Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (230)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Schnee (43.B)

Geistberührung

...Entdeckung des Ewigen


So wie den Kindern am Heiligen Abend das mit dem Weihnachtsbaum beleuchtete Zimmer ihre ganze Welt darstellt, so soll auch ein werdendes Gotteskind die Lehre von >Jesus, dem Christus Gottes< (siehe Kap. Nr.44) so in sich aufnehmen, dass es an Seinen Geschenken und Seinen Gaben Ersatz für alles Weltliche findet. Dann kann ein Mensch wieder das Kind seines himmlischen Vaters werden, DER als „Menschensohn“ den Erlösungsakt für alle Menschen (durch das >Mysterium von Golgatha<; siehe Kap. Nr. 70) vollbracht und den Weg zu Seinem Herzen angebahnt hat1.


Von RUDOLF STEINER wird allerdings zu dem Brauch des Weihnachtsbaumes eine etwas andere und kritischere Darlegung gegeben, wobei dies an einer unterschiedlichen Schwerpunktsetzung des Themas liegt, und STEINER eigentlich gerade eine Lanze für >Jesus, den Christus Gottes< brechen will. Und so führt STEINER aus, dass die Sitte des Weihnachtsbaumes kaum 150 Jahre alt ist (Aussage von 1921); sie soll erst im 19. Jahrhundert stärker heraufgekommen sein.


Und nach RUDOLF STEINER deutet dieser heraufgekommene Brauch des Weihnachtsbaumes die (unbewusste) Abwendung der (modernen) Menschen von der Bedeutung der Christus-Geburt (m.E. müsste es eigentlich „Jesus-Geburt“ heißen, wie in Teil A ausgeführt) in der Heiligen Nacht an. Denn der Weihnachtsbaum steht eigentlich eher für den Paradiesesbaum, der mit der Welt-Erschaffung, also dem Ausgangspunkt der Welt, zusammenhängt.


Jedoch ist die heutige Bewusstseinsaufgabe des Menschen, die volle Bedeutung des >Mysteriums von Golgatha<, also die Welt-Erlösung, zu begreifen. Dieses >Mysterium von Golgatha< wurde nur möglich, weil 33 Jahre vorher JESUS in dem kleinen Kindlein zu Bethlehem zur Welt gekommen war. Dafür wäre das entscheidende Symbol die Krippe, welche noch in den Weihnachtsspielen der früheren Jahrhunderte die entscheidende Rolle darstellte und jetzt immer mehr als Weihnachtssymbol verschwunden ist. Auch eine solche Krippe habe ich einmal besessen, sie jedoch schon im Nov.2008 einem Kirchenbazar gespendet.


Der Paradiesesbaum (und damit der Weihnachtsbaum) ist jedoch ein Zeichen für die alte Jahve2-Religion, die jetzt wieder an die Stelle der Christus-Religion zu treten scheint. Und STEINER merkt kritisch an: „In unserer Zeit reden die Leute vom Christus Jesus und verehren nur den Jahve“3. - Letztlich hat jedoch die Mission von >Jesus, dem Christus Gottes< den Sinn, alle Menschen und Wesen wieder an das Herz des Allmächtigen Vaters zu führen, welcher nach HURTAK identisch sein soll mit Jahve (= JHVH) (siehe hier die Fußnote zu Jahve; siehe auch die Darlegungen im Kapitel 53-D >Hoffnung<).


Noch ganz andere kritische Darlegungen über das Weihnachtsfest hat Giovanni der Gral von YESHUA4 gechannelt, die im Kapitel-Newsletter >2012/17 – Teil A – 1.Sequenz< referiert sind, welches ich im Jahr 2019 ab 09.Dez. gepostet hatte. Trotzdem habe ich folgende Aussagen von dort doch auch noch einmal hier hinüber kopiert.


YESHUA (= JESUS) sagt dort aus, dass es sich bei dem sogenannten „Fest der Liebe“ für die meisten Menschen nur um ein Fest des Reichtums und der Zurschaustellung der Mittel (die jemand zum Leben hat) handeln soll. „Gerade in dieser Zeit verschulden sich viele Menschen noch mehr, um anderen Geschenke zu machen, die meistens nur aus Brauch und Gewohnheit heraus, aber bei den wenigsten von der Liebe im Herzen geleitet werden“5.


Gleichzeitig hungern weltweit viele Menschen, leiden in Kriegsgebieten und unter Krankheiten. YESHUA sagt: „Und in euren Breitengraden wird gefeiert, geschlemmt, übermäßig gegessen und getrunken“. Und ER fragt: „Ist das Liebe?“ YESHUA wirft dann vielen Lichtarbeitern vor, dass sie nicht den Mut haben, anderen zu zeigen, dass sie „ANDERS“ sind, ja aus Menschenfurcht würden sie Feste feiern, die Ihm und ihnen nicht gebühren.


Gerade auch das Weihnachtsfest sei von alters her von Heiden eingeführt worden, um Geld und Macht zu erringen und YESHUA rekurriert auf sein bereits im Evangelium vor 2000 Jahren geschildertes Verhalten, wo Ihn ein gerechter Gotteszorn überkam, als Er den Heiligen Tempel als Anbetungsstätte verunreinigt fand von den Geldwechslern, die sich heute als Banken unrechtmäßig bereichern. Ebenso wie die vielen Händler, welche die Menschen durch Augenwischerei, durch Werbung und Weihnachtsdekorationen zu Geschäften und Versandhandel verführen.


Jedoch wird YESHUA mit Seinen Himmelsstreitern alle diese negativ niedrig schwingenden Dinge unserer Alten Welt auflösen. So wie Er die Schwingung der Liebe hereinbringen wird, wird ALLES, was in der Resonanz dazu nicht mithalten kann, sich selbst bestrafen durch Auflösung. Und YESHUA mahnt: „Meine Lieben, erkennt doch endlich, wie und womit ihr über Generationen belogen und betrogen wurdet“. Stattdessen sollte man in die wahre Schwingung der Liebe eintauchen. Nur dann wird man sich selbst sein Königreich hier erschaffen6.


Und noch ganz andere kritische Aussagen über Weihnachten hat der Autor JAHN JOHANNES (der sich wohl auch JAHN J KASSL nennt) von www.lichtweltverlag.blogspot.de am 19.12.2012 in einem Artikel verfasst mit dem Titel: „Weihnachtszeit ist Tierleid“. Aus diesem Artikel hatte ich die Darlegungen referiert in meinem Kapitel Nr. 68 >Fleischnahrung< (in der 1.Sequenz) und diese nun hier herüber kopiert. (Im Jahr 2019 hatte ich auch dieses Kap. 68 erst noch am 21.Dez. gepostet. Da ich die Reihenfolge des Postings jedoch jedes Jahr an den laufenden Turnus anpassen und insofern verändern muss, muss ich auch diese Passagen hier stehen lassen.)


Dort7 bezeichnet JAHN J KASSL die Tiere als unsere Geschwister, für die das angebliche „Fest der Liebe“ ein Fest des Todes ist. Allein 29.000 Tonnen Gänsefleisch werden in Deutschland verzehrt. JAHN JOHANNES bezeichnet Gänse als hochentwickelte Lebewesen, die Trauer empfinden können, die in monogamen Beziehungen leben und ihre Familienmitglieder ein Leben lang erkennen.


Das, was JAHN JOHANNES hier anspricht, ist der Astralleib8, den die Tiere ebenso wie die Menschen haben und dadurch ansatzweise entsprechende Emotionen empfinden können. Dies ist m.E. auch der wirklich entscheidende Grund, weshalb das Schlachten von Tieren und der Verzehr des Fleisches abscheulich sind und tatsächlich als ein barbarisches Verhalten im Sinne eines konditionierten Reliktes aus vergangenen Zeitaltern des Menschen angesehen werden muss. Ich selbst verurteile mich auch für das entsprechende Verhalten, was ich nach 30 Jahren Spiritualität immer noch nicht völlig ausmerzen konnte.


Unabhängig davon möchte ich jedoch eine Differenzierung klarstellen, welche das Wort „Geschwister“ für die Tiere in ihrem Verhältnis zu den Menschen verwendet (was sowohl Meister KUTHUMI als auch JAHN JOHANNES tun). Diese Benennung ist m.E. so nicht korrekt; denn dann müsste man auch eine Pflanze und einen Stein als Schwester/Bruder des Menschen bezeichnen, was kaum jemand tut. Eine bessere Ausdrucksweise finde ich, dass die Tiere die (jüngeren) Schutzbefohlenen der menschlichen Rasse sind, denn die Tiere werden erst in der Jupiter-Periode der Erdenentwicklung menschliche Entitäten werden, wenn wir Menschen wiederum Engel geworden sein werden. (Weitere Darlegungen dazu und auch die Literaturangaben finden sich in dem Kapitel Nr. 68 >Fleischnahrung< - in der 1.Sequenz.).


In einem Traum am 22. Januar 2000 war ich in einem Haus, welches völlig aus >Schnee< bestand und alles drum herum war auch aus >Schnee<. Es waren diverse (bis zu fünfzehn) Menschen anwesend. Gleichzeitig war es wie Silvester9 und es fand ein Feuerwerk10 statt.

Mir ist bei Protokollierung authentisch bewusst geworden, dass dieser Traum eine reale berufliche Situation aus dem Sept.1999 in einer geistigen Bedeutung wiedergegeben hat, wo ich in einer Gruppensitzung circa 15 jüngere Menschen supervidieren11 musste, und tatsächlich real weltlich eine besondere seelisch-geistige Atmosphäre herrschte; denn ich „kontrollierte“ diese jungen Menschen nicht wirklich, sondern ermöglichte ihnen weiterreichende Erkenntnisse.


Es verlangte einerseits sehr viel von mir, was ich jedoch aufgrund meiner gesamten beruflichen und persönlichen Lebenserfahrung einerseits fast „spielend“ schaffte. Trotzdem ist mir selbst eine solche Bewältigung insgeheim ein Rätsel; denn in Wahrheit „hasse“ ich solche Situationen und habe eine „Heidenangst“ vor ihnen.


Die gute Bewältigung wurde dann durch die noch folgende Traumsequenz widergespiegelt, insofern ich in dem großen Raum, welcher aus >Schnee< war, auf- und abfliegen konnte (siehe Kapitel Nr. 22 >Flugträume<). Es schien mir ganz leicht und ich sagte zu den anderen, sie sollten es auch versuchen. Dann fiel mir jedoch aus meinem Real-Bewusstsein (innerhalb des Traumes) ein, dass dies wahrscheinlich nicht so möglich sei. Denn die Kräfte zum Fliegen kommen nur durch eine bestimmte Entwicklung zustande.


Das extremste >Schnee<-Traum-Geschehen für mich war ausgelöst worden durch eine reale Situation, und als ich aus dem Traum erwachte, war der Zusammenhang auch vollkommen evident12 für mich. Zunächst der Traum, den ich am 04.Dez.1995 erlebte: Ich fuhr mit Schiern (= Skiern) im >Schnee< und fuhr so tief in eine Schneewehe hinein, dass ich fast nicht wieder herausgekommen wäre. Hintergrund für dieses zunächst bedrohlich scheinende Erleben im Traum war, dass ich tags davor bei einer Theateraufführung war über das Stück >Der kleine Prinz< von Antoine de Saint-Exupéry13, wo ein Erzähler im Theater begleitende Worte vorlas.


Obwohl ich das Buch und den Text, wie wahrscheinlich Millionen Menschen auf der Welt, schon kannte, geschah es, als der Erzähler die Worte las: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“14, dass ich von einer Geistberührung so extrem überrascht wurde, ja gemütsmäßig so tiefgreifend erschüttert wurde, dass ich fast gestorben wäre. Mir wäre real fast mein Herz stehen geblieben. Ich wäre in meiner Gemütstiefe fast (wie im Schnee) „versunken“ (oder ertrunken oder erstickt). Obwohl ich mich nicht bewegte, war es so, dass selbst eine damalige mich begleitende Freundin, die neben mir saß, das geistige Geschehen bemerkte und stark verwundert ihren Kopf zu mir hinwendete.

Obwohl die Tatsache, dass fast mein Herz stehen blieb, nicht so beseligend erscheint, so war es dies in Wahrheit doch – nur war eben das Erlebte fast zu weitreichend für mich, d.h. ich war dem akut kaum gewachsen, da ich davon vollkommen überrascht worden bin.


Eine zeitlang hatte ich immer einmal einen Traum, wo ich in schneebedeckten Bergen Abfahrt-Ski fuhr, was ich auch real einmal eine Phase in meinem Leben (circa zwischen dem 27. und 33. Lebensjahr) in den Alpen getan habe. Es entsprach doch sehr meiner ehemals sportlichen Neigung (wie sie auch im Kapitel Nr. 9-A >Supramentale Wesen< geschildert ist), von der allerdings nach meiner Lebensmitte nicht mehr so viel übrig geblieben ist. Die Träume mit dem Skifahren traten jedoch erst ungefähr acht Jahre später zu meinem realen Leben auf, so dass sie eventuell in keiner direkten Verbindung stehen. Andererseits findet eine Verarbeitung in der Astralwelt (der Spiegelsphäre15) unter Umständen auch erst Jahre später statt.


Weitere Träume mit >Schnee< hatte ich wie folgt:

Am 09. Oktober 1995 ergab sich mir in der >Meditation< (Kap. Nr. 40) ein Bild von dem Lied „Leise rieselt der Schnee …“16 und es entwickelte sich daraus in mir eine tief-dunkle heilige Verfassung. Ich ging selbst immer mehr in dieses Gefühl, in diesen Zustand, in diese Stimmung hinein, und es zeigten sich mir innerlich ganz vage, zarte Bilder aus Licht und Dunkel. Und plötzlich wurde mir bewusst, dass ein Bild meinen inneren Raum ausgefüllt hatte, welches tatsächlich wie Gott-Vater darstellte mit einem den ganzen Kosmos durchziehenden langen (ewigen) Bart.


Ich wäre mir dessen fast nicht bewusst geworden – dann aber war mir der Bart ganz deutlich in Erinnerung. Es war, als ob der Bart die Kluft, den Abgrund, überbrückte von der Höhe in die Tiefe. Und dann schien er mir plötzlich auch wie ein riesiger Wasserfall zu sein, aber eher doch wie ein Bart, wie weiß-grau wallend17.


Wahrscheinlich wäre es mir überhaupt nicht richtig zu Bewusstsein gekommen, wenn nicht Rainer Maria Rilke18 u.a. solche Bilder von Gott verwenden würde. Ich denke dabei an eine bestimmte Gedichtzeile, welche ich aber im Moment nicht wiederfinde. Als ein anderes Beispiel sollen hier die Zeilen angeführt werden, die lauten: „Du bist der Alte, dem die Haare / von Ruß versenkt sind und verbrannt, / du bist der große Unscheinbare, / mit deinem Hammer in der Hand …“19.


Ich verstehe zwar manchmal die Aussagen nicht 100 %-ig, und erst recht nicht, wie RILKE auf solche Bilder kommt, obwohl ich vermute, dass er sich doch im Stande der geistigen Wiedergeburt befunden hat. Jedenfalls war RILKE nach Aussagen in einem Gedicht anscheinend einmal ein Mönch in einer früheren Inkarnation gewesen20. Nach BENJAMIN CREME soll RILKE auf jeden Fall einen Einweihungsgrad von 1.7 gehabt haben21. Wenn ich mir das schemenhafte Bild mit dem Bart nicht nur eingebildet habe, dann kann ich weiter folgern, dass RILKE geistige Schauungen (und Empfindungen) in ähnlicher Art gehabt haben könnte – nur wahrscheinlich viel weitreichender (und deutlicher) als ich.


Von RAINER MARIA RILKE habe ich in dieser Autobiographie mehrmals Gedichte zitiert. Ich bin auf diesen Dichter erst relativ spät in meinem Leben aufmerksam geworden durch den Geisteslehrer GEORG KÜHLEWIND (von dem ich aus mehreren seiner Bücher ebenfalls referiert habe, z.B. aus dem Buch >Die Wahrheit tun). Dann jedoch habe ich sehr viele Gedichte von RILKE auswendig gelernt und sie innerlich sehr häufig rezitiert, was mir mehrere Jahre lang ein großes Bedürfnis war und irgendwie mit meiner Seelenverfassung korrelierte.


Sonst kenne ich eigentlich nur die klassischen deutschen Dichter der Geschichte, während ich moderne Dichter fast gar nicht kenne. Jedoch habe ich auch einmal den bayerischen Sänger, Schauspieler, Kabarettisten und Poeten Konstantin Wecker in einer Talk-Show am 19.06.2015 gesehen, wo er zufällig RILKE als „unerreicht“ bezeichnete. Bei dieser Gelegenheit sagte Konstantin Wecker des weiteren: „Entscheidend für das Leben ist die Entdeckung des Ewigen in sich. Alles andere ist Firlefanz“22, dem ich voll zustimmen würde.


Am 20. November 1995 lag im Traum >Schnee< und es fuhren kleine Autos oder Rodelschlitten. Auch einige Menschen kamen vor.

Am 06. Oktober 1999 lag oder saß ich im Traum wie im Bett. In demselben Raum mit mir war wohl meine Schwester. Ich hatte seelisch eine Trostlosigkeit und weinte bitterlich. Dann erschien vor mir eine völlig verschneite Landschaft (oder eventuell auch eine verschneite Stadt).


Am 06. November 1999 sah ich im Traum wie in einer Art Bildausschnitt blauen Himmel und viele große einzelne Schneeflocken herunterschweben. Alles war in einem besonderen Licht. Jede einzelne Schneeflocke war wie beleuchtet.

Am 20. September 2000 lag im Traum vor dem Fenster des ehemaligen Kinderzimmers, welches ich in der Wohnung meiner Eltern mit meiner Schwester teilte, vollkommen hoch Schnee.


Zu diesem letzten Traum kommt mir doch eine Assoziation zu meinem realen Leben, wo ich ein einziges für mich bedeutsames Erleben mit meinem leiblichen Vater hatte, der mir sonst eigenartig fremd (von seiner Seite aus) gegenüberstand, wie dies im Kapitel 14-E+F >Ursprungsfamilie< dargelegt ist. Ich selbst habe schon als Kind eine große gemütsmäßige Ähnlichkeit zwischen ihm und mir erkannt, die er aber völlig verleugnete.


Bei dem realen Erlebnis mit meinem leiblichen Vater ging es um einen Silvester-Nachmittag, wo ich ungefähr sieben Jahre alt gewesen sein werde. Alle anderen Familienmitglieder (einschließlich meiner Großeltern) blieben zu Hause und mein Vater ging tatsächlich mit mir zum Rodeln. Es hatte ganz wunderbar geschneit und schneite fortgesetzt weiter.


Weshalb es damals zu dieser Unternehmung kam, weiß ich nicht. Ich vermute, dass mein Vater dies weniger meinetwegen als vielleicht aus eigenem Interesse machte und niemand sonst wollte mitgehen – nur ich. Jedenfalls befand sich tatsächlich in unserer Wohnnähe eine „autorisierte“ Rodelbahn – nicht nur ein kleiner Hügel, sondern schon ein größerer Berg-(Hügel). Es war fast gefährlich.


Ich glaube, wir sind nur einmal herunter gerodelt, weil der Weg nach oben viel zu weit war. Jedenfalls habe ich mich bestimmt hundert Mal in meinem Leben an diese eine Situation erinnert, da die >Schnee<-Atmosphäre für mich ein „Traum“ war; denn auch der Himmel war schneeverhangen. Allein wegen dieser Situation habe ich meinen schon lange verstorbenen Vater immer auch einmal in meine Gebete eingeschlossen.


Am 11. Mai 2006 hatte ich eine schöne Traumszene, in der es wie Weihnachten oder Silvester war. Der Traum spielte in einem romantischen Städtchen. Es schneite und es kam ganz eigenartigerweise auch >Schnee< aus einer Art Fensteröffnung herausgesprüht, was ich selbst im Traum wie ein Wunder ansah. Mehrere Menschen waren mit mir zusammen und wir gingen eine Stadttreppe hinunter. Dabei grüßten uns aus den umstehenden Häusern die Menschen, die dort wohnten, obwohl wir sie gar nicht kannten.


Alle sonst negativen Faktoren, die Menschen mit >Schnee< verbinden, sind für mich bezüglich der Träume nicht gültig. So soll z.B. >Die Schneekönigin< aus dem Märchen von Hans-Christian Andersen23 ein Symbol sein für die Kräfte der Kälte auf dem Einweihungsweg der nördlichen Mysterien24. Solche Kälte kenne ich auch, allerdings nicht in Verbindung mit Schnee. Diese Kälte habe ich vor circa 10 Jahren (Aussage von 2007/2008) einige Male in Träumen erlebt als die Wahrnehmung einer ungeheuren Gottferne innerhalb des Universums. Also: Ich war Lichtjahre von der Gottheit entfernt, wie es ja auch der Wahrheit entsprechen wird. Und der Raum dazwischen erschien mir als eine tiefe eisige Seelenkälte, die einen das Grauen lehren könnte.


In der Nacht zum 20. Mai 2010 hatte ich einen Traum, in welchem neben dem mich selig berührenden Symbol des >Schnees< gleich noch ein zweites beglückendes Symbol vorhanden war: Ich trug nämlich „mein“ >Baby< (zur Symboldeutung siehe das betreffende Kapitel Nr. 32; denn real bin ich kinderlos geblieben) in meinen Armen und ging mit dem >Baby< an einer langen Schlange von Menschen entlang.


Alle die anderen Menschen gingen hintereinander in einer im >Schnee< ausgetretenen Spur, während ich parallel dazu rechts neben ihnen vorüberging, wo der >Schnee< noch nicht niedergetreten war. Auf diese Weise überholte ich die anderen Menschen, wobei der Schwerpunkt für mich nicht eine mögliche Konkurrenz zu den anderen Menschen bedeuten sollte, sondern eine eventuell stärkere Strebsamkeit auf das geistige Ziel hin symbolisierte. Allerdings war es natürlich schwieriger, in dem noch nicht niedergetretenen >Schnee< zu gehen.


Zum Abschluss dieses Kapitels möchte ich noch auf die weltliche Realität zu sprechen kommen, wonach zu meinem größten Bedauern in meiner Heimatstadt Berlin nur relativ selten >Schnee< fällt und wenn, dann taut er oft schon nach kurzer Zeit. Und so soll es nach einer Nachrichten-Aussage vom 22.12.2014 auch nur alle sechs Jahre in Berlin weiße Weihnachten geben. (Ich fürchte, dass es in Zukunft noch seltener der Fall sein wird. In dem erst am 14.10.2018 neu in die Autobiographie eingefügten Kapitel Nr. 74 >Blutmond & Hitze< habe ich in Teil 74-D direkt den Satz geschrieben: „An einen schneereichen Winter in Berlin glaube ich niemals mehr!“ Und ich hatte in Teil 74-G auch von einem Videofilm von 1956 namens >Waldwinter< gesprochen, der in einer wunderbaren Schneelandschaft im Bayerischen Wald spielt.)


Im Jahre 2015 fiel übrigens in verschiedenen Teilen Deutschlands (sogar in Hamburg und Kiel, aber auch in Leipzig, München, in Nordrhein-Westfalen und bestimmt auch in Baden-Württemberg) schon ab 22.11.2015 Schnee – in Berlin natürlich nicht. Ähnliches wiederholte sich im Nov.2018, wo es fast in ganz Deutschland kurzfristig >Schnee< gab, nicht aber in Berlin.

Ende des Kapitels Nr. 43 >Schnee<.

18 Rainer Maria Rilke: deutscher Dichter, *1875, +1926. In der ersten Schaffensperiode impressionistische Stimmungslyrik; ab der Jahrhundertwende objektive „Ding-Gedichte“ (wobei unter dem „Ding der Dinge“ Gott zu verstehen ist; Anm.d.Verf). >Das Buch der Bilder< (1902), >Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke< (1906), >Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge< (Roman, 1910) (Neues Großes Lexikon/Bd.II/S.708). Diese lexikalische Beschreibung gibt in keiner Weise die Substanz von RILKEs Gedichten wieder (Anm.d.Verf.). Viel eher trifft da die Beschreibung von einem Kalenderblatt (dessen Urheber ich nicht mehr weiss) zu, die wie folgt lautet: „Den Tod als Übergang vom Leben in einen Zustand nicht sichtbarer, jedoch absoluter Substanz der inneren Wahrheit beschrieb er in seinen Elegien. In seinen Sonetten pries er das Leben und den Tod als kosmische Erfahrung“. So gelten auch die beiden Gedichtzyklen >Duineser Elegien< und >Die Sonette an Orpheus< als RILKEs poetische Meisterwerke. Was auch hier nicht erwähnt ist, dies ist die tiefe Religiosität (oder auch Spiritualität) in seinen Gedichten (Anm.d.Verf.). Nach Robert Musil soll RILKE denn auch der „religiöseste Dichter seit Novalis“ gewesen sein (Einband-Text bei RILKE/Das Buch der Bilder). - Siehe auch im Text dieses Kapitels >Schnee< hier über RILKES geistigen Stand. Bezüglich des Einweihungsgrades siehe auch die FN hier im Kapitel 43-B zu Antoine de Saint-Exupéry und zu H.C. Andersen bei 19-A >Kreuzigung und Gehenkter<.