Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (345)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Schicksalshüter (61.B) Kosm.Kreise

 

 

Als Forderung steht im URANTIA-Buch also zunächst die Aussage: Die kosmischen Kreise des Persönlichkeitswachstums müssen schließlich erreicht werden! Dann jedoch folgen trotzdem trost- und hoffnungsvolle Worte bezüglich dieses Erreichens. Es kann nämlich sein, dass die Widerstände der materiellen Existenz den Menschen daran hindern, diese Ebenen auf dem Geburtsplaneten Erde zu meistern (dies würde ich bei mir persönlich unbedingt so sehen). Wenn jedoch des Menschen Absichten und Wünsche trotzdem Fortlebenswert haben, dann werden Dekrete zur Verlängerung der Probezeit für den Menschen erlassen. Es wird dem Menschen zusätzliche Zeit zugestanden, während der er sich bewähren kann.

 

Wann immer Zweifel bezüglich eines Aufstiegs bestehen könnten, so entscheiden die geistigen Instanzen doch immer zugunsten der persönlichen Interessen des Betroffenen. Sie verleihen einer solchen Seele - ohne zu zögern – den fortgeschrittenen Status eines Übergangswesens, während sie ihre Beobachtungen an ihm fortsetzen. Auf diese Weise ist die göttliche Gerechtigkeit sicher, erfüllt zu werden und die göttliche Barmherzigkeit erhält Gelegenheit zu weiterem Wirken. Dies muss man doch als großartig ansehen und kann dem gegenüber nur Dankbarkeit empfinden!

 

Die geistigen Instanzen verlangen nicht absolute Vollkommenheit bezüglich einer menschlichen Neupersonifizierung. Sie lassen Geduld, Toleranz, Verständnis und barmherzige Sympathie walten. Und der maßgebliche (überirdische) Botschafter, der diese Zeilen im URANTIA-Buch verfasst hat, sagt: „Wir würden eher das Risiko einer Rebellion im System eingehen, als uns der Gefahr auszusetzen, auch nur einen einzigen kämpfenden Sterblichen auf irgendeiner evolutionären Welt der ewigen Freude zu berauben, die aufsteigende Laufbahn zu verfolgen“[1].

 

Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Mensch eine zweite Gelegenheit bekommt, falls er eine erste abgelehnt hat. Aber es bedeutet, dass allen Willensgeschöpfen eine (!) wahre Gelegenheit zuteil werden muss, eine endgültige Wahl zu treffen. Die souveränen Richter werden nie ein einziges Wesen seines Persönlichkeitsstatus berauben, das nicht endgültig und vollauf die ewige Wahl getroffen hat. Der Seele des Menschen muss und wird umfassende Gelegenheit geboten werden, ihre wahren Absichten und wirklichen Ziele zu offenbaren[2].

 

Die abstrakter gehaltenen Aussagen im URANTIA-Buch zu den „sieben kosmischen Kreisen“ lauten übrigens wie folgt: Es wird, an den Menschen direkt gewandt, ausgesagt: „Ihr beginnt, mit eurem sterblichen Verstand ausgerüstet, im siebenten Kreis und wandert nach innen, während ihr an eurem Selbstverständnis, eurer Selbsteroberung und Selbstbeherrschung arbeitet; und Kreis um Kreis rückt ihr vor … bis ihr den ersten oder inneren Kreis relativen Kontaktes und relativer Kommunikation mit dem innewohnenden (göttlichen) Justierer erreicht“[3].

 

Und entsprechend des erreichten Kreises muss man sich einen >Schicksalshüter< mit unterschiedlich vielen anderen Menschen teilen. Dabei muss noch die Variation angeführt werden, dass es sich bei dem >Schicksalshüter< prinzipiell um ein seraphisches Engel-Paar handelt, welches aber als ein Schutzengel gilt. Deshalb wird der Vereinfachung halber immer nur von einem >Schicksalshüter< gesprochen[4].

 

Das Seraphen-Paar wechselt sich in den Aufgaben ab. Stets kann sich der eine oder andere Engel des Paares von der Dienstverantwortung entledigen. Außerdem werden die Seraphim von den Cherubim unterstützt. Ein Cherub-Paar wiederum setzt sich aus einem Cherub und einem Sanob[5] zusammen. Um sich auszuruhen und wieder mit Lebensenergie aufzuladen, wird der >Schicksalshüter< periodisch durch sein Komplement (womit anscheinend der Cherub gemeint ist) abgelöst und der Cherub übernimmt zeitweise des Hüters Funktion[6].

 

Es folgt nun die Aufteilung, mit wie vielen Menschen man sich einen >Schicksalshüter< teilen muss:

a)      Menschen, welche den äußersten siebenten psychischen Kreis als anfängliches Stadium bemeistert haben, müssen sich einen Schutzengel teilen mit „sage und schreibe“ eintausend (1000) anderen Menschen, wobei diesem >Schicksalshüter< jedoch eine Kompanie Cherubim beigestellt ist; vermutlich, weil der Seraph sonst doch überlastet wäre in der Überwachung und Behütung von so vielen Menschen.

 

Und es erklären sich hieraus vielleicht sogar außerdem die Schicksale, wo viele Menschen auf einmal durch Katastrophen u.ä. ums Leben kommen, was jedoch meine eigene Hypothese ist, die völlig falsch sein kann. Denn es ist nicht gesagt, dass der Schutzengel den Menschen unbedingt vor Unglück und Tod schützen muss. Die Aufgaben, welche ein >Schicksalshüter< innehat, werden später noch dargelegt.

 

b)      Im sechsten Kreis betreut der >Schicksalshüter< (wieder von einer Kompanie Cherubim begleitet) 500 (fünfhundert) Menschen.

c)      Ist einmal der fünfte Kreis vom Menschen erreicht, muss er sich den >Schicksalshüter< nur noch mit 100 (hundert) anderen Menschen teilen (auch hier sind wieder Cherubim beigeordnet).

d)      Nach Erreichen des vierten Kreises werden die sterblichen Wesen in Zehnergruppen (10) zusammen geschlossen und begleitet von einem >Schicksalshüter< mit Cherubim-Unterstützung.

 

e)      „Wenn ein Mensch mit seinem Verstand zum dritten Kreis menschlicher Intellektualität und Vergeistigung vorstößt, wird sich diesem aufsteigenden Sterblichen hinfort ein persönlicher Engel … gänzlich und ausschließlich widmen“[7].

f)       und g) Dies setzt sich dann fort beim Durchqueren des zweiten und beim Erreichen des ersten Kreises, wo zugleich der Justierer (also der innewohnende göttliche Geist) ebenfalls zunehmend wirksamer wird.

 

Um die theoretischen Darlegungen etwas aufzulockern und persönlicher zu gestalten, möchte ich hier erwähnen, dass mir doch vermutlich schon die Gnade eines eigenen >Schicksalshüters< zuteil geworden ist. Ich schlussfolgere dies aus einem bestimmten Erlebnis, welches ich zum 05.04.2007 in meinem Kapitel Nr. 5-B >Herabkunft des Engels<[8] beschrieben habe. Dort geschah es, dass in einer Traum-Vision ein Engel auf meine physische Ebene wie durch eine Wolkendecke zu mir herabkam, wir kurz miteinander sprachen und Bitter-Lemon und Tonic-Water miteinander tranken. Darüber hinaus war mit dieser Engel-Begegnung noch weiteres verbunden, was in Teil C des Kap. Nr. 5[9] geschildert ist.

 

Denn ab einem bestimmten geistigen Entwicklungspunkt soll der Mensch gar keinen eigenen Schutzengel mehr haben, sondern der Mensch soll gezwungen sein, mit dem eigenen Engel eine gemeinsame Regentschaft auszuüben. Wird der fortgeschrittene Mensch dem nicht gerecht, wird der Engel zum Dämon und der Mensch gerät in immer schwierigere Lebenssituationen, lauten modernere Aussagen in einem Flensburger Heft[10]. Wie sich dies alles für mich persönlich dargestellt hat, ist in dem betreffenden Kapitel Nr. 5 >Herabkunft des Engels< beschrieben.

 

Auf einen Faktor von dort möchte ich jedoch schon hier eingehen. Es handelt sich darum, dass mir während meiner Traum-Vision vom 05.04.2007 auffiel, dass zwischen diesem Engel und mir eine gewisse Liebe herrschte (über die ich mich irgendwie wunderte), obwohl wir beide Distanz zueinander hielten. Denn natürlich handelte es sich nicht um irgendeine erotische oder gar sexuelle Komponente, sondern um eine allgemein-menschliche bzw. vielleicht ist besser gesagt: übermenschliche Liebe, was mich aber trotzdem gewundert hatte, woher diese kommen sollte. Erst durch die Darlegungen im URANTIA-Buch erfuhr ich dann, dass eine solche Liebe zwischen dem eigenen >Schicksalshüter< und dem Menschen durchaus ein realer Faktor sein soll.

 

Die Engel entwickeln nämlich eine bleibende Liebe zu ihren menschlichen Gefährten, und auch der Mensch würde eine warme Zuneigung zu seinem Engel fassen, wenn der Mensch seinen Engel sehen könnte. Wenn der Mensch eine geistige Gestalt wäre, käme er den Engeln in mancher Eigenschaft nahe. Die Engel teilen die meisten der menschlichen Gemütsbewegungen und empfinden noch zusätzliche[11].

 

So soll hier an dieser Stelle das schöne Gedicht von Christian Morgenstern[12] eingefügt werden, wo der >Schicksalshüter< den Menschen anspricht und ihn etwas belehrt bzw. ihm eine Botschaft sendet mit den Worten:

 

        Der Engel

 

            Wüsstest du, wie sehr dein Antlitz sich verändert,

            wenn du mitten in dem Blick,

            dem stillen, reinen, der mich vereint,

            dich innerlich verlierst und von mir kehrst!

 

            Wie eine Landschaft, die noch eben hell,

            bewölkt es sich und schließt mich von dir aus.

            Dann warte ich.

            Dann warte schweigend ich oft lange.

 

            Und wär` ich ein Mensch wie du,

            mich tötete verschmähter Liebe Pein.

            So aber gab unendliche Geduld der Vater mir,

            und unerschütterlich erwarte ich dich,

wann du immer kommst.

 

Und diesen sanften Vorwurf selber nimm als Vorwurf nicht,

als keusche Botschaft nur. □

 

Die >Schicksalshüter< stehen dem Menschen so nahe und sorgen so gefühlvoll für ihn, dass sie im übertragenen Sinne über die „eigensinnige Unduldsamkeit und Sturheit der Menschen weinen“[13]. Die Seraphim vergießen keine physischen Tränen; sie haben keine physischen Körper, noch besitzen sie (nach Aussagen des URANTIA-Buches) Flügel[14]. Hingegen haben sie geistige Emotionen und sie erfahren Empfindungen und Gefühle geistiger Natur, die man in gewissem Sinne mit menschlichen Emotionen vergleichen kann[15].

 

Lediglich „das Erbe tierischer Angst“ können die >Schicksalshüter< nicht nachempfinden, heißt es im URANTIA-Buch[16]. Und man merkt an der Stellungnahme des übermenschlichen Botschafters, dass auch er diese Angst nicht nachempfinden kann. Daran merkt man wieder, dass diese hohen geistigen Wesenheiten von den Lebensbedingungen der Erdenmenschen keine authentische Erfahrung haben.

 

Des weiteren sind ihnen anscheinend nicht einmal bestimmte esoterische Tatsachen bekannt, dass die geistigen Hintergründe von Angst, Furcht und Beklemmung resultieren aus einer Art Okkupation durch die Widergöttlichen Wesenheiten wie speziell Ahriman (aber auch Luzifer u.a.), welche den Menschen dadurch versklaven. Der Mensch selbst muss wiederum viel göttlich-geistige Kraft aufwenden, um sich von diesen Besessenheiten zu befreien.

 

Ja, STEINER sagt sogar aus, dass der Mensch diesen Kampf gar nicht ohne weiteres selbst bestehen kann, sondern dass dies nur >Jesus, der Christus Gottes< kann, da nur Er über die adäquate Macht verfügt. Dies bedeutet natürlich, dass der Mensch bei irgendwelchen Angstzuständen immer göttlich-geistige Instanzen (auch eventuell den Erzengel Michael) anrufen sollte – dann wird er davon befreit werden.

 

Der übermenschliche Botschafter schreibt sein Unverständnis, wie Menschen „sich derart durch die Angst beherrschen … lassen, sich durch eine aus Furcht und Beklommenheit gemischte, gedankenlose Panik so völlig demoralisieren … lassen“[17].

Mir sind persönlich Menschen bekannt, die empfinden jede Sekunde Angst, also ununterbrochen – und in Wahrheit kann ihnen kein Mensch wirklich helfen bzw. meist bekommen sie Psychopharmaka. Und ich verstehe diese Menschen vollkommen. Wenn ich nicht so mache Stunde in meinem Leben durch geistige Bemühungen überlagern würde, wäre mir diese Angst auch sehr häufig gegenwärtig.

 

Manchmal merke ich regelrecht, wie Widergöttliche Wesenheiten (siehe das Kapitel Nr. 11 >Dämonen<[18]) an mich herantreten. Es ist nur so, dass ich es einmal sofort merke, weil ich eigentlich permanent eine gewisse Reflexion anstelle über fast alles, was in mir vorgeht, und ich immer sofort JESUS CHRISTUS anrufe und mir eigentlich fast immer auch sofort geholfen wird. Leider kann man dies alles im dialektischen Leben betroffenen Menschen ja nicht ohne weiteres vermitteln, sonst würde man selbst in der Psychiatrie landen.

 

Es gibt nun anscheinend eine Differenzierung, ab wann ein Schutzengel speziell als >Schicksalshüter< bezeichnet werden darf, nämlich erst dann, wenn er mit einer menschlichen Seele zusammenarbeitet, die eine oder mehrere der folgenden drei Leistungen vorweisen kann[19]:

 

Der Mensch …

a)      hat den höchsten Entschluss gefasst, gottähnlich zu werden und/oder

b)      ist in den dritten Kreis eingetreten und/oder

c)      ist in eines der Reservekorps der Bestimmung aufgenommen worden.

Ich habe jedoch hier weder in der Kapitel-Überschrift, noch innerhalb des Textes dieser Differenzierung Rechnung getragen, da es doch um die wesentliche Funktion eines seraphischen Hüters geht und verwende beide Begriffe (Schutzengel und Schicksalshüter) synonym.

 

Fortsetzung folgt in Teil C des Kapitels Nr. 63 >Schicksalshüter<.

 

 

 



[1] URANTIA-Buch/S.1233

[2] URANTIA-Buch/S.1233

[3] URANTIA-Buch/S.1242

[4] URANTIA-Buch/S.1242

[5] Sanob: Dieser Begriff als Komplementär zu einem Cherub war mir bisher nicht bekannt. Siehe obigen Text hier im Kapitel Nr. 63-B.

[6] URANTIA-Buch/S.1243

[7] URANTIA-Buch/S.1242

[10]             Flensburger Heft/Nr.56/S.182

[11]             URANTIA-Buch/S.1243

[12]             Christian Morgenstern: deutscher Dichter, *1871, +1914, tiefsinnige Sprachgrotesken, Aphorismen und Übersetzungen (Meyers Taschenlexikon/S.455). – Das Gedicht habe ich aus einem kleinen Geschenk-Buch, dessen Titel und Verlag ich nicht mehr weiß. - Erst 2015 entdeckte ich zufällig in dem Leitfaden von ARENSON folgende Schilderung des okkulten Lebens von Chr. Morgenstern, die von STEINER (aus GA155 >Christus und die menschliche Seele<; 2. Vortrag, S.4-7) stammt: „Nach seinem Tode leuchte in Chr. Morgensterns Seele auf als ein Seelen-Tableau, was er als geistigen Inhalt während seines Lebens in sich aufgenommen hatte. Indem er die Vorstellungen in sich aufgenommen hat, die er durch die Geisteswissenschaft sich über den Christus hat aneignen können, schreitet nicht nur seine eigene Seele vorwärts, sondern wird seine durchchristete Theosophie auch Impuls derjenigen Seelen werden, die in kommenden Jahrhunderten aufleben“. - Ich recherchierte Ende Sept.2015 dann noch im Internet über Chr. Morgenstern, wo ich auch in dem Gedichtband „Wir fanden einen Pfad“ weitere geistige Gedichte entdeckte, die ich einmal in einem Seminar kenngelernt hatte, wo ich überhaupt nicht wusste, dass diese von Chr. Morgenstern stammten. Und mir wurde bewusst, wie überhaupt seine Geistigkeit völlig von diesen merkwürdigen Sprachgrotesken, die mir eher bekannt gewesen waren, verstellt worden ist. Auch hat er in dem Gedichtband zwei sehr schöne verehrungsvolle Gedichte für RUDOLF STEINER und dessen Werk geschrieben, die mir aus der Seele sprechen (Anm.d.Verf.).

[13] URANTIA-Buch/S.1246

[14] Flügel von Engeln: Diese Anschauung des URANTIA-Buches (dass Engel keine Flügel haben) wird z.B. in Aussagen bei JAKOB LORBER unterstützt, bei ERIC KLEIN jedoch werden selbst von Erzengel Michael Flügel bejaht, und regelrecht verifiziert werden Flügel durch Darlegungen von HURTAK. All diese Anschauungen sind dargelegt im Kapitel 19-B >Kreuzigung und Gehenkter<.

[15] URANTIA-Buch/S.1245

[16] URANTIA-Buch/S.1243

[17] URANTIA-Buch/S.1243

[19] URANTIA-Buch/S.1242