Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (369)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Mysterium von Golgatha

(70.B) Karfreitag

...für die Seligkeit fähig werden

/ Erschaffung der Materie...

/...das einzigartige Leiden Christi


Erschaffung der Materie


Schon vor 2000 Jahren – noch zu Lebzeiten Jesu – war die bevorstehende Kreuzigung Christi ein Thema zwischen Jesus und Seinen Jüngern. Auch diese Jünger (die erst durch das Abendmahl zu Seinen Aposteln geweiht worden sind) meinten, dass die Notwendigkeit einer solchen Kreuzigung niemals von dem gesunden Menschenverstand akzeptiert werden würde.


Jesus erklärte dazu schon damals, dass ein Mensch dies auch überhaupt erst annähernd begreifen könne, wenn er die Geistige Wiedergeburt erlangt haben würde (über welche hier noch in Teil 70-C Darlegungen erfolgen werden). Jedoch selbst dann könnte ein Mensch nicht alle Gründe für die Kreuzigung Christi erkennen; denn dies würden nicht einmal die Engel erfassen1.


In dem Vortrag von LOTHAR SCHULLER in der Zeitschrift >Geistiges Leben< bezieht dieser sich insbesondere auf Textstellen aus dem >Großen Evangelium Johannes<, welches ich selbst nur partiell im Original gelesen habe, obwohl ich mehrere (aber nicht alle) Bände davon besitze. Die zehn Bände sind so umfangreich, dass es kaum möglich ist, diese zu durchforsten, wenn man sich doch auch noch für andere Literatur interessiert. >Das Große Evangelium Johannes< beschreibt die Lehre Jesu Christi, Sein Menschsein und Sein Sterben am Kreuz; des weiteren das Wirken Jesu in den drei Erdenjahren, Sein Lehren und Sein Handeln.


Dies alles wird in deutscher Sprache wie in einem exakten Tonbandprotokoll wortgetreu in seiner ganzen Wahrheits- und Weisheitstiefe wiedergegeben. Als Medium für diese Offenbarung Gottes diente Jakob Lorber2.

Es gibt dann noch einen 11. Band, der von LEOPOLD ENGEL geschrieben wurde, aus dem hier auch noch später eine Stelle referiert wird.


Leider ist es jedoch so, dass die Original-Zitate aus Endlos-Sätzen bestehen, in welche 20 Einschübe eingebaut sind, so dass man letztlich gar nicht mehr weiß, was inhaltlich überhaupt gemeint ist. Dies soll keine Kritik darstellen, denn Jesus konnte im 19. Jahrhundert zwangsläufig durch JAKOB LORBER nur so sprechen, wie dies zu der damaligen Zeit der intellektuelle Stand der Menschen war. Dies war zwangsläufig auch Sein damaliger Stand.


Ich habe nun versucht, das gewisse Kauderwelsch3 in der Satz-Diktion, welches auch inhaltlich zu zahlreichen Missverständnissen führen kann, so gut wie möglich zu entwirren. Von der Porno-Slang-Sprache4 einmal ganz abgesehen, hat sich die Menschheit seit dem 19. Jahrhundert in ihrer Intellektualität doch etwas weiterentwickelt, so dass die Sätze etwas logischer formuliert werden können.


Es folgt nun die entscheidende Aussage über den Sinn des >Mysteriums von Golgatha<:

In diesem >Großen Evangelium Johannes< (abgekürzt GEJ) existiert nämlich ein Dialog zwischen Jesus und Petrus, wo Jesus erklärt, dass bereits von Ewigkeiten her eine Materie durch IHN bzw. durch den Allmächtigen Gott geschaffen worden war, die zugleich gewisserart von Ewigkeit her verloren gewesen wäre, hätte sich der Christus nicht entschlossen, die Kreuzigung zu erdulden5. Diese Materie resultierte (vermutlich zwangsläufig; Anm.d.Verf.) durch die Festigkeit von Gottes Willen, und sie war von UR-Ewigkeit her dem Gericht und dem Tode verfallen.


Man muss also schlussfolgern, dass der Allmächtige Selbst für die Existenz dieser Materie verantwortlich und sozusagen an deren Gerichtetheit „schuld“ war. Es wird dadurch elementar erklärlich, weshalb schließlich nur der Allmächtige Selbst (personifiziert in Jesus Christus) nun vor 2000 Jahren (also nach Billionen Schöpfungsjahren6) „endlich“ diese Schuld an der Existenz der Materie abtragen bzw. auflösen konnte. Dass die Erlösung dieser Materie erst nach diesen Äonen von Jahren erfolgt ist, hängt anscheinend damit zusammen, dass erst jetzt die Materie für diese Befreiung „reif“ geworden ist.


Jesus erklärte weiterhin, dass nun ER durch das Gericht über Sich Selbst und durch den Tod Seines Fleisches und Blutes ER in das alte Gericht und in den alten Tod eindringen musste, um Seinem eigenen Gottes-Willen die Bande insoweit zu lockern und zu lösen, so dass dadurch schließlich alle Kreatur aus dem ewigen Tod zum freien und selbständigen Leben übergehen kann. Und Jesus sagte: „Es ist darum des Menschen Sohn in diese Welt gekommen, um das, was gewisserart von Ewigkeit her verloren war, aufzusuchen, es zu erlösen und also für die Seligkeit fähig zu machen“7.


Das, was gekreuzigt worden ist, war Gottes Sohn, und Gott war in IHM. Jedoch dem Leibe nach war Jesus ein sterblicher Mensch. Und in dem Leibe des Menschen Jesus (also in Dessen Materie) wurde nun Gottes Geist und Wille „gesänftet“ und gleichsam beugsam und lösbar gemacht. Jesu Materie (also Sein physischer Körper) wurde in der möglich größten Erniedrigung gebrochen und gelöst, so dass daraufhin der Geist Gottes in all Seiner Fülle diese gebrochene Materie läutern, erwecken und beleben konnte und sie (die Materie Jesu) daraufhin auferstehen konnte als ein Sieger über alles Gericht und über allen Tod8. (Zu der Auferstehung folgen in Teil 70-C noch Darlegungen.)


Schlussfolgerungen

Nach den Aussagen über die von Ur-Ewigkeit her gerichtete Materie, hätte die Allmächtige Gottheit primär an allen Missständen der Existenz „schuld“ bzw. wäre dafür verantwortlich. Der Schöpfungsfall vor Billionen von Jahren (durch Luzifer bzw. Sadhana) wäre ein sekundäres Geschehen, welches dann sozusagen im Laufe der unendlichen Zeiträume auf diese gerichtete Materie getroffen ist und damit eine Verbindung eingegangen ist, so dass Beides gleichzeitig einer Erlösung bedurfte. Darunter subsumiert sind dann zwangsläufig auch die Menschen (als überwiegende Abkömmlinge der Widersachermächte mit Ausnahme des Beihilfsweges der Lichtkinder9), die durch verschiedene Sündenfälle bis zu einem materiellen Körper in der Schöpfung hinunter gesunken sind.


Durch das >Mysterium von Golgatha< sind also mehrere Aspekte zu gleicher Zeit der Erlösung zugänglich gemacht worden: a) die Menschen, b) der Satan bzw. Luzifer und c) die gesamte Materie, in die alle restlichen gefallenen Geister eingebunden sind.

Neben dem, dass der menschliche Körper aus Materie besteht, so ist dies erst recht bei den Lebensfunken der Naturreiche der Fall, wobei die stärkste Verdichtung das Mineralreich betrifft. Es folgen das Pflanzen- und das Tierreich. Die Partikel dieser Naturseelen werden durch Kombination und Subsumption10 in immer höhere Lebensstufen emporgeführt, bis sie durch den Geist innerhalb des Menschen der vollständigen Erlösung zugänglich gemacht werden können11.


Bezüglich der Kreuzigung spielt also der physische Leib des Jesus (= Seine Materie) eine entscheidende Rolle. Dazu gibt es auch Aussagen von STEINER, wie z.B.: „Als der Christus bei der Jordan-Taufe in die Hüllen des Jesus von Nazareth zog, wurde im wesentlichen der physische Leib von dem Christuswesen durchdrungen“12.


Gleichzeitig ist es entscheidend, dass dieser Leib des Christus im >Mysterium von Golgatha< stark durchbrochen werden musste (wie bereits von LOTHAR SCHHULLER referiert), was eben dadurch geschah, dass die Nägel bei den vier Wundmalen und die Lanze in die Herzseite Christi in den Körper eindrangen. Die große Bedeutung dieser „Zermürbung“ beschreibt auch RUDOLF STEINER, indem er aussagt, dass diese Zermürbung erstmalig bei dem Menschen Jesus so stattfand, damit das volle Ich in Seinen Körper einziehen konnte: Der Jesus-Christus13 war der erste Mensch, der die ganze Summe des Menschentums auf einmal in sich tragen konnte14.


KÜHLEWIND greift den Tatbestand der Kreuzigung Christi wie folgt auf: „ Das größte und unschuldigste, selbstgewollte Leiden … führt zum Kreuz. Da wird der Leib mit Nägeln, mit der Lanze durchbohrt, und alles aus der Vergangenheit her Gestaltete, jede Form muss durchbrochen, aufgelöst werden, wenn das Prinzip, d.h. der Urbeginn, aus dem jede Form entsteht, diesen Leib wieder (neu) gestalten soll. Wer dieses Leid auf sich nimmt, fügt den aufgelösten Leib zusammen“. Und KÜHLEWIND zitiert aus den Evangelien den Satz: „Musste nicht Christus solches leiden und in Seine Herrlichkeit eingehen?“ Wenn etwas für die Menschheit erworben werden soll, geht es nur durch das Leiden von Einzelnen, aus Liebe zu den Menschen, zu der Menschheit, zum Logos, fügt KÜHLEWIND an.


Bis dahin verfügten alle Menschen durch den luziferisch-ahrimanischen Einfluss nur über ein geringes Quantum des Ich, was auch bedeutete, dass kein hinreichendes Verständnis für die höheren spirituellen Welten bestand – selbst bei den Eingeweihten nicht. Erst durch das >Mysterium von Golgatha<, welches der Christus durchmachte, kam die Zeit, wo die „Reiche der Himmel“ bis in das Ich hineinleuchten konnten und umgekehrt, dass diese Himmelsreiche erlangt werden können, ohne dass der physische Tod erlitten werden muss15.


Durch Seinen Tod hatte der Christus alles Gericht auf Sich genommen und Sein Leib wurde der Stellvertreter für alle menschlichen Seelen, die seitdem das ewige Leben erlangen können. „Denn dieser Mein Leib ist der Stellvertreter eurer Seelen, auf dass eure Seelen leben, muss er das Leben lassen, und das von ihm gelassene Leben wird ewig zugutekommen euren Seelen“16, sagt JESUS im >Großen Evangelium Johannes< von JAKOB LORBER.


Auch bei einer Literaturstelle von STEINER gibt es die Aussage, dass ohne das >Mysterium von Golgatha< die große Gefahr bestanden hätte, dass die Seelen von Gott abgeschnürt worden wären. Der Geist hätte sich in einem solchen Fall zwar wiederverkörpern können, er hätte dann aber kein seelisches Erleben gehabt17.


Erst im Juni 2015 wurde mir die Stelle aus dem >Großen Evangelium des Johannes< (nach JAKOB LORBER) und insbesondere die folgende Literaturstelle noch einmal ausdrücklich bewusst bzw. fielen sie mir durch eine Notiz in die Hände. In der noch folgenden Literaturstelle geht es nämlich ausdrücklich um das Leiden Christi am Kreuze, und weshalb sich dieses von jeglichem (noch so grausamem) Leiden eines jeden Menschen unterschieden hat. Im Jun.2015 habe ich dies auch bereits im Kapitel Nr. 45-i >Seelenwachstum< aus einem persönlichen Zusammenhang heraus erwähnt, jedoch gehört es eigentlich hier in das Kapitel Nr. 70 zum >Mysterium von Golgatha<. Und so habe ich dies nun hier seit Ostern 2016 ergänzt.


Die Darlegungen stammen aus dem Heft >Geistiges Leben< (2/2014) aus dem Artikel „Warum Jesus am Kreuz sterben musste“. Dafür ist es entscheidend, dass eben in JESUS nicht nur das normal-menschliche Ich vorhanden war, sondern auch noch sein voll-göttliches Ich, was bei keinem Menschen so der Fall ist. Der Mensch trägt nur einen Funken dieses Gottesgeistes in sich.


Dabei wird der Körper von JESUS als sog. „Menschensohn“ bezeichnet, in dem die Allmächtige Gottheit, also die Fülle der Gottheit wohnte. Durch dieses voll-göttliche Ich (zusätzlich zu dem menschlichen Ich) musste JESUS doppelt so viel leiden wie ein Mensch unter gleichen Bedingungen zu leiden hätte. Und JESUS schildert dies in den >Himmelsgaben< bei JAKOB LORBER wie folgt:


Nun sehet: Mein Äußeres wurde durch die bitteren Leiden bis auf den Punkt des Todes gedrückt. Die im Herzen sitzende Gottheit aber musste den Tod und die Hölle von dem innersten Punkte aus besiegen. Nun denket euch den leidenden Gottmenschen, der da nun gestellt war zwischen zwei Feuer: Von außen her drückten Mich der Tod und die Hölle mit all ihrer Gewalt solange, bis Mein natürliches Leben bis zu dem innersten Punkte Meines Herzens getrieben ward. Von innen aus aber wirkte diesem Drucke die Gottheit mit all ihrer unendlichen Macht und Kraft entgegen und ließ Sich nur durch die Liebe selbst bis auf einen Punkt zusammentreiben“18.


Nun denket euch wieder: Dieselbe Macht und dieselbe Kraft, welche mit einem Hauche alles, was da lebet und webet in der ganzen Unendlichkeit, in einem Augenblick zerstören könnte, dieselbe Macht und Kraft, die alle Ewigkeiten und Unendlichkeiten nicht erfassen, welche die ganze unendliche Schöpfung aus Sich werden hieß – o höret! - dieselbe Macht und Kraft in ihrer vollsten Allheit hat sich so weit aus ihrer Unendlichkeit heraus ... auf einen Punkt beengen lassen, welche Beengung die größte freiwillige Demütigung der Gottheit in Mir war!“19


Wenn ihr dieses nur ein wenig in eurem Herzen zu fassen imstande seid, welchen leidenden Kampf Ich da als die Ewige Liebe zu bestehen hatte, so werdet ihr euch wohl auch einen kleinen Begriff machen können, was alles unter Meinem Leiden verstanden wird. Dieses Leiden dauerte bis auf den Punkt, da Ich am Kreuze ausrief: ´Es ist vollbracht! Vater, in Deine Hände empfehle Ich Meinen Geist!`20.


Es wird auch dargelegt, dass selbst die Engel Gottes das große Geheimnis von Jesu Leiden und Seinen Kreuzestod nicht bis ins Letzte erfassen können. Und würde dies ein Mensch verstehen, so würden alle Engel des Himmels ehrfurchtsvoll und in allerhöchster Freude ewig zu diesem Menschen in die Schule gehen und allezeit nach beendigter Schulzeit mit unermesslichen Wundern bereichert zurückkehren, wird in den >Himmelsgaben< von JAKOB LOREBER dann noch ergänzt21.


Erst nachdem ich Vorstehendes hier zu Ostern 2016 eingefügt hatte, stieß ich dann in meinen Unterlagen noch auf eine Botschaft von AbundantHope22, wo genau die Aussagen über das einzigartige (göttliche) Leiden Christi negiert werden, wobei AbundantHope die Darlegungen von JAKOB LORBER sowieso nicht kennt. Ich hatte diese Botschaft (von AbundantHope) schon im Jul.2011 gelesen und ausgedruckt, sie merkwürdigerweise aber bisher nicht verarbeitet, was ich jetzt nachhole.


Wegen der gesamten Diktion von AbundantHope will ich aus der betreffenden Botschaft nun etwas mehr referieren. Die Botschaft ist an eine Frau namens „Eve“ gerichtet und gegeben worden direkt am Karfreitag des Jahres 2011 von ESU (Immanuel Kumara), der den Titel >Sananda< trägt (siehe dazu das betreffende Kapitel Nr. 61-A), der vermutlich identisch ist mit „Jesus von Nazareth“.


ESU führt zu der Kreuzigung vor 2000 Jahren aus: „Der Exzess von Grausamkeit, der an diesem Tag geschehen ist, war ein Ausdruck einer materiellen Sphäre, die in der Entwicklung noch weit im Rückstand ist, und diese letzte Selbsthingabe23 (von „Christ“ Michael von Nebadon24) auf DIESEM Planeten zu arrangieren, war durch und durch ein riskantes Unternehmen. … Nun, Christ Michael kannte das Risiko und ich (ESU) auch, aber die Entscheidung dafür (die Kreuzigung durchzumachen; Anm.d.Verf.) war ebenso sehr stark ein Ausdruck für CM`s (Christ Michaels) besondere Weise, sein Universum25 experimenteller zu gestalten als andere“.


Zwischenbemerkung von mir: AbundantHope und die Anschauung über Michael von Nebadon entspricht derjenigen, wie sie vom URANTIA-Buch26 vertreten wird – und beide Organisationen haben über die wesentlichen Hintergründe und Zusammenhänge der Mission von Jesus Christus und Dessen Kreuzigung im >Mysterium von Golgatha< keinerlei Ahnung, wie dieses von mir mehrfach in verschiedenen Kapiteln dargelegt wurde (und vom URANTIA-Buch dies selbst verschiedentlich zugegeben wird), so z.B. im Kap. Nr. 44-D >Jesus, der Christus Gottes<, aber auch im Kap. Nr. 61 >Sananda<.


Aus diesem Grunde werden solche Dinge erdacht wie „sein Universum experimenteller zu gestalten“. Diese bei solchen Botschaften häufig lauernde fragwürdige Gesinnung kommt dann auch in den weiteren Darlegungen von ESU zum Ausdruck. Er sagt: „Es geht in großem Ausmaß um viel Auskommen aus hohem eingegangenem Risiko und auch um ´kein Risiko, kein Spaß`“.


Da ESU wohl doch noch gemerkt hat, dass dies sehr missverständlich sein könnte (bzw. als eine zynische27 Aussage erscheint), erklärt er dann: „Damit möchte ich nicht sagen, die Kreuzigung wäre Spaß gewesen, sie machte immerhin Urantia (= der dort verwendete Name für unseren Planeten Erde) zur einzigen Sphäre in ganz Nebadon, auf der menschliche Schöpfung (es sind damit die Menschen gemeint; Anm.d.Verf.) den materiellen Ausdruck ihres eigenen Schöpfers umgebracht hat“; denn Michael von Nebadon gilt als Schöpfer aller Menschen in seinem Universum.


Und dann sagt ESU entscheidend aus (anders als JESUS Selbst bei JAKOB LORBER): „Ich weise darauf hin, dass viele nach mir/Christ Michael28 kamen, und sogar vor uns, die ähnlich gelitten haben und eventuell sogar noch mehr – nicht nur über den physischen Schmerz der Folter, sondern auch den seelischen Schmerz darüber, was Leute fähig sind, ihren Brüdern und der Schöpfung als Ganzes anzutun“.

Man sieht hier, wie das einzigartige göttliche Leiden Christi nicht wirklich bekannt ist!!!


Es folgt ESU Botschaft an die Menschen, dass sie sich an diesem Karfreitag im Gedenken an die Kreuzigung nicht in die Strudel der Dunkelheit hinunterziehen lassen, sondern sich auf die lichten Zeiten freuen sollen. ESU schließt dann mit den Worten: „Ihr sollt euch von dem Wissen um Hoffnung und Sieg durchdringen lassen, wie auch vom Wissen um das finale und durchgreifende Großreinemachen von den Dunkelelementen, die jetzt in Agonie29 ihre eigene Kreuzigung ernten, als Ergebnis der von ihnen auf dem Terrain von Christus Michael von Nebadon ausgebrachten Saat“30.


Unabhängig von Vorstehendem ist auch die Bedeutung des Prophetenwortes interessant, welches bereits bei MOSES (II, 12/46) stehen soll: „Es soll ihm kein Bein zerbrochen werden“, was auch tatsächlich bei Jesus-Christus nicht vollzogen wurde. Die Hintergründe sind nach Darlegungen von Rudolf Steiner wie folgt: Bei der Jordan-Taufe hatte der Christus die Kraft erhalten, die den Tod besiegen kann. Durch die Befeuerung des Jesus-Leibes (mittels des Christus-Impulses) bis in die Knochen hinein, waren diejenigen Partien des menschlichen Leibes in die Willkür des Jesus-Christus gestellt, die sonst der menschlichen Willkür ganz entzogen sind; denn die Knochen sind Schuld an dem Tode des Menschen. Deshalb brachen die Knechte dem Jesus-Christus „kein Bein“, damit das, was als Zentral-Impuls der Erde gegeben worden war, nicht durch fremden Einfluss zerstört würde31.


Ebenso spielt das Blut Christi eine entscheidende Rolle. Es wurde nämlich im >Mysterium von Golgatha< das überschüssige Blut geopfert, welches den Menschen in die materielle Welt hineingeführt hatte; denn das Blut entspricht dem Ich des Menschen. Als die Wunden des Erlösers flossen, war in die Menschheit der Keim gelegt worden, sich wieder in die Geistigkeit zu erheben32.


Über das Blut Christi finden sich noch entscheidende Darlegungen im Kap. Nr. 28-A >Lichtdienste<33, was ich hier erst noch völlig verzögert am 04.04.2015 nachgetragen habe. Denn das Blut Christi begründet die Mysterien des Heiligen Gral, insofern es von Joseph von Arimathia aufgefangen und bewahrt worden ist. Von INTERMEDIARIUS ist im Kap. 28-A über die >Weisheitslehre des Heiligen Graal< berichtet, wie die bekannten Sagen alle eine verfälschte Veräußerlichung der wahren geistigen Zusammenhänge wiedergeben.


Das Blut Christi enthielt den Impuls, dass das Zuviel an Egoismus aus der Menschheit wieder hinausgestoßen werden konnte34. Das Blut ist der physische Ausdruck des Ich35 und so geschah es durch das >Mysterium von Golgatha<, dass überhaupt erst das volle Bewusstwerden des menschlichen Ich möglich geworden ist36, was nur sekundär den Egoismus begründen kann, aber nicht muss.


Aber auch das Bewusstsein, welches im Devachan37 für die verstorbenen Seelen nur noch schattenhaft war, ist durch das >Mysterium von Golgatha< neu aufgehellt worden. Der Christus brachte den Toten die Kunde, dass die Früchte des >Mysteriums von Golgatha< in der geistigen Welt wirken würden38. In dem Augenblick, wo auf Golgatha das Blut aus den Wunden des Jesus-Christus floss, veränderten sich alle geistigen Verhältnisse der Erde: Der Christus floss in das Wesen der Erde ein39, und der Christus wurde der Geist der Erde40.


Der Astralleib der Erde wurde durch das Blut aus den Wunden des Jesus-Christus verändert und so die Möglichkeit für die Zukunft vorbereitet, dass Sonne und Erde sich wieder vereinigen können41. So bedeutet das >Mysterium von Golgatha< die Vereinigung des Logos42 mit der Erde. Die Erde war im Laufe der Jahrtausende immer finsterer geworden. Als das Blut Christi aus den Wunden auf Golgatha floss, begann die Erde Strahlen nach dem Weltenraum auszusenden, ja die Erde selbst fing an zu leuchten43 und sie selbst würde dadurch einst wieder ein Sonnenkörper werden können44.


Bezüglich der alten Materie von urher ist hier von mir bewusst von einer „Schuld“ (bzw. Verantwortung) Gottes gesprochen worden, um die Angelegenheit dem menschlichen Empfinden so nahe wie möglich zu bringen (dass sich eben dieser Gott – wenn auch freiwillig - kreuzigen lassen musste bzw. sich kreuzigen lassen wollte). In Bezug auf die höchste Wahrheit ist jedoch der Begriff „Schuld“ vermutlich nicht angemessen, da eben ohne die (alte) Materie (= durch den festen Willen Gottes) die gesamte Schöpfung gar keinen Bestand hätte haben können.


Wichtig ist zunächst einmal das Folgende, wo der Allmächtige Gott Selbst bei ANITA WOLF in ihrem großartigen Offenbarungswerk >UR-Ewigkeit in Raum und Zeit< aussagt, dass ER die Abirrung des Schöpfungsfalles durch Luzifer absolut nicht vorausgedacht hatte. Der Allmächtige erklärt: „Wäre der Hinweis auf den Fall in MIR gedacht hervorgegangen, also aus dem ersten UR-Seinsteil, dann hätte … kein Kind zur Verantwortung ob der nunmehr eingetretenen Tatsache gezogen werden können; und alles, was deshalb geschah45, wäre zwecklos, ja ungerecht gewesen. Doch weiter: Warum wäre es denn das gewesen? Weil in eben dieser Hinsicht der Gedanke überhaupt Meinem ganzen UR-Prinzip, MIR Selbst, hätte zugrunde gelegen“46, (was aber eben nicht zutreffend ist; Anm.d.Verf.).


Vorstehendes Zitat ist bereits in dem Kapitel Nr. 44-L >Jesus, der Christus Gottes<47 im Jahre 2007/2008 so referiert worden, wobei dort noch wesentliche weitere Aussagen der UR-Gottheit erfolgt sind, auf die durch den LINK hingewiesen wird.

Dann jedoch kann man als zweite Prämisse über ANITA WOLF erfahren, dass die Allmächtige Gottheit den Schöpfungsfall trotzdem als Möglichkeit in Betracht ziehen musste; denn Gott wollte keine voll gebundenen Geschöpfe, und daher musste ER die Möglichkeit eines Abweges in Kauf nehmen48.


Deshalb hatte ER auch jede Abirrung einkalkulieren müssen. Mindestens deshalb musste also auch die alte Materie vorsorglich von Urbeginn an geschaffen worden sein, damit diese die Grenze sein könnte bei Auftreten eines Schöpfungsfalles, was nun alles real so eingetreten ist, wie die größten Befürchtungen – auch der Gottheit – waren. Die „Materie als Grenze“ soll aussagen, dass eben die gefallenen Geister nun in diese Materie eingebannt worden sind, wo sie kein Unheil mehr anrichten konnten und können.


Wie schon nach JAKOB LORBER erwähnt, werden seit dem >Mysterium von Golgatha< alle diese erstarrten Seelen sukzessive durch die Naturseelenentwicklung wieder über die Menschen in die Entwicklung zur Kindschaft Gottes aufgebaut. Durch den dann in dem Menschen eingegebenen Gottesgeist kann so jede Seele zur wahren Freiheit und Seligkeit des ewigen Lebens gelangen.


Dass dieses >Mysterium von Golgatha< nun gerade auf unserem irdischen Planeten stattgefunden hat, liegt daran, dass der innerste Geistkern Luzifers genau in dieser unserer Erdmitte gebannt gehalten worden war49. Erst durch das >Mysterium von Golgatha< hat sich die Widersachermacht Luzifer letztlich doch noch zu einem Rückkehrweg bekehren lassen (wie zu Beginn des Kapitels in Teil 70-A angesprochen), so dass auch die Materie des Planeten Erde zurückgeführt werden kann ins göttliche Lichtreich, was wahrscheinlich dem Aufstieg der Geistwesenheit von Lady Gaia in höhere Dimensionen entspricht.


Es wurde ausgesagt, dass Luzifer sich letztlich doch noch zu Beginn unserer Zeitrechnung durch das >Mysterium von Golgatha< zu einem Rückkehrweg hat bekehren lassen. Dabei sollte man jedoch wissen, dass er schon vorher mehrmals Chancen von Gott bekommen hat umzukehren, die Luzifer jedoch alle vertan hat. Denn Luzifer wohnte nach Darlegungen von WILFRIED SCHLÄTZ einst für kurze Zeit in dem Gesamt-ADAM als dessen höheres Ich50. Unter dem Gesamt-ADAM ist vermutlich ADAM KADMON zu verstehen, wie dieser u.a. im Kap. Nr. 44-C >Jesus, der Christus Gotts< beschrieben ist.


Auch wenn bereits nach JAKOB LORBER referiert worden ist, dass der Allmächtige für die Schöpfung der physischen Materie verantwortlich ist und nur ER deshalb diese Materie mittels des >Mysteriums von Golgatha< erlösen konnte, so handelte es sich dabei dennoch um eine freie Tat des Christus, wie von STEINER dargelegt wird: Deshalb ist es auch unmöglich, das Geschehen des >Mysterium von Golgatha< zu beweisen. Ein solcher Beweis wäre nur möglich, wenn es sich bei dem Geschehen um eine Notwendigkeit gehandelt hätte, die aus logischer Begriffsführung zu erkennen wäre51. Dies hat STEINER in seinem Zyklus >Notwendigkeit und Freiheit im Weltgeschehen< begründet.


Das >Mysterium von Golgatha< ist ein physisch-sinnliches Ereignis, zu dem aber der Weg des Verständnisses auf überphysischem und übersinnlichem Wege gesucht werden muss. Nur dadurch können die mangelhaften Überlieferungen der Evangelien ergänzt und in ihrem Sinne auf die Wahrheit der Geschehnisse zurückgeführt werden52.

Während die Ursachen für alle geschichtlichen Ereignisse in der geistigen Welt zu suchen sind53, hat das >Mysterium von Golgatha< kein geistiges Urbild; es hat sich nur auf dem physischen Plan abgespielt. Deshalb muss das Verständnis für das >Mysterium von Golgatha< auf dem physischen Plan erworben werden54. Durch die Tat des Christus im >Mysterium von Golgatha< ist der Ausgangspunkt für das Christentum gelegt worden55. Zugleich sollen jedoch dadurch die verschiedenen Religionen in eine große Einheit zusammengelaufen sein56.


Ein Begreifen des >Mysteriums von Golgatha< kann gemäß STEINER durch zwei verschiedene Aspekte geschehen:

a) durch beharrliches Meditieren über die inhaltlichen Zusammenhänge oder

b) durch verstärkte Anwendung der menschlichen Vernunft, bis diese umgewandelt werden kann in die Fähigkeit der Imagination57, so dass die menschliche Phantasie dahin geleitet wird, dass das Bild auf Golgatha selber entsteht58.


Solche Imaginationen hatte ich im Laufe der Jahre zu meinem eigenen Entsetzen einige, was z.B. im Kap. Nr. 49 >Grausamkeiten< geschildert ist. Als aktuellstes geistiges Geschehen habe ich dort in Teil 49-D vom 26.02.2019 ausgeführt, wie ich den CHRISTUS (noch halb lebendig) am Kruez hängen sah, während ich mich in der Luft nur ca. 10 Meter oberhalb des Kreuzes befand in einer leicht schrägen Position. Und so sah ich insbesondere Seine leicht nach vorn gebeugten Schultern und die Rückenpartie. Das besonders Erschütternde für mich war die unglaubliche Lebendigkeit des Bildes wie vor 2000 Jahren. Der CHRISTUS erschien in lebendigem Fleisch und Blut – nun jedoch in der grausamen Situation der Kreuzigung, die für mich spätestens seit diesem „Traum“ bzw. dem geistigen Geschehen eine abolute persönliche Evidenz hat.


So soll denn auch das >Mysterium von Golgatha< nur mit dem Ätherleib verstanden werden können, während alles andere Geschehen mit dem physischen Körper (also mit den Sinneswahrnehmungen) zu begreifen ist59.

Und es sind komplizierte Begriffe notwendig, um alle Aspekte dieses >Mysteriums von Golgatha< überhaupt annähernd beschreiben zu können60.


Fortsetzung folgt in Teil C des Kapitels Nr. 70 >Mysterium von Golgatha<.


30 http://abundanthope.net/pages/Telepathische_Nachrichte_Eve_110/A... Die Darlegungen stammen aus einer Botschaft von ESU an „Eve“ vom 23.04.2011 mit dem Titel „An diesem Karfreitag im Gedenken an die Kreuzigung“.