Sternenschnee

Kim Carrey:

Sternenschnee (420)

Esoterische Studien einer Autobiographie

Verrat um Assange

(77.i) Erosion des Sozialvertrages

...kein Hahn wird danach krähen


Vorangestellte Inhaltsangabe zum Kap. Nr. 77-i >Verrat um Assange<.


Teil 77-i: 130 Prominente haben am 06.02.2020 die Freilassung von Julian Assange gefordert. Entgegen den Unterzeichnern hat unsere deutsche Bundesregierung keinerlei Bedenken wegen der Haftbedingungen von Julian Assange in Großbritannien. Indirekt bezichtigt damit unsere Regierung die besorgniserregenden Darlegungen des UN-Berichterstatters über Folter Nils Melzer als Lügengebilde und ihn als völlig unmaßgeblichen Idioten. Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit von Deutschland. Die BRD wird sich somit in keiner Weise bei der britischen Regierung für die Freilassung von Julian Assange engagieren. Hoffnungen auf den Menschenrechtsrat und auf die parlamentarische Versammlung des Europarates. Der Prozess gegen Assange könne 3-4 Jahre andauern. Es besteht Sorge, dass Assange die Haft nicht überleben wird. Im Nov.2019 hatten sich bereits 60 Ärzte für Assanges Verlegung in eine Universitätsklinik ausgesprochen.

Menschen wie Manning, Snowden und Assange hätten den Friedensnobelpreis verdient, werden jedoch stattdessen wie Terroristen behandelt. Haben die USA auch Druck auf die BRD ausgeübt, wurde Ex-Außenminister Sigmar Gabriel gefragt? Was dieser verneinte. Nils Melzer verurteilt aufs Schärfste alle beteiligten Regierungen, dass sie sich nicht hinreichend um Julian Assanges Menschenrechte kümmern und eine Atmosphäre der Straflosigkeit (für die beteiligten Staaten) geschaffen haben, so dass Julian Assange ungehemmt verleumdet und misshandelt werden kann. „Sobald er die Zelle verlässt, werden die Korridore leergeräumt, um jeden Kontakt mit anderen Insassen zu vermeiden“. Es handelt sich um eine zutiefst willkürliche Prozessführung. Konstanter Missbrauch von staatlicher Macht.

Ein Brief von Nils Melzer an die schwedische Regierung vom 11.09.2019 ist zwar inhaltlich absolut nicht beantwortet worden, jedoch ist das Verfahren wegen evt. Vergewaltigung offiziell am 19.11.2019 eingestellt worden. Das gesamte Verhalten von Schweden ist ein skandalöses Schuldeingeständnis bezüglich seiner Unrechtmäßigkeit. Auch Großbritannien hat erst nach fünf Monaten eine Antwort an Nils Melzer geschrieben, wo GB jegliche Foltervorwürfe und jegliche Verfahrensverletzung zurückgewiesen hat. Alles ist ein abgekartetes „Spiel“, um an Julian Assange mit einem Schauprozess ein Exempel zu statuieren, um andere Journalisten einzuschüchtern. Wenn Julian Assange verurteilt wird, ist dies ein Todesurteil für die Pressefreiheit. Investigativer Journalismus wird zu Spionage diffamiert, was eine Erosion des Sozialvertrages bedeutet. Die Bevölkerung macht sich durch ihre Naivität, Gleichgültigkeit und Manipulierbarkeit mitschuldig. Eines Tages kann jeder von Verfolgung betroffen sein. Und es wird kein Hahn danach krähen! Der Fall von Martin Niemöller zur Zeit des Nazi-Regimes.

Menschenrechtsverletzungen sind Straftaten. Bei extremer Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Julian Assange steht auch Mordversuch im Raum. „Es ist eine Schande, dass wir zulassen, was Julian Assange angetan wird“. „Die Kriminalisierung von Julian Assange ist ein Skandal.“ Jeder Mensch ist Komplize und Mittäter bei diesem Verbrechen gegen Julian Assange. Geheimdienste sind staatlich sanktionierte gnadenlose Mörderbanden. Großbritannien wird als „Schoßhündchen“ der USA bezeichnet. Unsere Gesellschaft ist durchsetzt und verseucht mit Kriechern und Denunzianten. Julian Assange ist in unserer Wertegemeinschaft der EU als Unschuldiger für zig Jahre seines Lebens beraubt.


FN zu 77-i: Konzertierte Aktion. Martin Niemöller.


(77.i) Verrat um Assange


Trotzdem hält unsere deutsche Bundesregierung das alles für normal.

Wie ich in Teil 77-A >Verrat um Assange< im Prolog berichtet hatte, haben in Deutschland 130 Prominente am 06.02.2020 die Freilassung von Julian Assange aus der britischen Gefangenschaft gefordert und sind mit diesem Anliegen an die Öffentlichkeit getreten. Entgegen den Unterzeichnern dieses Appells hat nun unsere deutsche Bundesregierung geäußert, dass sie keine Bedenken wegen der Haftbedingungen von Assange in Großbritannien hat. „Aus Sicht der Bundesregierung besteht kein Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit der britischen Justiz“, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch, den 05.02.2020 in Berlin. Man sei überzeugt, dass sich im britischen Rechtsstaat grundsätzlich jeder zur Wehr setzen könne, der seine Rechte durch staatliches Handeln verletzt sehe. Dies ist im Berliner Tagesspiegel Online so am 09.02.2020 in einem Update veröffentlicht worden1.


Indirekt bezichtigt damit auch unsere deutsche Bundesregierung (wie schon Schweden, wie auch schon Großbritannien) und darunter subsumiert unser Auswärtiges Amt damit die ausführlichen Darlegungen des UN-Berichterstatters über Folter Nils Melzer als Lügengebilde und ihn als völlig unmaßgeblichen Idioten. Allein dies ist auch schon alles ungeheuerlich und damit kann man unsere Bundesrepublik Deutschland auch schon nicht mehr als Rechtsstaat ansehen, was sowieso aus vielerlei Gründen der Fall ist. Deutschland erweist sich also auch in diesem Fall schon wieder als „Bananenrepublik“ (auch wenn man diesen Begriff nicht mehr verwenden sollte). Dass Deutschland ein Vasalle der USA ist, ist ja sowieso hinlänglich bekannt, auch wenn nun Donald Trump und Angela Merkel persönlich nicht die besten Freunde sind.


Dieser Appell der 130 Prominenten ist auf verschiedenen Webseiten in unterschiedlicher Form aufgegriffen worden, so z.B. bei https://www.heise.de mit dem Titel: „Assange helfen – aber wie“? vom 06.02.2020, wo auch ein schönes Foto von Julian Assange aus jüngeren Jahren abgebildet ist. Dieser Appell „Assange helfen“ richtet sich an die deutsche Regierung mit den Worten: „Ungeachtet der Vorwürfe, die Assange gemacht werden, rufen wir Großbritannien aus den genannten menschenrechtlichen und medizinischen Gründen dringend dazu auf, Julian Assange umgehend aus der Haft zu entlassen, damit er unter fachärztlicher Aufsicht genesen und seine Grundrechte ungehindert ausüben kann. Wir rufen auch die Bundesregierung dazu auf, sich bei der britischen Regierung in diesem Sinne einzusetzen“.


Der Menschenrechtsrat müsse aktiv werden und den Entschluss fassen, dass Whistleblower nicht verachtet und ausgegrenzt werden. Ende Jan.2020 hat auch eine Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) die Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, sich der Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA zu widersetzen und sich für die „unverzügliche Freilassung“ des australischen Journalisten einzusetzen. Assange solle genesen und sich auf seinen Prozess vorbereiten, sagte Günter Wallraff. Mitunter könne der Prozess drei bis vier Jahre andauern, die Sorge sei begründet, dass Assange die Haft nicht überleben wird2.


In einem offenen Brief hatten sich bereits im Nov.2019 mehr als 60 Ärzte für Assanges Verlegung in eine Universitätsklinik ausgesprochen. Menschen wie Manning, Snowden oder Assange hätten den Friedenssnobelpreis verdient, sagte Wallraff. Stattdessen werden sie etwa von dem ehemaligen CIA-Direktor und nun US-Aussenminister Pompeo öffentlich zu Terroristen erklärt. Dies bedeutet, dass es den USA ausschließlich um Rache geht. (Vergleiche zu dieser Rache generell mein Kapitel Nr. 64 >Zorn der Eliten<.)


An Ex-Außenminister Sigmar Gabriel wurde denn bei der Pressekonferenz auch die Frage gestellt, ob die USA während seiner Amtszeit Druck auf die Bundesregierung ausgeübt haben, was Gabriel verneint hat. Dies sei jedoch für manche anderen Unterzeichner wie z.B. für Günter Wallraff fraglich. Es sei sehr wohl davon auszugehen, dass es Druck gegeben habe3.


In der Pressekonferenz vom 06.02.2020 wurde vielfach auf die Berichte von UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer verwiesen. In einem weiteren Interview außer bei https://www.republik.ch hatte Nils Melzer auch auch bei „Telepolis“ Aussagen im Jan.2020 gemacht, wo er gesagt haben soll: „Ich verurteile auf das Schärfste die vorsetzliche, konzertierte4 und anhaltende Art des Missbrauchs, der Herrn Assange angetan wurde, und bedaure zutiefst, dass alle beteiligten Regierungen Maßnahmen zum Schutz seiner grundlegendsten Menschenrechte und seiner Würde nicht getroffen haben. … Indem diese Regierungen im besten Fall Selbstgefälligkeit und im schlimmsten Fall Mitschuld zeigen, haben sie eine Atmosphäre der Straflosigkeit geschaffen, die Herrn Assanges ungehemmte Verleumdung und Misshandlung fördert“5.


Neben dem, dass Julian Assange bereits in der ecuadorianischen Botschaft psychologischer Folter ausgesetzt war, sind auch seine aktuellen Haftbedingungen im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh eigentlich katastrophal. Seine britische Anwältin bekommt kaum Termine mit Julian Assange, um Gerichtseingaben und Beweismittel mit ihm besprechen zu können. Bis Okt.2019 durfte er kein einziges Dokument seiner Rechtsakten in seiner Zelle haben. „Man hat ihm das Grundrecht verweigert, seine Verteidigung vorzubereiten, wie es die Europäische Menschenrechtskonvention verlangt. Hinzu kommt die fast vollständige Isolationshaft. … Sobald er die Zelle verlässt, werden die Korridore leergeräumt, um jeden Kontakt mit anderen Insassen zu vermeiden“6, berichtet Nils Melzer.


Und ich möchte hier ergänzen: Julian Assange wird also schon jetzt im Gefängnis wie ein Schwerverbrecher von den britischen Instanzen behandelt, obwohl er in Wahrheit überhaupt gar nichts getan hat, ja auch gar keinen Verstoß gegen Kautionsauflagen begangen hat.

Und Nils Melzer formuliert dies mit folgenden Worten: Es handelt sich also um eine zutiefst willkürliche Prozessführung, es findet ein Missbrauch von Justizverfahren statt. In der ecuadorianischen Botschaft wurde er überwacht, beleidigt, erniedrigt und von Politikern der beteiligten Staaten angegriffen bis hin zu Todesdrohungen.


Dieser konstante Missbrauch von staatlicher Macht verursachte bei Julian Assange enorme Stress- und Angstzustände mit messbaren kognitiven und neurologischen Schäden. „Wenn er nicht bald in Schutz genommen wird, ist mit einer rapiden Verschlechterung seines Gesundheitszustandes zu rechnen, bis hin zur Todesfolge“7, sagte Nils Melzer am 31.01.2020.


Am 11.Nov.2019 wurde übrigens in Schweden ein offizielles Schreiben veröffentlicht, welches Nils Melzer zwei Monate vorher (also um den 11.Sept.2019 herum) an die schwedische Regierung übermittelt hatte. In diesem Schreiben hat Nils Melzer die verschiedensten Fragwürdigkeiten im Fall von Assange zusammengefasst und entsprechende Fragen an die schwedische Regierung formuliert, welche die schwedische Regierung am 11.Nov.2019 völlig negiert hat: „Sie habe keine weiteren Bemerkungen zu dem Fall“. Jedoch geschah es dann am 19.11.2019, dass Schweden das Verfahren wegen eventueller Vergewaltigung gegen Julian Assange einestellt hat. Und Nils Melzer sagt: „Es ist ein unfassbarer Skandal“.


Das gesamte Verhalten von Schweden interpretiert Nils Melzer als ein Schuldeingeständnis. Er habe sonst schon mit vielen UNO-Mitgliedsstaaten kommunizieren müssen, die ihm alle immer bereitwillig Auskunft gegeben hätten. Und Nils Melzer sagt über Schweden: „Wenn ein Staat wie Schweden die Fragen des UNO-Sonderermittlers für Folter nicht beantworten will, dann ist sich die Regierung der Unrechtmäßigkeit ihres Verhaltens bewusst. Dann will sie für ihr Handeln keine Verantwortung übernehmen. … Wenn sich Staaten wie Schweden derart manipulieren lassen, dann sind unsere Demokratien und unsere Menschenrechte fundamental bedroht.“


Und dasselbe gilt auch jetzt schon für Großbritannien, welches ebenfalls fünf Monate gebraucht hat, um Nils Melzer nach dem Mai-2019 (wo er Julian Assange im Gefängnis besucht hatte) mit einem einseitigen Brief (vermutlich im DIN A-4-Format; Anm.d.Verf.) zu antworten, wo jegliche Foltervorwürfe und jede Verfahrensverletzung zurückgewiesen wurden.


Der Interviewer DANIEL RYSER fragte Nils Melzer dann, was es bedeuten würde, wenn UNO-Mitgliedsstaaten ihrem eigenen Folter-Sonderberichterstatter die Auskunft verweigern? Worauf Nils Melzer antwortete: „Dass es ein abgekartetes Spiel ist. Man möchte an Julian Assange mit einem Schauprozess ein Exempel statuieren. Es geht um Einschüchterung anderer Journalisten“. Man hat aus Julian Assange ein Monster gemacht, „damit man ihn nachher auf dem Scheiterhaufen verbrennen kann, ohne dass jemand aufschreit“. Dieser Satz von Nils Melzer wurde übrigens auch in dem Bericht des ZDF-Auslandsjournals am 12.02.2020 zitiert.


Der Fall ist ein Riesenskandal und die Bankrotterklärung der westlichen Rechtsstaatlichkeit. Wenn Julian Assange verurteilt wird, dann ist das ein Todesurteil für die Pressefreiheit. … Wenn investigativer Journalismus einmal als Spionage eingestuft wird und überall auf der Welt verfolgt werden kann, folgen Zensur und Tyrannei. Vor unseren Auge kreiert sich ein mörderisches System. Kriegsverbrechen werden nicht verfolgt“ (und nicht bestraft). Gleichzeitig wird jemand mit 175 Jahren Gefängnis bedroht, der solche Dinge aufgedeckt hat. Es wird versucht, ihn kaputtzumachen. Dies ist eine Erosion (= Zerstörung; Anm.d.Verf.) des Sozialvertrages.


Macht korrumpiert, wenn sie nicht überwacht wird. Korruption ist das Resultat, wenn wir nicht insistieren, dass die Macht überwacht wird. … Damit die Gewaltenteilung funktioniert, braucht es eine Überwachung der Staatsgewalt durch die freie Presse als vierte Macht im Staat. … Wenn wir nicht mehr wissen, was unsere Regierungen tun und nach welchen Kriterien (sie dies tun; Erg.d.Verf.) und wenn Straftaten nicht mehr verfolgt werden, dann ist das für die gesellschaftliche Integrität unglaublich gefährlich“. Und dann sagt Nils Melzer noch etwas, was leider jeden Bürger auf dieser Welt betrifft, nämlich dass an der mangelnden Kontrolle von politischer oder wirtschaftlicher Macht eben auch die Naivität, die Gleichgültigkeit und die Manipulierbarkeit der Bevölkerung mitbeteiligt sind.


Des weiteren warnt Nils Melzer im Grunde genommen jeden einzelnen Menschen – meines Erachtens mit vollem Recht: „Plötzlich kann das, was heute nur den anderen passiert – ungesühnte Folter, Vergewaltigung, Vertreibung und Ermordung – ebensogut auch uns oder unseren Kindern passieren“.

Und Nils Melzer ergänzt dann noch den für mich erschütternden Satz, der m.E. auch absolut der Wahrheit entspricht: „Und es wird kein Hahn danach krähen. Das kann ich Ihnen versichern“.


Zu dieser Aussage habe ich dann erst noch verspätet einen Leserkommentar nachgetragen, der auf https://www.tagesspiegel.de zu dem Titel „Schweden lehnt Kommentar ab: Wie UN-Experte Melzer Wikileaks-Gründer Assange entlastet“ vom 09.02.2020 geschrieben worden ist. Der Leser (CP.) zitiert da den ehemaligen evangelischen Pfarrer Martin Niemöller8, der mehrere Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert gewesen war, aber befreit worden ist. Niemöller hat einmal ausgesagt: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte“.


Und der Leser (CP.) kommentiert: „Diese Worte von Martin Niemöller sollen sich alle jene Journalisten zu Gemüte führen, die immer noch zur Verfolgung von Julian Assange schweigen. Sie könnten eines Tages selbst zu Opfern werden, wenn sie es wagen sollten, den herrschenden Eliten zu unbequem zu werden. Auch innerhalb der westlichen Wertegemeinschaft ist kein Journalist davor geschützt, wenn er versuchen sollte, Korruption oder Verbrechen der Eliten öffentlich zu machen, seinen Arbeitsplatz zu verlieren oder gar ermordet zu werden.“9


Es folgen nun Leserkommentare aus den verschiedenen Artikel, die ich wegen der Anonymität mit Buchstabenkombinationen durchnumeriert haben. Die bisherigen Leserkommentare hatte ich mit dem Buchstaben „A“ begonnen und mit einem zweiten Buchstaben (z.B. „P“ oder „Q) kombiniert gehabt. Hier bei den Ergänzungen beginne ich jetzt mit dem Buchstaben „B“ und kombiniere diesen mit dem jeweils nächsten Buchstaben des Alphabeths.


Der Leser (BA.) hat nun eine kleine Abhandlung verfasst über die Rechtsbedingungen, denen Julian Assange ausgesetzt ist: „Psychische Folter durch unhaltbare Haftbedingungen, Verleumdung durch falsche Vergewaltigungsvorwürfe, Freiheitsberaubung durch bewusst falsche Haftbefehle und Strafverfahren, einen Gefangenen in Todesgefahr bringen. All das sind Menschenrechtsverletzungen und vor allem Straftaten, auf die zu Recht sehr lange Gefängnisstrafen stehen. Sollte es erweislich sein, dass der Gesundheitszustand von Assange im Gefängnis so schlecht wurde, dass er dem Tode nahe kam oder Todesgefahr bestand, steht auch Mordversuch im Raum“.


Und der Leser (BA.) fährt fort: „Mordversuch, weil durch bewusstes Herstellen psychisch und gesundheitlich belasteder Haftbedingungen (oder durch das bewusste Unterlassen von lebensrettenden Gegenmaßnahmen) bewusst eine Todesgefahr hergestellt wurde bzw. diese Todesgefahr in Kauf genommen wurde. Wenn Informationen vertuscht werden sollten, bzw. Assange bereits tot sein sollt(e), bevor er jemals eine Aussage machen konnte, bzw. er bereits tot sein sollt(e), bevor es jemals zu einer Gerichtsverhandlung kommt, dann handelt es sich um den Versuch eines grausamen (wegen der Folter) Verdeckungsmordes. Fazit: Wir haben es möglicherwiese mit schlimmen Verbrechen (gegen Assange; Erg.d.Verf.) zu tun“.


Der Leser (BB.) betont: Assange ist ein Held unserer Zeit. In einigen Jahren werden Straßen nach ihm benannt werden. Leider wird er nichts mehr davon haben. Es ist eine Schande, dass wir zulassen, was ihm angetan wird“.

Die Kriminalisierung von Julian Assange ist ein Skandal. Hier wird der Mann, der ein Kriegsverbrechen veröffentlicht hat, gezielt ruiniert. Und das Verbrechen selbst bleibt ungesühnt“, schreibt der Leser (BC.).


Leser (BD.) warnt: „Das große, vielfältige Unrecht, das Julian Assange geschieht, geschieht JETZT, in jeder Minute, JETZT und das schon seit vielen Jahren und das ist eine fortdauernde Demütigung für jeden freien Geist und jeden freien Willen, in jeder Minute. Schlimmer noch: Es macht uns zu Komplizen und zu Mittätern bei dem Verbrechen. Jeder Einzelne sollte sich bemühen, solche wichtigen Informationen wie das Interview mit Nils Melzer weiter zu verbreiten, Freunden, Verwandten und Kollegen zugänglich zu machen. Dem Mann schenkt man Glauben. … Solche Informationen sind tatsächlich dazu geeignet, eine zarte Verunsicherung bei Menschen zu erzeugen, denen Nachrichten, Politik usw. ansonsten am Arsch vorbeigehen“. Leider muss ich sagen, dass ich privat niemanden wüsste, der sich trotzdem dafür interessiert. Es ist wie mit Esoterik: Man kann in Wahrheit mit niemandem darüber sprechen.


Der Leser (BE.) macht darauf aufmerksam, dass Geheimdienste staatlich sanktionierte gnadenlose Mörderbanden sind, die sich jederzeit über jedes Gesetz stellen (inklusive mit Folter und Mord). Für Geheimdienst-Staaten ist ein Julian Assange nur ein gewaltiger Dorn im Auge.

Eine entsprechende Anschauung benennt der Leser (BF.) mit den Worten: „Geheimdienste sind grundsätzlich Kriegsorganisationen. Mitten im Frieden ´Krieg spielen`, das ist die Hauptaufgabe von Geheimdiensten. Wer mordet, ist kein Mörder, sondern ein Held.“


Von dem Leser (BG.) wird leider keine hoffnungsvolle Zukunftsprognose abgegeben. Er schreibt: Assange hat leider keine Chance, lebendig au den US-Gefängnissen herauszukommen. Dass er vom „Schoßhündchen“ Großbritannien in die USA ausgeliefert wird, ist sicher, wie das Amen in der Kirche“. - Jedoch wollen wir alle gerade dafür kämpfen, dass eben Julian Assange aus Großbritannien freikommt, um gar nicht erst in die USA zu gelangen, möchte ich hier ausdrücklich anfügen.


Doch auch der Leser (BH.) macht mit den folgenden Worten leider wenig Hoffnung, wenn er sagt: „Unsere Gesellschaft ist durchsetzt und verseucht mit Kriechern und Denunzianten. Deshalb muss man sich unbedingt mit Leuten wie Assange und Snowden (und ich füge hier noch Chelsea Manning an; Erg.d.Verf.) usw. solidarisch erweisen und Druck auf unsere deutsche Bundesregierung ausüben.“


Der Leser (BI.) stellt die Frage: „Warum hat man mit dem Aufruf zur Freilassung von Assange gewartet, bis Großbritannien aus der EU raus ist. Das Unrecht, was Julian Assange geschehen ist (widerrechtlich eingesperrt und psychisch gefoltert worden zu sein), war zu der Zeit, als GB noch zu der EU gehörte. Jetzt ist Assange außerhalb der EU und GB ist fein raus“.

Der Leser (BJ.) hält dem jedoch genau entgegen: „Da der Fall von Assange noch während der Mitgliedschaft von GB in der EU stattfand, hätte die EU die Möglichkeit, an den Verhandlungen von Assange teilzunehmen. Im Grunde wurde in unserer Wertegemeinschaft ein Unschuldiger für zig Jahre seines Lebens beraubt, in einer Demokratie und nicht durch Diktatur, Despoten oder gar Unrechtsregime“10.

Ich selbst habe auch extra notiert, dass GB trotz BREXIT sich weiterhin übergangsweise an EU-Richtlinien halten muss. Leider habe ich die Literatur-Quelle vergessen. Und ob sich GB auch sowieso danach richten würde, bleibt immer fraglich.


Fortsetzung folgt in Teil 77-J >Verrat um Assange<.


1 Artikel von SVEN LEMEMEYER auf https://www.tagesspiegel.de vom 09.02.2020 (Update) mit dem Titel: „Schweden lehnt Kommentar ab: Wie UN-Experte Melzer Wikileaks-Gründer Assange entlastet“.

2 Artikel von BULGAN MOLOR-ERDENE bei https://www.heise.de mit dem Titel: „Assange helfen – aber wie“? Vom 06.02.2020.

3 Artikel von BULGAN MOLOR-ERDENE bei https://www.heise.de mit dem Titel: „Assange helfen – aber wie“? Vom 06.02.2020.

4 konzertierte Aktion: gemeinsames Vorgehen der verantwortlichen Personen oder Personengruppen in einer bestimmten Angelegenheit, besonders auf wirtschaftlichem oder sozialpolitischem Gebiet.(Duden/Fremdwörterbuch/S.399)

5 Aussagen bei Telepolis, zitiert in dem Artikel von BULGAN MOLOR-ERDENE bei https://www.heise.de mit dem Titel: „Assange helfen – aber wie“? Vom 06.02.2020.

6 aus dem Interview von DANIEL RYSER mit dem UNO-Sonderberichterstatter für Folter Nils Melzer auf https://www.republik.ch vom 31.01.2020 mit dem Titel: „Ein mörderisches System: Konstruierte Vergewaltigung, manipulierte Beweise“.

7 aus dem Interview von DANIEL RYSER mit dem UNO-Sonderberichterstatter für Folter Nils Melzer auf https://www.republik.ch vom 31.01.2020 mit dem Titel: „Ein mörderisches System: Konstruierte Vergewaltigung, manipulierte Beweise“.

8 Martin Niemöller war ein deutscher evangelischer Theologe (1882-1984). Während er anfänglich dem Nationalsozialismus positiv gegenüberstand (weil er den Antisemitismus der meisten Konservativen seiner Zeit teilte), entwickelte er sich während des Kirchenkampfes und seit 1938 als Häftling im KZ Sachsenhausen allmählich zum Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er galt zeitweise als „persönlicher Gefangener“ von Adolf Hitler und sollte sogar hingerichtet werden, was jedoch durch den brititschen Lordbischof George Kennedy Allen Bell abgewendet wurde. 1941 wurde er in das KZ Dachau verlegt, wo viele Geistliche im sog. „Pfarrerblock“ inhaftiert waren. Es gab auch einen sog. „Ehrenbunker“ mit Vergünstigungen, in dem Niemöller war. Am 30.04.1945 wurde er aus den Händen der SS befreit (nach WIKIPEDIA).

9 Leserkommentar von (CP.), der auf https://www.tagesspiegel.de zu dem Titel „Schweden lehnt Kommentar ab: Wie UN-Experte Melzer Wikileaks-Gründer Assange entlastet“ vom 09.02.2020 geschrieben worden ist.

10 Die Leserkommentare (BA.) bis (BJ.) sind alle zu dem Artikel von BULGAN MOLOR-ERDENE bei https://www.heise.de mit dem Titel: „Assange helfen – aber wie“? vom 06.02.2020 geschrieben worden.