Sternenschnee

Kim Carrey:

Sternenschnee (394)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Bewusstsein (73.P) Unrechtsstaat

Das Kapitel besteht aus den 18 Teilen A bis R. Es folgen die Überschriften der verschiedenen Teile des Kapitels Nr. 73 >Bewusstsein<. Die vollständigen Inhaltsangaben befinden sich wegen des großen Umfanges erst in dem jeweiligen einzelnen Kapitel-Teil. Die Überschriften geben nur einen von mehreren (eventuell ganz andersartigen) Aspekten des Kapitel-Teiles wieder.

 

Teil A: Finale Siegel, Teil B: Spiegelkabinett, Teil C: Tschakutet Toth, Teil D: Gegensätze, Teil E: Nokodemion, Teil F: Reinkarnation, Teil G: Blaupause, Teil H: Barbarentum, Teil i: Friedensvertrag, Teil J: Kosmologien, Teil K: Prophezeiungen, Teil L: Kriegsopfer, Teil M: Weltbevölkerung, Teil N: Vollstrecker, Teil O: Wachsamkeit, Teil P: Unrechtsstaat, Teil Q: Vergebung, Teil R: Melchizedek.

 

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Vorangestellte Inhaltsangabe zum Teil P des Kap. Nr. 73 >Bewusstsein<:

 

Das Leid der Opfer realsozialistischer (kommunistischer) Gewaltherrschaft in der ehemaligen DDR darf nicht in Vergessenheit geraten. Nachlässiger öffentlicher Umgang mit diesem Thema. Über die Todesstrafe nur in einem Nebensatz eines ganz anderen Themas etwas gefunden. Todesstrafe ist nach den schöpferischen Gesetzen generell verboten. Die hiesige Autorin ist ein vollkommener Gegner jeglicher Todesstrafe. Es fehlen Angaben, wieviele Menschen durch Todesstrafe hingerichtet worden sind und wieviele Menschen tatsächlich an den landesweiten Grenzen der DDR erschossen worden sind. „Mit dem Fall der (Berliner) Mauer endet eines der bedrückendsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte“.

 

Die DDR hatte mit dem Bau auf die drohende Entvölkerung reagiert. 78 Menschen mussten allein an der Berliner Grenze ihr Leben verlieren. Ein Grenzsoldat wurde 1992 wegen vorsätzlichen Totschlags zu 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, weitere 246 Personen waren angeklagt, aber nur die Hälfte davon bekam Strafen. Erst 1997 ging es dann um die Verantwortung des Politbüros an den Todesschüssen. Den Politbüro-Vertretern wurde vorgeworfen, dass die Anordnung, gnadenlos gegen das Verbrechen der Republikflucht vorzugehen, immer wieder erneuert wurde. Dieses DDR-Unrecht liegt jedoch noch unterhalb der bestialischen und perfiden Verbrechen des Nazi-Hitler-Regimes. Die DDR soll aus guten Gründen offiziell als „Unrechtsstaat“ verurteilt werden, wie dies bereits die Thüringer Landesregierung im Dez.2014 getan hat.

 

Behauptungen, dass die BRD ein NS-Nachfolgestaat gewesen sei und deshalb kaum besser als die DDR, sind gleich zweimal falsch. Die BRD stand vollkommen unter den Gesetzen der drei westlichen Alliierten, welche das NS-Regime beseitigt hatten. Und in der BRD hatte man circa zwei jahrzehntelang das Paradies, danach traten fortgesetzt immer mehr Missstände auf. In der BRD sind die Steuerverschwendungen und Ausbeutungen durch die Kapitaleigner, Groß-Aktionäre und durch die Banker das eklatante Verbrechen gegen die Menschlichkeit der arbeitenden Bevölkerung. Durch komödiantische Verarbeitung wird ein falsches Ventil geschaffen, wo der Zorn der Bürger in politisches Handeln umgesetzt werden müsste.

 

Am 28.11.2016 gab es ein Gerichtsurteil gegen den jetzt 95-jährigen Oskar Gröning, der als sog. „Buchhalter von Auschwitz“ galt und wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen verurteilt wurde, obwohl er direkt an keinem einzigen Mord beteiligt war. Alles diensttuende Personal habe das Bestehen eines organisatorischen Tötungsapparates ermöglicht. Auch die „funktionelle Beihilfe“ von SS-Leuten gilt ab jetzt als Massenmord, was 1965 noch nicht der Fall war. Bis 1965 hatte man auf diese Art Strafverfolgung verzichtet, da es meist an Nachweisen für eine konkrete Tatbeteiligung fehlte. Und es bedeutet auch, dass die meisten Täter aus Auschwitz tatsächlich davon gekommen sind, weil man die mörderische und perfide Gesamtstruktur des Lagersystems nicht sehen wollte. Man hat also in der BRD Nazitäter tatsächlich frei herumlaufen lassen. Dies ist nicht rühmlich, um nicht zu sagen schändlich! Nur: Was ist dies im Vergleich zur DDR, wo unschuldige Menschen für keinerlei wahrhaftiges Verbrechen verurteilt worden sind. In der BRD gab es demgegenüber keinerlei maßgebliches und eklatantes Unrecht. Außerdem ist niemand von Staats wegen durch die Todesstrafe hingerichtet worden.

 

FN: SBZ. Opportun. En masse. Nürnberger Prozesse. BGH-Beschluss.

 

(73.P) >Bewusstsein<

 

Das Ziel der Opferverbände bzgl. des DDR-Unrechts besteht darin, das Leid der Opfer real-sozialistischer (kommunistischer) Gewaltherrschaft nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es wird von Opfern des Stalinismus gesprochen, von Aufarbeitung der SED-Diktatur, des SBZ[1]/DDR-Unrechtsregimes. Generell wird auch (wie von mir schon angedeutet) ein nachlässiger öffentlicher Umgang mit diesen Themen beklagt.

 

Zum Beispiel habe ich über die Todesstrafe, wie sie in der DDR herrschte, nur in einem Nebensatz bei einem ganz anderen Thema eine kurze Information gefunden, was jedoch meine eigene Schuld war, worauf ich nach den nächsten Absätzen noch zu sprechen kommen werde.

Ich recherchierte nämlich über vermisste Kinder, die z.B. gleich nach der Geburt für tot erklärt wurden, dann aber heimlich von der Stasi zur Adoption freigegeben worden waren. In dem Artikel auf Spiegel Online vom 02.12.2010 mit dem Titel „Kindstod in der DDR“ von Annette Langer wurde nämlich einfach nebenbei erwähnt, wie im Apr.1981 der Bürgerrechtler Mathias Domaschk unter ungeklärten Umständen in der Stasi-Untersuchungshaft zu Tode gekommen ist. Und: „Nur zwei Monate später wird Werner Teske, Hauptmann im Ministerium für Staatsicherheit (MfS), wegen Landesverrats per Kopfschuss hingerichtet – ohne Vorwarnung und von hinten, wie es in der DDR üblich war“[2].

 

Nun mag dies merkwürdig erscheinen, aber ich finde diese Vorgehensweise sogar noch relativ human, denn einen schlimmen Faktor finde ich ansonsten, wenn ein Mensch auf diese Todesstrafe warten muss, Tage um Tage, Stunden um Stunden, Minuten um Minuten, Sekunden um Sekunden. So wie nun anscheinend in der DDR praktiziert, kann es für den betroffenen Menschen fast wie ein Unfall vorkommen, durch den er ins Jenseits befördert wird.

 

Ich selbst bin ein vollkommener Gegner jeglicher Todesstrafe (und sie ist auch generell nach dem göttlichen Gesetz nicht erlaubt[3]), da ich es völlig absurd finde, dass z.B. ein Mörder bestraft wird, weil er einen Menschen umgebracht hat, und der Staat tut nun dasselbe, was er eigentlich verurteilt, an dem Menschen, der zum Mörder geworden ist. Es ist so pervers, wie eben die Menschheit krank ist.

 

Wie ich im Kap. Nr. 73-E >Bewusstsein< ausführlicher mit esoterischer Literatur begründet habe, ist die Todesstrafe nach den Schöpfungsgesetzen generell verboten. Dort habe ich mich auch auf den fragwürdigen Referendumssieg von Präsident Erdogan bezogen, der in der Türkei wieder die Todesstrafe einführen will, und des weiteren habe ich mich bezogen auf den erst noch am 21.04.2017 im US-Staat Arkansas real durch einen Gift-Cocktail hingerichteten Afro-Amerikaner, der bis zuletzt seine Unschuld beteuert hatte.

 

Auch habe ich dort referiert, dass die Regierung unserer Bundesrepublik Deutschland (BRD) vehement gegen jegliche Todesstrafe ist, worauf ich sehr stolz bin, in einem solchen Land zu leben, welches wenigstens in diesem Punkt ein wirklich edles Niveau aufweist. Die BRD-Regierung betont aktuell (21.04.2017), sie werde nicht nachlassen, sich weiter für die Ächtung und Abschaffung der Todesstrafe einzusetzen!

 

Was mir allerdings bei den Berichten bezüglich der DDR bis jetzt fehlte, war eine Aussage, wie viele Menschen in dem DDR-Regime durch Todesstrafe ihr Leben lassen mussten. Am 22.01.2017 gelangte ich durch einen eigenartigen Zufall dann doch an weitere Informationen. Ich recherchierte über etwas vollkommen anderes, nämlich über das Handelsbilanzdefizit, welches bei den USA unendlich hoch sein soll (wesentlich höher als bei allen anderen Staaten dieser Welt), nämlich 800 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 betragen haben soll[4], und ich gelangte dadurch auf die Webseite https://de.statista.com . Dort waren alle möglichen Wirtschaftsdaten. Und durch einen zweiten eigenartigen Zufall klickte sich dann (wie von selbst) eine Seite auf, wo plötzlich generelle Daten über die DDR waren.

 

Und es war doch tatsächlich eine Umfrage zitiert, welche gelautet hatte: „War die DDR Ihrer Ansicht nach ein Unrechtsstaat“?[5] Das Ergebnis fiel dann auch so auch, wie ich es schon befürchtet hatte: Während 72 % der befragten Westdeutschen dieser Meinung waren, fanden dies von den Ostdeutschen nur 30 %. Es gab noch diverse andere Fragestellungen, die ich mir und den Lesern lieber erspare. Lediglich die Frage nach dem Schutz vor Kriminalität und Verbrechen will ich hier noch aufgreifen; denn dieser Schutz wurde von den Ex-DDR-Bürgern als sehr hoch in der DDR angesehen und da wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte aufgrund meiner Absicht, etwas über die Todesstrafe zu erfahren.

 

Das, was ich jetzt ausführen werde, ist natürlich wie ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen und manche werden sagen, das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Jedoch ist es zwangsläufig so, dass eine Reduktion von „privater“ Kriminalität und „privaten“ Verbrechen sich schon mitbegründet auf der Basis von Angstreaktionen vor den harten Strafen eines Staates, auch wenn die Abschreckung nicht 100%-ig ist. Aber das Entscheidende, was ich ausführen will, ist, dass eben der Staat selber der größte Verbrecher war und viele Menschen getötet hat, von den ungerechtfertigten Gefängnisstrafen ganz abgesehen. Und von diesem Verbrecher-Staat hat sich der größte Teil der Bevölkerung beschützt gefühlt!

 

Als ich dann über die Todesstrafe in der DDR bei dieser Statistik-Webseite recherchierte, gab es prompt keinerlei Daten, ausschließlich unzählige verschiedene Statistiken über die Todesstrafe (und Hinrichtungen) in den USA und allgemein weltweit. Bezüglich Deutschland (alte und neue Bundesländer zusammen) wurde nur eine Umfrage zitiert, wie die Bürger bei einem Volksentscheid abstimmen würden. Und dieses Ergebnis ist für mich auch schon relativ fragwürdig:

 

„Nur“ 50 % der Befragten wären eindeutig gegen die Einführung der Todesstrafe, jedoch immerhin 12 % wären dafür (das ist jeder achte Bürger!) und der Rest von 38 % würde sich an einer solchen Abstimmung gar nicht beteiligen[6]. Und dies finde ich nun auch schon sehr schlimm; denn in geheimer Wahrheit bedeutet dies, dass sie eigentlich auch für die Todesstrafe sind (!), aber irgendwie wissen oder ahnen, dass dies nicht so opportun[7] sein könnte, und dies finde ich fast noch schlimmer als die Menschen, die sich eindeutig outen.

 

Und wem meine Hypothese zu hart erscheint, dem würde ich entgegenhalten: Selbst wenn meine Vermutung falsch ist, so ist es eine Schande, wenn ein Mensch zu einem so elementaren Aspekt des politischen Gemeinschaftslebens keine Anschauung hat. Denn es könnte in Wahrheit eines Tages jeden Menschen treffen, wenn sich in einer Zukunft erneut ein Unrechtssystem etabliert.

 

Denn solche Unrechtssysteme gibt es noch „en masse[8]. Laut Amnesty International halten weltweit noch 58 Staaten an der Todesstrafe fest, davon haben 25 im vergangenen Jahr (von 2015 ist die Rede) tatsächlich Hinrichtungen ausgeführt. Allein in China wurden mutmaßlich mehrere Tausende Menschen exekutiert. Im Iran (ehem. Persien) belief sich die Zahl der Hinrichtungen auf mindestens 977 Menschen – unfassbar!

Und es liegt mir schon lange auf meinem Herzen zu sagen: Dies ist einer der Gründe, weshalb ich mich schäme, zu der menschlichen Rasse zu gehören, die zu solchen Taten fähig ist.

 

Und dass noch zu meinen Lebzeiten ich neben der DDR gelebt habe, die ebenfalls solche Taten vollzogen hat. Ich habe mich leider mein ganzes Leben lang politisch nicht hinreichend darum gekümmert, obwohl ich dazu weitläufig Anlass in meiner Familie gehabt hätte. Dies werfe ich mir selbst heutzutage vor. Nun stehe ich davor, dass ich ein neues Verhältnis zu meinen Verwandten in der Ex-DDR finden muss, was mir sehr schwer fällt; denn ich kann nicht mehr so unbefangen sein wie vorher.

 

Denn es geschah dann, dass ich nach dieser Statistik-Webseite mich endlich wagte, bei Google „Todesstrafe in der DDR“ einzugeben, was ich schon vor Wochen hätte tun können und hätte tun müssen, ich aber aus geheimer Angst vor mir selbst vermieden habe. Nun weiß ich auch weshalb; denn ich fand einen Artikel (den ich ausdruckte) von Spiegel online vom 17.07.2012 mit der Überschrift „Erich Mielkes ganz kurze Prozesse“ von PETER MAXWILL[9]. Das erste Drittel des Artikels war ich in der Lage zu lesen.

 

Dann jedoch kam ungefähr ¼ Text, wo mir schon Stichwörter ins Auge sprangen, so dass ich diesen Text sofort mit einem leeren Blatt Papier bedeckte und überklebte. Es war mir klar, dass ich dies auf keinen Fall würde lesen dürfen, weil ich sonst noch mein restliches Leben Alpträume davon bekäme, die ich schon einen großen Teil meines Lebens wegen der Gräueltaten der Nazis hatte, die ich eben in Filmen und Bildern gezwungen war anzusehen (durch meinen Geschichtslehrer). Ich übersprang diesen ¼-Text und danach konnte ich dann den Rest wieder lesen, obwohl dies auch alles schon belastend war.

 

Jedenfalls erfuhr ich, dass mindestens 160 Menschen bis 1987 in der DDR hingerichtet worden waren, mitunter heimlich. Im Verhältnis zu China und dem Iran sind dies natürlich relativ wenige Menschen, und man kann daran immerhin das Evolutionsniveau der Chinesen und der Iraner schlussfolgern. In letzter Instanz wurden alle diese Todesurteile in der DDR persönlich von SED-Chef Erich Honecker entschieden. Es soll sich angeblich noch um viele Nazi-Verbrecher gehandelt haben, dann aber auch um Stasi-Spitzel, die in Ungnade gefallen waren. Jedoch in Wahrheit wurden auch ganz andere Menschen hingerichtet, so z.B. ein Kraftwerksdirektor 1955, nur weil er in den Westen fliehen wollte. Und auch einen Eisenbahner ereilte dieses schreckliche Schicksal, weil er eine Weiche falsch gestellt hatte, und ihm die DDR-Richter Sabotage unterstellten, mit der er angeblich die Verteidigungskraft der DDR untergraben wollte.

 

Die Todesstrafe war in Wahrheit ein wichtiges Machtinstrument der SED-Diktatur. Diese Höchststrafe wurde 231-mal verhängt, jedoch 1/3 davon wurde nicht vollstreckt. Allerdings weiß man nicht, wie hoch die Dunkelziffer ist; da die DDR auch heimlich Menschen tötete. Denn Erich Mielke vertrat die Anschauung: „Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil!“ Die Gerichts-Prozesse wurden bewusst ganz kurz gehalten; denn diese sollten nicht fair sein, sondern abschreckend[10].

 

Allerdings bin ich bisher weiterhin noch an keine Aussage gelangt, wie viele Menschen tatsächlich an den Grenzen erschossen worden sind. Jedoch fand ich in dem wahnsinnig umfangreichen (fast tausend Seiten) und physikalisch schweren Buch mit unzähligen Abbildungen >2000 Jahre Chronik der Weltgeschichte< (welches ich einmal in einem Kaufhaus sehr preiswert erstanden habe und mich durch dieses Buch generell weiterbilden konnte), in dem von Christi Geburt an bis zum Jahr 2000 sämtliche geschichtliche, kulturelle und politische Ereignisse aufgeführt worden sind, folgende Darlegungen:

 

„Mit dem Fall der (Berliner) Mauer endet eines der bedrückendsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte“. Diese Mauer war am 13.08.1961 vom DDR-Regime errichtet worden. „In den folgenden 28 Jahren wurde diese Befestigungsanlage immer ausgefeilter in ihrer Menschenverachtung mit Minenfeldern, Selbstschussautomaten und Wachtürmen. Die DDR hatte mit dem Bau auf die drohende Entvölkerung reagiert. Von Sept.1949 bis Aug.1961 hatten 2,6 Millionen Menschen die DDR verlassen. Einen weiteren Exodus hätte die DDR nicht verkraftet. Trotz der ausgeklügelten Sperranlagen konnten seit 1961 über 41.000 DDR-Bürger in den Westen fliehen. Mehr als 78-mal endeten allein in Berlin Fluchtversuche tödlich“[11]. (Jedoch sind noch viele weitere Menschen an den Staatsgrenzen der DDR erschossen worden, die in dieser Zahl nicht enthalten sind.)

 

Am 20.01.1992 wurde dann auch in dem ersten sog. „Mauerschützenprozess“ in Berlin ein ehemaliger DDR-Grenzsoldat wegen vorsätzlichem Todschlag an dem letzten erschossenen Flüchtling zu einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren verurteilt[12]. Denn: Tötung von Flüchtlingen war (auch) in der DDR strafbar, wird auf WIKIPEDIA zu dem Begriff „Mauerschützenprozesse“ ausgeführt. Es gab 112 Verfahren gegen 246 Personen, die sich als Schützen oder Tatbeteiligte vor Gericht verantworten mussten. Ungefähr 132 Angeklagte wurden zu Freiheits- oder Bewährungsstrafen verurteilt. Ungefähr ebenso viele wurden allerdings auch freigesprochen.

 

Erst am 25.08.1997 ging es dann auch in dem sog. „Politbüro-Prozess“ um die Verantwortung für die Todesschüsse an der DDR-Grenze. Das Berliner Landesgericht verurteilte Egon Krenz (den letzten Staats- und Parteichef der DDR) zu 6 ½ Jahren, den früheren Ost-Berliner SED-Bezirkschef Gunter Schabrowski und den SED-Wirtschaftsexperten Gunter Kleiber zu je drei Jahren Haft. Sie hatten an den sieben Beschlüssen zur Grenzsicherung für den Schießbefehl mitgewirkt. Das Politbüro habe seine Anordnung, „gegen das Verbrechen der Republikflucht gnadenlos vorzugehen“ immer wieder erneuert und so eine „Befehlskette nach ganz unten in Gang gesetzt“[13].

 

Bei diesem Unrecht, welches durch das DDR-Regime verübt worden ist, vergesse ich keine Sekunde die wesentlich bestialischeren und perfideren Verbrechen, die von deutschen Menschen an den Juden innerhalb des Nazi-Hitler-Regimes vollzogen worden sind. Jedoch ist es deshalb umso unbegreiflicher, dass nun viele Jahre und Jahrzehnte nach diesem Nazi-Terror erneut alle möglichen Verbrechen von deutschen Menschen (nun durch das SED-Regime) vollzogen worden sind.

(Trotz meines englisch-amerikanisch anmutenden Pseudonyms bin ich übrigens real leider auch ein vollkommen deutscher Mensch und bin darauf aus diesen historischen Gründen nicht unbedingt stolz, habe allerdings dieses Pseudonym extra zur Verschleierung wegen meines real vollkommen deutschen Namens gewählt.)

 

In Thüringen hat übrigens die rot-rot-grüne Landesregierung (also bestehend aus der SPD, den GRÜNEN und der LINKEN) im Dez.2014 in der Präambel ihres Koalitionsvertrages unter anderem festgehalten: „Weil durch unfreie Wahlen bereits die strukturelle demokratische Legitimation staatlichen Handelns fehlte, weil jedes Recht und jede Gerechtigkeit in der DDR ein Ende haben konnte, wenn einer der kleinen oder großen Mächtigen es so wollte, weil jedes Recht und jede Gerechtigkeit für diejenigen verloren waren, die sich nicht systemkonform verhielten, war die DDR in der Konsequenz ein Unrechtsstaat“[14].

 

Der Historiker und Leiter der Stasi-Opfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, nannte diese Formulierung „eine zutreffende Beschreibung der DDR“ und will, dass die DDR offiziell als „Unrechtsstaat“ verurteilt wird[15].

 

Nun habe ich hier vor zwei Absätzen einen Vergleich zwischen SED-Diktatur und dem Nazi-Hitler-Regime gezogen, und letzteres als noch bestialischer und als perfider bezeichnet. Und tatsächlich wurde ein Vergleich (allerdings zwischen BRD und DDR) auch in einigen Leser-Kommentaren zu der Aussage von Hubertus Knabe angestellt. Einer dieser Leser schrieb: „Dass die DDR ein stalinistischer Unrechtsstaat war, ist klar. Dass die BRD ein NS-Nachfolgestaat war, der Täter frei herumlaufen ließ und gedeckt hat, auch“. Und ein weiterer Leser fragte daraufhin ernsthaft, ob jemand meinen würde, die BRD wäre besser gewesen als die DDR, und er findet, dass in der BRD Zweizüngelei betrieben wird.

 

Zunächst möchte ich Bezug nehmen darauf, dass die BRD ein NS-Nachfolgestaat gewesen sein soll. Dies ist nun definitiv und real-historisch nicht der Fall gewesen, da die BRD jahrzehntelang unter der Herrschaft der drei westlichen Alliierten stand, die glücklicherweise das NS-Regime beseitigt haben. Diese drei Alliierten zuzüglich der sowjetischen Großmacht hatten im übrigen in den ersten Monaten und Jahren nach dem 2. Weltkrieg (von 1945-1949) viele der NS-Verbrecher abgeurteilt in den sog. Nürnberger Prozessen[16].

 

Wie ich dies bereits zu einem früheren Zeitpunkt ausgesagt habe, gehörten zu den NS-Verbrechern führende Personen und Organisationen des national-sozialistischen Deutschlands, Ärzte, Juristen, Männer der Wirtschaft, Angehörige der SS und der Gestapo, Generale und Diplomaten. Es kam dabei zu 22 Todesurteilen gegen diese NS-Verbrecher, wobei ich grundsätzlich gegen die Todesstrafe bin, wie ich schon dargelegt habe. Jedoch müsste ich bezüglich der perversen und bestialischen NS-Verbrechen gegen die Juden meine Anschauung fast revidieren, was ich jedoch nicht wirklich tue (und dies mehr rhetorisch von mir gemeint war). Gegenstand der Prozesse waren: Verbrechen gegen den Frieden (die Angriffskriege durch Hitler), Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit[17].

 

Die meisten Deutschen wollen angeblich während des Nazi-Hitler-Reiches zwischen 1933 und 1945 absolut nichts von irgendeiner Verfolgung der Juden gewusst haben. Alle diese Deutschen haben sich nach dem 2. Weltkrieg als Opfer von „Lug und Trug“ durch Hitler und das Nazi-Regime gesehen. „Wir sind belogen und betrogen worden“, wie dies der Regisseur Wolfgang Liebeneiner in dem Film >Waldwinter< von einer Schauspielerin innerhalb ihrer Rolle aussagen lässt.

 

Und es wird in einer gewissen Weise der Wahrheit entsprechen; denn die Menschen schauen ja auch heutzutage bei fast allem weg, wenn etwas problematisch ist. Oder sie amüsieren sich, wenn z.B. der Comedian Mario Barth mit einer Fernsehsendung die Millionen und Abermillionen von Steuerverschwendungen aufdeckt, was ich von ihm relativ ehrenwert finde; denn er könnte sich auch nicht damit (sondern mit anderen Dingen) befassen.

 

Jedoch der Tatbestand und die Höhe der Gelder, die von Menschen unter Blut, Schweiß und Tränen bitter erwirtschaftet wird, sind eigentlich eine Tragödie, sie sind in Wahrheit auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen das Eigentum der armen Bevölkerung. Und es gibt darüber eigentlich nichts zu lachen; denn dadurch wird ein falsches Ventil geschaffen, statt dass der Zorn der Bürger eigentlich in politisches Handeln umgesetzt werden müsste.

 

Dass es dann immer noch sehr viele Menschen gegeben hat, die während des Nazi-Hitler-Regimes verbrecherische Handlanger gewesen waren, darüber kann es ebenfalls keine Zweifel geben. Jedoch: Wie hätte man all dieser unzähligen Millionen Deutschen Verbrecher-Handlanger (zu denen dann auch die späteren DDR-Bürger gerechnet hätten) nachweislich habhaft werden und Millionen von Prozessen führen sollen?

 

Zufällig, als ich dies hier alles ausgearbeitet habe, gab es am 28.11.2016 ein Gerichtsurteil gegen den jetzt 95-jährigen Oskar Gröning, der als sog. „Buchhalter von Auschwitz“ wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen verurteilt wurde. Anders als sonst andere Strafverurteilte, wurde dieser nun sehr alte und gebrechliche Mann voll im Fernsehen gezeigt, was für mich dadurch schon wieder den Charakter eines Schauprozesses erhielt, was ich prinzipiell nicht gutheiße.

 

Der gesamte Tatbestand und auch die Problematik der Angelegenheit liegt darin begründet, dass dieser Oskar Gröning eben genau so ein maßgeblicher Handlanger war, wie diese Handlanger eben jahrzehntelang nicht haftbar gemacht worden sind. Hintergrund ist, dass dieser Oskar Gröning direkt an der Ermordung der Juden nicht beteiligt war, sondern „nur“ indirekt im Vorfeld bei der Organisation.

 

Verurteilt wurde Gröning dafür, dass er als junger Mann „durch seine allgemeine Dienstausübung in Auschwitz bereits den Führungspersonen in Staat und bei der SS Hilfe geleistet“ habe. „Gröning war bereits im Juli 2015 in einem der letzten großen Auschwitz-Prozesse vom Landgericht Lüneburg (Niedersachsen) zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte eingeräumt, das Geld der verschleppten Juden verwaltet und die Ankunft der Transporte an der sog. Rampe mit beaufsichtigt zu haben. Das Gericht wertete dies als Beitrag zum Funktionieren der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie“[18].

 

Die Karlsruher Richter bejahten jetzt eine Schuld Grönings auch ausdrücklich für die Opfer, wo er keinen Rampendienst getan hatte. Denn generell habe alles diensttuende Personal das Bestehen eines organisierten Tötungsapparates ermöglicht. Mit dem BGH-Beschluss[19] wurde nun anerkannt, dass auch die „funktionelle Beihilfe“ von SS-Leuten im Lager Massenmord gewesen sei. Dies war 1965 in den Frankfurter Auschwitz-Prozessen noch entschieden verneint worden.

 

Man kann hieran sehen, wie bedeutsam ein Wandel im Bewusstsein sein kann. Denn tatsächlich ist seit 1965 jahrzehntelang auf jegliche Strafverfolgung verzichtet worden. Erst ein Urteil gegen John Demjanjuk im Jahre 2011 ist die Wende gewesen; denn dieser ist als früherer Aufseher in einem NS-Vernichtungslager wegen Beihilfe zum Mord zu fünf Jahren Haft verurteilt worden (jedoch frühzeitig verstorben).

 

Aufgrund dieses Urteils betrieben die Ermittler der Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen ihre Untersuchungen auch in vielen anderen Fällen voran. Diese Ermittler werden von der Kurier-Zeitung übrigens als „Nazijäger“ bezeichnet, was wahrscheinlich ein durchaus erlaubter Begriff ist, den ich jedoch auch schon nicht gutheiße im Sinne von fragwürdiger Menschenjagd.

 

Bis 2011 hatte übrigens in den Verurteilungen gegen NS-Verbrechen die Maxime gegolten, dass es vor Gericht einen Nachweis für die konkrete Beteiligung an einer Tat brauche, was nach 65-70 Jahren heutzutage im Einzelnen kaum noch bewiesen werden kann. Die höchstrichterliche Entscheidung im Fall Gröning gilt nun als lange wirkendes Signal auch für künftige Völkermord-Prozesse.

 

Der Kurier zitiert dann den Exekutiv-Vizepräsidenten Christoph Heubner aus Berlin: „Das Urteil sei aber auch eine Bestätigung dafür, dass in Deutschland die meisten Täter aus Auschwitz davon gekommen sind, weil man über Jahrzehnte die mörderische und perfide Gesamtstruktur des Lagersystems nicht sehen wollte. Nun sei endgültig deutlich: Jeder, der in Auschwitz mitgemacht habe, ist mitverantwortlich und mitschuldig“.

 

Dass man tatsächlich „die mörderische und perfide Gesamtstruktur des Lagersystems nicht sehen wollte“, ist für mich unbegreiflich. Ich habe dies schon mit 13-14 Jahren gewusst durch alle Filme und Ausstellungen, in die uns unser Geschichtslehrer geschleppt hat und mich damit für Jahrzehnte traumatisiert hat. Und an dieser Stelle muss ich nun dem Leser-Kommentator Abbitte tun, welcher der BRD vorgeworfen hat, dass man Nazitäter hat frei herumlaufen lassen. Er hatte also zu einem großen Teil Recht mit seinem Vorwurf.

 

Als ein gewisser Ausgleich dafür, dass nicht alle Handlanger des Nazi-Reiches verurteilt worden sind, ist ja das deutsche Volk stattdessen unter der Herrschaft der vier Großmächte zu Recht in eine gewisse Art Quarantäne genommen worden.

 

Dies kam allerdings in der westlichen BRD mehr einer Belohnung als einer Strafe gleich, denn durch den Wirtschaftsaufschwung ging es den Menschen so gut wie noch nie in der gesamten Historie. Ich durfte diese Zeit in der Kindheit und Jugend und auch im anfänglichen Erwachsenenalter bis ca. zu meinem 30. Lebensjahr miterleben – und es war in gewisser Weise das Paradies auf Erden. Danach begannen allerdings sehr schleichend Missstände Raum zu greifen, weil die Unsummen an Steuergeldern völlig verantwortungslos verschwendet worden sind.

 

Ich weiß, dass es gewisse Politiker gegeben hat, die auch im Nazi-Reich eine Rolle gespielt hatten. Zugleich hat es noch viele Lehrer gegeben, die schon im Nazi-Reich Lehrer gewesen waren und man hat sie aus Mangel an jungen Lehrern noch im Amt belassen, was alles auch nicht unproblematisch ist. Aus solchen Gründen hat man vermutlich „kleinere“ Täter frei herumlaufen lassen und sie gedeckt. Dies ist nicht rühmlich und nicht schön.

 

Nur was ist dies für ein Vergleich dazu, dass in der DDR unschuldige Menschen für keinerlei justiziables Verbrechen verurteilt worden sind? Einmal werden eventuell reale Täter nicht zur Rechenschaft gezogen und das andere Mal werden unschuldige Menschen für angebliche Verbrechen verurteilt, die in Wahrheit gar kein Verbrechen vollzogen haben.

Es muss doch vom humanen Standpunkt aus klar sein, dass es immer noch besser ist, einen Täter nicht zu verurteilen (der durch das immer noch geltende Karma-Gesetz sowieso irgendwann automatisch zur Rechenschaft gezogen wird), als einen Unschuldigen zu verurteilen, was insbesondere bezüglich der Todesstrafe gilt: Lieber ein Mörder muss eine lebenslange Haft absitzen oder er läuft frei herum, als dass ein einziger unschuldiger Mensch durch die Todesstrafe von Staats wegen ermordet wird.

 

Nun noch zu der Meinung, dass die BRD kaum besser gewesen sei als die DDR. Und ich frage: Wer konkurriert hier mit wem um welches Gutes (Gegenstandes) willen? Ich weiß definitiv, dass es von Staats wegen in der BRD keinerlei maßgebliches und keinerlei eklatantes Unrecht gab, außer dass es durch irgendwelche Interessenverbände zu unlauteren Machenschaften gekommen ist, wie es sie überall auf der Welt in der Menschheit bedauerlicherweise gibt. Oder es mag einzelne Fehlurteile gegeben haben – jedoch ist niemand von Staats wegen durch die Todesstrafe hingerichtet worden.

 

Dies finde ich schon sehr maßgeblich für ein halbwegs anzuerkennendes Rechtssystem. Jeder kann danach ebenfalls urteilen, wie verschiedene Bundesstaaten der USA anzusehen sind, wo immer noch Todesurteile geschehen, wie real noch am 21.04.2017, was ich im Kap. Nr. 73-E >Bewusstsein< näher ausgeführt habe.

Und jeder kann danach ebenso das russische Putin-System (mit der Todesstrafe und mit Ermordungen) beurteilen und generell alle Staaten dieser Welt und das Evolutionsniveau der maßgebenden Gesetzesgeber bzw. Machthaber.

 

„Alle hier in diesem Kapitel divergent (= entgegengesetzt) angesprochenen Sachverhalte übergebe ich jetzt unmittelbar der URQUELLE mit der Bitte und zum Zwecke der Transformation in göttliches Licht-Liebe-Harmonie. AMEN. DANKE!“

 

Fortsetzung folgt im Teil Q des Kapitels Nr. 73 >Bewusstsein<.

 



[3] Todesstrafe ist gemäß den schöpferischen Gesetzen generell verboten (Aussage bei www.wbgrundmann.de7lanz08wbg.htm vom 10.11.2008 Titel: „Der halbierte Nokodemion“.) Referiert im Kap. Nr. 73-E.

[5] https://de.statista.com Umfrage: „War die DDR Ihrer Ansicht nach ein Unrechtsstaat?“

[6] https://de.statista.com (Umfrage bezüglich eines fiktiven Volksentscheids zur Einführung der Todesstrafe)

[9] http://www.spiegel.de/einestages/todesstrafe-in-der-ddr-abschaffung... vom 17.07.2012 Titel: „Todesstrafe in der DDR – Erich Mielkes ganz kurze Prozesse“ von PETER MAXWILL.

[10] http://www.spiegel.de/einestages/todesstrafe-in-der-ddr-abschaffung... vom 17.07.2012 Titel: „Todesstrafe in der DDR – Erich Mielkes ganz kurze Prozesse“ von PETER MAXWILL.

[14] http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/11/knabe-fordert-... Titel: „Stasi-Experte will DDR als ´Unrechtsstaat` verurteilt wissen“ vom 06.11.2016.

[15] http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/11/knabe-fordert-... Titel: „Stasi-Experte will DDR als ´Unrechtsstaat` verurteilt wissen“ vom 06.11.2016.

[18] https://kurier.at/politik/ausland Titel: „Urteil gegen ´Buchhalter von Auschwitz` bestätigt“ vom 28.11.2016.