkeit. So nützt es auch nichts, die Realität der materiellen Welt zu leugnen. „Wir können uns nicht über die physische Ebene erheben, indem wir ihre Wirklichkeit verneinen: Wir müssen sie lieben und die Wirklichkeit der lebenden Wesen, die sie bilden, bestätigen“.

 

„Einige von uns verlieren bei ihren Bemühungen um Geistiges den Mut, weil uns Erleuchtungserfahrungen nicht immer dazu verhelfen, die Tatsachen unseres physischen Daseins besser zu handhaben. … Erleuchtungserfahrungen können beim Umgang mit Tatsachen insofern helfen, als sie dir zeigen, dass du ein vollkommen freibewegliches Was-auch-immer bist, das auf vielen verschiedenen Schwingungsebenen innerhalb und außerhalb der physischen Ebene zu existieren fähig ist. Wenn du einmal weißt, dass die Tatsachen auf jeder Ebene verschieden sein werden, wirst du weniger versucht sein, gegen die Tatsachen auf irgendeiner besonderen Ebene anzukämpfen.“[25].

 

Fortsetzung folgt im Teil B zum Kapitel Nr. 50 >Neues Gebot<.

 



[1] Die Großschreibung stammt von PURAMARYAM.

[2] Generalamnestie: Erlass einer Strafe für alle Vergehen (nach D/F/S.55).

[4] Absolution: Los-, Freisprechung, besonders Sündenvergebung (D/F/S.27).

[5] >An die Lichtpioniere</S.39,S.52,S.82+S.381 von KRYON und den 12 Räten der Tat, gechannelt von NAMAHIM&ADAMEA

[6] GLENDA GREEN/Unendliche Liebe/S.99

[7] KÜHLEWIND: Die Wahrheit tun/S.84

[8] Höheres Selbst: FN im Kap. 2-C >Erleuchtung<.

[9] Dialektische Menschen: FN bei 1-A >Einleitung<.

[10] diskreditieren: jemanden in Verruf bringen, verleumden (D/F/S.182)

[11] KÜHLEWIND/Wahrheit/S.81

[12] Letzte Zeile im Requiem für Paula Modersohn-Becker von RILKE in >Gedichte</S.181

[13] Vollkommenheit: siehe Text im Kapitel 24-i+H >Ashram<.

[14] HANS-GERD FISCHER/O Abba, mein Vater/S.138.

[15] WOLF/UR-Ewigkeit in Raum und Zeit/S.335

[16] WOLF/UR-Ewigkeit/S.320f.

[17] KÜHLEWIND/Wahrheit/S.79f.

[18] KÜHLEWIND/Wahrheit/S.80

[19] KÜHLEWIND/Wahrheit/S.80

[20] Tatsachen: siehe Text hier im Kapitel 50-A >Neues Gebot<; siehe auch Text im Kapitel 1-D >Einleitung<.

[21] Attitüde: Haltung, (innere) Einstellung (D/F/S.90)

[22] Eros: Name für den griechischen Gott der Liebe. Im allgemeinen Sinne wird mit Eros allerdings das sehnsuchtsvolle sinnliche Verlangen gemeint oder das der Geschlechterliebe innewohnende Prinzip (ästhetisch-)sinnlicher Anziehung, kurz auch die geschlechtliche Liebe (D/F/S.216). - Vermutlich bezieht sich KÜHLEWIND mit „Eros“ jedoch hier auf die Erscheinungen des Narzissmus (FN bei 1-A >Einleitung<), der Selbstliebe (Anm.d.Verf.).

[23] KÜHLEWIND/Wahrheit/S.80

[24] GOLAS/Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst/S.73

[25] GOLAS/S.74