Sternenschnee

 

Kim Carrey:

Sternenschnee (421)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Verrat um Assange

(77.J) Vernichtung der Existenz

...sie taten es für die Menschheit



Vorangestellte Inhaltsangabe zum Kap. Nr. 77-J >Verrat um Assange<.


Teil 77-J: Angela Merkel könnte Assange Asyl anbieten und das Handelsabkommen solange mit Großbritannien blockieren. „Aber dafür müssten unsere Politclowns ausnahmsweise einmal Haltung zeigen“. Außer Deutshcland interessiert sich kaum jemand für das Schicksal von Julian Assange. Kann er die britische Haft lebend verlassen? Die Leistung der Whistleblower für die Moderne Welt wird völlig unterschätzt. Julian Assange ist ein Opfer restriktiver transatlantischer Vertuschungspolitik. Der Neoliberalismus (= Kapitalismus) sorgt dann für die sukzessive Vernichtung jedweder Existenz. Ein Mensch wird planmäßig zerstört. Die USA wollen Julian Assange am liebsten ganz ermorden, während der Rest der Welt gleichgültig zuschaut. Das moralische Podest des Westens bricht endgültig zusammen. Unser Ex-Außenminister Sigmar Gabriel hatte mindetsens vier Jahre Zeit, aus seinem Amt und Würden heraus Druck auf Schweden und auf Großbritannien auszuüben.

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat gegen das Sicherheitsunternehmen UC Global am 28.11.2019 Strafanzeige gestellt wegen unerlaubter Überwachung in der ecuadorianischen Botschaft in London. Mit Gewissheit sind die Daten an die USA weitergeleitet worden. Die Whistleblower müssten für ihren Mut ausgezeichnet werden. Ein Menschenleben zählt offenbar gar nichts mehr, wenn Staaten ihren Willen durchsetzen wollen. Dass es noch nicht zum Suizid gekommen ist, grenzt an ein Wunder. Julian Assange hat überhaupt niemanden verraten. Er ist kein Geheimnisträger und kein US-Staatsbürger. Nicht Julian Assange hat die Geheimdokumente an Wikileaks geliefert, sondern Chelsea Manning, die dafür verurteilt worden ist. Die Medien der freien Welt kuschen schon jetzt, wo Julian Assange im britischen Hochsicherheitsgefängnis sitzt. Kein Journalist traut sich mehr, gegen verbrecherisches Unrecht vorzugehen.

Nils Melzer hat sich auch mit einem Brief vom 01.11.2019 wegen Chelsea Manning an die US-Regierung gewandt. Er schrieb, dass Beugehaft mit den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen der USA unvereinbar sei. Chelsea Manning sitzt seit Mai-2019 fast neun Monate lang in Beugehaft, die nach deutschem Recht längstens nur sechs Monate betragen dürfte. Im Kap. 77-B >Verrat um Assange< ist bereits ausführlicher über Chelsea Manning. berichtet worden. Jetzt (Aussage im Feb.2020) stellt sich heraus, dass die horrenden Geldstrafen durch den US-Bezirksrichter Anthony Trenga schon Wirklichkeit geworden sind. Und die Beugehaft ist seit dem 05.08.2019 auf 15 Monate erhöht worden !!!

Ein Leser hat die Info gegeben, dass Manning bereits 250.000 US-Dollar Strafe zahlen müsste, was er als Vernichtungsaktion bezeichnet. „Die USA sind das rachsüchtigste Land der Erde“. Mittelalterliche Beugehaft ist per se Folter. Sie kann als reine Schikane und Repressionsmaßnahme benutzt werden. Aussageverweigerung sollte eine politische Selbstverständlichkeit sein.

Durch die Whistlelower Manning, Assange und Snowden ist das US-Imperium bloßgestellt worden, indem sie seine geheimen Verbrechen öffentlich gemacht haben. Von Spionage o.ä. kann gar keine Rede sein. Was sie taten, taten sie für die Menschheit. Die menschenfeindlichen Praktiken solcher Mächte sollen aber Herrschaftswissen bleiben. Deshalb wird gegen die Whistleblower erbarmungslos mit Vernichtung vorgegangen. Unsere Bunderepublikanischen Würdenträger waren sogar zu feige, Edward Snowden als den Kronzeugen in eigener Sache nach Deutschland einzuladen. Das menschenrechtswidrige Verhalten der USA ist erbärmlich. Die Bevölkerung stumpft gegen die Menschenrechtsverletzungen immer mehr ab. Statt sich vorwiegend mit Haustieren oder dem Weltklima zu beschäftigne, sollte man sich mehr für die Opfer von Unrecht einsetzen.

Chelsea Manning wird noch für weitere Aussagen benötigt, weil die USA nicht genügend substanzielle Beweise gegen Julian Assange haben, um ihm erfolgreich den Prozess machen zu können. Die Whistleblower haben ihre Jugend, ihre Freiheit und ihre Zukunft verspielt, indem sie der zynischen Welt den Spiegel vorgehalten haben – jedoch welcher Erfolg ist daraus resultiert? Antwort: Durch Edward Snowden gibt es nun zunehmende Datenverschlüsselung, was den Geheimdiensten gar nicht gefällt. Im Kap. 77-E >Verrat um Assange< habe ich erwähnt, wie Chelsea Manning in einem (Stahl-)Käfig in der Wüste gefangengehalten wurde (mit wilden Tieren drum herum). Und so sollen auch die Geheimgefängnisse der USA außerhalb des Staatsgebietes sein. Übrigens haben die USA den Niederlanden mit Krieg gedroht, sollte auch nur ein einziger Amerikaner vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag gestellt werden. Schon unter Obama wurden in dem Rechtsstaat USA Drohnen mit Bombem eingesetzt, wo selbst Zivilisten zu Tode gekommen sind.

Die Verfahren der USA gegen Assange und Manning sind schlichte Willkürhandlungen eines Staatsapparates. Der Rechtsstaat darf keine Aussagen erzwingen. In den Gefängnissen der USA sitzen so viele Gefangene wie in Sloweinen wohnen (zwei Millionen). Ein Drittel in privaten profitorientierten Gefängnissen. Die USA haben ein völlig fragwürdiges Justizsystem. Manning wird wieder für etwas verhaftet, für das sie schon längst begnadigt war. Die Privatisierung aller Dinge bedeutet Profitorientierung. Die Käuflichkeit von Richtern ist nicht ausgeschkossen. Chelsea Manning kann in den USA nicht unbehelligt leben. Trump steht in besonderer Heraushebung für das faschistische Amerika.


FN von 77-J: McCarthy-Zeit (oder -Ära). Neoliberalismus (= Kapitalismus). Sigmar Gabriel. Zynisch. Mantram: „Freiheit für Assange – JETZT“ (+ Heiliger Gruß an die höchste Gottheit).


(77.J) Verrat um Assange


So manche Leser versuchen, wirklich Ideen zu benennen, wie man Assange aus Großbritannien befreien könnte, wovon jedoch eigentlich alles unrealistisch ist, z.B. (Leser BK.): Angela Merkel solle Assange Asyl anbieten und das Handelsabkommen solange mit GB blockieren, bis Assange freikommt. Wozu ich leider sagen muss: Als ob unsere deutsche Bundesregierung jemals so etwas täte!!! Jedoch ganz so im Wolkenkuckucksheim lebt der Leser dann doch nicht, denn er fügt zum Schluss an: „Aber dafür müssten unsere Politclowns ausnahmsweise einmal Haltung zeigen“, was sie natürlich nicht tun und damit hat der Leser nun doch Recht.


Jemand meint (Leser BL.), man müsste die Namen aller beteiligten Täter nennen, damit diese sich nicht hinter ihren Ämtern verstecken können. Ich frage jedoch: Wer sollte sich diese ganze Arbeit machen und wie sollte derjenige dann all den Verleumdungklagen begegnen?


Der Leser (BM.) fragt dann: „Sehe ich das richtig? Alle Welt weiß nun, dass Assange schwer misshandelt wird, aber außer in Deutschland interessiert das niemanden, insbesondere nicht in den USA?“ Und er ergänzt dann noch: „Die US-Amerikaner sollen sich mal nicht wundern, wenn sie demnächst eine saftige Diktatur bekommen. Man ist allgemein der Ansicht, die McCarthy-Zeit1 sei schlimm und unakzeptabel gewesen. Aber die jetzigen Zeiten sind ja fast schlimmer.“


Als eine „zugegebenermaßen unvorsichtige Prognose“ benennt der Leser (BN.) selbst seine Vermutung: „Die Briten werden verhindern, dass Assange die Auslieferungshaft lebend verlässt“2.

Deshalb ist es eben so sehr wichtig, dass Assange mindestens in ein Universitätsklinikum umsiedeln kann und aus dieser Gefängnisumgebung herauskommt. Aber leider muss ich sagen: Ohne guten Willen ist es schwer, auf irgendetwas Hoffnung zu setzen; denn wenn man Julian Assange nach dem Leben trachtet, ist dies überall möglich.


Wie immer wieder einmal von einzelnen Leser angemerkt wird, lobt „Demokratie“ ihre Heroen erst nach dem Ableben. Und so schreibt der Leser (BO.): Assange / Snowden (und ich füge hinzu: Chelsea Manning; Erg.d.Verf.) – wer weiß schon, was sie für die Menschen in der Modernen Welt getan haben?“


Und der Leser (BP.) möchte zuerst darauf aufmerksam machen, dass Assange kein menschliches Wesen sei, sondern ein Opfer restriktiver, transatlantischer Vertuschungspolitik. „Die wollen den Mann ob seiner journalistischen Tätigkeit entgegen jedweden Menschenrechts einfach zu Tode foltern, weil er ihnen ans Bein gepinkelt hat. Für solche Fälle sieht der Neoliberalismus3 nur die schärfste aller Strafen vor: Die sukzessive Vernichtung jedweder Existenz. Diese Art der Folter soll möglichst langsam vonstatten gehen, damit das zutode zu quälende Opfer zwischendurch die trügerische Hoffnung schöpfen darf, dass seine Peiniger zwischenzeitlich von ihm ablassen“.


Unter dem Titel „Differenzeinebnung“ schreibt der Leser (BQ.): „Da wird ein Mensch planmäßig zerstört. Daran beteiligt sich der halbe Westen. Die Briten, die ihn wie einen gefährlichen Schwerkriminellen behandeln, die Schweden, die seinen Ruf ruiniert haben. – Wo gibt’s das: Eine Frau, die explizit sagt, sie sei nicht vergewaltigt worden mit einem Pflichtverteidiger, der ihr widerspricht, kombiniert mit einer Staatsanwaltschaft, die alles tut, um die Causa (also den Fall; Anm.d.Verf.) so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, obwohl aus nichts als heißer Luft bestehend? Ja, im skandinavischen Musterland Schweden.“


Und der Leser (BQ.) fährt fort: „Die USA, die ihn mindestens für immer und ewig einlochen wollen, lieber aber ganz ermorden. Und die andere Hälfte, die dem Schauspiel zuschaut, keinen Finger hebt, wenn ein Mensch mit Zivilcourage für eben diese unmenschlich bestraft wird! Seit Boris Johnson in Großbritannien offiziell schalten und walten kann (spätestens jetzt nach dem BREXIT seit dem 01.02.2020; Erg. d.Verf.) bin ich extrem pessimistisch und gehe vom Schlimmsten aus. Das an sich schon sehr klapprige und schwankende moralische Podest des Westens bricht endgültig zusammen. Chinesen und Türken, Saudis und andere Champions der freien Rede schauen amüsiert zu“.

Die Chinesen werden sich mit ihrem Amüsement jetzt nun durch die Corona-Virus-Krise doch sehr zurückhalten (Anm.d.Verf.).


Und tatsächlich ist es fraglich, ob sich die Briten nun noch etwas von den Kontinentaleuropäern sagen lassen werden, wo sie jetzt (seit 01.02.2020) aus der EU raus sind, wie der Leser (BR.) anmerkt. Und ich füge hinzu: selbst wenn die Briten es eventuell durch Übergangsvorschriften noch müssten, wie schon früher erwähnt.


Der Leser (BS.) stellt eine sehr kritische Frage an den Ex-Außenminister der BRD Sigmar Gabriel, der ja nun den Appell zur Freilassung von Assange mit unterzeichnet hat. Aufgrund der Tatsache, dass Gabriel sieben Jahre lang Zeit hatte, um aus seinem Amt und Würden heraus Druck auf Großbritannien (und evt. auch schon auf Schweden; Anm.d.Verf.) auszuüben – wo war Gabriel da?

Ich habe nun der Korrektheit halber in der politischen Vita von Sigmar Gabriel4 nachgelesen, konnte aber keine sieben Jahre ausfindig machen. Neben vielen anderen Ämtern, die Gabriel innehatte, kommen für eine Einflussnahme bezüglich Assange, seit dieser 2010 von Schweden verfolgt wurde, lediglich die Jahre von Dez.2013 bis Jan.2017 in Betracht, wo Gabriel minimal mehr als drei Jahre Bundesminister für Wirtschaft war und dann von Jan.2017 bis Mrz.2018, wo er dann definitiv Außenminister war, was etwas mehr als ein Jahr betrifft. Das bedeutet, dass er aber trotzdem immerhin vier Jahre lang eine potentielle Einflussmöglichkeit gehabt hätte5.


Es gab dann noch eine andere Berichterstattung bereits am 28.11.2019 von ZEIT ONLINE, wo der NDR (= Norddeutscher Rundfunk) im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Ausspähung von Wikileaks-Gründer Julian Assange und dessen Besuchern in der ecuadorianischen Botschaft (was ja nun schon Monate lang zurückliegt) in London Strafanzeige gestellt hat. Die Überwachung sei durch das spanische Sicherheitsunternehmen UC Global erfolgt, gegen das wohl ebenfalls (neben einer Anzeige gegen die ecuadorianische Botschaft, was nicht klar ersichtlich ist; Anm.d.Verf.) Anzeige erstattet worden ist. Das Unternehmen behauptet, stets nur im Auftrag der Regierung von Ecuador gehandelt zu haben6.


Vorstehendes habe ich nur berichtet, um die dazugehörenden Leserkommentare erwähnen zu können:

Denn der Leser (BT.) fragt dann ironisch, ob denn die abgehörten Daten von Ecuador etwa nicht an die US-Regierung weitergeleitet worden sein sollen, wo Ecuador ja den USA hörig ist, allein wegen der gewaltigen Kredite, die es von dem IWF der USA bekommen hat. Und der Leser gedenkt nun auch an Julian Assange, der durch die Isolationsfolter im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh inzwischen sterbenskrank geworden ist. Durch das an ihm statuierte Exempel soll aufgezeigt werden: „Seht her, so endet, wer sich mit dem einzig verbliebenen Imperium anlegt“.


Und der Leser (BU.) bezeichnet den Umgang der sog. freien westlichen Welt mit Whistleblowern wie Assange und Snowden (und ich füge hier wiederholt Chelsea Manning mit ein; Erg.d.Verf.) als eine Schande. Denn in Wirklicheit müssten sie statt verfolgt, ausgezeichnet werden für ihren Mut, die Schweinereien der Mächtigen dieser Welt der Öffentlichkeit offenbart zu haben.


Ebenfalls als Schande findet der Leser (BV.) die ganze furchtbare Geschichte mit Julian Assange; denn ein Menschenleben zählt offenbar gar nichts mehr, wenn Staaten ihren Willen durchsetzen wollen. Und dann spricht der Leser etwas an, was man nur als erschütternd bezeichnen kann, nämlich folgendes: „Dass sich der Betroffene noch nicht erhängt hat, grenzt an ein Wunder und sollte allen selbsternannten Demokraten und Menschenrechtsfreunden zu denken geben“.


Tatsächlich ist in einem Artikel7 über den US-Multimillinär Jeffrey Epstein, der wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen in Haft gesessen hat, auch auf Julian Assange Bezug genommen worden, u.z. wegen der Gefahr des Suizids. Dieser Suizid wird bei Epstein als sehr fragwürdig angesehen und es wird auch ein Mord nicht ausgeschlossen, da Epstein Verbindungen bis in die höchsten Kreise hatte: Bill Clinton, Prinz Andrew, Donald Trump u.a.

Ansonsten gibt es keinen berechtigten Vergleich zwischen beiden. Der Leser (BVA.) zu dem Artikel über den Tod von Epstein schreibt: „Der eine ist ein pädophiler Straftäter (Epstein), der andere (Assange) hätte, wäre er bei der New York Times (beschäftigt), den Pulitzer-Preis erhalten. … Ich vergleiche die beiden nur in einer Weise: Jemand hat bei Beiden großes Interesse daran, dass keine zusätzlichen Beweise oder Aussagen vorliegen. Wir wissen alle, wer das ist“. Und man muss vermuten, dass der Leser (BVA.) eigentlich nur Donald Trump meinen kann.


Denn Julian Assange hat überhaupt niemanden verraten, meint der Leser (BW.). Er ist kein Geheimnisträger und kein US-Staatsbürger. Als Journalist darf er mitteilen, was er will, soweit er es beweisen kann.

Ähnlich argumentiert auch der Leser (BX.), wenn er fragt: Was ist investigativer Journalismus? Darf die Wahrheit über Verbrechen nicht ermittelt werden? Nicht umsonst gilt der Quellenschutz. Immerhin hatte Manning 2010 die Geheimdokumente an Wikileaks (und damit an Julian Assange) geliefert und nicht etwa umgekehrt.


Die Behandlung von Assange durch die britischen Behörden hat bereits jetzt dazu geführt, dass sich zukünftig kaum noch Menschen trauen werden, gegen staatliches Unrecht, das verbrecherischen Charakter hat, und vertuscht werden soll, vorzugehen. Die Medien der freien Welt kuschen, obwohl es nun wirklich gegen den eigenen Berufsstand geht und nicht etwa um Berichterstattung im Interesse von Vermögenden, merkt der Leser (BY.) kritisch an8.


Es war mir klar, dass ich nun unbedingt noch etwas über Chelsea Manning erfahren wollte, von der ich im Kap. Nr. 77-B >Verrat um Assange< berichtet hatte. Danach hatte ich (auch) von ihr nie mehr etwas gehört oder gelesen. Die Webseiten, die man bei Google finden konnte, waren alle älteren Datums. Lediglich von ZEIT Online gab es einen Artikel mit der Überschrift „UN-Sonderberichterstatter: Chelsea Manning laut UN von Folter betroffen“ vom 31.12.2019.


Danach hatte Nils Melzer bereits am 01.Nov.2019 einen Brief an die US-Regierung geschrieben, über den wohl auch der Deutschlandfunk berichtet hatte. In dem Brief bat Melzer um weitere Informationen zu Mannings Unterbringung und äußerte generelle Bedenken gegenüber der Beugehaft. „Derartige Praktiken seien mit den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen der USA unvereinbar“, schrieb Melzer. Obwohl der Brief vom 01.11.2019 datiert ist, wurde er ZEIT ONLINE erst am 31.12.2019 bekannt9.


Chelsea Manning ist im Mai-2019 ein zweites Mal in Beugehaft gekommen und sitzt anscheinend bis heute dort (Aussage vom 14.02.2020). Das wären jetzt über 8 ½ (wohl bereits sogar 9) Monate. Nach deutschem Recht darf eine solche Beugehaft höchstens sechs Monate andauern, wie man dies bei WIKIPEDIA nachlesen kann10.


Von https://www.netzpolitik.org gibt es einen Artikel vom 08.08.2019 von LENNART MÜHLENMEIER mit dem Titel: „Chelsea Manning: 400 Tage länger in Beugehaft und täglich 1.000 US-Dollar Strafe“, wo diese Geldstrafen seitdem Wirklichkeit geworden sind – neben der Beugehaft. Diese Beugehaft ist von dem US-Bezirksrichter Anthony Trenga seit Montag, dem 05.08.2019, auf 15 Monate (= fünfzehn Monate, also auf mehr als ein Jahr) erhöht worden.

Dies ist ein ungeheuerlicher Vorgang; denn Manning hat ausgesagt, dass sie diese Strafen niemals wird bezahlen können. Sie hat keinerlei finanzielle Mittel und bereits ihr Appartment verloren. Der Richter behauptet jedoch voller Unverfrorenheit, sie könne ja jederzeit zur Aussage bereit sein oder sie würde „derzeitige und zukünftige Einnahmen“ haben, die sie zur Zahlung befähigen würden. Woher der Richter dies weiß, ist ein Rätsel; denn ob wirklich so viele Menschen so viel Geld spenden werden, kann überhaupt niemand vorher wissen.


Ein Leser (CA.) von ZEIT ONLINE hat am 31.12.2019 ausgerechet oder die Angabe von der Webseite https://www.nytimes.com/ übernommen, dass Manning bereits 250.000 US-Dollar Strafe zahlen müsste, was er als eine einfache Vernichtungsaktion bezeichnet11.

Und so sagt auch der Leser (CB.) mit wenigen Worten aus: „Die USA sind das rachsüchtigste Land der Erde“.

Und der Leser (CC.) bezeichnet Beugehaft als absolut mittelalterlich. „Sie ist per se Folter, da jemand durch äußere Gewalt gezwungen wird zu etwas, was dieser eigentlich nicht will. Dabei ist diese Person in der Sache aber unschuldig, das ist das Entscheidende“.


Auf der Webseite „aussageverweigerung.blogspot.de“ wird dargelegt, dass Beugehaft ein besonders perfides Mittel ist, um Angeklagte und ihr soziales und politisches Umfeld unter Druck zu setzen. Mit der Beugehaft sollen Zeug_innen gezwungen werden, auszusagen. Die Beugehaft wird aber auch als reine Schikane und Repressionsmaßnahme genutzt. Aussageverweigerung sollte als politische Selbstverständlichkeit eingefordert werden. (Von wem der Text geschrieben wurde, ist nicht dargelegt. Es ist von „Genossen“ die Rede, die wohl aus dem linksorientierten Lager stammen.)12


Der Leser (CD.) legt dar: „Den Fall Manning kann man ebenso wie den Fall Assange (und ebenfalls den Fall Snowden; Erg.d.Verf.) nicht als normalen Fall betrachten. Beide (bzw. alle Drei) haben das Imperium bloßgestellt, indem sie seine geheimgehaltenen Verbrechen öffentlich machten. Da sie dies tatsächlich gegenüber der Weltöffentlichkeit taten, kann von Spionage, Verrat u.ä. Delikten keine Rede sein. Unabhängig von ihren persönlichen Motiven: Was sie taten, taten sie für die Menschheit. Für deren Existenz (für die Existenz der Menschheit; Anm.d.Verf.) ist es wesentlich, dass sie von den menschenfeindlichen Praktiken der gegenwärtigen Weltenbeherrscher (gilt ebenso für Russland, China usw.) unterrichtet werden. - Dieser Verlust von Herrschaftswissen ist eben gerade das Motiv solcher Mächte, unerschrockene, mutige Menschen wie Chelsea Manning durch Folter und folterähnliche Haftbedingungen vernichten zu wollen, damit ihr Beispiel nicht Schule macht“.


Und so greift der Leser (CE.) auf: „Es ist beschämend und menschenverachtend, was mit denjenigen passiert, die sich für Aufrichtigkeit einsetzen. … Unsere Würdenträger waren sogar zu feige, den Kronzeugen in eigener Angelegenheit, Edward Snowden, nach Deutschland einzuladen. Da kann Mama Merkel noch so schöne Neujahrsgrüsse senden. Besser wird die Moral dadurch nicht“. (Die Leserkommentare wurden am Silvestertag des 31.12.2019 verfasst.)


Dass in den USA gefoltert wird, sollte jedem annähernd gebildeten Menschen bewusst sein. Aber die USA sind ja die ´Guten` und unsere ´Verbündeten`. Selbst angebliche Freiheit und Demokratie verbreiten und dann jegliche Menschenrechte außer Kraft setzen. Einfach erbärmlich“, findet der Leser (CF.).


Unsere Gesellschaft scheint zunehmend zu verrohen“, meint auch der Leser (CG.). „Vor 20 Jahren wurden all diese Menschenrechtsverletzungen von der Bevölkerung noch abgelehnt. Heute werden sie abgestumpft hingenommen oder gar gerechtfertigt. Offensichtlich kommt der Gesellschaft Empathie abhanden. Statt sich vorwiegend mit Haustieren und dem Weltklima zu beschäftigen, sollte man sich wieder verstärkt für die Opfer von Unrecht einsetzen“, was nun in Bezug auf die Terrormorde eines deutschen geistesgestörten Rechtsfanatikers im hessischen Hanau durchaus geschieht. Man wird verstehen, dass ich mich jedoch jetzt nicht darauf beziehen kann, werde dies aber in meinem Newsletter-Kapitel zum Dez.12/17 (Teil A-II) tun.


Weshalb man so extrem hinter Chelsea Manning her ist, begründet der Leser (CH.): „Die Ankläger von Assange haben ihn ohne ausreichendes Material in Auslieferungshaft gebracht und brauchen nun mehr Substanz, um vor Gericht zu bestehen. Diese Substanz wollen sie aus Chelsea Manning herauslocken, weil sie hoffen, dass es noch Dinge gibt, die sie bei ihrem eigenen Gerichtsprozess noch nicht ausgesagt hat. Man will von ihr unbekannte Geschehnisse, die Assange belasten“.


Auch ein weiterer Leser (CI.) greift (wie schon andere vor ihm) auf, dass die Whistleblower wie Manning, Assange und Snowden die Helden des modernen digitalen Zeitalters sind. „Noch weit vor einer anderen Heldin: Greta Thunberg“. (Siehe zu ihr die Darlegungen in meinem Kapitel Nr. 74-F(II) >Blutmond & Hitze<.)

Während jedoch ein anderer Leser (CJ.) meint, dass die Whistleblower mit ihren schockierenden Enthüllungen gar nichts zum Guten bewirken konnten. „Sie haben zwar ihre Jugend, Freiheit und Zukunft verspielt, um unserer zynischen13 Welt den Spiegel vorzuhalten, aber was ist daraus resultiert?“

Dem entgegnet jedoch der Leser (CK.), dass Edward Snowden z.B. bewirkt hat, dass nun die Daten im Internet zunehmend verschlüsselt werden, z.B. über https vieler Webseiten, Transportverschlüsselung bei Mail, von Messengerdiensten usw. Und er sagt etwas humoristisch: „Die Geheimdienste haben sich schon beschwert“.


Welchen perfiden Methoden Chelsea Manning während ihrer Gefängniszeit damals ausgesetzt war, habe ich im Kap. 77-E >Verrat um Assange< erwähnt, wo sie u.a. in einem (Stahl-)Käfig in der Wüste gefangenhalten wurde (und wohl wilde Tiere um sie heraumstrolchen durften).

Und so führt auch der Leser (CL.) an, dass die Geheimgefängnisse der USA deshalb außerhalb der USA sind, damit dort kein amerikanisches Recht zu gelten braucht, was mit Folter und Scheinbeweisen inzwischen ganze Kriege produziert. Und den Niederlanden haben die USA übrigens mit Krieg gedroht, sollte auch nur ein einziger Amerikaner vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag gestellt werden. „Wenn ein Staat einfach andere Menschen umbringt, ohne Anklage, Gerichtsverfahren oder Urteil – dann gilt das eigentlich als Staatsterrorismus – nur in den USA unter Obama war das schon die Regel geworden – mal eben mit Drohnen alles Wegbomben, inlusivse Zivilisten und Hochzeitsgesellschaften – aber immer noch behaupten, das wäre ein Rechtsstaat ist wohl eher lächerlich“.


Es gibt in den USA keinen Rechtsfindungsanspruch, weder gegen Assange noch gegen Manning – es sind schlichte Willkürhandlungen eines Staatsapparates, der wie Diktaturen, Recht nur als Scheinmäntelchen für Verbrechen nutzt. Der Rechtsstaat darf keine Aussagen erzwingen, weder durch Folter noch durch einen über die Sache hinausgehenden Zwang. Demokratische Staaten gewinnen ihre Legitimität durch die Bürger – durch die Wahlen und Parlamente, und haben keine eigenen Rechtsansprüche. Auch in den USA darf niemand zu irgendeiner Aussage gegen sich selbst gezwungen werden“, legt der Leser (CM.) dar.


Die USA haben inzwischen eine Gefängnispopulation – über zwei Millionen – die der Bevölkerung eines Staates wie Slowenien entspricht. Ein Drittel (der Gefangenen) sitzen in privaten, profitorientierten Gefängnissen (was auch Teil des Problems ist, da diese Firmen Propaganda für Strafverschärfungen betreiben)“, berichtet der Leser (CN.). Es gibt dort Zwangsarbeit, Gewalt und erniedrigende Behandlungen, wie z.B. dass man als Untersuchungshäftling in Anstaltskleidung (also wie ein Schuldiger) vor seine Jury treten muss. „Es handelt sich inzwischen um ein mehr als fragwürdiges Justizsystem, das sich nun auch am Fall Manning zeigt. Letztlich wird sie jetzt wieder verhaftet für etwas, für das sie von Obama begnadigt worden war“.


Anscheinend sind bereits im Deutschen Fernsehen Innenansichten dieser Privatgefängnisse der USA in Dokumentarfilmen gezeigt worden, was ich allerdings noch nicht gesehen habe. Entscheidend ist jedoch die Aussage des Lesers (CO.), dass eben „die Privatisierung aller Dinge Profitoptimierung bedeutet, so dass es auch nicht ausgeschlossen ist, dass Richter in den USA käuflich sind. Frau Manning war vermutlich zu gutgläubig, nach ihrer Begnadigung in den USA unbehelligt leben zu können“. Und der Leser ergänzt noch: „Trump steht in besonderer Heraushebung für das faschistische Amerika“14.


Nachdem ich nun die Kapitel-Teile 77-H+i+J >Verrat um Assange< ergänzt hatte, gelangte ich des weiteren an neuere (bzw. auch frühere) Informationen, die unbedingt in einem weiteren Teil 77-K (oder sogar 77-L) auch noch hätten ergänzt werden müssen. Es ist mir aber bewusst geworden, dass ich dies absolut bis zum 29.02.2020 nicht schaffe, stringent auszuarbeiten. Zu dieser Arbeit wären diverse Artikel und mindestens tausend Leserkommentare zu sondieren, was ein ungeheurer Aufwand ist. So habe ich das Unterfangen aktuell (und offiziell) zurückgestellt, werde es jedoch bis Mai-2020 nachholen, wo die endgültige Entscheidung über die (Nicht-)Auslieferung von Julian Assange in die USA stattfinden soll.


Das Desinteresse an dem komplizierten, aber doch offensichtlichen Unrecht, dem dieser Mensch Julian Assange stellvertretend und exemplarisch für jeden Menschen auf dieser Erde durch Staatswillkür ausgesetzt ist, ist für mich immer wieder extrem erschütternd, bestätigt aber zugleich die durch lange Lebenserfahrung gewonnene Erkenntnis über das gleichgültige humanistische und erkenntnismäßige Niveau des größten Teils dieser Menschheit, welches ich einst in der geistigen Welt bezeugen werde.


Wie ein Leserkommentar in 77-i >Verrat um Assange< zitiert wurde: Unsere Gesellschaft ist durchsetzt und verseucht mit Kriechern und Denunzianten. Die Bevölkerug macht sich durch ihre Naivität, Gleichgültigkeit und Manipulierbarkeit mitschuldig.

Im Namen von >Jesus, dem Christus Gottes< bitte ich jedenfalls deshalb weiterhin um „Freiheit für Assange!“15


(Nach diesem Teil 77-J >Verrat um Assange< folgt nun die Fortsetzung des vorher geposteten und unterbrochenen Kapitels 24-F >Ashram.)


Vorläufiges Ende des Kapitels Nr. 77-J >Verrat um Assange<.



2 Auch die weiteren Leserkommentare (BK.) bis (BN.) sind alle zu dem Artikel von BULGAN MOLOR-ERDENE bei https://www.heise.de mit dem Titel: „Assange helfen – aber wie“? vom 06.02.2020 geschrieben worden.

5 Auch die weiteren Leserkommentare (BO.) bis (BS.) sind alle zu dem Artikel von BULGAN MOLOR-ERDENE bei https://www.heise.de mit dem Titel: „Assange helfen – aber wie“? vom 06.02.2020 geschrieben worden.

6 Artikel auf https://www.zeit.de mit dem Titel: „Wikileaks: NDR stellt Strafanzeige in Affäre um Ausspähung von Julian Assange“ vom 28.11.2019.

7 Titel des Artikels auf https://www.welt.de vom 10.08.2019 „FBI untersucht den Tod von Multimillionär Epstein – Mutmaßlicher Suizid“.

8 Die Leserkommentare (BT.) bis (BY.) sind alle zu dem Artikel erschienen auf https://www.zeit.de mit dem Titel: „Wikileaks: NDR stellt Strafanzeige in Affäre um Ausspähung von Julian Assange“ vom 28.11.2019.

9 Artikel auf https://www.zeit.de mit der Überschrift „UN-Sonderberichterstatter: Chelsea Manning laut UN von Folter betroffen“ vom 31.12.2019.

11 Leserkommentar zu dem Artikel auf https://www.zeit.de mit der Überschrift „UN-Sonderberichterstatter: Chelsea Manning laut UN von Folter betroffen“ vom 31.12.2019.

14 Alle Leserkommentare mit den Buchstaben (CA.) bis (CO.) sind geschrieben worden zu dem Artikel auf https://www.zeit.de mit der Überschrift „UN-Sonderberichterstatter: Chelsea Manning laut UN von Folter betroffen“ vom 31.12.2019.