Kim Carrey:
Sternenschnee (275)
Esoterische Studien einer Autobiographie
50. Neues Gebot, B
So empfiehlt denn auch KÜHLEWIND im Umgang mit den „empfundenen“ Tatsachen, all dem Gekränktsein, der Aversion, der Eitelkeit in einer Opferung[1] zu entsagen. Dieses Sich-Demütigen ist dann gar keins mehr, wenn es vollzogen wird, sondern es ist Vollendung[2]. Entscheidend ist zu erkennen, dass man selbst die Ursache (von allem) ist[3].
GOLAS sagt – aus einer ganz anderen esoterischen Richtung kommend - fast genau dasselbe: „Ob ich mir dessen bewusst bin oder nicht, ich bin eins mit der Ursache von allem, was existiert“[4]. Dies sind natürlich esoterische Aussagen, die mit dem normalen Alltagsbewusstsein nicht wirklich zu verstehen sind.
Auch KEYES spricht von ähnlichem, wenn er rät, dass man sich unablässig bemühen sollte, um fähig zu werden, mit allem eins zu werden, was einen umgibt[5]. Ich gestehe, dass mir dies bis zum heutigen Tage (Aussage im Dezember 2011) in keiner Weise in Bezug auf die dualistische Realität mit meinem Tagesbewusstsein möglich geworden ist, wie dies insbesondere noch im Kapitel >Wahnsinn oder unendliche Liebe< aufgegriffen ist. Jedoch kann es letztlich sein, dass sich auf einer geistigen Ebene eines Tages alles ganz anders darstellen wird.
Mit allem eins sein zu können, was einen umgibt, würde zwangsläufig bedeuten, dass man in der Lage wäre, selbst Unverzeihlichem zu vergeben, was auch noch unter dem Gesichtspunkt der biblischen Geschichte von Hiob im Kapitel >Wahnsinn oder unendliche Liebe< thematisiert ist. Eine solche Vergebung des Unverzeihlichen würde nach Aussagen der hohen geistigen Wesenheit Kryon[6] ein Mitgefühl für das Leben zeigen, welches nur das Göttliche hervorbringen kann.
„Mitgefühl dieser Art erschafft einen göttlichen Geist und das ist der Katalysator für alle anderen Bereiche. Die Schlacht ist gewonnen, wenn Ihr in der Lage seid zu vergeben und es auch so meint. Und was ist, wenn Ihr es nicht tut? Dann ist es Zeit für eine Zeremonie![7]“
Man soll dann Spirit/Gott darum bitten, dass es einem möglich wird zu vergeben, dass man die Absicht hat, das Vergeben zu erlernen. In der Folge wird sich dann (langsam) die eigene Einstellung verändern. Man wird Mitgefühl entwickeln und eine Bereitschaft empfinden, das größere Bild zu sehen. Bald wird dann offenkundig (manifest) werden, dass sich ein Lernprozess eingestellt hat und man erkennt, dass man wirklich viel erreicht hat.
Und KRYON spricht sogar die möglichen Worte vor, die man in der Bitte bei Gott verwenden kann: „Lieber Gott, zeige mir, wie ich mitfühlend sein kann. Zeige mir das Göttliche in allen Dingen. Zeige mir die Liebe in allen Dingen. Lass mich mit Verstehen erstrahlen und gib mir die Fähigkeit, denen zu vergeben, mit denen ich es schwer habe. Lass mich den Frieden eines vollkommenen Verstehens haben. Lass es mit mir beginnen. Lass den Frieden auf Erden in meinem Herzen beginnen“[8].
Entsprechend zu den Aussagen von KÜHLEWIND, dass man selbst die Ursache (von allem) ist, könnte behauptet werden, dass man (prinzipiell) selbst (an allem) Schuld ist (oder hat). „Schuld ist alles, was wir nach unseren Möglichkeiten, Veranlagungen, (und) Fähigkeiten anderen Menschen geben könnten, was wir aber zurückhalten, weil wir durch unsere Natur auf diese Zurückhaltung angewiesen, dazu genötigt sind. Dieses Verweigern reicht vom Nicht-Tun – Unterlassen – bis zum Nehmen – unrechtmäßig -, reicht von der passiven Form der Teilnahmslosigkeit bis zur aggressiven Form der Feindseligkeit, des Hasses“[9].
Was man selbst in einem anderen Menschen verursacht hat, vermag man nur mit lebendigem Denken, mit der momentanen Intuition zu erkennen. Dies gilt besonders dann, wenn der andere Mensch sich gegen einen gewendet hat.
Derjenige, der sich durch Intuition selbst in dieser Weise zu erforschen vermag, sollte alle Verantwortlichkeit auf sich nehmen. Denn an irgendeiner Stelle lag eine eigene Schwäche, die von dem anderen (wenn auch verzerrt) aufgegriffen wurde. Es geht darum, die eigene Schuld am anderen zu entdecken; denn auch die Schuld des anderen ist immer unsere eigene Schuld.
Ausgangspunkt ist nämlich die grundlegende Schuld, welche in dem Wesen des Getrenntseins und Eigenseins besteht. Wer bleiben will, wie er ist, dem wird der Eintritt in die geistige Welt verwehrt. Und diese Schwelle[10] existiert seit der Urschuld (siehe im Kapitel >Grausamkeiten< zum Mysterium von Golgatha). Damit diese Urschuld erfahren werden kann, muss die aktuelle und konkrete Schuldigkeit erlebt werden[11].
Weshalb man insbesondere seinen Feind lieben soll, wie dies >Jesus, der Christus Gottes< in der Bergpredigt[12] geboten hat, begründet sich darin, dass dieser Feind einem Anlass zur Demütigung seiner selbst gibt, zur Erkenntnis seiner eigenen Realität. KÜHLEWIND meint, dass der Feind (nur) die Rolle des Schwächeren auf sich genommen hat, damit man selbst die eigene Rechthaberei aufgibt. „Damit einer da sei, den du nicht besiegen willst, über den du nicht König sein willst, da du das einsame Königtum ohne jeglichen Untertan als das wahre erkannt hast“[13].
Es gilt zu erkennen, dass das eigene Empfinden des Selbstes eine Störung im Weltensein ist, weshalb man um Verzeihung zu bitten hat. Alle Handlungen des Feindes müssen im Vorhinein vergeben werden – nur dann existiert Liebe. Verrat, Untreue, Verleugnung, Missverständnis, Zurückweisung, Widerstand müssen vergeben werden, noch bevor sie begangen worden sind. Dies ist das >Neue Gebot<[14].
Die Welt ist: ERKENNEN. „Die Tatsachen werden nachträglich, was sie in Wahrheit sind. Sie haben für uns kein endgültiges Gesicht, sie leben mit uns; solange wir leben, beginnen sie nur. Die Tatsachen sind nicht geschehen: sie geschehen immer“[15].
Die Tatsachen werden von unserem wahren Selbst (= dem Höheren Selbst; siehe Fußnote im Kapitel >Erleuchtung<) geplant und ausgeführt. Deshalb sind wir mit unserer ganzen Kraft dagegen. Die gerade auch feindlichen Tatsachen weisen in Wahrheit daraufhin, dass die Erlösung bereits geschehen ist (durch das Mysterium von Golgatha[16]), sonst könnten die Menschen ihr nicht widerstehen. Das, was die Tatsachen letztlich die Menschen lehren wollen, ist das, was der Apostel Johannes wie folgt formuliert hat: „Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder; und es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen es aber, wenn es erscheinen wird, dass wir Ihm gleich sein werden; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist“[17].
Was der Apostel Johannes da in dem von ihm verfassten Evangelium ausgesagt hat (weshalb er auch als Johannes Evangelista[18] bezeichnet wird), hat er dann später in seiner >Apokalypse< (weshalb er wiederum auch „Johannes, der Apokalyptiker“ [19] genannt wird) bereits konkreter durch die ihm zuteil gewordene Vision beschreiben können. Es handelt sich um den Christus auf dem weißen Pferd und Sein Name heißt „das WORT Gottes“[20] (siehe hier das Kapitel >Jesus, der Christus Gottes<).
Und bezüglich der Kinder Gottes finden sich Andeutungen ebenfalls in der >Apokalypse< unter der Beschreibung der 144.000, welche den Namen Christi an ihrer Stirn geschrieben hatten[21]. „Diese sind erkauft aus den Menschen zu Erstlingen Gott und dem Lamm“[22].
Diese 144.000 waren schon vorher versiegelt worden als Knechte Gottes an ihren Stirnen mit dem „Zeichen des Menschensohnes“[23], u.z. bevor die Erde beschädigt werden wird; denn so lautete das Gebot des lebendigen Gottes an die (rächenden) Engel. Es handelt sich da um die Schar der Erlösten aus allen Nationen[24], die aus großer Trübsal gekommen sind[25]. Und mit der Beschädigung der Erde sind die starken kataklysmischen[26] Veränderungen gemeint, die auf der Erde stattfinden werden[27].
Alles Wesentliche über diese 144.000 ist bereits dargelegt im Kapitel >Ursprungsfamilie< und weiteres über sie findet sich im Kapitel >Sonderaufstieg<.
Ende des Kapitels Nr. 50 >Neues Gebot<.
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