Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (267)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Okkulter Gehorsam

(48.B) Manipulation

...Inszenierungen durch d.Guru


Es wird nun von den anthroposophisch orientierten LIEVEGOED behauptet, dass die christliche Kraft der Liebe keimhaft im Ich des Menschen wirkt und dadurch eine nicht-egoistische Entwicklung des Individuums möglich ist1. Tatsächlich ist diese möglich, aber nur dadurch, dass das persönliche Ich ersetzt wird durch das Christus-Ich.


Anders als die anthroposophische Geisteswissenschaft nach Rudolf Steiner (siehe Kapitel Nr. 24-H+i+J >Ashram<) vertritt allerdings auch das Lectorium Rosicrucianum nach JAN van RIJCKENBORGH die Anschauung, dass zur Erlangung der geistigen Wiedergeburt das Ich-Wesen zerbrochen werden muss durch die Negation in dem täglichen Sterben gemäß dem Apostel Paulus2. Erst dann kann das Licht der Universellen Bruderschaft (die als Transformator für das Licht Gottes dient) einen neuen Menschen aufbauen3. Die Position des Guru wird hier jedoch von der Geistesschule eingenommen bzw. von der unpersönlichen Strahlungskraft des gnostischen Kraft- und Lebensfeldes.


Wenn ein Mensch die Stufe bewusster Jüngerschaft erreicht hat und dadurch mit einem Meister und dessen Gruppe verbunden ist, dann tritt er automatisch als Einzelner mit dem „Meister aller Meister“ in Verbindung. Dies ist der Christus4 (siehe Kapitel Nr. 44 >Jesus, der Christus Gottes<). So war es bei den Mystikern und Heiligen des Mittelalters im Abendland der Fall. Sie ließen sich schon nicht mehr von irgend einem lebenden Guru leiten, sondern ihr Guru war der innere Christus5.


Über die >Prophetin Gabriele< (Kap. Nr. 47) erklärt der Christus Gottes Selbst, dass diejenigen Menschen, welche die Gesetze Gottes erfüllen (sie verwirklichen und im täglichen Leben halten) keiner äußeren Führer bedürfen. Diese Menschen haben den Christus, das Gesetz des Lebens, als Führer6.


Der moderne Mensch darf sein Ich nicht einem Guru hingeben. Er muss, als Träger eines bereits viel stärker individualisierten Ich, selbst die Verantwortung für seine Taten übernehmen. Er darf zwar dem Rat eines Weisen oder Eingeweihten folgen, muss aber selbst in völliger Bewusstheit die Vorbereitung leisten und entscheiden, wann er reif ist für bewusste weitere Schritte. Er darf sich nicht irgend einer anderen Person unterwerfen, denn dies würde die Entwicklung des modernen Ich wieder zunichte machen und einen Rückfall in unreife, überholte Stadien der Ich-Entwicklung bedeuten“7, so lautet die Anschauung des der anthroposophischen Geistesrichtung verpflichteten Autors LIEVEGOED.


Gerade in der orientalischen Esoterik gibt es noch immer die Praxis, dass der Meister Situationen inszeniert8, um den Schüler zu entwickeln. Dies widerspricht jedoch gemäß dem TIBETER dem okkulten Gesetz. Zwischen dem Meister und dem Jünger muss völlige Freiheit herrschen9. Dem zuwider hat z.B. der Guru von IRINA TWEEDY10 gehandelt bei einer speziellen sufistischen11 Schulung des orientalischen Geistesweges.


Dies hat ebenfalls der von 1970-1984 verkörperte Avatar Haidakhan Baba12 (einer angeblichen Manifestation des Mahavatars Babaji13) getan, was wiederum gar nicht harmoniert mit dem Bild, was man von dem Mahavatar Babaji nach Paramahansa Yogananda14 hat15. Denn dieser Mahavatar Babaji erscheint auf einer Zeichnung bei YOGANANDA mit einer extrem hohen geistigen Ausstrahlung, die keinerlei Ähnlichkeit aufweist zu dem doch weniger geistig wirkenden Aussehen des Haidakhan Baba in dem Buch >Babaji – In Wahrheit ist es einfach Liebe< von HALBIG und SCHNELLBACH.


Die verbürgteste Identität des Mahavatars Babaji ist für mich gegeben durch den Avatar Paramahansa Yogananda in seiner >Autobiographie eines Yogi<, insofern Babaji der Guru des Paramgurus16 von Sri Yukteswar17 darstellte, von dem Yogananda wiederum der Schüler war. Der Mahavatar Babaji soll seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden im Himalayagebirge in ein- und demselben Körper leben (oder gelebt haben?) und unsterblich sein und immer ein Aussehen von ca. 25 Jahren aufweisen. In dem Buch von Yogananda ist auch eine Abbildung des Mahavatars Babaji, die dies bestätigt und er dort die schon erwähnte hohe geistige Ausstrahlung aufweist.


Weshalb es nun angeblich (!) notwendig geworden sein soll (ob dies überhaupt so ist, bleibt für mich eine totale Fragwürdigkeit), dass dieser Mahavatar Babaji anscheinend seine Erscheinungsform innerhalb seines unsterblichen Lebens geändert hat und 1970 als ein noch jüngerer Mann von 18 Jahren in einer Höhle des Berges Kailash (ebenfalls im Himalayagebirge) erschienen ist, dann aber 14 Jahre lang sich dem natürlichen Alterungsprozess ausgesetzt hat, bis er am 14.02.1984 seinen Körper wieder verlassen hat, ist mir rätselhaft.


Entscheidend ist dabei, dass dieser Haidakhan Baba sich selbst als (eine Art) Reinkarnation des Mahavatars Babaji mit völlig anderem Aussehen deklariert. Nach eigenen Aussagen hat der Haidakhan Baba (= Babaji) keine menschliche Geburt durchgemacht, sondern tauchte als ein Jüngling von 18 Jahren plötzlich auf, besaß jedoch große göttliche Fähigkeiten. Er wirkte dann nur 14 Jahre lang in dieser Manifestation, wo er auch diverse europäische und US-amerikanische Devotees18 hatte, wie dies alles von Leonhard Orr19 ausgesagt ist20.


In einem Erfahrungsbericht von einem weiblichen Devotee wird geschildert, wie der Haidakhan Baba in seinem Ashram sich manipulativ21, willkürlich und despotisch22 verhalten haben soll, was jedoch nach Anschauung dieser Devotee als mit einem geheimen Sinn versehen geschehen sein soll. Zum Beispiel dichtete er einzelnen Devotees irgendeinen Fehler an „oder ließ sie kleine Fehler begehen, um sie gründlich ausschimpfen zu können und dann nach Hause zu schicken. Das sah auf den ersten Blick völlig willkürlich und despotisch aus. Später erfuhr ich jedoch stets, dass für den Betreffenden eine ganz große Lehre damit verbunden war und es auf den äußeren Anlass tatsächlich überhaupt nicht ankam oder höchstens symbolisch“23.


Einem jungen Israeli war zur Vorbereitung auf die Yogi-Initiation ein besonderes Sadhana24 auferlegt worden. „Er musste fasten und nachts am Dhuni (einem Bach oder Fluss; Anm.d.Verf.) schlafen. Am Tag musste er sehr schwere Arbeiten verrichten und die schwersten Steine schleppen. Dann wurde er sehr krank und bekam Fieber. Trotzdem durfte er sich nicht schonen, sondern musste täglich seine auferlegte Disziplin durchhalten“25.

Das Schleppen der schweren Steine in einem kranken Zustand mutet an Sklavenhaltung an.


Durch verwirrende Anordnungen des Haidakhan Baba wurde die (zuerst) vorbenannte weibliche Devotee in völlige Konfusion gestürzt, was sie selbst beschrieb als: „Ich ging durch viele Ego-Höllen hindurch, weinte sehr viel, hatte aber auch immer die andere Ecke in mir, die das alles verstehen konnte“26.


Und der Guru von IRINA TWEEDY gab zu, dass er sie (bzw. ihren Verstand) in Verwirrung bringen wollte. „Wenn Sie im Morast sitzen, werden Sie sich anstrengen herauszukommen“27. Später jedoch, kurz vor seinem Tode, hat er dann allerdings eingestanden, dass ein Teil seiner schweren Krankheit und seiner Schmerzen mit der Manipulation gegenüber IRINA TWEEDY zu tun hätten28 - sozusagen als Strafe für ihn.


Ich gestehe, dass ich durch die Schilderung der weiblichen Devotee in dem Buch über >Babaji - In Wahrheit ist es einfach Liebe< Schwierigkeiten in Bezug auf den Haidakhan Baba hatte, wie hier auch angedeutet ist. Am 16.Apr.2009 erfuhr ich dann jedoch „zufällig“ durch die Website29 der Schriftstellerin BRIT MORF, die den Roman >count down 2012< verfasst hat, die Deklaration30, dass sie selbst ein Zwillingsstrahl31 dieses Haidakhan Baba sei, den auch sie als den Mahavatar Babaji identifiziert.


Auf ihrer Website ist ein Foto dargestellt, was demjenigen entspricht, wie es auch bei HALBIG und SCHNELLBACH abgedruckt ist. Dieser Haidakhan Baba hatte sich mit BRIT MORF bereits 20 Jahre lang aus der geistigen Welt heraus beschäftigt, in der er (angeblich) nun seit seinem letzten Tod weilte32. Ob sie den Haidakhan Baba direkt schon während seiner Inkarnation als Devotee gekannt hat, ist bei ihr nicht ausgesagt. Ein Zwillingsstrahl des Mahavatars Babaji zu sein, wäre natürlich eine unglaubliche Höhe ihrer geistigen Individualität, und sie müsste demnach eigentlich selbst als Avatar gelten, was auch ihre außergewöhnlichen Darlegungen verständlicher machen würde.


Fortsetzung folgt im Teil C zum Kapitel Nr. 48 >Okkulter Gehorsam<.