Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (413)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Verrat um Assange (77.B) Haftbefehl

...Beugehaft von Manning



Vorangestellte Inhaltsangabe zum Kap. Nr. 77-B >Verrat um Assange<:


Teil B: Urteil in einem anderen Vergewaltigungsfall in Schweden. Aufenthalt von Julian Assange in der Botschaft als menschenrechtswidrig von der UN anerkannt. Die Regierungen von Schweden und Großbritannien wurden durch zwei UN-Gutachten aufgefordert, Julian Assange freie Bewegung zu ermöglichen. Befragung durch die schwedische Staatsanwaltschaft im Nov.2016 konnte seine Schuld bezüglich der Vergewaltigungen nicht klären. Einbürgerung von Assange durch die Regierung Ecuadors im Jan.2018. Eine Umsiedelung in das Land fand jedoch nicht statt. Probleme des Transfers. Auch Edward Snowden wollte von Russland nach Südamerika weiterreisen. Jedoch stellte sich heraus, dass die USA einfach ein Flugzeug von Bolivien in Wien okkupierten und durchsuchten. Verletzung des externen Hoheitsgebietes von Bolivien. Anlass zu einer Kriegserklärung gegen die USA. Dank an Waldimir Putin, der seit Jul.2013 Edward Snowden ein einigermaßen Leben in relativer Freiheit ermöglicht.

Beugehaft von Chelsea (Bradley) Manning, um Aussagen zu Julian Assange und zu WikiLeaks zu verlangen. Für das Hauptvideo über „Collateral Murders“ wurde Manning zu 35 Jahren Haft von einem Kriegsgericht verurteilt. Nach sieben Jahren durch Barack Obama ab Mai/2017 begnadigt. Eine sog. „Grand Jury“ unabhängig vom Staat unter völliger Geheimhaltung mit amerikanischen Laien als Geschworene. Manning weigert sich, dort nochmals auszusagen. Rechtsanwälte in den USA haben kaum Einfluss. Manche Leser leben in einem Disneyworld-Traumland ohne Erkenntnis über die Bösartigkeit dieser Welt.

Trumps abfällige Aussage über Chelsea Manning nach der Begnadigung. Seit 08.03.2019 ist Manning mit Unterbrechungen in wochenlanger Beugehaft. Ungeheure Perfidie des Richters Anthony Trenga. Für jeden Tag der Weigerung muss Manning horrende Summen an Strafgeld zahlen. Und so will Manning auch lieber verhungern als sich zu beugen. Größter Respekt vor ihrer Haltung, deren Glaubwürdigkeit sie schon die ganzen Jahre bewiesen hat. Ein Leser betitelt die USA in dem Zusammenhang mit der Beugehaft von Manning denn auch als „elende Bananenrepublik“. Die Hubschrauber(= Helikopter)-Mörder sind von derselben Justiz bis heute nicht einmal angeklagt. Den Strafgerichtshof in DEN HAAG erkennen die USA nicht an. Ein Leser als Anhänger des Militärs entschuldigt diese Hubschrauber-Mörder gemäß Analysen in einem Buch über >Soldaten<. Sowohl Julian Assange als auch Chelsea Manning würden einen Friedensnobelpreis verdienen und/oder politisches Asyl gewährt bekommen müssen.


FN: (Teil B): krud. Collateral Murders.


(77-B) >Verrat um Assange<


Eigentlich wäre hier eine

„inhaltliche Fortsetzung von

Flucht in die ecuadorianische Botschaft

erfolgt, jedoch geschah es doch prompt am Samstag abend, den 13.07.2019 gegen 20:00 Uhr, dass ich auf eine Meldung im Internet stieß, die eigentlich zu 77-A gehören würde (wo es um die Vergewaltigungsworwürfe gegen Julian Assange geht). Da aber das Posting von 77-A sich nun schon dem Tagesende zuneigte, entschloss ich mich, die Meldung hier in 77-B voranzustellen. Dadurch ist 77-B nun 7 ½ Seiten lang geworden.


Es ist doch tatsächlich erstmals ein Mann in Schweden wegen „unachtsamer Vergewaltigung“ verurteilt worden zu acht Monaten Freiheitsstrafe. Das Entscheidende ist nun, was dieser Mann im Detail getan hat, dass über ihn dieses absurde Urteil gesprochen wurde: Der 27-jährige Mann und die junge Frau (wohl in ähnlichem Alter) kannten sich schon längere Zeit über das Internet. Dann kam der Mann erstmals zu Besuch und die Frau war einverstanden, dass er mit ihr in ihrem Doppelbett übernachtet. „Sie wollte aber keinen Sex“, was der Mann zur Kenntnis nahm, dann aber die Frau trotzdem sexuell berührte. Die Frau „erstarrte und verhielt sich passiv. Schließlich drang er in sie ein“.


Vor Gericht verteidigte sich der Mann, er habe ihre Passivität als schweigende Zustimmung genommen. Jedoch ist nach dem neuen schwedischen Gesetz eine aktive Zustimmung der Frau zum Beischlaf notwendig und insofern war der Mann „unachtsam“.

Die Frau wiederum äußerte sich nach dem Urteil erleichtert. „Es ist ein gutes Gesetz. Man kann Opfer werden, allein dadurch, dass man in einer unbequemen Situation landet und sich nicht traut, etwas dagegen zu tun oder zu sagen, dass man nicht will“. Es folgen noch weitere allgemeine Darlegungen in dem Artikel, auf die ich hier jetzt verzichte1.


Um eine völlig fundierte Stellungnahme zu den Vorstehenden abzugeben, dazu würde ich einige Tage benötigen, um dies auszufeilen. Und so schaffe ich es nur, Andeutungen zu machen. Wie ich verschiedentlich (bereits in meinem >Vorspann< und in mehreren anderen Kapiteln angedeutet habe, verfüge ich über doch ziemlich viele sexuelle Erfahrungen mit durchaus ziemlich vielen verschiedenen Männern, worüber ich insbesondere nachträglich extrem froh bin, weil es mir erlaubt, zu solchen sexuellen Situationen doch eine gewisse Stellungnahme abgegeben zu können.


Davon abgsehen, dass ich zwei richtige „verbrecherische“ Vergewaltigungen vor langer Zeit erlebt habe, lebe ich nun seit mehr als über 20 Jahren vollkommen zölibatär. Jedoch mit circa 28 Jahren hat mich mein erster Lebensgefährte (nach dem regulären Ende der Beziehung, wo es noch einmal zu dem bekannten sog. „Sex mit dem Ex“ gekommen ist) gegen meinen ausdrücklichen Willen eben auch geschwängert, wobei ich diesen Willen unmittelbar vor dem Beisschlaf eindeutig kundgetan habe, und ich real auch nicht den Wunsch hegte, geschwängert zu werden. Ich ergänze dies jetzt hier, weil ich eigentlich schon bei den Ausarbeitungen von Teil 77-A immer dachte, ich sollte dies eigentlich dort wegen dieser Kondomsache bei Julian Assange schildern.


Ich weiß, dass mein damaliger Ex-Lebensgefährte diese Schwängerung in keiner Weise negativ oder primitiv oder irgendwie fragwürdig wollte, sondern er hatte eigentlich die Absicht, mich zurückzugewinnen und dachte, durch die mögliche Schwängerung würde ich dann zu ihm zurückkehren (während der 5-jährigen Beziehung hatte ich immer diese Pillen zur Verhinderung einer Konzeption - also zur Empfängnisverhütung - geschluckt). Jedoch habe ich seelisch mehr und anderes von ihm nach diesem „Sex mit dem Ex“ erwartet, und so sah ich mich gezwungen, einen damals legalen Schwangerschaftabbruch vorzunehmen. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, ihn wegen seiner Handlungsweise anzuzeigen oder ihm auch nur Vorwürfe zu machen – und wenn er sich danach ein bisschen anders (liebevoller) verhalten hätte (und sich mehr um mich gekümmert hätte), hätte ich von ihm das Kind auch zur Welt gebracht und wäre vielleicht bis an mein Lebensende mit ihm zusammengeblieben. Nach heutigem schwedischem Recht hätte ich ihn vor Gericht zerren können, wo er selbst in dem Bereich tätig war, um es mal milde asuzudrücken.

Dies soll nun den Rahmen umspannen, innerhalb dessen ich mir erlaube, mich zu äußern.


Ich will einmal damit beginnen, dass diese Frau, wenn sie ein Doppelbett hatte, zu 90 % auch noch irgendein Sofa (oder mindestens einen Sessel) gehabt haben wird, wo der Mann notfalls hätte darauf schlafen können, wenn sie ihn wirklich so sehr auf Abstand halten wollte. Solch eine Situation ist vollkommen verfilmt worden in zwei verschiedenen Folgen der Fernsehserie >Edel und Starck<, wo einmal die Schauspielerin Rebecca Immanuel den Schauspieler Felix M. Ohrt eben wirklich auf einem Sessel (wo er die Füße auf einem kleinen Tisch deponieren musste) hat schlafen lassen – während sie in dem „schönen großen Doppelbett“ (dies wird dort genauso benannt) allein schlief, und Felix M.Ohrt am nächsten Tag sich wegen Rückenbeschwerden kaum bewegen konnte. (Es ist dies in der Folge „Eine Landpartie“ verfilmt worden.)


Und in einer späteren Folge dieser Serie >Edel und Starck< (mit dem Untertitel „Schlaflos in Trier“) wird dann mit der Schauspielerin Annette Frier gezeigt, wie dies auch geht, dass sie und Felix M. Ohrt in einem Hotelzimmer unfreiwillig dort zussammen sein müssen in einem ebenso „schönen großen Doppelbett“, Annette Frier aber ganz anders handelt als Rebecca Immanuel und sie sagt, sie habe schon öfter mit einem Mann unfreiwillig in einem Doppelbett gelegen, und manchmal sei es eben zu Sex gekommen und manchmal auch nicht. Und so kommt es auch mit Felix M. Ohrt zunächst gar nicht zu Sex, sondern beide spielen die ganze Nacht über Scrabble; denn beide leiden unter Schlaflosigkeit. Allein diese Szene (bzw. die ganze Folge) habe ich mir wegen meiner Schlafstörungen hundert Male angesehen (ich besitze die Serie auf DVD), weil sie Balsm für meine Seele ist – auch wegen der Kommentare der Beiden über die Verständnislosigkeit der meisten Menschen, die nicht unter Schlafstörungen leiden.


Nun hat sich der schwedische Mann dieser Frau aber in dem Doppelbett körperlich (also sexuell) genähert, wobei sie „erstarrte und sich passiv verhielt“. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, ob dies nun von der Rück- oder Vorderseite aus geschehen ist, was aber für die angebliche Vergewaltigung m.E. nicht ganz unerheblich wäre; denn wenn die beiden von Angesicht zu Angesicht waren und sie sich nicht geäußert hat, ist es noch bescheuerter als im anderen Fall. Und selbstverständlich hätte sie sich im anderen Fall sofort unmittelbar frontal zu ihm umdrehen müssen.


Und ich frage mich: Wie bescheuert muss man sein, um dann stattdessen a) zu erstarren und b) sich passiv zu verhalten? Was sollte denn der Mann da denken? Die schwedischen Männer tun mir unendlich leid, sich mit so bescheuerten Frauen einlassen zu müssen. Die meisten Frauen sind heutzutage extrem selbstbehauptend in (fast) allen Situationen - und dann ist diese Frau zu nichts anderem in der Lage, als zu erstarren und dadurch solch eine Pseudo-Vergewaltigung durch ihr dümmliches Verhalten eben überhaupt erst auszulösen. Hätte sie auch nur minimale Abwehr gezeigt, wäre der Mann ganz sicher gar nicht „in sie eingedrungen“.


Die beiden hatten bereits längere Zeit Kontakt über das Internet. Hat sie sich da auch nicht geäußert, wenn auch wahrscheinlich überwiegend schriftlich? Aber die beiden werden ja wohl auch miteinander telefoniert haben oder etwa nicht? Oder wie läuft so etwas heute ab? Ich will es gar nicht wissen. Es ist für mich so absurd, dass mir überhaupt die Worte fehlen.

Natürlich sind solche Männer eben auch zu blöd, dass sie sich solche bescheuerten Frauen aussuchen. Und dann besitzt diese Frau die Unverschämtheit, den Mann auch überhaupt noch anzuzeigen, dazu hat sie dann plötzlich das Selbstbewusstsein.


Und die schwedischen Gerichte sind nun ja auch noch doppelt und dreifach bescheuert.

Wie gesagt: Das schwedische Volk wird eines Tages aussterben – und die Bevölkerung hat es dann auch nicht besser verdient.

Sexuelle Situationen benötigen ja nicht nur Sensibilität und Emotionalität, sondern auch eine gewisse Triebhaftigkeit und Begehrlichkeit des Mannes, damit er überhaupt den Geschlechtsakt vollziehen kann. Und es ist eine gewisse abgedämpfte Atmosphäre notwendig und nicht grelles Schweinwerferlicht, wie dies immer wieder von Schauspielern geäußert wird, die eben genau gar keine sexuellen Gefühle bei diesen spezifischen Szenen hegen. Mit dieser Atmosphäre meine ich, dass diese gerade in einem Doppelbett vorhanden ist, wenn vielleicht höchstens noch eine Nachttischlampe an ist usw. usf.


Ich bin so aufgebracht über diese ganze Absurdität, weil durch solch einen Schwachsinn (der insbesondere von solchen Frauen ausgeht, die nicht eindeutig wissen, was sie wollen, von deren ganzer Ambivalenz und Bigotterie) nun Julian Assange in dieser furchtbaren Situation im britischen Gefängnis ist (Aussage im Jul.2019) mit noch schlimmeren Androhungen (Auslieferung an die USA mit Folter und Todesstrafe).


Nun muss ich aber zurückkommen auf die

„inhaltliche Fortsetzung von

Flucht in die ecuadorianische Botschaft


Im Herbst 2014 legte Assange eine Beschwerde bei der UN vor, in welcher er den Aufenthalt in der Botschaft als unrechtmäßig kritisierte, da er einer Inhaftierung gleichkomme. Das Gutachten des UN-Gremiums fiel dann auch zu seinen Gunsten aus, hatte jedoch keine rechtsbindende Wirkung.

Und noch ein weiteres Mal hatte dann im Feb.2016 eine UN-Expertengruppe für Menschenrechte ein Gutachten erstellt, wonach die Festsetzung von Assange in der Botschaft als illegal und menschenrechtswidrig bezeichnet wurde. Die Regierungen von Schweden und Großbritannien wurden in dem Gutachten aufgefordert, dafür zu sorgen, dass sich Assange wieder frei bewegen könne. Beide Staaten erkannten jedoch das Gutachten für sich nicht als maßgeblich an, wobei man sich insgesamt fragt, was das dann alles eigentlich soll, wenn die Vereinten Nationen einem Menschen in keiner Weise helfen können.


Im Nov.2016 fand dann eine indirekte Befragung von Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft durch die schwedische Staatsanwaltschaft statt, in der die Schuldfrage jedoch nicht geklärt werden konnte, so dass im Mai/2017 die Ermittlungen vorerst eingestellt wurden.

Im Jan.2018 gab die Regierung Ecuadors die Einbürgerung von Assange bekannt. Zu einer Aussiedelung aus der Botschaft in London kam es jedoch nicht, obwohl Ecuador schon ab da Julian Assange vermutlich loswerden wollte. Das Problem von solchen Umsiedelungen ist jedoch der Transfer, bei dem eben der Betreffende (z.B. von den USA) abgefangen werden kann.


Das Problem gab es auch bei Edward Snowden, der ja von Moskau aus eigentlich auch nach Südamerika weiterreisen wollte. Und tatsächlich wurde damals am 03.07.2013 das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten in Wien zur Landung gezwungen, was ich im Kapitel Nr. 62-A Whistleblower< dargelegt habe. Der Präsident wurde dann von US-Beamten zur Durchsuchung des Flugzeuges genötigt, weil man glaubte, Edward Snowden sei an Bord, was aber glücklicherweise nicht der Fall war. Allein diese Durchsuchung stellt eine totale Verletzung des externen Hoheitsgebietes von Bolivien dar.


Und ein bolivianischer Politiker sagte dann auch im Fernsehen am 05.07.2013, dass solch eine Maßnahme im Prinzip Anlass zu einer Kriegserklärung gegen die USA wäre. Umgekehrt würden sich die USA so etwas nicht gefallen lassen. Eventuell hat Bolivien dann auch zunächst die diplomatischen Beziehungen zu den USA abgebrochen.

Man muss sich all diese Perfiditäten vorstellen, wenn Edward Snowden tatsächlich in die Fänge der USA geraten wäre! Und hier an dieser Stelle schon noch einmal ein Dank an Wladimir Putin (auch wenn ich sonst schon sehr negative Dinge über ihn geschrieben habe), der für Edward Snowden jetzt schon sechs Jahre lang seit 2013 ein einigermaßen Leben in relativer Freiheit ermöglicht.


Beugehaft von Chelsea (Bradley) Manning


Am 06.07.2013 (also jetzt vor sechs Jahren) hatte ich das Kapitel Nr. 62 >Whistleblower< in die Autobiographie eingefügt, worauf ich durch den Fall von Edward Snowden aufmerksam geworden war, weil dieser mit extremer Penetranz von den USA verfolgt wurde. Nachträglich wundere ich mich, dass der Fall von Julian Assange, dem WikiLeaks-Gründer, mich bis dahin kaum beschäftigt hatte, obwohl die Aufdeckung der US-Kriegsverbrechen durch WikiLeaks bereits 2010 stattgefunden hatte und Assange ebenfalls seitdem von den USA verfolgt wird. Ich hatte darüber im Kapitel Nr. 62-A >Whistleblower< lediglich eine Fußnote zu Julian Assange gesetzt gehabt. Eventuell hatte es damit zu tun, dass ich Assange in der ecuadorianischen Botschaft in Sicherheit wägte, obwohl man diese Sicherheit ja in Wahrheit von vornherein als trügerisch hätte erkennen müssen.


Eng verbunden mit WikiLeaks ist des weiteren der Fall von Chelsea(-Bradley) Manning, wodurch WikiLeaks überhaupt an diese Dokumente und Videos der Kriegsverbechen gelangt ist. Über Chelsea(-Bradley) Manning hatte ich dann auch bereits im Sept.2013 im Kapitel Nr. 64-G >Zorn der Eliten< Darlegungen gemacht.


Chelsea (-Bradley) Manning war im Mai/2010 verhaftet worden und im Jul.2013 zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden, ist aber durch den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama zum 17.Mai/2017 begnadigt und aus dem Gefängnis freigelassen worden. Dadurch dass die Untersuchungshaft nun auch schon drei Jahre betragen hatte, wird in irgendwelchen Berichten manchmal von sieben Jahren Haft, ein anderes Mal von (nur) vier Jahren Haft gesprochen, was sehr verwirrend sein kann.

Nun jedoch ist Manning tatsächlich seit dem 08.03.2019 (noch vor der Festnahme von Julian Assange am 11.04.2019) in den USA in Beugehaft genommen worden, weil man Aussagen zu Julian Assange und zu WikiLeaks verlangt.


Zu dieser Beugehaft von Chelsea Manning habe ich erst noch am 29.06.2019 recherchiert und stieß auf ungeheuerliche Dinge der US-amerikanischen Rechtsprechung. Der ganze krude2 Ablauf würde selbst wieder ein eigenes Essay erfordern, dem ich hier jetzt aber nicht Rechnung tragen kann. Vorausschicken muss man, dass Chelsea Manning bereits vor Jahren bei einem Kriegsgericht alles über ihre Zusammenarbeit mit WikiLeaks und die Veröffentlichung des Hauptvideos über die „Collateral Murders“3 offengelegt hat. Chelsea Manning ist dafür mit 35 Jahren von einem Kriegsgericht verurteilt worden (dass sie von Barack Obama schon nach wenigen Jahren begnadigt wurde, ist ein gewisser Sonderfall) und sie hat ihre Strafe offiziell abgebüßt.


Nun aber wird Chelsea Manning erneut wieder so behandelt, als hätte es das alles gar nicht gegeben. Sie wird wieder so dargestellt, als ob es noch viele Unklarheiten gäbe, die nur sie beantworten kann und beantworten muss. Man fragt sich dann, was hat das Kriegsgericht 2010 für Arbeit geleistet, wenn alle Erkenntnisse so unvollkommen geblieben sind, dass jetzt Chelsea Manning wieder vollkommen in Anspruch genommen werden muss.


Tatsächlich gibt es da auch eine bestimmte Besonderheit: Es handelt sich nämlich gar nicht um ein reguläres Gericht, sondern um eine sogenannte „Grand Jury“, die zum großen Teil aus Laien besteht, die sich – unabhägig von den Staatsbehörden - nun ein eigenes Bild über die Geschehnisse machen dürfen, sollen, können. Dabei unterliegt alles, was vor dieser „Grand Jury“ abläuft, der Geheimhaltung.


Chelsea Manning ist nun – m.E. völlig berechtigt – nicht bereit, dort noch einmal alles das auszusagen, was sie schon 2010 vor dem offiziell maßgeblichen Kriegsgericht ausgesagt hat. Sie hat den damaligen Aussagen nichts hinzuzufügen. Dies will diese „Grand Jury“ jedoch nicht akzeptieren und hat Chelsea Manning deshalb am 08.03.2019 das erste Mal in Beugehaft genommen, um sie zu Aussagen zu zwingen. Ihre Anwälte hatten wegen des Gesundheitszustandes von Manning um Hausarrest statt um Gefängnisaufenthalt gebeten, dem man aber nicht entsprochen hat.


Hier kann man auch schon den Einfluss sehen, den Rechtsanwälte in den US-amerikanischen Gerichtsprozessen genießen – nämlich gar keinen. Ich schreibe dies hier so, weil es Leser gibt, die glauben ernsthaft, um Julian Assange würden sich die besten Strafverteidiger des riesigen Landes der USA wegen der damit verbundenen Publizität reißen, und die Anwälte würden die 18 Anklagepunkte mit den 175 Jahren Haft in der Luft wie Seifenblasen zerplatzen lassen. Alle solche Leser-Kommentatoren leben in einem Disneyworld-Traumland, wo sie die ganze Bösartigkeit dieser Welt noch nicht im geringsten erfasst haben.


Als Barack Obama bereits im Januar 2017 die Begnadigung von Manning für Mai/2017 angekündigt hatte, ließ es sich doch Donald Trump nicht nehmen, wenige Tage nach seiner Amtseinführung, die (nach WIKIPEDIA) am 20.01.2017 gewesen war, zu twittern: Manning sei eine undankbare Verräterin, die man nie aus dem Gefängnis lassen sollte“4“. Was für ein großartiger Präsident! Amerika kann stolz auf ihn sein und darauf, einen solchen Menschen zum mächtigsten Mann der Welt gewählt zu haben!


Nachdem Chelsea Manning nun seit dem 08.03.2019 in Beugehaft war, hat sie nach 25 Tagen ihr Twitter-Profil verändert in „Inhaftierte Grand-Jury-Widerständlerin“. Sie saß nun in der Truesdale-Haftanstalt in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia ein. Dabei wurde sie in sog. „administrativer Absonderung“ gehalten, was weniger brutal klingen soll als Einzelhaft. Dies bedeutet, dass Chelsea Manning für 22 Stunden am Tag in ihrer Zelle eingeschlossen bleiben musste. Menschenrechtsorganisationen warnen vor physischen und psychischen Folgen, die Einzelhaft auslösen kann: Depressionen Hungerstreik, Selbstmordversuche. (Ich selbst würde allerdings auch nicht so gerne mit ein oder zwei anderen Menschen/Frauen in einer Zelle verbringen müssen. Dies bringt m.E. wieder ganz andere Konflikte mit sich.) Ihre Anwälte haben für Chelsea Manning Freilassung beantragt gehabt, was die Jury selbstverständlich nicht im geringsten interessiert hat5.


Bedeutsam ist nun, dass die amerikanischen Geschworenen-Gerichte total umstritten sind. Sie haben eigentlich die Aufgabe, eine Willkür des Staates auszuschließen. Ob sie selbst jedoch fair arbeiten, ist stark fragwürdig. Sie sind von Laien besetzt und gelten als nicht neutral – immer wieder wurden kontroverse Urteile gefällt. Diese „Grand Jury“ (von denen es wohl mehrere in den verschiedenen Bundesstaaten der USA gibt) hat die Möglichkeit, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne öffentliche Kontrolle von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Beweise für eine Anklage zu sichten und diese Jury kann selbst auch Zeugen anhören. Auf dieser Grundlage entscheidet solch eine Jury, ob eine Anklage zugelassen wird6.

Chealsea Manning will jedenfalls weiterhin vor dieser „Grand Jury“ schweigen und sie sei vorbereitet, die Konsequenzen ihrer Weigerung zu tragen7, sagte sie noch bzw. bereits am 02.04.2019.


Am 10.05.2019 gab es dann die Meldung, dass Chelsea Manning vorerst nach 62 Tagen Haft wieder freigelassen worden ist. Zu dieser Freilassung ist es aber überhaupt nur gekommen, weil die Amtszeit der betreffenden „Grand Jury“ ausgelaufen war. Noch bevor Manning das Gefängnis verlassen hatte, sei bereits eine weitere Aufforderung an sie eingetroffen, am 16.05.2019 vor einer neu besetzten „Grand Jury“ aussagen zu müssen8.


So war Chelsea Manning gerade einmal eine Woche lang in Freiheit. Als Begründung für die weitere Inhaftierung wird nun angegeben, dass Manning wegen „Missachtung des Gerichts“ in Alexandria im Bundesstaat Virginia in Gewahrsam genommen worden ist. Sie sollte erneut über die Militärdoumente aussagen, die sie an WikiLeaks weitergegeben hatte9.


(Auf Julian Assange wird offensichtlich bewusst in all diesen Anklagen niemals Bezug genommen, vermutlich um dann bei der potenziell direkten Befragung Chelsea Manning neu ausquetschen zu können. Dies mit dem Ziel, um Formulierungen dann später verwenden zu können, falls die USA Julian Assange tatsächlich doch noch eines Tages in ihre Fänge bekommen, um in ihrem Hass auf ihn sein Strafmaß so hoch wie möglich schrauben zu können. Dies sind persönliche Vermutungen von mir, da ich die Perfidie dieser ganzen Instanzen so unermesslich hoch ansetze, wie ich dies in meinem Kapitel Nr. 64 >Zornder Eliten< vollkommen analysiert habe; Anm.d.Verf.)


Denn die ungeheure Perfidie zeigte sich nun unmittelbar durch den Richter Anthony Trenga, der doch tatsächlich eine Geldstrafe von 500 US-Dollar pro Tag (= 446 EURO) gegen Chelsea Manning verhängt hat, sollte sie nicht binnen 30 Tagen zu Aussagen vor der „Grand Jury“ bereit sein. Nach 60 Tagen ihrer Weigerung würde sich die Strafe auf 1000 US-Dollar pro Tag erhöhen. Wie geistesgestört muss man sein, um solche Maßnahmen gegen einen Menschen zu verhängen, der seine Strafe längst abgebüßt hat und sich nichts wieder hat zu Schulden kommen lassen!


Die „Washington Post“ zitierte Chelsea Manning daraufhin mit dem Satz: „Ich werde lieber verhungern, als meine Meinung in dieser Hinsicht zu ändern“. Sie wird sich also weiterhin weigern, Aussagen zu machen. Und ich kann nur sagen: Ich habe den größten Respekt vor dieser Haltung von Chelsea Manning; denn ich glaube, dass sie dies alles ernst meint, und es nicht bloß hohle Pseudo-Aussagen von ihr sind. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich ihr so viel Geld wie möglich zukommen lassen, was mir nur leider nicht möglich ist.


Und so will ich hier doch auch noch Leser-Kommentare zitieren, wie sie zu dem SPIEGEL ONLINE-Artikel vom 17.05.2019 abgegeben worden sind10:


Der Leser (AB.) schreibt: „Was für eine elende Bananenrepublik sind doch die USA. Und dieser Rechtsstaat wird uns noch bis heute als Vorbild präsentiert. Da schweigt man dann lieber zu solch schreiendem Unrecht eines übereifrigen Richters. Zumal die von Manning zweifelfrei entlarvten skrupellosen und menschenverachtend agierenden … Hubschrauber-Mörder von derselben Justiz nicht einmal angeklagt werden und bis heute völlig unverständlicherweise freie Menschen sind.“


Der Leser (AC.) nimmt wie folgt Stellung zu den Kriegsverbrechen der Hubschrauberpiloten: Er verneint, dass man solche Kriegsverbrechen geheim halten sollte, wie wohl ein anderer Leser geschrieben hatte. Und er meint, dass dafür eigentlich der Strafgerichtshof in DEN HAAG zuständig wäre, den jedoch die USA nicht anerkennen würden.


Der Leser (AD.) schildert, dass von diesen Hubschrauber-Piloten (und von deren Soldaten-Kameraden) tatsächlich das Leben völlig Unbeteiligter als vernachlässigbare Größe behandelt worden ist.


Der Leser (AE.) macht darauf aufmerksam, dass man auch in Deutschland wegen Missachtung des Gerichts belangt werden kann. Allerdings können Zeugen die Aussage verweigern, wenn sie dabei Gefahr laufen, sich selbst zu belasten. Aussageverweigerung ohne Gefahr der Selbstbelastung wird allerdings auch in Deutshcland sanktioniert.


Von dem Leser (AF.) wird auf ein Buch mit dem Titel >Soldaten< aufmerksam gemacht, welches diesen Hubschrauberfall analysiert, u.z. von den Autoren SÖNKE NEITZEL und HARALD WELZER. Danach wird das Verhalten dieser Piloten in gewisser Weise entschuldigt, da es auf selektiv verzerrte Wahrnehmung zurückgeführt werden könne, wo diese Piloten anscheinend Waffen in den Händen der Kinder gesehen haben sollen. Nach meinem Eindruck mehrerer Kommentare dieses Lesers (AF.) scheint dieser ein Anhänger des Militärs zu sein, ebnso wie dies mir bei den Autoren des Buches zu sein scheint, wobei ich dieses Buch allerdings nicht kenne und meine Aussagen unter Vorbehalt mache.


Und von dem Leser (AG.) wird denn auch ein Bezug auf Julian Assange geommen mit der sinngemäßen Aussage: Da kann man nur vermuten, wie fair ein Prozess gegen Assange verlaufen würde, wenn jetzt noch Chelsea Manning so behandelt wird. Ohne diese beiden hätten wird vermutlich niemals von dem sinnlosen Hubschrauber-Massaker an irakischen Zivilisten erfahren. Und der Leser (AG.) meint, dass dies eigentlich seit langem ein Fall für den Friedensnobelpreis wäre oder/und für politisches Asyl11.


Fortsetzung folgt in Teil C zum Kapitel Nr. 77 >Verrat um Assange<.


4 Darlegungen nach https://www.spiegel.de in dem Artikel: „US-Medienberichte: Whistleblowerin Chelsea Manning in Beugehaft“ vom 08.03.2019.

8 Auf https://www.spiegel.de vom 10.05.2019 aus dem Artikel „Whistleblowerin Chelsea Manning nach 62 Tagen Haft freigelassen“.